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humanitas Christi seu Christus ut homo potest adorari absoluto cultu latriae. Theol. Schol. (sec. Thomam Aq. P. Metzger. T. IV. p. 124.) Zwar heißt es: nicht der Mensch, nicht Fleisch und Blut für sich selbst, sondern das mit Gott verbundne Fleisch wird angebetet, so daß der Cultus nicht dem Fleische oder dem Menschen, sondern Gott gilt. Aber es ist hier wie mit dem Heiligen- und Bilderdienste. Wie der Heilige nur im Bilde, Gott nur im Heiligen verehrt wird, weil man das Bild, den Heiligen selbst verehrt, so wird Gott nur im menschlichen Fleische angebetet, weil das menschs liche Fleisch selbst angebetet wird. Gott wird Fleisch, Mensch, weil schon im Grunde der Mensch Gott ist. Wie könnte es Dir nur in den Sinn kommen, das menschliche Fleisch mit Gott in so innige Beziehung und Berührung zu bringen, wenn es Dir etwas Unreines, Niedriges, Gottes Unwürdiges wäre? Wenn der Werth, die Würde des mensiglichen Fleisches nicht in ihm selbst liegt, warum machst Du nicht andres, nicht thierisches Fleisch zur Wohnstätte des göttlichen Geistes ? Zwar heißt es: der Mensch ist nur das Organ „in, mit und durch welches die Gottheit wirket ,, wie die Seele im Leibe“. Aber auch dieser Einwand ist durch das eben Gesagte schon widerlegt. Gott wählte den Menschen zu seinem Organ, feinem Leibe, weil er nur im Menschen ein seiner würdiges, ein ihm passendes, wohlgefälliges Organ fand. Wenn der Mensch gleichgültig ist, waruin incarnirte sich denn Gott nicht in einem Thiere? So kommt also Gott nur aus dem Menschen in den Menschen. Die Erscheinung Gottes im Menschen ist nur eine Erscheinung von der Göttlichkeit und Herrlichkeit des Menschen. Noscitur ex alio, qui non cognoscitur ex se – dieser triviale Spruch gilt auch hier. Gott wird erkannt aus dem Menschen, den er mit seiner persönlichen Gegenwart und Einwohnung beehrt, und zwar als ein menschliches Wesen, denn was einer bevorzugt, auserwählt, liebt, das ist sein gegenständliches Wesen felbst; und der Mensch wird aus Gott erkannt, und zwar als ein göttliches Wesen, denn nur Gotteswürdiges,

nur Göttliches fann Object, kann Organ und Wohnsig Gottes sein. Zwar heißt es ferner: es ist nur dieser Jesus Christus ausschließlich allein, kein andrer Mensch sonst, der · als Gott verehrt wird. Aber auch dieser Grund ist eitel und nichtig. Christus ist zwar Einer nur, aber Einer für Alle. Er ist Mensch, wie wir, „unser Bruder und wir sind Fleisch von seinem Fleische und Bein von seinem Bein.“ Jeder erkennt daher sich in Christo, jeder findet sich in ihin repräsentirt. „, Fleisch und Blut verkennt sich nicht.“ „In Jesu Christo unserm Herrn ist eines jeden unter uns Portion Fleisch und Blut. Darum wo mein Leib regirt, da gläube ich, daß ich selbst regiere. Wo mein Fleisch verkläret ist, da gläube ich, daß ich selbst herrlich bin. Wo mein Blut herre schet, da halte ich dafür, daß ich selbst herrsche." Luther (T. XVI. p. 534). Und so ist es denn eine unläugbare, un umstößliche Thatsache: die Christen båten das menschliche Individuum an als das höchste Wesen, als Gott. Freilich nicht mit Bewußtsein; denn dieß eben constituirt die Illusion des religiösen Princips. Aber in diesem Sinne beteten auch die Heiden nicht die Götterstatue an; denn auch ihnen war die Statue keine Statue, sondern der Gott selbst. Aber Dennoch beteten sie eben so gut die Statue an, als die Christen das menschliche Individuum, ob sie es gleich natürlich nicht Wort haben wollen.

