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6. lûder stempne rapen 271,14, vgl. lautes Halses schreien etc. Genau derselbe Ausdruck begegnet z. B. Lappenb. Br. Gqu. 104 und Ludolf 64 ed. Partz, wogegen Kosegarten, vielleicht eigenmächtig, sicher ohne Not mit hinzufügt. Und freilich kann ja auch mit stehen, wie H in einem Zusätze zu W 275, 22: sprak mit lûder stempne hat, was immerhin gewöhnlicher sein mag.

7. storment unde stîment 282,29, etwa Lärmen, Poltern, kaum Streiten, Zanken, vgl. Z. 33 desses bulderendes, in H für stim fast stun, wie das. 197 neben s pal ken vom Feuer st unen wirklich zu stehen scheint. Nach allem was über das schwierige Wort und seine Form und verschiedene Bedeutung schon gesagt ist, bedarf es einer eingehenderen Untersuchung als ich ihm hier widmen kann. Ich begnüge mich daher, wieder aus dem vortrefflichen Strls. Vocab. zu verzeichnen: stym congressus, stymen congredi (dies bei Diefenb. tô stride gân) und außerdem auf eine sehr ähnliche Stelle bei Grautoff2, 481 hinzuweisen: he horde uppe deme beddc, dar he lach, den stym unde dat bulderent der vyende. Dieses st im neben s tue m u. a. ist aber noch mannigfach in deutscher Zunge nachzuweisen.

8. In Betreff des Geschlechts ist Korners Werk ganz besonders lehrreich, wenngleich die bei ihm sich darbietenden Abweichungen fast alle auch sonst im Nd. wie im Hd. nachweislich sind, denn — wer das genus genauer verfolgt hat, weiß welche unglaubliche Mannigfaltigkeit gerade in diesem Kapitel der deutschen Grammatik besteht, mag auch Grimms schöne Arbeit immer bewundernswert bleiben.

Hier nur ein flüchtiges Verzeichnis, wie es mir eben zur Hand ist: den und dat acker, den und dat altàr, dat ambolt, dat anbeghin. den anxt, den armôt, de beke, de dechtnissc, den dàcl, den ende, dat enkel (des Fußes), dat vlêt Fluß , dat gordel, de grünt, in der und den hörne Winkel, de und den munt, de plôch, den und dat rêp, de und den rôke Acht, dat schichte, de und den se, den sede, dat spêt, dat spôk und dat spôknisse, den tal, dat versch, dat werder. Was endlich wölke, wölken angeht, so ist dies im Ahd., Alts, und Ags. bekanntlich neutral, ahd. wolka auch fem. Ein mase, den wölken kennt Grimm nicht und doch ist es wie aus Korner so auch sonst sicher zu belegen, obgleich in manchen Stellen das Geschlecht neutral, in anderen auch weiblich sein könnte. Ms. H schreibt 172" en swart wölke, das. umme den klênen wölken, öfter fite deme wölken. Vgl. Eike 537; 4 B. der Kön. 164 ik se énen klênen wölken, de sticht up, und so in manchen Bibelstellen, wo die Magdeb., Kölner und Basler Bibel das Femin. zeigen. Merkwürdig ist auch Sassenkr. p. 101: nâ êner drôven wolkelîn komct dicke en sunnenschîn. Im Glossar zu Weilands Ausgabe: wölken stm.

9. Und nun zum Schlüsse ein kleines Rätsel. Die Hs. H hat statt 275, 14 fl. einen etwas abweichenden Text, unter anderem Host sie fur Z. 18: unde de ghantse stad beclâgheden den s y losen unde snellen dôt des ridders. Man könnte hier einen Fehler vermuten, da H von Versehen und Flüchtigkeiten keineswegs frei ist, allein das bisher wol nirgends erwähnte Wort, das ich auch bei Korner nicht weiter gefunden habe, ist glücklicher Weise abermals im Stralsunder Vocab. vorhanden, wo es also heißt: S il о sen, unvorsichtighen, causa, causaliter, ex abrupto, improvise, periculose, casu, casualiter; und: S il osen, aise: he start' silosen, subitanee. Stünde hier s ftir z, ts, wie man siren, sierat, sege u. dgl. findet, so möchte man, an sich, auf hd. zillos raten, allein, wenn dies überhaupt schon nachweislich wäre, so würde es so wenig in den Zusammenhang wie zu der lat. Ucbersetzung passen. Auch hat der genannte Vocab. eine ganze Reihe mit z anlautender Wörter.

