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Daß letzteres Schreibfehler sei, lässt die Lesart der jüngeren Hs. von hymel der riche (got) 18 vermuthen.

V o c a 1 e.

1. Die Umlaute mangeln mit Ausnahme von e und e (= ce), falls man von u absieht. Nur einmal über einem andern Laut ein Zeichen in vir (= vur, mhd./wr) 31,1. Reimbeweise nur wenige: sunde: stunde 28, 18 [hs. b 519]. gevrowen : gezouwe 19, 14 [144] (s. u. Worte). gute (: güete) : ermitte 24, 18 [402] (s. u. Worte), künde : Vormunde [n] 30, 4 [593] (s. u. Worte).

Über den Umlaut im Mitteldeutschen bedarf es noch mancher Studien. Nach den Reimen fehlt er bekanntlich selbst noch im 15. Jhd., aber dennoch liegen auch aus viel früherer Zeit Anzeigen vor, welche auf das Vorhandensein des Umlautes schließen lassen (vgl. Hildebrand in der Vorrede zum md. Sachsenspiegel ed. Weiske pag. XIII). Es wird darauf ankommen, diese Anzeigen zu sammeln, zu sondern und zu erklären, sodann wird festzustellen sein, wann der Umlaut neben einzelnen alterthümlichen und namentlich für den Reim verwerthbaren Resten des früheren Sprachzustandes zur Regel wird.

2. Wie in allen mitteld. Quellen, so auch hier durchaus e = os in der Schrift. Beweisende Reime mangeln.

3. Das md. Endungs- i = e in Hs. sehr häufig angewandt. Eine Statistik des Schreibgebrauchs, die hier zu wiederholen Pedanterie wäre, ergibt, daß in der Endung er das «, in et das i vorgezogen wird. Nur obir ist häufiger als ober. Nach dieser Beobachtung hat die Auflösung der Abkürzungen zu geschehen: J oder 5 für er, die dem j ähnliche Form oder kleines t oberhalb der Zeile für it. Stephan wählte unkritisch das i in allen Fällen, ohne sich jedoch in der Praxis gleich zu bleiben. — Hieran schließt sich t = e in iz 16, 19. 21, 4. 6. in der Vorsetzpart, be : bireit 21, 28, in der procl. Negation: inmogen 20, 7.

4. 0 = e in der Vorsetzpart, vor wie in allen mitteld. Schriften des 14. und 15. Jhds. Es ist noch zu untersuchen, wann vor für rer allgemein wird; einzelne Denkmäler des 13. Jhds. haben ver, einzelne vir, einzelne auch beides.

5. ü = mhd. tu durchaus mit Einschluß der mit ü geschriebenen Worte (s. o.). Wichtig sind hier Conjugationsformen wie enpütit 16, 12. enphlflt 17, 1. Eigentliche Reimbeweise mangeln: mittelbar bezeugt: vründen : künden 15, 9 [3]. wände : sunde 29, 57 [574].

6. i = mhd. ie in der Regel. In mitteld. Denkmälern des 14. Jhds. kommt es nicht darauf an aufzuzählen, wann i für ie, sondern umgekehrt, wann ie für i steht, ie = ir pl. des 2. Personalpr. (s. Flexion). ie (semper) 18, 18. 22, 16. 18. 26, 7. 31, 7. Reimbeweis ie : i: alhi: mi (dat.) 24, 21 [alhir : mir wie in hs. b 405 kaum anzunehmen, aber auch dieses wäre Beweis].

7. ii = mhd. wo trotz der Schreibart ü, die neben u sehr häufig vorkommt (s. o.). Reimbeweise fehlen.

