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auch

für den kirchlichen Gebrauch

enthaltend

.' >'

Predigten über die Sonn und Festtagsevangelien

und

einige freygewahlte Texte
von

dem Verfasser der Offenbarung Gottes.

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Erster Band.

Predigten vom ersten Adventssonntage an bis zum Sonntag Eftomihi, nebst
einem Anhang, drey Predigten, nämlich für die Sonntage Jnvvcavit,
,Reminiscere und Palmarum, enthaltend.

Halle,
gedruckt und zu finden im Waisenhause.

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..: .i ! .Dem christlichen Leser ,

Gnade und, Friede von Gott dem Vater durch unsee n . . Herrn Jesum Christum!

.. „ ,. ...^ . .' » ,

Geliebter Lesers , .

(^s wird Dir hiermit eine Predigtsammlung dargeboten, 1>ec man den Titel „Evangelische Hauspostille" nicht umsonst gegeben hat.' v" ''l

Der Name Hauspostille erinnert an die gute alte Zeit, da das Wort Gottes noch in den Hqusern seine Ehre hatte, und das heilige Bibelbuch, nebst einer kernhaften Auslegung der Evangelien oder Episteln, mit zu den Unentbehrlichkeiten des Hauses gerechnet wurden. Wenn dieser Sinn bey unserm Volk geblieben ware; so möchte dem Ganzen, wie dem Einzelnen, gar vieles Ungemach erspart worden seyn. Denn wo nicht das Wort Gottes regiert, da muß die Sünde regieren, und diese ist und bleibt, wie Salomo spricht (Sprw. 14, 34.), der Leute Verderben. Das hat sich immer in der Christenheit bestätigt, wo das Wort Gottes in den Häusern seine Stätte verlor, daß diese nicht mehr Tempel Gottes waren, so wie die Hausväter nicht mehr Priester Gottes seyn wollten.' - -"'> -,^

Es scheint indeß, als sähe man allgemach jetzt ein, wie nur die Rückkehr zu der alten frommen Weise/ und ztt dem alten Glauben an das Wort Gottes, eineDündliche Hülfe gegen die großen Uebet der Zeit darbiete. So regt sich auch schon hie und da ein Leben des Glaubens wieder, und ein Verlangen nach dem Worte Gottes, ein neuerwachter Hunger nach der kräftigen Seelennahrung dös Evangeliums : . * 2 von von Christo, ist insbesondere unter den Leuten des Volks, der achrungswerthen Menschenklasse, zu welcher der Sohn Gottes einst gehörte, als ein erfreuliches Zeichen der letztern Jahre wahrzunehmen.

Wie man nun gern dem geistlichen Bedürfniß dieser theuern Seelen die angemessene Befriedigung darbieten möchte; so ist zunachst für diesen Zweck die gegenwärtige Hauspostille geschrieben; wiewohl man dabey auch auf Solche gesehen hat, die erst noch einer Anregung bedürfen, um zu sich selbst zu kommen, und gleichfalls nach der geistlichen Nahrung hungern, und nach dem Reiche Gottes trachten zu lernen.

Man hat aber diese Hauspostille evangelisch genannt, um damit gleich den Geist ihres Inhalts zu bezeichnen. Wir haben es hier namlich mit dem Menschen zu thun, wie ihn das Wort des Herrn beschreibt, nicht wie er nach der Modeweisheit der Zeit gestaltet ist. Das Wort Gottes aber spricht über alle Menschen das Urtheil aus, daß ihr Dichten und Trachten böse ist von Zugend auf, und daß der fleischliche Sinn, der allen angeboren ist, dem göttlichen Gesetze, das da geistlich ist, bestandig widerstrebt, und daher eine Gerechtigkeit nach dem Gesetz, die vor dem Heiligen, der das Herz ansieht und heilige Gesinnung fordert, bestehen könne, von dem verderbten Menschen so wenig kann erwartet werden, als man von Disteln oder Dornen die edle Frucht des Weinstocks oder Feigenbaums erwartet. Wenn gleichwohl nun der Mensch die hohe Bestimmung hat, mit Gort, dem Heiligen, als seinem Ursprung, vereinigt zu werden, als worin seine wahre Würde und höchste Seligkeit besteht; so laßt sich diese Vereinigung mit Gott allein von einer Gnade erwarten, die mit dem geistlich-kranken, in seinem Innersten zerrütteten, und in Gefahr des ewigen Todes schwebenden Menschen gerade so umgeht, wie wir von

jenem Samariter lesen, daß er mit dem, von Mörderhanden zerschlagenen und ohnmachtig da in seinem Blute liegenden, Menschen umgegangen sey. Nicht trieb er ihn durch schrekKnde Vorstellungen an, sich zu erheben und den gefahrlichen Ort zu verlassm; nicht suchte er ihn durch eine reizende Schilderung der Ruhe in der Heimath, «nd des lieblichen Umgangs mit den Seinen, zum Aufstehen «nd zum Gehen zu, bewegen— was hatte das dem Menschen geholfw, der sich nicht regen und bewegen konnte? Darum nahm sich der edle Menschenfreund des armen Menschen zuvörderst also an, daß er ihm seine Wunden verband, ihn auflud und in die Herberge brachte, wo ev durch sorgsame Pflege genesen und wieder stark werden konnte.^ -^'. Eine gleiche Barmherzigkeit will nun 1)er allergrößte Menschenfreund , den eben dieses Buch verkündigensoll — Jesus Christus — an allen Sündern thun, die seiner Hülfe begehren. Und dieses Barmherzigkeit preist gegenwartige Hauspostille von Anfang bis zu Ende auf man? cherley Weise an , und jede Predigt hat den Zwecks die Sielen zu bewegen und anzuloche», daß sie doch nicht muthwillig liegen bleiben, sondern sich dem göttlichen Freunde, der ihre Rettung sucht und sie, nicht treiben, sondern erquicken, heben , tragen und pflegen will, so willig und dankbar überlassen mögen, als ohne Zweifel jener Unglückliche sich seinem edelmüthigen Retter überließ. — Wenn dieser evange? tisch e Geist, mit welchem sich die ernsten Warnungen vor der Verachtung solcher Gnade, und also eine, gewissermaßen gesetzliche, Sprache, wohl vertragen, nicht durchweg in dem Buche erkannt werden sollte, wenn man nicht eine Sprache darin vernimmt, die dem Versunkensten auch kann ein wahres Evangelium, d. i., eine frohe, herzerquickende Botschaft seyn, wenn man hier nicht die Ueberzeugung gewinnt, daß wahres Christenthum eine fröhliche Sache sey,

* 3 ein

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