Die Namen, auf die ich es bei den vorstehenden Aufsätzen Anfangs hauptsächlich abgesehen, sind doch durch anderweiten, zumal niederdeutschen Stoff bedrängt im Ganzen etwas zu kurz gekommen. Ich lasse deshalb hier noch zwei kleine Arbeiten folgen, die ihren grösten Wert vielleicht eben als Sammlungen haben, auf die es denn doch zunächst ankommt. Vollständigkeit ist freilich nicht erreicht, ebenso wird auch die hie und da wol versuchte, doch nur zu oft unsichere oder ganz unmögliche Erklärung vieles vermissen lassen, — Mängel, die wie alle Arbeiten dieser Art zeigen, leider noch unvermeidlich scheinen.

XLIX. Familiennamen auf ding, ting. Ich sehe in dem folgenden Verzeichnisse gänzlich ab von der Unzahl der zweisilbigen Namen wie: Balding, Harding, Mieding, die meist, aber keineswegs ausschließlich auf einfache Koseformen zurückgehen, z. B. Nölting :Nolte, aber schon alt Pröbsting. Ob dem ing, ink ein d oder t vorausgeht, Nölding und Nölting, was nicht einmal eicher hoch- oder niederdeutschen Ursprung beweist, unterscheide ich auch bei den von mir allein verfolgten mehrsilbigen nicht. Das Alter dieser Namen, welches zu kennen wichtig wäre, habe ich nur hie und da angeben können. Die Mehrzahl scheint mir jedoch alt zu sein und für sie wird nicht wie für die jüngeren, als Vornamen sogar noch heute gebildeten Formen deminutive Bedeutung angenommen werden dürfen. Auch Grimm 2, 364 nimmt an, daß die ing-form an sich keine Verkleinerung ausdrückt; vorwaltend liegt ihm darin der Begriff der Abstammung oder lieber Verwantschaft, die am schlagendsten im Angelsächsischen zu Tage tritt, wenn der filius Elisa; nach S. 350 El i sin g heißt oder im Beowulf Wulf Wonrf'ding mit sunu Wonrêdes wechselt. Ganz dasselbe beweisen noch späte deutsche Urkunden, ein Ludeke Rygherdinghe heißt a. 1364 auch Lud. Rychardes und ähnliches läßt sich mehrfach aufweisen. Dieser ursprünglichen patronymischen Bedeutung tut es keinen Abbruch, wenn diese Namen so überaus häufig, zumal in Baiern, als Ortsnamen auftreten, oft nur als solche nachweislich sind. Viele derselben habe ich unten mit aufgenommen, da sie zugleich den Personennamen so sicher erweisen, wie die daneben bestehenden, noch zahlreicheren Ortsnamen auf in gun, in gen. Denn es unterliegt keinem Zweifel, daß jene On. eben nur eine An- oder Verwendung der Pn. sind, wie dies besonders Schmeller B. Wtb. 1,81 eingehend erklärt hat. Der Ort ist eben unmittelbar nach der Person benannt ohne alle Aenderung der Form, ebenso wie umgekehrt die aus Orts- und Stätenamen gebildeten Personennamen gewis nicht alle erst ein von, aus verloren haben, z. B. Bamberg neben Bamberger. Und in gleicher Weise entsteht ja dann aus der ing-form der On. ein neuer Pn. auf inger. Auf jeden Fall ist es nicht wahrscheinlich, daß dies inger abermals patronymisch auf ing als Pn. zurückgehe, obgleich man den Namen Conräder, Gantzer, Hertzer, Königer, Nitzscher, Valentiner u. a. oft begegnet, über die hin und her gestritten ist.

