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swaz für wer und waz durchzuführen hat bedenken, weil das anlautende s doch irgend einmal aufgehört haben inufs.

Ich danke Ihnen für Zusendung Ihrer recension des GA. *), die mir sonst noch lange nicht zu gesicht gekommen sein würde. Sie sind sehr fleißig und genau. Hagens Sacheinleitungen hätte ich lange nicht so gelobt (fast scheint es | Sie bedurften einer folie für den nachfolgenden tadel), denn das geschmacklose untereinanderwerfen bedeutender und unbedeutender notizen, wodurch der historische standpunct immer verrückt wird, hat für mich etwas unerträgliches.

Mit Ihrer mitteldeutschen spräche, fürchte ich, ist nicht durchzureichen, und lieber will ich sie bestreiten als behaupten, das wahre, was dabei unterliegt, haben Sie zu weit getrieben, und es wird wieder falsch.

Meine rede auf Lachmann, weil der jetzt erleichterte verkehr es zuläfst, ist mit der post an Sie abgesandt worden; ich wünsche dafs Sie dem inhalt grofsentheils beipflichten.

Mit aufrichtiger hochachtung

Jacob Grimm.

9.

Lieber Pfeiffer, ich konnte schon lange nicht dazu kommen, Ihnen zu antworten und zu danken; das Wörterbuch, abgesehn von der unablässigen ausarbeitung, verwickelt mich auch in so vielfachen briefwechsel, dasz ich mühe habe ihn, wo er auszubrechen droht, wieder zu dämpfen. Unterdessen kam mir auch die künde von dem befürchteten verlust Ihrer frau, der himmel möge Ihnen trost und die fortführung begonnener arbeiten heiterkeit gewähren.

Die auszüge aus des Jul. v. Br(aunschweig) Susanna waren mir ein willkommener beweis Ihrer theilnahme am wb. und Sie werden in den nächsten heften schon stellen daraus benutzt finden. Was Ihnen fernerhin brauchbares aufstöszt, oder Sie zeit und lust haben eigens vorzunehmen und zu excerpieren, soll mit dank empfangen | werden, doch bitte ich dafür kleinere zettel, nicht gröszer als kartenblätter zu verwenden, weil sie bequemer zu handhaben sind.

Sehr aber hat mich gefreut, dasz Ihnen die ganze ungeheure und noch etwas bodenlose arbeit überhaupt zusagt; sie kann sich erst allmälich entfalten und bedarf namentlich gar sehr alles dessen, was in der vorrede des ersten bandes, d. h. mit dem achten heft gesagt werden soll, bis dahin nehmen Sie manches noch auf guten glauben hin.

Eine academische abhandlung über frauennamen erfolgt nächstens und ich wünsche dasz Sie ihr gleiche theilnahme gewähren, wie der über den Ursprung der spräche, meinen bruder erfreute Wackernagele beistimmung zur identität des Walthers und Freidanke, von welcher ich noch nicht recht überzeugt bin. oft aber können sich die zweifei eben so sehr verhärten wie die meinungen selbst, und man musz auf seiner hut sein.

Des guten Schindlers tod **) hat mich betroffen und darf es auch, da ich

*) d. h. des Gesammtabenteuer v. d. Hagens in den Münchner gelehrten Anzeigen 1851, Nr. 84-92. Pf.

**) Geb. 6. Aug. 1785 zu Tirschenreut in der bair. Oberpfalz, f zu München den 27. Juli 1852. Pf.

mit ihm aas einem jähr bin. einen redlichem mitarbeiter hat die altdeutsche literatur nicht gehabt.

Bleiben Sie zugethan Ihrem

Berlin 10 aug. 1852. Jac. Grimm.

10.

Berlin 19 jan. 1854.