8. Brechung, a) e = mhd. i weit ausgedehnt, namentlich vor Liquiden: spei 25, 3. spelsleine 17, 40. vel (neben vil 17, 39. 18, 19) 17, 31. 20, 22. 21, 6 u. s. w. wel 15, 7 [3 will]. 16, 3 [9 wulle]. 9 [15 teil] 25 u. s. w. hemel 24, 25. hemelriche 22, 5. hemelisch 22, 21. 24, 27. ben 17, 34. 26, 2. 31, 20. hen 31, 12. Aene 20, 24. henevart 31, 17. — Wenn es heißt en acc. 30, 30. en dat. pl. 16, 2. 3. eme 17, 1. ere 16, 8. ers 21, 32. und so immer statt in, ime, ir, so kann dies auch als Schwächung betrachtet werden, sobald die Worte in der Senkung stehen. — Die Form brenge [n] (: enelende) 21, 25 [271 ] ist nicht speeifisch mitteldeutsch. — Brechung ferner vor Dentalen: das Adv. durchaus mete 20, 3. 7, dagegen die Präpos. mtt 24, 19. 27, 30. 31, 26 'und zugleich und häufiger mit Einschluß des Gebrauchs in St. Kath. mit (mt/t) 17, 38. 20, 18. 21, 18. 20. ledes 22, 23. seien : beten 19, 19. 20, 17. beten (1. p. pl.) 19, 25. 22, 22. betes (2. p. conj.) 24, 3. dese, dese, deseme 18, 2. 21, 26. 30 u. s. w. bez 18, 10. — Gesonderte Erwähnung verdient die Brechung in der 1. Pers. der 1. st. Conj. in bevele 21, 30. 26, 29 (im Sp. von St. Kath. auch spreche), welche sich in der 3. Conj. auch auf die 2. und 3. Pers. ausgedehnt findet: gebest 28, 26. gebit 18, 29. Daß in der Sprache des Spiels die 3, Pers. das t bewahrt, bezeugt im Reime die Form enplilit (= enphliget): zlt 21, 8 [258], welche sonst enphleit (= enphleget) lauten würde. Ebenso heißt es genist : bist 30, 9 [598], nicht genest, genesit, ferner Mißt 28, 42 wie auch in St. Kath. Darum wird es wiit (in Hs. stets abgekürzt), nicht wert zu heißen haben. Ferner zu erwähnen die Brechung im Part, der 5. st. Conj. geschreben 17, 31.

b) o = mhd. u und ü ebenfalls besonders häufig vor Liquiden: son 15, 4. 24, 3. 15, dagegen sun anzunehmen wegen des Reimes mit tun 15, 3. Der alte Laut ferner auch hsl. bewahrt in vorsunnen: nunne 18, 11 [auch noch in hs. b 109], sowie in sullen, sullil, suln, suli, vor adv. und praep. c. acc. 23, 3. 19. 24, 3. 31, 1, dagegen vur (hsl. vur): tur (hdsl. iure) 23, 5. [356 thore : vore]. erzornit 26, 14. 30, 30. bornde pari. 16, 24. dorch 15, 12. 16, 26 u. s. f. vorchle praes. 19, 2, dagegen vurt ich 24, 7 K] *). (du) wordt 20, 28. 31, 5. orteil 24, 32. 26, 21. (tV) dorft 32, 13. bedorve (wir) 23, 32. korzer 22, 8. — Ferner vor Media obir, ober 17, 2. 20, 12. 21. 23, 18 u. s. w. mögen 17, 26. 19, 14 u. s. w. (du) zöge 27, 18. Dagegen 7/-Laut bewahrt vor ch : kruche (conj. von kriechen) = hs. b 27, 25 [493].

Hieran ist zu schließen e = mhd. ie, was in gesehnt begegnet außer Reim 18, 18. 28, 6 und im Reime mit stet 30, 6 [bs. b 595 geschieht : stet]. Die ältere mitteld. Form ist bekanntlich gesch'tt, geschiet. Auch für die Sprache des Spiels dürfte jene Vocalwandlung insofern nicht als feststehend gelten, als der Reim mit stvt vielleicht nicht streng beweisend ist: sollte nicht geschit : stlt möglich sein? Vgl. zu Ebern. 607.

Außer diesen acht für das Mitteldeutsche bezeichnendsten Erscheinungen sind noch folgende Abweichungen vom Mhd. zu bemerken.

a = mhd. o: ab 24, 10. 26, 18, fl;> 30, 18 u. s. w. (ich) sal, (du) salt 15, 10. 21, 31. 24, 33. 25, 11. 34 n. s. w. (du) gelabes 24, 29. walde 30, 35 (s. u. Lesarten), crate 27, 23 (s. u. Worte).

a = md. o = mhd. w: vereinzelt (toir) magen 17, 12: wohl kaum als Archaismus anzusehen.

