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'Spiegel' (aus einer Papierhandschrift des 15. Jahrhunderts zuConstanz), von welchem das von Th. Jacobi (Haupts Zeitschrift 3, 130—134) veröffentlichte 'Bruchstück eines Marienliedes', in welchem das fragliche Gedicht auch vorkommt, nur ein Fragment ist, das eine Lücke der Constanzer Handschrift (nach V. 1064) theilweise ergänzt (durch V. 1 — 12). Das Gedicht rO frowe etc. bildet V. 1141 ff. des Spiegels, so daß von ihm jetzt schon 7 verschiedene Aufzeichnungen vorliegen.

Deutsche Texte des Ave prceclara (vgl. Erlösung S. 293—296 und S. LX) finden sich außer den von mir angeführten noch in einer zweiten Wiener Hs. (2975, j. c. 244, 15. Jahrh. Papier) Bl. 153* — 154*, Hoffmann S. 172, so wie in einer Klosterneuburger (Nr. 533), die im Serapeum 11, 107 erwähnt ist.

'Die heiligen drei Könige' (S. 296—298 und S. LX1I) finden sich in der Heidelberger Handschrift 372, und sind darnach in Hagens Minnesingern 3, 458" gedruckt, aber nicht in das Strophenverzeichniss aufgenommen, daher sowohl mir als Pfeiffer und Hoffmann dieser Text entgangen ist. Derselbe enthält sieben einleitende Strophen; dann entsprechen folgende des Hagenschen Textes den meinen 8 = 1, 9 = 2, mit manigfacher Abweichung 10 = 3, 12 — 4, 13 - 5, 14 = 8; dagegen fehlen in der Heidelberger Hs. 7 und 9 meines Textes; sie hat nach 14 noch 22 Strophen, im Ganzen 36, und schließt doch mit einem etccetera, was jedoch nicht nothwendig auf unvollständige Überlieferung deutet. Auch in der Kolmarer Hs. Bl. 810* steht das Gedicht als Graf Peters von Arberg Tagweise und hat 26 Strophen; der Anfang wie in der Heidelberger. Dagegen wie in meinem Texte beginnt es in zwei Wiener Hss. (Nr. 4696 und 2856), beide aus dem 15. Jahrhundert, Hoffmann S. 169 . 249, und in beiden siebenstrophig.

Der 'Leich' des 15. Jahrhunderts, den ich S. 305—306 aus einer sehr schlechten Nürnberger Handschrift herausgab (vgl. S. LXIV), findet sich als Tagweise gedruckt im Liederbuch der Hätzlerin S. 31, wo aber V. 1—16 fehlen, dafür nur vier andere Verse stehen. Dort besteht das Gedicht aus drei Strophen, die mit Ausnahme der zweiten, vielfach entstellten, 15 Zeilen haben. Mit gleichem Anfang Ich wachter sol erwecken meiner Wiener Hs. (Nr. 2856, 15. Jahrh.), Hoffmann S. 248, und endlich in der Kolmarer unter dem Namen des Grafen Peter von Arberg, Bl. 812°. ebenfalls dreistrophig. Daraus ergibt sich, daß der Nürnberger Text noch verderbter ist als ich vermuthete, und daß die Bezeichnung 'Leich' nicht mehr zutrifft, sondern das Ganze ein dreistrophiges Lied bildet.

Von der einen Bearbeitung der Visio Philiberti, die in einer Wiener Hs. (Nr. 2880, Hoffmann S. 159) erhalten ist, gibt es noch eine zweite Hs., zu München (cod. germ. 714, Bl. 247b—258b), in welcher der Anfang lautet;

Der sei clag.
Eins mals in einer winter zeyt
Geschach ein jemerlicher streyt
Bey nacht als ich peschayden wil
Froßtes vnd reyffes vil
Beczwungen heten alle lant
Die schrift thut mir bekant
Wie das ain weiser pfaff sich
Der listig was und künsten reich
Ains nachtes het sich geleyt. u. s. w.
ROSTOCK, im Juli 1862.