Lieber Pfeiffer, ich säume nicht Ihnen für die Zueignung Ihrer beitrage*) herzlich zu danken, sie ist um so gewogener und freundschaftlicher, als Ihnen mein, übrigens ohne alle absieht Sie zu verletzen geschriebener aufsatz in Haupts Zeitschrift ungelegen kam. Da ich in diesem augenblick über der vorrede zum wb. sitze und vielerlei zu erwägen habe, werden Sie nachsieht üben und nicht begehren, dasz ich ausführlich von Ihrem buch spreche, es ist wie alles von Ihnen reinlich und sauber gearbeitet, und das glossar von bleibendem werth. der ansieht, dasz Jeroschin nur des auszugs, nicht des abdrucks bedurft habe, pflichte ich nicht bei. auf 370 Seiten hätten alle 30000 verse so gut gedruckt werden können, wie die der kröne; da Sie ihn selbst für einen der sprachgewandtesten dichter erklären, kann es gar nicht anders sein, als dasz Sie manches wichtige aus ihm nicht aufgenommen haben, wie schon Ihr unbequemer nachtrag zum glossar beweist, die weit ist heute so druckfertig, dasz es gar nichts verschlägt alle mhd. quellen abzudrucken, man könnte dafür ein paar der heutigen romane in drei bänden entbehren, den mit gewalt eingeführten namen mitteldeutsch halte ich fortwährend für überflüssig und verfänglich, man kann recht gut hessischthüringische mundart sagen, und aus ihr dann die preuszische und liefländische ableiten, auf diese | östlichen landestheile ist die bezeichnung der mittlem gegend nicht passend. Da nun keine noth ist, den österreichischen dialect, dessen abweichenden vocalismus ich in der grammatik angebe, mit dem namen ostdeutsch oder den schweizerischen mit dem von süddeutsch zu belegen, den alemannischen den von südwestdeutsch, so brauchen wir auch kein mitteldeutsch, das in meinen äugen so unausstehlich pedantisch klingt wie oberdeutsch **). — Ein Franzos oder Engländer, der uns von mittelhochdeutsch und mitteldeutsch salbadern hört wird in lachen ausbrechen.

Was nun diesen hessischthüringischen dialect angeht, so dachte ich bei abfassung meines aufsatzes natürlich blosz daran, dasz aufs passional Ihre vocalbezeichnung nicht genau paste, und hatte weder Verpflichtung noch lust damals, wo mich blosz Ihre marienlegenden und das passional beschäftigten, Siegfried den Dorfer, Athis und was Sie noch sonst dazu nehmen, durchzulesen und zu prüfen, ob, was ich nicht gerade glaube, diese gedichte in ihren vocalen völlig zusammentreffen. |

Was macht der gute Grieshaber? lebt er noch in Rastatt oder in Breisach? wenn Sie ihm schreiben, grüszen Sie ihn von mir.

Leid thun mir Ihre klagen über geschäftslast; ich wüste es nicht und meinte gerade Ihre läge sei in dieser beziehung die wünschenswertheste. Ich war zeitlebens nicht so beladen wie in Göttingen, wo man täglich sechs stunden auf der bibliothek sein muste und ich täglich oder doch viermal wöchentlich

*) Beitrüge zur Geschichte der mitteldeutschen Sprache und Litteratur: Die Deutschordenschronik des Nicolaus v. Jeroschin. Stuttg. 1854. Pf. **) d. h. in der Grammatik.

zwei stunden collegia las und dazu lauter neu ausgearbeitete. Hernach ist es mir oft viel besser geworden; jetzt quält mich das Wörterbuch auf seine weise allzu sehr. Sein Sie gegrüszt von Ihrem

dankbaren freunde
Jac. Grimm.

11.

Schönsten dank für die anziehende weihnachtsgabe , die ich von Ihnen, hochgeehrter freund, empfangen habe *). es sind drei ausgezeichnete Untersuchungen, die auf groszen beifall rechnen dürfen, vor allem überraschte mich die erste, Sie haben nicht nur wahrscheinlich gemacht, sondern bewiesen, dasz uns noch ein bruchstück des leider verlornen Umhangs gerettet ist. das schändlich-barbarische zerschneiden der alten pergamente! eine sünde, die der herliche fund der druckerei unmittelbar in seinem gefolge hatte, auch über Flecke pflichte ich Ihnen bei und dasz ich an die einheit von Walther mit Freidank nie geglaubt habe, ist Ihnen längst bekannt, ich halte nicht nur die beiden meidungen von den grabschriften zu Würzburg und Treviso für echt, sondern sehe auch keinen grund an der richtigkeit des Vornamens Bernhart zu zweifeln, darin stimmen wir gleichfalls zusammen, dasz wir aus Rudolfs stelle dem Freidank ein erzählendes gedieht überweisen, dessen held der Staufer war, und dasz es keinen deutschen dichter von Absalone oder Arbone gab, nur raten Sie hübscher auf Ascalone als ich damals auf den dänischen Absalon. Wilhelm wird freilich mühe haben, seine lang mit sich umgetragene ansieht, in welcher ihn zumeist | Lachmann und Wackernagel bestärkt hatten, aufzugeben, so wie Sie die benennung mitteldeutsch nicht gern fahren lassen werden.