ü = 6: da (causal) 27, 20.

e = mhd. o: sege imp. 25, 23. — ermCde 24, 17 (s. u. Worte), erbat 24, 19- — dez 28, 2 [hs. b 504 abweichend].

e = md. o = mhd. o: eder IG, 16. 19. 17, 3 u. s. f. (s. u. Worte).

o = mhd. a: gor 16, 14 (sonst gar 28, 45) wor (wohin) 20, 24.

6 = mhd. ä: jo (hds. io) 28, 6? K]. 29, 41. 31, 2 (s. u. Worte) (sonst ja — hds. ia und ya — 23, 30. 30, 35. 31, 16). wo 21, 17. todr umme 25, 25. 27, 18. noch (sonst nach) 17, 21. 24, 27. möge 32, 13. (wir) wanden 29, 18. atrophen (in der Abkürzung deutliches o) 19, 2. Für diese Vocaltrübungen, die im Mitteld. weit zurückreichen, kein Reimbeweis.

o = md. e = mhd. t: homelrtche 23,14. homelische 16, 25: indessen ist in Hs. das e noch öfters dem o sehr ähnlich, so daß in diesem Falle die Entscheidung schwierig ist. Über das Vorhandensein von o = e oder i kann die Fracturschrift besser Auskunft geben.

M = md. i, % = mhd. i, ie und tu: tu (hds. meist su s. o.) (s. u. Worte).

u = mhd. i und ie: ummer 20, 23. 22, 17. 27, 27. 31 u. ö. nummer 22, 2. 25, 27. 31 u. ö.

*) K = siehe unten Kritik.

u = mhd. i oder S: hülfe 22, 14. 31,4. — wuxte (hsl. wüste) conj. praet. 20, 17.

u = mhd. o: uffenbär 28, 16. itffenbäre[n] 28, 20.

ei = e vor n in bekeintenisse 16, 24. emcfe 29, 25. 37. (: hende) 29, 23 [569]. Daneben ende 17, 15. Auch im Sp. von St. Kath. einzelne Fälle ei statt e. Über dieses ei 8. Weinhold Dialectf. 45 und namentlich H. Rückert zum hl. Ludwig 161 f., wo aber verschiedene Erscheinungen nicht scharf genug gesondert sind.

Apocope des e. kusch statt kusche 16, 22 (letzteres dem Verse angemessen, da das Wort in der Hebung steht und Vocal folgt [18 kusche], wer (= iccere) 20, 2 zweifelhaft [hs. b 164 abweichend], sur adv. 26, 11 (dem Verse entsprechend) [438 sure]. 28, 28 (volle Form wie in hs. b 530 besser), den = denne, danne 16, 27. 28. 18, 12. 30, 4. 32, 16.

Syncope des e. — In der Vorsetzsilbe ge vor n und l in gnade 23, 8. 26, 37. glouben Sp. v. Kath. Vereinzelt steht in unserem Spiele gelouben 21, 17. — Syncopierte Formen wie läzt, wolt s. u. Flexion. Von Participien bemerkenswerth: gesetzt: gehazt 18, 21 [hs. b 121 abweichend], üf gcricht 18, 19. geleit (= geleitet) : bereit 17, 14 [53 geleidet : bereidei]. — Syncope im Praeter, getät (= getätet) : hat (== habet)

23, 12 [hs. b 372 abweichend] (s. u. K). — Die Zusammenziehungen und Erweichungen, in denen e mit h und g ausfällt, s. bei den Consonanten.

Consonanten.

Hinsichtlich der Lautabstufung sind nur die Gutturalen in Betracht zu ziehen. Daß die organische Media im Auslaute zur Tenuis wird, zeigt schon die Rechtschreibung (s. o.). In unserem Spiele nicht, aber in St. Kath. wird zweimal eh für k (c) geschrieben in mach und innichliche. Beweisende Reime g : k fehlen, doch können die Assonanzen tnac: stat 25, 31 [wenn auch in einer interpolierten Stelle] : grap 32, 8 [656] für k sprechen.