ZU KAEAJANS SPRACHDENKMALEN DES ZWÖLFTEN JAHRHUNDERTS.

Der klägliche Zustand der Klagenfurter Handschrift hat die Gedichte, welche Th. G. v. Karajan aus derselben veröffentlicht hat, in sehr lückenhafter Gestalt auf uns gelangen lassen. Manche Ergänzungen des Fehlenden hat der Herausgeber versucht; eine Reihe anderer so wie stellenweise Verbesserungen gedenke ich hier zu geben. Der fehlende Keim in den Versen 25, 22: die hant bot er ir . . . er gereit ze vordirst an der schare, ist vom Herausgeber durch zewäre ergänzt worden, was die verschiedene Quantität nicht gestattet. Nahe lag das richtige bot er ir dare. Ein ähnlicher Fehler ist 25, 24 begangen: da si fuor in der . . . si lühte ubir alle die schare, wo gebäre ergänzt ist; das richtige ist in der gevare, vgl. die ganz ähnliche Stelle 37, 3: duz diu brat da fuor in der vare unde si louhte ubir alle die schare. Ebenso unrichtig ist 51, 11. 12 als Reim angenommen genäden: geladen.

In dem Bruchstück 'vom verlornen Sohne' 47, 6 ist die unleserliche Reimzeile zu ergänzen in secuta seculorum.

49, 24 ist natürlich zu schreiben alle meres (K. nieres) gründe.

50, 17. Die Reimzeile ist zu ergänzen: so bist du rehtir rihtcer da[r inne]: grimme.

51, 13. 14. vermuthlich zu ergänzen:

ir schephcer [und herre
wiset «)] vil verre;

vgl. 52, 20.

51, 17. lies weinen unde süftdt (: ndt). K. liest süftdn, vgl. Graft* 6, 173.

51, 22 scheint der Reim entstellt; es ist wohl zu lesen:

dan ist Ion andir,
wan mit viurinen banden etc.
Die Hs. hat: andir Ion.

52, 11 ergänze ich:

so get des unseren schfephasres zorn
ubir] die viande sin.

52, 15. wahrscheinlich

daz ne mach nimmir z[erinnen.
da wonit] got inne.

53, 3 reimt state (Hs. stcete) auf gesatent (Hs. gesatten); menege dagegen auf Sanges und angist; dreifacher Reim öfter, z. B. 47, 13. 14.

53, 9. Die Reimzeile ist zu vervollständigen [vil lieben gesjellen (: ervillen).

53, 11. 12. zu ergänzen:

so wirt da michil vroude
[ubir alle die mjenege.

53, 13 lies:

vil wol ereben [nelich.
si] sehent got tägelich.
53, 15 etwa daz er [dä sihet] die micheln mandunge.

53, 17. nicht suochen, sondern ruuehen wird zu lesen sein.

54, 14 ff. sind zu ergänzen:

daz er enphien[ch dinen slach.] (vgl. 54, 4.)

nu sihe ich wol daz ich enm[ach

dir niht] entrinnen.

nu wil ich widir sin[nen,

dine] hulde wil ich gewinnen; wiederum dreifacher Reim am Schlüsse eines Absatzes; Karajanschreibt «wo[c7j«] statt sinnen.

54, 20. Die unleserliche Zeile ergänze ich:

nu sofldich daz chunden] (: gesundet).

54, 24 ergänze ich: nu wil ich mich [selben mögen] :genuoge; vgl. 55, 4 und wil ruogen den rät; 59, 23 wil ich wogen mlniu dren; Haupts Zeitschrift 3, 523, 133 nn sunde begundi rügin. Auch das verstümmelte ruo 54, 25 ist wohl ruoge; ebenso 57, 11 nu wil ich ruo\gen]; vgl, auch 55, 12.