Sehr angenehm war mir der aus Schweden angelangte codex argenteus von Uppström, woraus einige prächtige berichtigungen zu entnehmen, auch ein paar, natürlich noch unerhörte starke verba neu zu gewinnen sind, und welchen kreis zieht gleich ein solches wort.

Mit dem wünsch dasz Sie das neu angetretne jähr gesund und vergnügt durchleben mögen, in alter freundschaft

Berlin 5 jan. 1855. Ihr Jac Grimm.

12.

Berlin 21 aug. 1855. Lieber freund, eine kleine erholungsreise, die ich mir gegönnt hatte, macht dasz ich Ihnen später auf Ihre einladung zur Zeitschrift antworte. Sie werden jedoch an meiner bereitwilligkeit Ihnen beitrage zu liefern ohnehin nicht gezweifelt haben. Ihr plan ist mir ganz recht und Sie tragen ihn ja schon seit vielen jähren mit sich herum; auch neben Haupts unternehmen ist das Ihrige sehr ausführbar. Sie werden darin frische kräfte walten lassen. Schon dasz Sie recensionen aufnehmen wollen, kann einen wesentlichen unterschied begründen; in der letzte hatte Zarncke dies gebiet an sich gebracht und oft sehr mangelhafte beurtheilungen geliefert. Ich werde mich bestreben Ihrem wünsche nachzukommen und bis gegen ende octobers einen wenn schon kleinen artikel einzusenden. Sie wissen dasz mir keine unedierte sa

*) Zur deutschen Litteraturgeschichte. Stuttg. 1855. Pf.

chen zu gebot stehen; ich kann blosz grammatisches oder mythologisches liefern. Dem altfranzös. bitte ich doch nicht allzugroszen Spielraum zu gewähren, Sie könnten sonst leicht damit überschwemmt werden.

Es liegt ein brief glaub ich von Ihnen an meinen bruder da. er ist noch nicht nach haus gekommen, gelangte aber diesmal nicht nach Wildbad, sondern | nur nach Soden bei Frankfurt, dessen wirkung der des Wildbads gleichkommen soll, ohne dasz man berge zu steigen braucht.

In Hagens heldenbuch *) war mir die grundlage des Caspar von der Rhön neu und zumal der Wolfdieterich ist ein anmutiges gedieht, leider nur bruchstück. dergleichen konnte Hagen zehn oder zwanzig jähre mit sich herumschleppen, ohne es herauszugeben, alles übrige war mir bekannt, auch Dietrich und gesellen, dem eine lebendige fabel gebricht, nicht aber eine reihe hübscher, naiver stellen über frauenputz und die thiere, die sie auf dem schosz halten.

Sein Sie schönstens gegrüszt von

Ihrem Jac. Grimm.

13.

Werthester freund, hier ein beitrag **) zur vierteljahrsschrift, deren name Germania, fürchte ich, einige Verwirrung stiften kann, oder zu umständlicherem citieren nöthigt. am ende wird man denn, sobald es mehrere bände sind, auch lieber Pfeiffer 1, 2, 3 sagen, wo der setzer mit meiner hand noch unbekannt ist, werden Sie bei der correctur leicht nachsehen können, wenn Sie hübsche beispiele zu den hauptsachen beifügen wollen, solls mir lieb sein, ich lasse den brief fortgehen und schliesze ohne weiteres, weil ich mich gerade nicht wol befinde, mein bruder ist noch nicht heimgekehrt.

29 sept. 1855. Jac. Grimm,

durch betrachtung der einfachen zahlen, die ich schon niederzuschreiben begonnen hatte, wäre der aufsatz noch einmal so weitläuftig geworden.

14. Lieber freund, ich danke Ihnen für das erste, mir wol gefallende heft, Sie werden allmälich noch besser hineingeraten; hier folgen wieder ein paar beitrage ***), die © und y werden hoffentlich nicht über die kräfte der druckerci gehen, es liegt mir an dem aufsatz wegen Uppström. Massmanns Ulfilas kann nicht sehr gerühmt werden, es ist eine vorlaute, nicht recht überlegte, seiner art nach viel unnützes einmengende, dazu durch schändliche druckfehler entstellte arbeit, ich begreife nicht, welche freude ihm sehr bald an der aufgewandten mühe übrig bleiben wird.