Der Mensch ist der Gott des Christenthums, die Anthropologie das Geheimniß der christlichen Theologie.

Die Geschichte des Christenthums hat keine andere Aufgabe gehabt, als dieses Geheimniß zit enthüllen – die Theologie als Anthropologie zu verwirklichen und erkennen. Der lInterschied zwischen dem Protestantismus und Ratholicismus - dem alten, nur noch in Büchern, nicht mehr in der Wirklichkeit eristirenden Katholicismus – besteht nur darin, daß dieser Theologie, jener Chriftologie, D. h. (religiöse) Anthropologie ist. Der Katholicismus hat einen supranaturalistischen, abstracten Gott, einen Gott, der ein andres als ein menschliches, ein nicht menschliches, ein übermenschliches Wesen ist. Das Ziel der katholischen Moral, die Gottähnlichkeit besteht daher darin, nicht Mensch, mehr als Mensch – 0. h. ein himmlisches, abstractes Wesen, ein Engel zu sein. Nur in der Moral aber realisirt, offenbart sich das Wesen einer Religion; nur die Moral ist das Kriterium, ob ein religiöses Dogma Wahrheit oder Chimäre ist. Also ist ein übermenschlicher, übernatürlicher Gott nur da noch eine Wahrheit, wo er eine über: menschliche, über- oder vielmehr widerna türliche Moral zur Folge hat. Der Protestantismus dagegen hat keine fu pranaturalistische, sondern eine menschliche Moral, eine Moral von und für Fleisch und Blut, folglich ist auch sein Gott, sein wahrer, wirklicher Gott wenigstens fein abstractes, supranaturalistisches Wesen mehr, sondern ein Wesen von Fleisch und Blut. ,, Diesen Troß höret der Teufel ungern, daß unser Fleich und Blut Gottes Sohn, ia Gott selbst ist und regieret im Himmel über Ales." Luther (T. XVI. p. 573). „Außer Chrifto fein Gott ist, und wo Christus ist, da ist die Gottheit ganz und gar.“ Ders. (T. XIX. p. 403). Der Ratholicismus hat sowohl in der Theorie, als in der Praris einen Gott, der ungeachtet des Prädicates der Liebe, der Menschheit noch ein Wesen für sich selbst ist, zu welchem der Mensch daher nur dadurch kommt, daß er gegen sich selbst ist, sich selbft negirt, fein Fürsichsein aufgibt; der Protestantismus dagegen hat einen Gott, der, wenigstens in praxi, im Wesentlichen, nicht mehr ein Fürsich sein, der nur noch ein Sein für den Menschen, ein Sein zum Besten des Menschen ist; daher ist im Katholicismus der höchste Act des Cultus, „die Messe Christi“, ein Opfer des Menschen - derselbe Christus, dasselbe Fleisch und Blut,