55, 9 ff, sind zu ergänzen:

wände niht enfsümet der to]t; der nähet aller tägelich. von [diu furhte ich mjich. Nu hilf mir got der [guote durch willen] diner muoter. 55, 14. Das Reim wort war ohne Frage wn[6en] (: sundirsdge); vgl. 60, 2.

55, 16. Das auf gestellet reimende Wort war er manege [vellet]; auf nezze 55, 16 reimte ge[sezzet. vil] diche tage joch naht.

56, 4 ist unrichtig ergänzt; lies:

herre, nu [gehöre mich;

w]ande ich dinge an dich; K. schreibt: [ujiande.

56, 13. 14 ist zu lesen:

[durch] die villäte,

die dir die [juden täten,

dö si] dich marteröten; wiederum dreifacher Reim am Schlüsse, wie 53, 3. 54, 14. Die dreifachen Reime auch in dem von Haupt mitgetheilten Bruchstück (Zeitschrift 3, 518 ff.), das er 'die Bekehrung des h. Paulus' nennt, regelmäßig am Schlüsse; vgl. Wackernagel, Litteraturgeschichte S. 131, Anm. 5. Die Übereinstimmung des Bruchstückes 'vom verlornen Sohne' mit dem 'Paulus' ist Karajan entgangen; vgl. Wackernagel a. a. O. S. 99, Anm. 33, S. 163, Anm. 162; aber nicht richtig scheint, wenn Wackernagel bemerkt, es seien in dem Gedichte von dem verlornen Sohn einzelne Gebetstellen aus dem Paulus benützt, und wenn er andrerseits vermuthet, es möchte das unter dem Namen 'S. Paulus' bei Karajan S. 109—112 gedruckte Stück mit dem von Haupt veröffentlichten zu einem und demselben Werke gehören. Vielmehr ist der verlorne Sohn und Paulus (richtiger als 'Bußgebet' von Gödeke, Grundriß S. 16 bezeichnet) ein und dasselbe Gedicht, denn jenem andern Paulus fehlen die dreifachen Reime.

56, 17 ist zu ergänzen: die si v[vider der dinm] hulde (: sunde).

57, 4 zu ergänzen: noch [in niht entäten (: gewwte) gejnäden durch den dvnen willen.

57, 6. Das Reimwort auf altäre war herre.

57, 10 zu ergänzen [do dich die juden v]iengen, oder, wenn dazu der Raum zu klein ist, [dö si dich gev]iengen; wiederum dreifacher Reim.

57, 18. Das verstümmelte Wort lautete [mich]elert : beswichen; das folgende Reimwort vertriben ist nicht richtig, denn es reimt als dritter Reim auf minne, inne.

57, 20 sind zu ergänzen:

Ubirmuot diu ist so getan,

diu [vellet mane]gen man.

diu hat ouch mich ervel[let

unde hat] an mir gestellet

huor unde [ubil geljust

unde andir manich ächust,

[zorn u]nde tob[eheit] (K. tob[esuht])

unde luge vil breit.

58, 2. zu ergänzen: huoch unde [spot. d]anne erlöse mich, got.

58, 13. Das Reim wort war [vorh]ten : worhten.

59, 16 ff. sind zu ergänzen:

[des man i]ch dich durch die [nagele,
die] dir wurden geslagene
durch [hende jo]ch durch fuozze,
daz sich mine [sele vrowen] muozze.

59, 21 ff. sind etwa zu ergänzen:

der cheisir aller chunege,

der [schephaere d]er himele *),

du geruoche mich [hören.

nu w]il ich ruogen miniu oren.

60, 6 reimte auf riet wohl da was den [.... liep.\.
60, 11—14 ergänze ich:

So mich ar[me liute

durch dinen] willen bäten

tranch[e8 unde mazzes,

daz verjnam ich lazze.

si horftenz ungerne,

si schieden] danne mit zorne.

*) vgl. Ruolant 1, 1 Schephäre Mir dinge, cheiaer Mir chuninge.

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