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der Heliandkritik einzugehen, sondern ich will nur einige gelegentliche Bemerkungen zu einzelnen Stellen mittheilen, wo ich von Heyne's Auffassung abweiche.

Was die Orthographie betrifft, so kann ich mich mit der Schreibung w nach anlautenden Consonanten, wie sie Heyne beliebt hat, nicht einverstanden erklären, da hier beide Codices mit einigen ganz vereinzelten Ausnahmen, die eben nur als Schreibfehler zu betrachten sind, consequent einfaches w schreiben, ebenso wie auch die übrigen altsächsischen Denkmäler: für dieses war jedenfalls, da für das anund inlautende «« richtig das Doppelzeichen w eingeführt worden, das einfache v zu wählen, also dvalm, svoti neben und, wundar, farliwan zu schreiben.

v. 15 f. übersetzt Heyne: „kein Mensch konnte sie [dazu] anregen, sie waren vielmehr durch Gottes Macht dazu auserlesen." Ich beziehe sia nicht auf die Evangelisten, sondern auf buok und nehme frummian in der gewöhnlichen Bedeutung von perßcere.

v. 45 schreibe ich, indem ich plur. c. sg. verbi (skoldi für skoldin) annehme:

eßho hvar thiu werold-aldar endon skoldi. dann ist wenigstens die sonst aus metrischen Gründen geforderte Ergänzung Heyne's [</<a»i] nach weroJd unnötbig.

v. 112 ändert Heyne mit Müllenhoff grun'6 ohne allen Grund in den noin. gruriö»; es ist gen. pl entweder einfach von egison abhängig (vgl. umgekehrt ags. egesan gryre) oder als instrumentaler Genitiv.

v. 122 gehört hvarod an den Schluß des vorhergehenden Verses und ebenso herod v. 138.

v. 162 verdiente jedenfalls in den Noten alalungan C. angeführt zu werden; es ist al-ahingan.

v. 197—98: der Winter gieng zu Ende, es gieng des Jahres Zahl dahin, d. h. es gieng die laufende Jahreszahl zu Ende, indem am 21. März der Jahreswechsel eintrat (vgl. Älfr. Hom. I, 100), und darauf im Sommer (am 24. Juni) ward Johannes geboren. Heyne dagegen erklärt geres gital 'die Reihe des Jahres, d. h. ein Tag nach dem andern', (s. zu v. 2729).

v. 217 ändert Heyne mit Schmeller furmon M. formon C. (primo)

ohne Grund in fromun 'mit tüchtigem, gewichtigem, ernstem Worte';

primo verbo soll entweder aussagen, daß Gott hierin das erste, d. h.

das entscheidende Wort zukam, oder auch ganz einfach 'als überhaupt

zuerst von dem Kindü die Rede war'.

v. 249 nicht wis-bodo 'sicherer Bote', sondern wîs-bodo der Bote, welcher Gottes Befehle den Leuten wisian soll.

v. 254" ist das Komma zu tilgen; denn gimahlit ist hier nicht 'geDannt'; sondern ‘sich anverlobt'; mhd. gemahelen vermählen, verloben und gemahel dem eine Frau verlobt ist, wenn auch die Ehe noch nicht vollzogen worden; syntaktisch gehört zusammen habda gimahlit (vgl. v. 296–98).

v. 296 girorrid C. (nicht giworid), von giworrian turbare, fehlt im Glossar bei Heyne.

v. 327 besser mit Rücksicht auf v. 333-34 ohne Umstellung thu scalı sie wel [bisorgôn).

v. 371 hat M. die bessere Lesart cuman ward (d. h. quam) statt des bloßen cuman C. Mit 371" beginnt ein neuer Satz.

v. 483: das zwiefach bezeugte thînan fridu warun MC. mit Heyne in thina friduwarun (ags. pine freodurare) zu ändern, entbehrt alles Grandes.

v. 508 und ebenso v. 2708 an ehti C. 'in ebelichem Besitz, in conjugio'; dafür setzte M. an ersterer Stelle anthihti und an letzterer antihti, beides von dem gewöhnlichen andhiti, anthêli, welches dem Schreiber von M. vorschwebte, weiter abliegend als von dem anehti (an elti, C.

v. 525—27 ist die Ergänzung (thar völlig überflüssig und zugleich wird v. 526 seines regelwidrigen vierten Stabes entkleidet, wenn man nur das handschriftlich Überlieferte richtig abtheilt, nämlich:

