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zu der andern herberg, da vindt er och eins bereit... und dis gefert hat künig Soldan uf allen Straßen HO, s. nihd. Wb. 3, 255, Schmid 181, Schmeller 1, 566. — der gemach, das Gemach, 110, s. Schmeller 2, 542. — gereit, leicht, schnell; daß es die priester, die bi dem tempel saßen, gereit hörten 82, s.Wackernagels Glossar. — geschüft, also zugen sie heim on geschäft, d. i. unvcrrichteter Sache 79. — geschöpft, Geschöpf, 123, 128, s. Schmeller 8, 379. — getüll, Befestigung durch Pallisaden, 141, s. mhd. Wb. 8, 128, Schmeller 1, 492. — gewarach (?) gras und gewarach 107. Neumann erklärt es für Gesträuch, ohne Begründung. Die beiden Drucke haben nur Gras. — götlkh, götlichen gewin 132, 13 9. Göllich ist nicht etwa göttlich, divinus, sondern gütlich, conveniens, passend, schicklich, Schmeller 2, 80.

hantwerk, er hieß büchsen bringen und hantwerk machen 60, vgl. Frisch 1, 411, Schmid 23, Schmeller 4, 141, Grimm u. Antwerk. Die Handwerke können hier, wie Schmeller an andern Stellen vermuthet, die Laffetten der Büchsen bedeuten. Gewöhnlich aber bedeutet Antwerk oder Hantwerk ein Geschütz. An unserer Stelle müssten dann Büchsen und Handwerke verschiedene Geschütze «ein. — herfaren, erfahren, 51. — hergeben, ergeben, 52. — herschlagen, 53, 54. — himel, wenn ein jüngling stirbt, so legt man in in ein par und macht ein himel über in 89. — himelkint, wir sin, ob got wil, himelkint vor got 55.—■ hinder, einem hinder das künigrich helfen, einem zum k. verhelfen 71. — hingeber, koufer und hingeber 13 2. — hünen, honen, heulen winseln, 82, 8. Schmeller 2, 202. — hut, den hut abtun 128, den hut abnemen 142.

hören, aufhören, 56, s. Schmeller 2, 23 3.

imber, ingwer, 119, — in, eine kirche gestift in unser frowen ere 113. gepawet in vierzig martrer ere 113, in Annen eren 115, vgl, Schmeller 1, 92.

italig, ein ytaliger vels 119. Die beiden Drucke haben eiteler.' Italig ist das mhd. itelicb, mhd. Wb. 1, 758. Schmeller 1, 129 führt italige Heller an.

kirsenpfad, Taufhemd, 140, von der krisam, chrisma, Schmeller 2, 395, und die pheit, mhd. Wb. 2, 487, Schmeller 1, 325. — Huben, klauben, 64, 102, 159, s. Schmeller 2, 349.— kocken, breite, rundliche Schiffe, im Gegensatz der langen, schmalen Schiffe (Galeeren), s. Frisch 1, 531; mhd. Wb. 1, 85 7, Ausland 1859, S. 188. kocken und galeien (galeen) 92, 106, 141, wir sahen einen kocken 158, uf der kocken 159. (Das grammatische Geschlecht schwankt also bei Schiltberger); der wind schlug die kocken hinder sich 15 9. Neumann erklärt 158 mit Unrecht kocke für ein kleines Schiff. — koldigen (?), ich bin zwirot zu Jerusalem gewesen, mit einem koldigen, der hieß Joseph 114. Auch die beiden Drucke haben dieß mir räthselhafte Wort. — kränz, wie sich sin jüngstes wib mit einem siner landesherren bekümert und ir kränz zerbrochen hett 82.

lewthus, 12 9, Lithaus, Haus, wo Lit geschenkt wird, Schenke überhaupt, s. mhd. Wb. 1, 739, Frisch 1, 609, Schmeller 2, 521.

mar, mürbe, 105, vgl. Schmeller 2, 608. Schmid 374. — merspinne, Schnecken und merspinnen 159, vgl. Germania 5, 242 u. Eonrad von Megenberg, ed. Pfeiffer, 246, 16. — mittag, hinnach mittentag 7 3, ze mittemtag 124, nach mittentag 151, s. mhd. Wb. 2, 196.