Die folgenden Namen unterscheiden sich natürlich in nichts Wesentlichem von der ganzen Art der Namen auf ing, ingen, inger, nur daß ich mir hier die willkürliche Beschränkung auf den vorhergehenden Laut oder Auslaut auferlegt habe. Viele derselben sind an sich klar und bedurften daher keiner Erläuterung. Andere freilich, denen keine klare Grundform gegenüber steht, bleiben oft nur zu unbestimmt und dunkel. Die verglichenen einfachen Namen habe ich zum Teil aus Förstemann, einige auch aus Pott oder Andresen altd. Pn. entnommen. Namentlich den beiden letzten verdanke ich manchen Beitrag, obgleich meine Sammlung schon vor Jahren begonnen war. Ein genauerer Nachweis schien in der Regel nicht erforderlich.

Alhartinger und Arnoltinger in Mon. Во. — Allerding, zu Allard, Alerd, Adalhard. — Armerding, zu Arn-, Arm-bert F. 117, oder für Arperding? F. 121. Wahrscheinlicher ist aber eine genauer entsprechende ahd. Form vorauszusetzen.

von Beroldingen, zu Berold, Beroald F. 227. — Borcherding, bei Schmeller On. Burkarding.

Conredinck, älteres Conrading On. bei Schmeller.

Detharding, jünger Deterding, Dederding.

Eberding; Everding bei Goethe-Knebel. — Egberding, schon 1361 Egbertinge, daneben Egbert, F. 13. — Eggerding. — Ehlerding, Eilerding (nebst On. Ellerdinck) beide zu Agil-, Eilhard F. 27. — Eckeharting, Ainharting, Emerting (Einhart F. 373), Engelbrechting, Erharting, alle bei Schm. On. — Elperting, zu Alphart F. 58, wogegen On. Elfer-, Elverdingen zu Alfrid F. 144. — Erpelding, zu Erpold A. 26.

Geberding, zu Gebhard. — Gerbeding, offenbar mit Verlust eines r jwie Gerderut u. Gederut) nebst Gerberding zu Gerbert. — Gamerdinger, so dunkel es bleibt, gehört zu altem Gamard, neu Gammert, F. 466. — G esterding, ein hier bekannter, oft -ling gesprochener, fälschlich auf gestern und auf ding bezogener Name, ist von A. 43 füglich aus Gastart, -rad F. 492 erklärt, anders Pott 174. Doch ist zu beachten, daß noch jetzt z. B. in Braunschweig ein Geisthardt nachweislich ist. — Gotfriding On. bei Schmeller.

Haberding, wenn nicht etwa ohne r zu dem folgenden, zu Ilabert, Habbraht F. 572. — Harberding, zu Harbert F. 619, vgl. Hartbert 607. — Heimerdinger und Hemerdinger, zu Heimert, Heimard, F. 590. — Heimerding, zu Helmhart F. 656. — Hemmerding, wahrscheinlicher mit dem obigen zu heim, als gleich dem vorigen. — Hilferding, mit Helfert zu Helfrid, doch bietet sich auch Hildifrid dar, A. 53. Der On. Hilperdingeu zu Hubert, Hiltepert F. 668. — Humperdinck, zu Humpert, Hunbraht F. 759. — Hunoldinck.

Koner-, Kunnerding.

Lammerding, wol zu Lambert, Lantbert F. 832. — Landfriding, On. bei Schm. — Leiterding, zu Liudhard, Lietard F. 869, Leitert bei Andr. — Leoprechting, auch On. bei Schm, zu Liutpreht.

