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entnommen aus Morlini Nr. 76*): „De Medico qui curabat meide captos.u Der neueste Herausgeber der genannten Übersetzung bemerkt dazu nach Loiseleur Deslongchamps und Lancereau, daß Lafontaine 7, 1 „Lea animaux malades de la peste" so wie die entsprechende eben genannte Fabel des Larivey aus dem Orient stammen. S.Benfey Pantschat. 2, 80: Der Löwe, seine Minister und das Kameel;" vgl. ebendas. 1, 231 f. Ob aber Larivey seine Fabel zunächst dem Bebel, und Lafontaine die seine dem Philelphus entliehen , wie letzteres Deslongchamps glaubt, bleibt dahingestellt, da ja auch noch andere frühere Bearbeitungen dieser Fabel vorhanden waren; s. Robert, Fables inedites etc. 2, 67.

IV, 2. Vom Fuchsz und dem Hanen. — Pantschat. 1,310; s. zu Waldis IV, 88: „Vom Fuchsz und dem Eichhorn."

IV, 3. Von einem hungerigen Wolffe. — S. auch Du Me>il, Poösies ined. p. 156 Nr. 4. — Zu dem Schlüsse: „Cacadasmon aegrotabat — Monachus fieri volebat" etc. gehört das deutsche Sprichwort: „Wenn der Teufel krank wird, will er ein Mönch werden," Simrock Nr. 10207; sowie das englische: „When the devil was sick, the devil a monk would be — When the devil was^well, the devil a monk was he. — In Betreff des italien. Sprichwortes: „II lupo cangia il pelo ma non il vizio" hatte Ref. in Eberts Jahrbuch 3, 161 bemerkt, daß sich daraus auf ein schon frühes Bekanntsein der Fabel vom Wolf als Schüler in Italien schließen lasse; doch dachte er damals nicht an das griech. Sprichwort gleichen Inhalts: „6 Avxog r^v tQC%oi, ov t^v yvd(it)v äHatrsi."

IV, 8. Vom Wolff vnd Fuchsz. — S. auch Pantschat. 1, 182. — V. 77 heißt es bei Waldis: „Da ich genest bin, kumstu wider: — So geht die Welt jetzt auff vnd nieder." Dies erinnert an ein italienisches: „II mondo e fatto a scale — L'uno scende e 1' altro sale."

IV, 66. Vom Studenten vnd einem Müller. — S. auch Dunlop-Liebrecht S. 486 Anm. 277*; füge hinzu Horas Belgica? 11, 288 ff. Nr. 188, eine Variante des Schwankes bei D'Ouville.

IV, 6 7. Von einem verurtheilten Knecht. — In Betreff der Rechtssitte, daß ein zum Tode Verurtheilter durch eine Jungfer von seiner Strafe befreit werden konnte, wenn sie ihn heiratete, s. Horas Belg. Bd. II, S. XLVIII f. 2. Ausg.

IV, 71. Von einem Kaufman vnd seinem Weibe. — Auch bei Du Meril 1. c. p. 418 f. „De viro et uxore moecha."

IV, 7 2. Von zweien Fechtern. — Einer gleichen List, um den Gegner zu besiegen, bediente sich auch der griechische Kaiser Heraklius in seinem Zweikampfe mit dem Sohne des Chosroes, wobei nämlich ausbedungen war, daß kein anderer Krieger der beiden einander gegenüber stehenden Heere den zwei Kämpfern irgend hilfreich sei. Nachdem letztere lange mit einander gefochten, beklagte Heraklius sich plötzlich über den Bruch des Ubereinkommens und als hierauf sein Gegner sich umwandte, wurde er von jenem hinterlistig getödtet. So erzählt Aimoin de Gestis Francor. 1. IV, c. 21 (Bouquet 3, 128). Diese Sage ist indeß viel älter, denn das athenische Fest der Apaturien sollte seinen Namen von dem Betrüge (aTtttttj) erhalten haben, den der König der Athener

*) S. Dunlop-Liebrecht S. 497. In der neuesten Ausgabe des franz. Straparola, Paris 1857, vol. I p. LI ist angeführt Morlini Nr. 77. Dies kommt daher, daß in der Jannet'schen Ausgabe des Morlini (Paris 1855) die Bezifferung der Novellen bis Nr. 81 fortläuft, während die frühern Ausgaben nur bis Nr. 80 gehen, dagegen zwei Novellen mit Nr. 72 bezeichnet haben. Vgl. Dunlop S. 498 erste Anm.