nachen 161, nahent 147, nachent 141, nahe. — nache, Nähe, mhd. nähe, n»he, mhd. Wb. 2, 293, als Tämerlin von der stat zoch, da zoch küng Soldan heruß von siner hoptstat, und meinet dem Tämerlin ein nachen an ze gewinnen 7 5. Die beiden Drucke haben: ein Nehe an zu gewinnen. — sich niederschlagen, sich niederlassen, 54, 65, 68, 122, 156. — nienen, nirgends 148, s. mhd. Wb. 1, 745. Schmeller 2, 668. — nüchter, nüchtern, 105, s. Schmeller 2, 675, mhd. Wb. 2, 428. — nütz, nichts, z. B. 73, 74, 76, 79, 96, 100, 1 13, 145, 159, nüntz 64, 76 , 79 , 90 , 91, 114, 159, nuntz 64, 78, 140, nichtz 56, s. Schmid 404, Schmeller 2, 674. — nun, öfters in der Bedeutung von 'nur'; nun ein schlechter landsherr 85, sie puwen nun prin 95, sie singen nun kyrieleyson und nit kristeleyson 142, nun ein man und kein wip 150, nun mit win und nit mit wasser 150, sie eßent nun öl 151, ir heiige tage haltens nun ein sampstag 151, si firent nun^ein tag 151, man hört es nu susen 121, vgl. Schmeller 2, 698, Schmid 410.

recht, es soll auch kein fro in die kirchen gon, die ir recht hab 15 0 (d. h. qusa sit menstrua), vgl. Fastnachtsp. 3 22, 20 und hab ein schwaches krankes weib, die hat ir recht die wuchen siben tag. — regnieren, regieren, 90. — reis, Heerzug, Feldzug, 80, 105, s. Schmeller 3, 125. reisspieß 67, 85, s. Schmeller 3, 126.-— renner, Bote, Läufer, 53, s. Frisch 2, 110, Schmid 431. Bei Schmeller 8, 100 fehlt diese Bedeutung. — ross, an rössern und anderm viech 81, vgl. Hugo von Langenstein Martina 101, 54: etliche sie bunden wilden rossirn an sweifen, vgl. auch u. scheff.

sampt, Sand, 99, s. Schmeller 3, 249. — schaffen, befehlen, gebieten, mit nachfolgendem daß, z. B. 55, 58, 59, 60, 62, 122, vgl. Schmeller 3, 330. — schaffen, stellen, 7 3) der Weyasit hett drißig tusent man von den wißen Tataren, die schuf er vornen an den strit. — scheff, Schiff, s. Schmeller 8, 835, uf die scheffer 54 (vgl. oben ross). schiblich, rund, 114, 115. — schibumb, ringsum, 114. — schibwise, rund, 140, s. Schmeller 3, 309. — schlafwip, Beischläferin, 129, s. Schmeller 3, 434. schlagen, zwei land hetten sich an den Joseph geschlagen 84; da schlug sich der Weyasit für die stat 59, da schlug er sich ze veld 7 7, Tämerlin schlug sichfür diestat 78. — stabel, Stäbchen, 148. — sunder, besonders, zumal, 128, 139, 153, s. Schmeller 3, 267. — sundersüchlige, Aussatz, wann er in von den [lies: der] sundersichtig rein gemacht hett 147, so würd er gesund von siner sundersüchtige 147, vgl. Schmeller 3, 195'Und 268.

tägüchs, täglich, 155. — tegenkint, Knabe, 124, s. Schmeller 1, 359 u. mhd. Wb. 1, 818, wo man noch aus Gesammtabenteuer XLVIII, 5 3 degenkindelin beifüge.