$ô nu thes thinges mugun mendian mancunni. Manag fagonôda

werod aftar them wiha: v. 575 lies bi thiu statt bithiu. v. 628–29 ist Heyne's Umstellung unnötbig, sobald man abtheilt

endi resan is gebii mildi obar mildilyard managun thivdun. v. 643–44 gehört syntaktisch nicht zu bedin, sondern zu thar, d. h. weldi thar (sc. faran), während der blobe Inf. bedin den Zweck des Hingehen wollens ausdrückt; es ist daber ohne Anderung der handschriftlichen Wortfolge abzutheilen:

prikuan an is seldon, quad that he thar welili mid is geridun
bedin te them barne.

v. 681 gidrig præt. von gidragan; diese Stelle ist in Heyne's Glomsar unter quiragan nachzutragen.

v. 682 würde ich that im thütha MC. nicht mit Heyne tilgen, sondern noch zur ersten Vershälfte ziehen.

v. 722 lies höndun.

v. 765 erscheint die Ergänzung [Äarrf] heritogo unnöthig, -wenn man abtheilt:

the was Archelaus hitan heritogo helmberanderd.

v. 822 bedeutet gisiddn C. einfach 'zum Begleiter geben, zugesellen'.

v. 897—98 lies nach der Wortfolge beider Handschriften ohne Umstellung:

Urion thesa liudi, hvd sia sculun iro gilöbon haldan
thurh hluttran hugi.

v. 1119 ist Heyne's Umstellung überflüssig.

v. 1264: swiri ist allerdings = ags. sveor Schwäher, Schwiegervater; an unserer Stelle aber steht es, was Heyne im Glossar mit keinem Worte andeutet, unzweideutig in der Bedeutung von Geschwisterkind, Sohn der mütterlichen Tante, gerade wie das ags. nefa sowohl Enkel als Neffe bedeutet. So nennt auch eine niederdeutsche Chronik des 16. Jhd. den Landgrafen Heinrich II. zu Hessen, den mütterlichen Großvater Herzog Otto's von Braunschweig, dessen Swereherrn, während dies sonst gleichfalls im Nd. Schwiegervater bedeutet.

v. 1295 ist [thd] Heyne überflüssig, sobald man nur sagda noch zu diesem Verse zieht.

v. 1396 ist ho holmklibu M. höh holmclibu C. nom. pl. als Apposition zu bürg, also nicht mit Heyne in höh [an] holmklibe zu ändern: es sind die zu den Mauern der Riesenburg auf einander gethürmten Fei s blocke.

v. 1426—27 lies ohne Umstellung:

ir than therd wordo wiht biliba

unlSslid an thesumu Höhte, the sie u. s. w.

v. 1453 ist die Heilung einfacher, wenn man nur das in C. ganz ausgefallene nu, das in M. nach iu steht, am Schluß des Verses einfügt, also than seggiu ic iu te wäron nu (vgl. v. 1533).

1542—44 hat Heyne durch 6eine Umstellungen gerade nicht metrisch besser gemacht; was in den Handschriften steht, sind nicht 3, sondern nur 2 Verse: undar thero thurftigon thiodu! ne rökiad, hvedar gi thes ewigan thank

anl/ähan eftho Idn an thesoro lehneon weroldi, ac huggeat te iuwomu liobon herron thero gebono u. 8. w.

v. 1646: roton ist nicht ahd. rotin {rotin) rubilare, wie Heyne und auch Schade annehmen, sondern ahd. rozian, rozen jeruginare, ags. rotian pntrescere.

v. 1928 bloß endea bebrengian, ohne daß man ti zu ergänzen braucht; es ist derselbe freie Gebrauch des bloßen Dativs als Casus des Ziels, den Dietrich in H. Z. XIII, 128 f. für das Ags. an 10 Beispielen nachgewiesen hat.

v. 2055: lihdlicora M. lithlicora C. braucht man nicht mit Heyne in UhÜicora (leichteres) zu ändern; es ist einfach lidlicora (gelinderes, milderes) und das hd in M. steht für dh, ähnlich wie in C. mehrmals ht für th und umgekehrt steht.

v. 2266 braucht man hd humid skip (das hohe gehörnte Schiff) MC. nicht in hoh-hurnid zu ändern.

v. 2394—95 gibt Heyne die handschriftlichen Lesarten ungenau an; lioblic feldes /ruht C. fehlt in M. und that thar an theru leiun güag M. fehlt dafür in C. Ob aber beides zusammen in den Text aufzunehmen und dann mit Heyne thar \an jelisa uppan] zu ergänzen sei, ist noch die Frage.