Xanthus gegen den der Böotier, Melanthius, übte und welcher dem des Heraklius genau entspricht. S. Hesychius, Harpocration, Suidas s. v. AnatOVQLU. Auch in der Kalevala wendet Lemminkäinen eine ähnliche List an, um den PohjolaWirth zn vermögen, daß er hinter sich sehe, worauf er ihm den Kopf abschlägt, welcher Zug sich in andern finnischen und russischen Märchen wiederholt. S. Schiefner in den Melanges russes 2, 621; vgl. 4, 199.

IV, 7 5. Vom Königreich der Affen. — Neckam „De verace et fallace"; s. oben Anm. 2; vgl. auch Waldis IV, 7, eine Fabel , der fast ganz derselbe Gedanke zu Grunde liegt.

IV, 9 9. Vom Bawren, Lindwurm. Pferd, Hund vnd Fuchsz. — Vgl. zu Waldis I, 7. Zu Benfey Fantschat. 1, 118 bemerke ich, daß auch in dem von Garcin de Tassy aus dem Hindustani übersetzten philosophisch-religiösen Roman „La doctrine de l'amour ou Taj-Ulmuluk et Bakawali." Paris 1858 p. 17 f. ein Märchen vorkommt: „Histoire du Brahmane et du lion", worin erzählt wird, wie ein Bramane einst in einem Walde einen in einem Käfig gebunden liegenden Löwen aus Mitleid befreit, der ihn dann zerreißen will. Schiedsrichter finden wir hier nur zwei, einen Baum und einen Schakal. In dieser Fassung ist der Löwe bemcrkenswerth, der die Stelle der sonst auftretenden Schlange (Krokodil) einnimmt; um so mehr, als in einem gascognischen, denselben Stoff behandelnden Märchen gerade auch wieder ein in einem Walde gebunden gefundener Löwe das undankbare Thier repräsentirt; s. Contes populaires de la Gascogne par Cenac Moncaut. Paris 1861, p. 213 ff.: »Le lion pendu", welches Märchen so anfängt: „On raconte qu'un voyageur, passant un jour dans une foret, apercut un lion pendu par la patte ä la plus haute brauche d'un arbre." Der Reisende befreit den Löwen aus seiner bösen Lage. Schiedsrichter sind dann eine Hündin, eine Stute und ein Fuchs. Über die Zurückführung in den vorigen Zustand, namentlich des Teufels in ein Glas s. auch des Ref. Bemerkungen in Eberts Jahrbuch 3, 147, so wie in den Gött. Gel. Anz. 1861, Stück 11, S. 430 f.; füge hinzu die spanische Sage von dem Soldaten Briones, s. Eberts Jahrb. a. a. O. 8. 225 ff. und das deutsche Sprichwort: „Er will Gott und den Teufel in ein Glas bannen." Simrock Nr. 10181. — Der in den orientalischen Versionen der vorliegenden Fabel erscheinende Baum, der sich über die ihm von den Menschen zu Theil werdende harte Behandlung und Undankbarkeit beklagt, erinnert übrigens sehr lebendig an Ovids Nux, die den gleichen Stoff behandelt.

Hiermit schließen wir und bemerken nur noch, daß der Druck des Textes sehr correct ausgefallen ist, in den Anmerkungen jedoch sich mehrere Druckfehler eingeschlichen haben, die aber der Leser meist leicht zu bessern vermag; dagegen müssen wir darauf aufmerksam machen, daß die Anmerkung zu II, 96, 15 ff. (Hesiod und Schiller), so wie zu III, 97, 4 9 (Schreckenberger) zu der resp. folgenden Fabel (II, 9 7 und III, 98), die zu IV, 51, 30. 74 (Stüber— Mattheier) zu der vorhergehenden (IV, 50) gehört.

Die äußere Ausstattung des Buches ist vortrefflich.

LÜTTICH. FELIX LIEBRECHT.

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