überilen, übereilen, überholen; da reit er über sie und überilt sie , daß sie nit zu wer mochtent komen 66. — überlegen, belegen, bedecken; zu dem ostertag überlegt künig Soldan Abrahams tempel mit einem samat tuch 12 8, vgl. mhd. Wb. 1, 993. — u/heben, wie der Bayasit ein ganz land ufhub 56, er zog hin gen Ungern und hub ein ganz land uf und fürt mit im uß dem selben lande sechzehen tusent man mit wiben und mit kinden mit allem irm gut 57. — umberen, umackern, umpflügen, 76, s. Schmeller 1, 97, Schmid 17 0. — umbfallen (?), sie liefen zu dem turen und umbvielen (?) in, daz er nit davon mocht. Da sprang er durch ein vienster 120. — umbiegen, besetzen, einschließen; sie umbiegten die eben 60, er umbleit die stat 70, das birg 73. — umbsäs, umsässig, 152, s. Schmeller 3, 287. — underwinden, Weyasit erzürnet und sprach dristunt daß sich einer des Earamans underwund. Und erst zum dritten mal kam einer und underwand sich sin und furt in hinder sich und köpft in 59. — der ungesund, die Ungesundheit, 99, s. Schmeller 3, 267, — um, Unze; einschlich sol nün unz haben und ein unz ist das erst gelid an dem dornen 103. — unzüber, Ungeziefer, 103, s. Schmeller 4, 228. — urfar, Platz zur Anfahrt, Landeplatz, 136, s. mhd. Wb. 3, 250, Schmeller 1, 547. — ußboren, (die Sophienkirche in Constantinopel ist gebaut) mit ußgeborten marmelstein und ist och darmit gepflastert 160. — ußgenomen, ruch an irem lip, ußgenomen an den henden 88, ußgenomen die Armeni 136, ußgenomen einer 156, es gehörent zu der stat drü hundert schloß, on (?) ußgenomen die hoptstett 94, vgl. Grimms Wb. — vßgerichten, ußrichten, aburtheilen, richten. Gregorius bat Silvestrum den bapst, daß er im gewalt gäb, daß er sin priesterschaft ußgerichten möcht und sin volk 148; der künig gab im gewalt über das land, das richtet er nß 12 3, vgl. Grimms Wb. u. ausrichten.

wagensun, Pflugschar, 86, s. Frisch 2, 415,429, Schmeller 3, 258. 4,41. — wärts, gen occident wertz der sunnen 113, gein dem tal Josaphat wertz 115, gein dem mer wertz, gein dem land wertz 141. — watsecke, Mantelsäcke, 89, s. Schmeller 4, 194. — wite, Weite, weiter Kaum, vgl. Schmeller 4, 19 9, uf einer schönen wit 114, 13 7, uf eine schöne wit 116. Daneben aber 58, 71: uf ein weit. Wite, Weite, und weide, Waide (vgl. S. 65) scheinen mit einander vermengt. — der widerteil, Gegner, 71, s. mhd. Wb. 3, 22, — wölke, ein schwarzer wölk 122, 123, einen schwarzen wölken 123, ein wölke, der was schwarz 122, das schwarze wölken 123. Schiltberger hat also innerhalb weniger Seiten viermal der Wolke (Wolken) und einmal das Wolken. Letzteres stimmt zu dem mhd. 'daz wölk.' Als Mascul. führt Frisch 2, 45 6 Wolke aus KaiserBberg und Golius an. — der Worten, daß..., in der Meinung, in der Absicht, daß..., 55, 13 2, s. Schmeller 4, 16 5, Schmid 538. — wundern, und sie hetten in in großen eren und wunderten dorumb, daß er ein cristen priester was gewesen 120.

zehren, zähem, weinen, 54, 59, s. Schmeller 4, 2 39. — zit, den ziten, zu den Zeiten, 64, den ziten, als.. 101, 104, den selben ziten 65, der ziten, als. . . 63. — zertragen, wenn zwei eelüt mit einander zertragent und daß eins das ander nit wil, so scheid man sie zu bett und zu tisch 151; vgl. sich zertragen, in Zwist geraten, Feind werden, mhd. Wb. 8, 75, Schmeller 1, 485, Frisch 2, 380 und Zarncke zu Brand 7, 2 3. — zu, es sol zu keiner sprach mess gehabt werden dann in kriechischer sprach 13 9. — zugehör, das ganz künigrich mit sinem zugehör 85. — zugehör de, pferd mit allen zugehörden 109, mit vich und mit iren zugehörden 104, vgl. Frisch 1, 467. Gehörthierher 134: wan wir got fürchten und tun alweg unserm gelouben zugehörd recht und redlich? — zuhören, die stat mit allem zuhören Jbei Neumann verdruckt: zuhören] 6 7. Die beiden Drucke haben zugehörungen. — züllen, Schiff, Nachen, 158, s. Schmeller 4, 2 53. — zwei. Man beachte: mit zwein hundert tusent mannen 6 9, zwein monat 6 9, mit zwein und drißig mannen 7 0, den tartarischen herren und zwein landesherren 70. — zwirent, 80, 94 101, zwiret 103, zwirat 114, zweimal, s. Schmeller 4, 30 7. — zwischen, oft auch Zwüschen, zweschen 116, sehr häufig zwischent und zwüschent, mit Dativ und Genitiv, z. B. 93, 151, s. Schmeller 4, 310; enzwischen 113, wie im mhd., daneben ezwischen, etzwischen 110, 151. — zwistern, Cisterne, 119. Ebenso in Rothes düringischer Chronik 509, vgl. Germania 5, 247.

