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mündlich oder sacramentlich." (Concordienb. Erkl. Art. 7.) „Der Mund isset den Leib Christi leiblich." Luther (wider die Schwarmgeister, XIX. p. ^17). Was begründet also die specifische Differenz der Eucharistie? Essen und Trinken. Außer dem Sacrament wird Gott geistig, im Sacrament sinnlich, mündlich genossen, d. h.'getrunken und gegessen — leiblich angeeignet, afsimilirt. Wie könntest Du aber Gott in Deinen Leib aufnehmen, wenn er Dir für ein Gottes unwürdiges Organ gälte? Schüttest Du den Wein in ein Wassergefäß? Ehrst Du ihn nicht durch ein besondres Glas? Fassest Du mit Deinen Händen oder Lippen an, was Dich ekelt? Erklärst Du nicht dadurch das Schöne allein für das Berührungswürdige? Sprichst Du nicht die Hände und Lip-. pen heilig, wenn Du mit ihnen das Heilige ergreifst und berührst? Wenn also Gott gegessen und getrunken wird, so wird Essen und Trinken als ein göttlicher Act ausgesprochen. Und dieß sagt die Eucharistie, aber auf eine sich selbst widersprechende, mystische, heimliche Weise. Unsere Aufgabe ist es jedoch, offen und ehrlich, deutlich und bestimmt das Mysterium der Religion auszufprechen. Das Leben ist Gott, Lebensgenuß Gottesgenuß, wahre Lebensfreude wahre Religion. Aber zum Lebensgenuß gehört auch der Genuß von Speise und Trank. Soll daher das Leben überhaupt heilig sein, so muß auch Essen und Trinken heilig sein. Ist diese Confession Irreligion? Nun so bedenke man, daß diese Irreligion das analysirte, erplicirte, das unumwunden ausgesprochne Geheimniß der Religion selbst ist. Alle Geheimnisse der Religion resolviren sich zuletzt, wie gezeigt, in das Geheimniß der himmlischen Seligkeit. Aber die himmlische Seligkeit ist nur die von den Schranken der Wirklichkeit entblößte Glückseligkeit. Die Christen wollen so gut glückselig sein als die Heiden. Der Unterschied ist nur, daß die Heiden den Himmel auf' die Erde, die Christen die Erde in den Himmel versetzen. Endlich ist, was ist, was wirklich genossen wird;

aber unendlich, was nicht ist, was nur geglaubt und gehofft wird.

Die christliche Religion ist ein Widerspruch. Sie ist die Versöhnung und zugleich der Zwiespalt, die Einheit zugleich und der Gegensatz von Gott und Mensch. Dieser personificirte Widerspruch ist der Gottmensch — die Einheit der Gottheit und Menschheit in ibm Wahrheit und Unwahrheit.

Es ist schon oben behauptet worden, daß, wenn Christus zugleich Gott, Mensch und zugleich ein andres Wesen war, welches als ein des Leidens unfähiges Wesen vorgestellt wird, sein Leiden nur eine Illusion war. Denn sein Leiden für ihn als Menschen war kein Leiden für ihn als Gott. Nein! was er als Mensch bekannte, läugnete er als Gott. Er litt nur äußerlich, nicht innerlich, d. h. er litt nur scheinbar, doketisch, aber nicht wirklich, denn nur der Erscheinung, dem Ansehn, dem Aeußern nach war er Mensch, in Wahrheit, im Wesen aber, welches eben deßwegen nur den Gläubigen Gegenstand war, Gott. Ein wahres Leiden wäre es nur gewesen, wenn er zugleich als Gott gelitten hätte. Was nicht in Gott selbst aufgenommen, wird nicht in die Wahrheit, nicht in das Wesen, die Substanz aufgenommen. Unglaublich aber ist es, daß die Christen selbst, theils direct, theils indircet, eingestanden haben, daß ihr höchstes, heiligstes Mysterium nur eine Illusion, eine Simulation ist. Eine Simulation, die übrigens schon dem durchaus unhistorischen *), theatralischen, illusorischen Evangelium Iohannis zu Grunde liegt, wie dieß unter Andcrm besonders aus der Aufenveckung des Lazarus

*) WegendiescrBehauptungvcrweise ich aufSützelbergers Schrift: .. Die kirchliche Tradition über den Apostel Iohannes und seine Schriften in

evangelischen Geschichte der Synoptiker und des Iohannes " (III. B.).