v. 2427 al cristinfolc MC, zusammen einen Halbvers bildend, braucht nicht geändert zu werden, wenn man es als Apposition zu wi nimmt.

v. 2447 ist suncan M. für tulicon C. durch Heyne's gekünstelte Deutung aus svane (schwankend, unbeständig) nicht gerechtfertigt: es ist sicherlich nichts anderes als naheliegender Schreibfehler für sulican; es würde sonst auch ohne Zweifel die Alliteration tragen. Der Artikel »unk ist daher im Glossar zu streichen.

v. 2477: ge grund C. widerstrebt allerdings der Alliteration; dagegen ist gi krund M. wohl verschrieben oder verlesen für gi kruud (= krüd herbam), gi (et) dem endi correspondierend (wie ge.. .endi 4262 C), wenn man nicht das Compositum gikrüd (nhd. Gekraut) vorzieht.

v. 2643 ist mSdan M. miadun C. nicht, da beide Handschriften in der schwachen Form übereinstimmen, in die allerdings gewöhnlichere starke Form medd zu ändern; auch im Ahd. gilt die schwache Form neben der gewöhnlichen starken, wie der acc. miatun, mietan Graff II, 704 zeigt.

v. 2729 bezeichnet gSr-tol nicht, wie Heyne annimmt, den Tag, an dem die volle Summe des Jahres erreicht ist, den Geburtstag, sondern wie v. 786 das ganze laufende Jahr („im Lauf jenes Jahres, in dem laufenden Jahre") und Juded euninges hängt nicht von gertale, sondern von tidi ab. Ebenso ist ger-tala v. 4150 nicht der Jahresschluß, sondern das ganze laufende Jahr.

v. 2753: lugidon M. entspricht allerdings dem ags. tygä'um; aber tuithon C. ist ttnddn und gehört zu ags. tvidig, nnl. twijden, mhd. zwxdm.

v. 2786 ist die Ergänzung [kuman] überflüssig und ebenso v. 3039 die Ergänzung [/Aea].

v. 3045: was MC. mit Heyne in wondda zu ändern ist unnöthig; denn da was hier nicht als Hilfsverbum, sondern als selbständiges Verbum steht, ist es wohl fähig, die Alliteration zu tragen.

v. 3305 ändert Heyne die übereinstimmende Wortfolge beider Handschriften ohne allen Grund.

v. 3452—53 lies habit im gicoranan mdd, willion godan, so daß v. 3452 mit mod schließt.

v. 3503 ist in zwei Verse abzutheilen:

so egrohtful is, the thar alles giweldid;
he ni will enigumu irminmartne

v. 3520 lies octar-stäu; ebenso v. 1076 C. 4788, 5915, 5950.

v. 3746: an, auf her zu beziehen, gehört zur ersten Vershälfte.

v. 3856 ist Heyne's Ergänzung [skerian] weder syntaktisch notwendig, noch würde sie auch der Alliteration, wenn diese wirklich fehlte, aufhelfen, da s nicht mit sk alliteriert: durch saga ist aber der Alliteration schon vollständig genügt.

v. 3919 würde die fehlende Alliteration gerettet sein, wenn sich die dem Ags. so geläufige Umstellung iman für rinnan auch für das Altsächsische nachweisen ließe, sodaß dann rinandi C. einfach für irnandi verschrieben wäre.

v, 3963: scolda \helpan\ sinnon well.

v. 4005 ändert Heyne herren willien C. mit Rieger in herren [te] willien; die Ergänzung ist nicht nöthig, da willien entweder Genitiv ('sie wurden seines Willens') oder wie v. 1928 Dativ des Ziels ist.

v. 4072: grial gehört nicht zu griotan, ags. greötan, sondern als reduplicierendes Praät. zu grdtan = goth. gretan gaigröt, altn. grata gref, beide Verba sind aus einander zu halten.

v. 4129 hätte die entschieden bessere Lesart heri handmahal C. ganz unverändert und nicht theilweise nach M. corrigiert in den Text aufgenommen werden sollen, da heri einfach gen. sg. und Apposition zu Judeono ist (vgl. heri Judeono v. 5472 und öfter); in M. ist ebenso hereo gen. pl. und endi ungehörig eingeschoben.

v. 4201 ist er than (priusquam) MC. nicht mit Heyne in er, [biforan] zu ändern.

v. 4519 hat Heyne gegen die einstimmige Überlieferung beider Handschriften stark verstümmelt; nach Job. 13° durfte die Erwähnung

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