Die frühere Spirans h in Verbindung mit t ist im Mitteid. des 14. Jhds. graphisch und phonetisch fast durchaus zu ch geworden. In Hs. durchaus ch, nur einmal begegnet umgekehrt vurt (= vurhte) ich

24, 7 [hs. b 391 abweichend K]. Beweise für ch mangeln, vielleicht bezeugt der (unreine?) Reim nicht : mich 31, 1 [623].

h fällt ab im Auslaute nur in hozit (hsl. hoezit) 16, 18. Dagegen geschach (nicht geschä) -.gemach 18, 18 [118] : ungemach 26, 5 [432].

h fällt aus im Inlaute wie allgemein mitteld. in bevele (mhd. bevilhe) 21, 30. 26, 29.

he fällt aus im Inlaute durch Zusammenziehung in allen Fällen: z. B. außer Keim gevän (1. p. pl.) 25, 6. enphät (2. p. pl.) 30, 25. set 17, 16. vorsmet 21, 12. fleltchm 19, 19; im nicht beweisenden Reime: enplüt (: zut) 17, 1 K]. vorsmet: enphet (3. p. sing.) 18, 25 [125 versmehet: enphehei]; im beweisenden Reime: trän {trahen) : län 20, 27 [213]. gesche[n] : ge\n] 19, 3 [133]. sei : gel 20, 5 [167 gel : sehet], gese : me 22, 18.

Hieran schließt sich die Erweichung der Gutturalmedia in age und ege zu ai und ei, die im Mitteldeutschen weit ausgedehnt. In unserem Spiele: meide 31, 24. weis (wegen) 25, 8. vorsait: mot'< 23, 15 [375]. 28, 33 [535]. mai'< : vorsaüt 23, 21 [interp. Stelle] : gesait 23, 29 [381J. 31, 15 [638 richtiger gecleit]. betau 31, 20. [hs. b 641 abw.j In St. Kath. auch häufig und zwar regelmäßig kein (= hegen, gegen). — Zu erwähnen ist hier auch die schon berührte Form phlit (=phliget): zit 21, 8 [258]. Die Contr. bei haben, läzen u. s. w., s. u. Flexion.

An diese wichtigsten Erscheinungen reihen sich noch folgende einzelne Besonderheiten:

h tritt ein im Anlaut in herhure[n] 30, 35; ebenso in St. Kath. einmal herhörist. Über das Fronomen he, her ir s. u. Flexion.

t fällt ab öfters in der Flexion (s. u.), ferner in ich = icht 30, 18 [607 icht]. nich = nicht 29, 10 [557 icht]. Danach wäre der Reim nicht: mich 31, 1 [623] vielleicht als ein mundartlich reiner zu betrachten. — Wenn tros (hdsl. Cos) statt tröst steht 28, 7, so ist nicht ohne Weiteres Schreibfehler anzunehmen: vgl. Mone altd. Schausp. 8, wo ein Reim aus Alex, trost : sigelos angeführt wird, tros ist in unserm Spiele wahrscheinlich der Genetiv (s. u. K.).

v = mhd. b: swevel 25, 20 (s. u. Worte).

v mhd. /: bedorve {wir) 23, 32; daneben dorft 32, 13.

w = mhd. j in müwe (— müejeri) 32, 13.

£ {ß) = z: gesagt : gehabt 18, 22 [hs. b 121 abw.], also Mittelform zwischen gesetzet, gesalzt und gesast.

Schließlich ist der Assimilation mm au? ndi zu gedenken, die im Mitteid. schon früh eintritt, und für das 14. Jhd. fast als durchgeführte Regel gelten kann. Im Spiele z. B. umme 16, 3. 17, 10 u. s. f. kummer 31, 9. 14. kummerlichen 30, 31 , dagegen nur einmal im Auslaut, bez. vor Consonanz die alte Laut Verbindung: tumpheit 22, 25 [357 dorheit].

Quantität. Im Allgemeinen gelten noch die alten Verhältnisse. Einzelheiten der Rechtschreibung deuten auf Bewahrung der alten und zugleich auf den Beginn einer neuen Betonung. Es wird nach früherer Weise

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