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hervorgeht, indem hier der allmächtige Gebieter über Tod und Leben offenbar nur zur Ostentation seiner Menschlichkeit sogar Thmnen vergießet und ausdrücklich sagt: „Vater, ich danke Dir, daß Du mich erhöret haft, doch ich weiß, daß Du mich allezeit hörest, sondern um des Volks willen, das umher stehet, sage ich es, daß sie glauben." Diese evangelische Simulation hat nun die christliche Kirche bis zur offenbaren Verstellung ausgebildet. 8i creckss susceptionem corporis, sckjunZss ckivinitstis compsssionem, portionem utin,ue perLckise, non pertulism ckeelinssti. Oeckis eniin, <pio6 tibi

prockesse prsesumis, non ere6is quock Do« ckignum est

Ickem enim pstiebstur et non pstiebstur pstiebstur

secunckum eorporis susceptionem, ut suscepti corporis veritss creckeretur et non pstiebstur secun6vm verbi im

psssibilem 6ivinitstem Lrst igitur immortslis in morte,

impsssibilis in psssione IHur oüvinitsti sttribuis serum

nss corporis et intlrmum 6oluris Kumsni ckivinse connectis natura«? Ambrosius (cke incsrnst. ckomin. sscr. c. U. ö). Fuxts Kominis nstursm protieiebst sspientis, nou

quo6 ipse sspientior esset ex tempore sec k esmlem, qua

plenus erst, sspientism cseteris ex tempore psulstim 6emon

strabst In sIiis er^o non in se proLciebst sspien

tis et Zrstis. (^reZorius in Komil. uuscksm (bei Petrus I^omb. I. III. 6ist. 13. e. I). proticiebst er»« Kumsnus sensu« in e« secunckum «stensionem et sliorum Iiominum «pinionem. Its enim pstrem et mstrem ckicitur ignorssse in inssntis, <zuis its se gerebst et Ksbebst se si sgnitionis expers esset. Petrus I>. (ibi6. e. 2.) Ut Komo er»o 6ubitst, ut Komo locutus est. Ambrosius.) Iiis verbis innui vicketur, o,uock LKristus non ivlpisntum Oeus vel Oei tilius, seck incsusntum Komo ckubitsverit stlectu Kumsn«. (Zuock es rstione 6ictum sccipi potest: non quock ipse ckubitsverit, se<i quock mo6um gessit ckubitsntis et Kominibus ckubitsre vi6ebstur. Petrus 1^. (ibick. ckist. 17. c. 2). Wir haben im ersten Theil unsrer Schrift die Wahrheit, im zweiten die Unwahrheit der Religion oder vielmehr der Theologie dargestellt. Wahrheit ist nur die Identität Gottes und des Menscheu — Wahrheit nur die Religion, wenn sie die menschlichen Bestimmungen als göttliche bejaht, Falschheit, wenn sie, als Theologie, dieselben negirt, Gott als ein andres Wesen sondernd vom Menschen. So hatten wir im ersten Theil zu beweisen die Wahrheit des Leidens Gottes; hier haben wir den Beweis von der Unwahrheit dieses Leidens, und zwar nicht den subjectiven, sondern den objectiven — das Eingeständniß der Theologic selbst, daß ihr höchstes Mysterium, das Leiden Gottes nur eine Täufchung, Illusion ist. Habe ich also falsch geredet, wenn ich sagte, das oberste Princip der christlichen Theologie sei die Hypokrisie? Läugnet nicht auch der Theanthropos, daß er Mensch ist, während er Mensch ist? O widerlegt mich doch!

