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Eure Excellenz!

In der Absicht, die historische Quellenforschung auch ausserhalb meines theueren Vaterlandes, der Markgrafschaft Mähren, zu fördern, haben Eure Excellenz die Durchführung meiner Reise nach dem Mittelpunkte der modernen christlichen Geschichte, nach Rom, kräftigst unterstützt und ermöglicht, - es war diese Unterstützung ein Glied mehr in jener Kette, welche die Herzen aller Vaterlandsfreunde an Eure Excellenz gefesselt hält mit unerschütterlicher Treue und warmer Anhänglichkeit. Die Liebe windet diese Kette, die Dankbarkeit festet sie, das Vertrauen hält ihr erstes, das Bürgerglück ihr letztes Glied.

Sind ja Eure Excellenz ein zu tief schauender Staatsmann, um nicht in der Geschichte das Steuerruder, den Compass wahrzunehmen, der auf den Fluthen der Politik den allein sicheren Weg nachweist, um nicht festzuhalten an der Ueberzengung, dass Dynastienglück Völkerglück sei, dass aber jenes nur im historischen Rechte, folglich dieses nur in der Geschichte wurzle, dass demnach ein gründliches Geschichts-Studium mit zu den Vehikeln gehöre einer ruhigen, frohen Gegenwart und einer beglückenden, gesicherten Zukunft. Und eben weil für eine solche Gegenwart, für eine solche Zukunft kraft des Eurer Excellenz anvertrauten hohen Amtes mit Würde und Milde wirken, darum der rege Eifer für die Landesgeschichte, darum die Aufmunterung, die kräftige Unterstützung aller, die sich ihrer Durchforschung zu widmen nicht ermüden, darum das herrliche Gedeihen eines Zweiges der Landeskultur, welche selbst den Ausländer zur Bewunderung hinreisst, mit Achtung erfüllt.

Auch dieses vorliegende Werk ist eine Frucht der freundlichen Aufmunterung, der entschiedenen Unterstützung, die mir Eure Excellenz zu Theil werden liessen; möge es nun hinaustreten in die Oeffentlichkeit als ein Merkmal, als ein Zeichen jener Ehrerbiethung, jener tief gefühlten Dankbarkeit, mit der ich zeitlebens verharre

Eurer Excellenz

treugehorsamster

B. Dudík.

VORWORT.

Ich übergebe hier der Oeffentlichkeit ein Werk, welches durch seine Eigenthümlichkeit und durch die Verhältnisse, unter denen dasselbe zu Stande kam, zu den schwierigsten Arbeiten, die mir bis jetzt geworden sind, gehört, und daher, um gerecht beurtheilt zu werden, eine nähere Auseinandersetzung wie dieser Eigenthümlichkeit, so der gegebenen Verhältnisse erheischt.

Um heutzutage über Rom's literarische Schätze zu schreiben, dazu braucht es eines eigenen gewagten Entschlusses; einmal wegen der vielen in dieser Beziehung bereits geleisteten Arbeiten, und dann wegen der Masse des zu wählenden und zu bewältigenden Materiales. Auch mir blieb, als ich diese vorliegende, auf Kosten des mährischen Domestikal - Fondes gedruckte Arbeit vornahm, das Gewagte dieses Unternehmens keineswegs verborgen; ich fühle, wie ich gewissermassen herausfordere die glänzende Reihe jener Männer, die sich mit mir auf einem und demselben Felde bewegen: Pertz, Höfler, Palacký, Merkl, Bethmann u. a., lauter Namen der ersten Grösse, kennen den Boden und wissen ihn zu würdigen; und darum, weil ich mir der Schwierigkeiten wohl bewusst war, trachtete ich dieselben durch einen genau abgemarkten Plan wenn nicht zu beseitigen, doch wenigstens zu vermindern. Ich nahm mir nämlich fest vor: durch die vorliegende, den Fachmännern zur Beurtheilung und Benützung übergebene Arbeit nichts anderes bezwecken zu wollen, als zu ergänzen und zu beleuchten meine im Jahre 1851 in schwedischen Archiven gemachten Forschungen. Alles was mehr geschah, ist nur als Beiwerk zu betrachten, das, wie ich hoffe, die Anlage, die Symmetrie des Ganzen nicht stört, und wie meinem lieben Vaterlande, so den Gelehrten fremder Zunge kaum als Ueberladung wird erscheinen können. Dieses Beiwerk nun bildet das Eigenthümliche dieser Arbeit; es erschwerte dieselbe, weil es mich nur gar zu oft auf Gebiete leitete, die fern von meinen bisherigen Studien lagen und mich gewissermassen nöthigte, in den historischen Schacht nicht blos der österreichischen Monarchie, sondern überhaupt Europa's einzufahren. Wie musste ich mich da in diesen weiten Grenzscheiden nach sicheren Leitmuscheln umsehen, um das taube Gestein von den reicheren Erzadern zu unterscheiden! Und habe ich auch überall den besten Fund gethan? Dies zu glauben wäre von meiner Seite thörichte Illusion, wenn auch aus keinem andern so doch schon aus dem einfachen Grunde, weil ich in Rom ohne jede literarische Beihilfe, mich blos auf meine gemachten Erfahrungen verlassend, forschen musste. Wohin wäre ich mit der Zeit gekommen, wenn ich an Ort und Stelle hätte vergleichen und untersuchen

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