Bemerkungen über lautliche Eigenthümlichkeiten der Sprache Schiltbergers oder wenigstens der Heidelberger Handschrift seiner Reise unterdrücke ich besonders aus jenem Gefühle der Unsicherheit in Bezug auf genaue Wiedergabe der Handschrift.

WEIMAR, August 1862. REINHOLD KÖHLER.

Apollo Smintheus und die Bedeutung der Mäuse in der Mythologie der Indogermanen, von Dr. Joseph Virgil Grohmann. Prag 1862 , Calve'scher Verlag. 86 S. 8.

Bekanntlich führt Apollo öfters eine Maus als Attribut und wurde deßhalb Smintheus genannt. Er sandte Mäuse als weisende und als strafende Thiere. Aus den Sagen und Mythen des griechischen Alterthums geht unzweifelhaft hervor, daß es zwischen Apollo und den Mäusen tiefe und uralte Bezüge gegeben habe, für welche den spätem Griechen selbst schon das Verständniss verloren gegangen war. Wie dem genannten Gotte der Griechen, war die Maus auch dem Rudra der Inder geweiht. Von diesen beiden Anhaltspunkten ausgehend, kommt Hr. Grohmann mit Beziehung vieler germanischer und slavischer Volkssagen und Aberglauben auf scharfsinnige Weise zu folgenden Resultaten. »Die Mäuse sind Gewitterwesen, ihr Zahn ist der Blitzzahn. Wenn sie denselben fallen lassen, so wird die Seele des Menschen geboren, die nun als Maus im Körper wohnt, um nach dem Tode des Menschen wiederum als Maus zurückzukehren in die Schaar jener Sturmgeister, von denen sie ausgegangen ist. Die Seele des Frommen und Gottesfürchtigen vereinigt sich mit der Schaar der lichten seligen Geister, den Genossen und Gehilfen der Götter, den weißen Mäusen; die Seele des Gottlosen aber mit den götterfeindlichen Dämonen, den Schwarzelben und Trollen, den Panis und Rackschasen, den schwarzen Mäusen. Als Führer der Sturmgeister, der Maruts, sind die Sturmgötter Rudra und Wuotan, nebst seiner Gemahlin Freya, so wie Apollo auch die Führer der weißen Mäuse; als blitzführende Gewittergottheiten waren sie nach theriomorphischer Anschauung ursprünglich selbst wohl Mäuse. So erklärt sich insbesondere der Name Smintheus und die Verehrung der weißen Mäuse im Tempel zu Hamaxitus. Der Donnergott aber, der Feind der finstern Dämonen, war auch der entschiedenste Gegner der dunklen Mäuse, die insbesondere zur Winterszeit die Oberhand gewannen. Mit seinem Donner schreckt er sie bei Beginn des Frühlings aus dem Hause. Als Vertilger der Mäuse erscheinen neben Donar ausdrücklich noch die Acvinen, die ja auch, indem sie die Morgensonne am Himmel entzünden, die Dämonen der Nacht, welche beim Anblick des Tages zu Stein werden, verscheuchen. Alle diese Vorstellungen galten ursprünglich nur für die himmlischen Mäuse. Sie wurden aber auf die irdischen Mäuse übertragen, nachdem sich die Götter und Dämonen zu voller Menschlichkeit entwickelt hatten, die traditionelle Redeweise aber hinter dieser Entwicklung zurückgeblieben war. Nun entstand nach einem ganz gewöhnlichen Vorgange (Mannhardt, Götterwelt S. 81) entweder der Glaube, daß jene Wesen die Macht hätten, sich in Mäuse zu verwandeln oder zeitweilig in diese Gestalt verzaubert würden, oder man erzählte sich nun von den irdischen Mäusen, was früher von den himmlischen gegolten hatte. Apollo und Freya geboten nun auch den Feldmäusen und sandten diese zur Strafe auf die Äcker der Gottesverächter, und Donar vertrieb nicht mehr die himmlischen Mäuse, sondern die irdischen, die nun seine Abzeichen eben so scheuten, wie früher die dämonischen Mäuse." (S. 7 5 u. 7 6.)