Es ist daher die höchste Kritiklosigkeit, Unwahrhastigkeit und Willkührlichkeit, die christliche Religion, wie es die fpeculative Philosophie gemacht hat, nur als Religion der Versöhnung, nicht auch als Religion des Zwiespalts zu demonftriren, in dem Gottmenschen nur die Einheit, nicht auch den Widerspruch des göttlichen und menschlichen Wesens zu sinden. Christus hat nur als Mensch, nicht als Gott gelitten

— Leidensfähigkeit ist aber das Zeichen wirklicher Menschheit

— nicht als Gott ist er geboren, gewachsen an Erkenntniß, gekreuzigt; d. h. alle menschlichen Bestimmungen sind von ihm als Gott entfernt geblieben. 8i <z,iis non eovLtetur proprio etvere 8ubstantislem ckisserentism nsturarum p«st inelläkilem unionem, ex iniikus rmu8 et solus extitit LKristus, in es sslvawm, sit conckemnstvs. (!«neil. I>ster. I. csn. 7. (lük,i'r,ii,2s.) Das göttliche Wesen ist in der Menschwerdung, ungeachtet der Behauptung, daß Christus zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch gewesen, eben so gut entzweit mit den, menschlichen Wesen, als vor derselben, indem jedes Wesen die Bestimmungen des andern von sich ausschließt, obwohl beide, aber auf eine unbegreifliche, miraculöse, d.i. unwahre, der Natur des Verhältnisses, indem sie zu einander stehen, widersprechende Weise zu einer Persönlichkeit verknüpft sein sollen. Auch die Lutheraner, ja Luther selbst, so derb er sich über die Gemeinschaft und Vereinigung der menschlichen und göttlichen Natur in Christo ausspricht, komm? doch nicht über ihren unversöhnlichen Zwiespalt hinaus. „Gott ist Mensch und Mensch ist Gott, dadurch doch weder die Naturen, noch derselben Eigenschasten mit einander vermischt werden, sondern es behält eine jede Natur ihr Wesen und Eigenschaften." „Es hat der Sohn Gottes selbst wahrhaftig, doch nach der angenommenen menschlichen Natur gelitten und ist wahrhaftig gestorben, wiewohl die göttliche Natur weder leiden, noch sterben kann." „Ist recht geredet: Gottes Sohn leidet. Denn obwohl das eine Stück (daß ich so rede) als die Gottheit nicht leidet, so leidet dennoch die Person, welche Gott ist, am andern Stück als an der Menschheit; denn in der Wahrheit ist Gottes Sohn für uns gekreuzigt, das ist die Person, die Gott ist; denn sie ist, Sie (sage ich) die Person ist gekreuzigt nach der Menschheit." „Die Person ists, die alles thut und leidet, eins nach dieser Natur, das andre nach jener Natur, wie das alles die Gelehrten wohl wissen." Concordienbuch (Erklär. Art. 8). „Es ist Gottes Sohn und Gott selbst ermordet und erwürget; denn Gott und Mensch ist eine Person. Darum ist der Gott gekreuzigt und gestorben, der Mensch worden: nicht der abgesonderte Gott, sondern der vereinigte Gott mit der Menschheit: nicht nach der Gottheit, sondern nach der menschlichen Natur, die er angenommen." Luther (1°. III..P. 502). So sind also nur in der Person, d. h. nur in einem Nomen proprium, nur dem Namen nach, aber nicht im Wesen, nicht in der Wahrheit die beiden Naturen zur Einheit verbunden. (Zusncko ckicitur: Leus est Komo vel Komo est Dens, propositio ejusmocki vocstur personslis. Rstio est, quia unionein personalem in LKrist« supponit. 8ine tsü enim nstursrmn in LKristo uuione mmzuam ckicere potuissem,

veum esse Kominem sut Kominem esse Devin ^bs

Feuerbach. 2. Aufl. 33

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