Maferding, wol mit Andr. zu Maginfrid F. 890. — Meyerding, was oft als Name begegnet, könnte allenfalls aus Meinhard entstellt sein, wie das n vielleicht in Meyhold geschwunden ist. Anders Pott 59, der Zusammensetzung mit subst. ding annimmt, doch sieh unten zu Wilkending und S. 17 Peterding.

Nellhartinger ist dunkel, ohne sicheren Stamm. F. 959 hat zwar Nilo, Nihlhart, doch denke ich lieber an Nagalhard 948, was verkürzt sein mag, vgl. e. nail, altfr. neil, nil. — Nieberdiug, nebst Niebert zu Nîdbert F. 957.

Ofterdingen, Ortsname im Schwarzwald, dazu Personenname Ofterdinger in Ulm und mit ff in Stuttgart.

Reinerding, -dynck. — Reinoldinck. — Remperding, nebst Remmert, Rampert, Reimpert zu Reginpert F. 1014. — Rygherdinghe a. 1364, s. oben S. 14, Richerdink a. 1530.

Seuerdinck a. 1449 und H. -dinchus latin.? zu Sigiwart, Siwart, mit Sieverding und -dingen On. — Schwerlich gehört zum vorigen, mit unorganischem m für v, Siemerding, eher vielleicht, wenn man nicht an Siemer, Sigimar denken darf, zu Simpert, Sindperht, F. 1105, also für Simmerding, so in Wiesb. Zweifelhaft scheint auch Simendinger, wenn es nicht auf Simund, Sigimund zurück geht. — Schwieriger noch ist Singolding On. mit Singoldinger bei Schindler a. a. O. und 3, 273, unerklärt und bei F. fehlend, das vielleicht neben Singevert, Singulph F. 1107 ein altes Singwald erwarten läßt. — Nicht minder unsicher ist Sitterding, obwol mir nicht alt, sondern nur in Zürich nachweislich, doch finde ich den On. Sittard schon bei Bouterweck Wiedertäufer S. 5 erwähnt und noch heute im Limburgischen und Cleveschen. Der Name dürfte also wol schon alt sein, aber soll man nun an Sindard, fem. Sintiardis, Sintwart bei F. 1106 denken, oder darf man nach Sitipoto, Situwit etwa ein Siti-, Situhard als verloren voraussetzen?

Tangerding, vgl. Tanchard, Dankert. — Tebeding, das wie entstellt aussieht, ist mir völlig dunkel, wenn nicht mit ausgestoiSenem г zu Teopert, Theobert, Tietbert gehörig; anders, aber unsicher Pott 250.

Vollbeding, gleich dunkel, könnte danach zu Volbert gehören, wie Andr. auch annimmt. Aber Pott S. 59 sieht darin das juridische Subst. ding. — Vœgeding, wol jung, mag Deminutiv zu dem Namen Vogt sein, oder es steht für Voget-ding, s. oben Meyerding, nach Pott.

Wermeldinck, zu Warmbold, Werembold? anders Stark 173. Wibboldinck, wahrscheinlich zu Wigibald, Wibold F. 1293. Daneben zu demselben Namen mit wald On. Wigaldinghus. — Wilberding, zu Willibert und dgl. F. 1205. — Willerding, wenn nicht Assimilation des vorigen, zu Willihard, Willert A. 98. — Wilkending, neben Wilkening in Hannover, ebenso Wilmerdinger in Nürnberg, scheinen mir beide mundartliches d zu haben, d. h. sie setzen vermutlich Wilken-d und Wilmer-d voraus, wie d, t noch heute sehr gewöhnlich auslautendem n, r der Namen hinzutritt. Diese Erklärung dürfte auch bei einigen obigen anzuwenden sein. — Wolferding, mit Wolfert zu Wolfhard, oder Wolffrid F. 1346? Daneben On. Wulferding, auch Wilferdingen mit i für U? — Wolperding, mit Wolpert zu Waldobert F. 1240. On. Wolterdingen scheint mit Wöltert auf Waldhard F. 1244 zu weisen.

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