Über Gunzenle hatte ich auch collectaneen, doch an die bestattung eines eingebornen helden nimmer gedacht, hätten wir nur näheres über ihn. seltsam, dasz wie am Lech ein Gunzinle so an der Donau, nicht allzu fern davon auch in Schwaben vom flüszchen Günz, Günzburg heiszt und schon bei Eumenius zum j. 296 der Danubii transitus Contiensis. in dem Moselgebiet geht zu Conz eine brücke über die Saar, was könnte in allen diesen Conz stecken?

*) Heldenbuch. Altdeutsche Heldenlieder aus dem Sagenkreise Dietrichs von Bern und der Nibelungen. Durch F. H. v. d. Hagen, ßerl. 1855. Zwei Bände. 8. Pf. **) Über die zusammengesetzten Zahlen, s. Jahrg. I, 18 ff. Pf. ***) O ist hv I, 129 ff. und kleine Mittheilungen H, 233 ff. Pf.

Dasz W. vor Holzmann scheu hat, der ein gescheider, kenntnisreicher mann ist, scheint mir thorheit. Könes Heliand, mit einer löblichen andacht unternommen, wird im commentar zu breit und fehlt auch im Verständnis der spräche öfter als recht ist.

7 febr. (1856). Ihr Jac. Grimm.

15.

Lieber freund, — — das ist prächtig dasz Sie den Megenberg aufgenommen haben und drucken lassen, zur springenden geisz fällt mir nichts ein, herstrasze für milchstrasze ist auch sonst bekannt, z. b. aus Mones anz. 8, 495b*), bedeutet aber nichts anders als die grosze heerstrasze, über die auch das wütende heer zieht, vgl. Meiers schwäb. sagen s. 137 heergaase, 139 muotesheergasse. |

Schmeller würde sich über Köue **) ärgern, aber nicht betrüben, denn wo dieser meistern will, gerät er in irrthümer. ich dachte er würde mehr leisten und namentlich eine collation der Londoner hs. erworben haben, gegen die er die Münchner allzusehr herabsetzt, er hat wohl allerlei einfalle, aber meistentheils doch nicht recht damit und keinen guten grund.

Nächstens erhalten Sie von mir eine akademische abhandlung über den Personenwechsel in der rede; müste ich nicht zu umständlich werden, so hätte ich Ihnen gern manche fragen daraus vorgelegt, was Ihnen zur antwort einfällt, können Sie mir dann desto bequemer mittheilen.

Für Trüsileh bei Hattemer hat Arx bei Pertz 2, 83 aus der hs. gelesen Trusiloh, ohne zweifei schlechter.

14 febr. (1856). Ihr Jac. Grimm.

16.

13. merz (1856). Lieber freund, ich hatte Ihnen eine ausführliche recension von Thorpes Beovulf zugedacht, komme aber nicht daran, dafür ist Ihnen ein, ich glaube guter einfall über das Ludwigslied ***) zugegangen und hierbei folgt noch ein anderer lückenbüszer.

Dank für Ihren hübschen aufsatz über Heyses fund f), warum aber lieszen Sie ihn nicht in die Zeitschrift einrücken, statt in Menzels blatt? das hier wenigstens den leuten kaum zu gesicht kommt, kam es auf schnelles erscheinen an? Gervinus hat an diesem gedieht, dessen darstellung nicht gerade sehr ausgezeichnet ist, darum so groszen gefallen gefunden, weil es die Alexandersage enthält, die ihn mehr anspricht als unsere sagen des mittelalters. sicher war

das franz. gedieht vorzüglicher als das deutsche. —

Jac. Grimm.

17. Lieber freund, ich danke für alle Ihre Zusendungen, auch die letzte des ganzen zweiten hefte.

*) d. i. eben aus dem Buch der Natur. Pf. **) d. h. dessen Ausgabe des Heliand. Münster 1855. Pf. ***) S. Germania I, 233 ff. Pf.

t) Anzeige von P. Hevse's Romanische Inedita, Berl. 1856, und das darin enthaltene Bruchstück des altfranz. Alexanderliedes: in Menzels Litt.-Bl. 1856, Nr. 18. Pf.

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