Mit so großem Scharfsinne und reicher Belesenheit die Untersuchung auch gefahrt ist, können wir den gewonnenen Resultaten gleichwohl nicht beistimmen. Nach unserer Überzeugung stehen die Mäuse mit Apollo — als Lichtgott in Beziehung. Apollo als solcher ist auch Frühlingsgott. Thaut die Erde vor den Strahlen des Sonnengottes auf, so schlüpfen die Feldmäuse aus ihren Löchern; sie galten desshalb als Boten des Frühlings und waren dem Lichtgotte heilig. Als Verkündigern der annahenden schönen Jahreszeit wurde ihnen prophetische Gabe zugetraut, und dies war ein neuer Grund, sie mit Apollo in Beziehung zu setzen. Wie dem genannten Gotte waren sie auch der Saatgöttin geheiligt, denn vergoldete Ähren und vergoldete Mäuse wurden der phönicischen Ceres als Sühnopfer dargebracht (Welcker, griech. Götterlehre 1, 484). Wie aber die Mäuse dem Apollo und der Ceres geweiht galten, weil sie den Beginn des Frühlings und das Aufkeimen der Saat anzeigten; ebenso glaubte man, daß sie als rächende Boten von diesen Gottheiten gesandt werden. Im germanischen Volksglauben ward die Maus wohl nicht dem Wuotan oder Donar, sondern dem Freyr (Frö) heilig. Er war Sonnen- und Frühlingsgott und Spender der Fruchtbarkeit und diesen Eigenschaften entsprach das Attribut der Maus. Die Aberglauben (S. 17), die sich an die Maus knüpfen, sind desshalb auf Freyr nach meiner Meinung zu deuten, dem ja auch der Eber (vgl. S. 5) geheiligt war, und dem ich das Farnkraut (vgl. S. 1?) als beilige Pflanze in meiner Abhandlung St. Johannissegen und Gertrudenminne zuweisen mußte. Haben wir keine schlagenden Mythen, welche die Maus dem Freyr zutheilen, so sind desto bemerkenswerther die Legenden und Glauben, welche die Maus mit der hl. Gertrud in innigste Beziehung setzen. Gertrud ist aber, wie ich in meiner genannten Schrift nachzuweisen bestrebt war, an die Stelle von Freys Gattin, der leuchtenden Gerdr, getreten; sie ist Saatgöttin und repräsentiert die wiederaufthauende Erde. Gertrud hat eine Maus am Spinnrocken, weil an ihrem Feste (17. März) die Mäuse aufs Feld laufen. An demselben Tage soll man aber den Feld- und Gartenbau beginnen, weil sie die erste Gärtnerin war. Wenn Seelen als Mäuse erscheinen, so gelten die Mäuse als elbische Wesen. Sie können als solche umsomehr mit Freyr in Verbindung stehen, da dieser Gott den Elfen vorstand und über Alfheim herrschte. — Diese Bemerkungen mögen genügen. Ich hoffe die Bedeutung der Mäuse in der deutschen Mythologie und ihr Verhältniss zu Freyr und Gerdr in dieser Zeitschrift nächstens eingehender behandeln zu können.

Obwohl ich mit dem Ergebniss nicht einverstanden bin, verdient dennoch die vorliegende Schrift wegen des reichen Materials und der selbständigen umsichtigen Forschung mit Freuden begrüßt und empfohlen zu werden.

I. V. ZINGERLE.

1. Naturmythen. Neue Schweizersagen, gesammelt und erläutert von Ernst Lud

wig Rochholz. Leipzig bei Teubner 1862. XIV und 288 S. 8.

2. Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Lucern, Uri, Schwiz, Unter

waiden und Zug. I. Sagen. Von Alois L ü t o 1 f. Lucern bei Schiffmann 186 2. Erste Lieferung 80 S. 8.

3. Beiträge zur deutschen Mythologie. Gesammelt in Churrhätien von Dr.

J. J. Vonbun. Chur bei L. Hitz. 1862. 137 S. 8.

Vorgenannte drei Werke zeigen, mit welchem Eifer in der Schweiz an die Sammlung von Sagen und Volksbräuchen gegangen wird. Während vor we

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