das am Kreuze, wird in der Hostie Gott geopfert — im Protestantismus dagegen ein Opfer, eine „Gabe Gottes": Gott opfert, gibt sich hin dem Menschen zum Genuße. (S. Luther 3. B. T. XX. p. 259. T. XVII. p. 529.) Im Katholicismus ist die Menschheit bie Eigenschaft, das Prädicat der Gottheit (Christi) -: Gott Mensch ; im Protestantismus dagegen ist die Gottheit die Eigenschaft, das Prädicat der Menschheit (Christi) -: der Mensch Gott. „Das haben vor Zeiten die höchsten Theologi gethan, daß sie von der Menschheit Christi geflogen sind zu der Gottheit und sich alleine an dieselbige gehänget und gedachten, man müßte die Menschheit Christi nicht kennen. Aber man muß so steigen zu der Gottheit Christi und daran fidy halten, daß man die Menschheit Christi nicht verlasse und zur Gottheit Christi allein komme. - Du sollst von keinem Gott, noch Sohn Gottes etwas wissen, es sey denn der, so da heiße, gebohren aus der Jungfrauen Marien und der da sey Mensch worden. – Wer seine Menschheit befömmet, der hat auch seine Gottheit.“ Luther (T. IX. p. 592.598)*). Ober kürzlich so: im Katholicismus ist der Mensch für Gott; im Protestantismus dagegen Gott für den Menschen **). „, Jesus Christus unser Herr ist Uns empfangen, Uns gebohren, Uns gelitten, Uns gefreuzigt, Uns gestorben und begraben. Unser Herr ist uns zu Troft auferstanden von den Todten, fißt uns zu gute zur Rechten des allmächtigen Vaters, ist Uns zu Trost zukünftig zu richten die Lebendigen und die. Todten. Das haben die heiligen Apostel und lieben Väter in ihrem Bekenntniß anzeigen wollen mit dem Wort: Uns und

*) An einer andern Stelle lobt daher Luther den h. Bernhard uno Bonaventura deßwegen, daß sie die Menschheit Christi so hervorgehoben hätten.

**) Alleróings ist auch im Ratholicismus, im Christenthum überhaupt Gott ein Wesen für den Menschen; aber der Protestantismus erst hat aus dieser Relativität Gottes das wahre Resultat - die Absolutheit des Mens den – gezogen.

Injern Herrn, nemlich, daß Jesus Christus unser sey, der uns helfen wolle und solle."' ,,Also daß wir die Worte nicht falt über hin lesen oder sprechen und auf Christum allein deuten, sondern auch auf uns." Luther (T. XVI. p. 538). „Ich weiß von feinem Gotte, denn der für mich gegeben ist.“ Ders. (T. III. p. 589). „Ist das nicht großes Ding, daß Gott Mensch ist, daß Gott sich dem Menschen zu eigen giebt und will sein seyn, gleichwie der Mann sich dem Weibe giebt und sein ist? So aber-Gott unser ist, so sind auch alle Dinge unser." (T. XII. p. 283.) „Gott kann nicht ein Gott seyn der Todten, die nichts sind, sondern ist ein Gott der lebendigen. Wo Gott wäre ein Gott der Todten, so wäre er eben als der ein Ehemann ist, der fein Eheweib hat, oder als der ein Vater ist, der feinen Sohn hat, oder als der ein Herr ist, der keinen Anecht hat. Denn

ist er ein Ehemann, so muß er ein Cheweib haben. Ist er · Vater, so muß er einen Sohn haben. Ist er Herr, so muß er

einen Knecht haben. Oder wird ein gemahlter Vater, ein gemahlter Herr, das ist, nichts seyn.“ „Gott ist nicht ein Gott, wie der Heyden Gößen sind, ist auch nicht ein gemahlter Gott, der allein für sich sey und niemand habe, der ihn anruffe und ihm diene.“ „Ein Gott heißt, von dem man alles Guts gewarten und empfahen soll. .... Wenn er allein für sich im Himmel Gott wäre, zu dem man sich nichts Guts zu versehen hätte, so wäre er ein steinern oder ströhern Gott. .... Wenn er allein für sidi fäße im Himmel, wie ein Kloß, so wäre er nicht Gott.“ (T. XVI. p. 465.) „Gott spricht: Ich der almächs tige Schöpfer Himmels und der Erden bin Dein Gott. .... Ein Gott aber seyn heißt so viel, als von allem Uebel und Unglüd, so uns drücket, erlöfen: als da ist die Sünde, die Hölle, der Tod 2c.“ (T. II. p. 327.) „Alle Welt heißt das einen Gott, darauf der Mensch trauet in Noth und Anfechtung, darauf er sich tröstet und verläßt, davon man alles Gute will haben und der hel

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