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Diz ding daz an in sol geschen

sol volk von allen diethen sen, (XI, 9.)
Dazsi mit bluote gar besigen
drie tag und einen halben ligen (XI, 9.)
Geworfen in daz horch gewat*)
iherusalem der grozzen stat,
die groz heizzet durch die dinch
daz des gelauben gesprinch
Vmb unsen herren ihesum crist
us der stat zerst irsprozzen ist.
Ir libe nieman getar bestaten (XI, 9.)
zvo dü daz sich an in gesaten
Die vogele mit den hunden.
so sendent in den stunden
Die danne habent leides gewin
ir gift ein ander under in
Vnd erwrowent sich zü wider strit
daz also iamerlichen lit
Ir vleisch und ir geweide

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*) horch contr. aus horwec= schmutzig. Vgl. F. Pfeiffers deutsche Mystiker “385, 2 und 17.

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Die da ligent vnbegraben
sie vor gecrutziget haben.
Die des erden buwent dan. (XI, 10.)
diz tiutet warheit und ban.
Vnd guot bilde der cristenheit
de sint den hertzeliche leit
Dieselben boese pilde tragent
vnd selte war die dinch sage (so).
Wen swenne die predigere
die rechten ware mere
Der heilige schrifte sprechent,
so mugen ir hertze brechen,
Die nicht enwellent volgen
und sin san irbolgen
Durch irn nit tragenden mein
als geschich den proften zwein (XI, 10.)
Enoch un Eyase.
si werdent gelich eim ase
Daz man wirfet fur den hunt
durch sinenen (so) girlichen slunt
Handelet die wissagen
bi den iungesten tagen
Unde sie nicht altes eine
daz volkwirt al gemeine
Daz dann an cristes namen giet
erslagen als man daz erslet.
Nu merchent ebne waz ich sage:
nach disem vierden tage
Des libes geist von gote gesant (XI, ll,)
kumt in se die der tot erbant
. IllU1ZZEIl

wider auf iren füzzen
Ewich und unbewegelich.
swer hie nu stet der rege sich
Von bewegelichem töde
wan die werlt ist alse broete
Daz nieman hat hie vollen stadel.
da wider hat so uestes adel
Der himel, swer da sin werch geleget,
der blibet immer vnbeweget.

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Von du begun den dise zwene
nach der urstende zö stende
Vor iohannes angesichte 75
wenne sie erberen an nichte
Daz in daz vallen ervorchte (XI, 11.)
des viel auf sie . . geworchte
Von allen den landen
die sie san erstanden. 80
Und als diz ende genam
ein groz stime in aber cham
Sprechende von himle nider:
stiget her auf zwz vns wider! (XI, 12.)
Unsistigent auz den wolken 85
in den himel durch die wolken
Von ir uiande angesicht. (XI, 12.)
die rede bedarfe glosen nicht,
Wende sie sol also geschén
als iohannes hat sie gesén. 90
Jdoch sit des vernumftig.
her schribet, daz sit wart kunftig,
Als ub es were vor geschén
So müz ich nach des selben ièn
- - - - - - - 95
sit in den selben stvnden,
Daz dise die wichung begos,
ward ein erdpiben sere gros, (XI, 13.)
Unde viel der stat zehende teil.
zwar uiel iz in ewig unheil 100
Und in ewikliche leit.
die statuiel auz der cristenheit
Des himeltragenden heiles
den zehenden dez zehenden teiles.
Der himilischen ierusalem 105
meinite hie crist von bethleem
Vnd augete iz Johanne, -
Daz diz teil solte danne
Vallen, daz ander teil belibe. -
des sprach er - von der erdebibe l ] 0
Viel der zehende teil der stat, (XI, 13.)
daz gotes gebot ubertrat.

Diz ist gut an zesehene;

der köre sint auch zebene

Da gotes erweiten inne wonent 115

und immer in sime dienste donent *).

Auz allen disen koren

vielen der willetoren

Von vpigem geleze

das eteslicher mcze 120

Do lucifer der arge viel

in ewich pech daz fiure wiel.

Dar zoch der gotes uermeinde

mit im zwaz sich vnreide (so)

Dur sinen hezzigen mort 125

uf disem ertrieh linde dort.

Daß ein Dichter des XIII. Jahrhunderts sich die 'Offenbarung Johannis' zum Gegenstande einer umfassenderen Dichtung gewählt habe, darauf hat zuerst G. Ch. Pisanski (preuß. Lit. Gesch. S. 85), nach ihm Fr. K. Köpke (s. E. Hennig, bist. krit. Würdigung etc. S. XXV) aufmerksam gemacht. Später hat Dr. Karl Roth in München, ohne von seinen Vorgängern zu wissen, zwei Bruchstücke aus zwei verschiedenen Handschriften des Gedichtes — einer Saarbrücker und einer Regensburger — mitgetheilt **).

Ich kann diese Bruchstücke um ein drittes vermehren, das ich unlängst, zugleich mit den von mir in der Germania ***) veröffentlichten Bruchstücken zu 'Wernher's Marienlied' auf der hiesigen k. Kreisund Stadtbibliothek aufgefunden habe.

Leider ist es nur ein einziges Pergamentblatt in Quart, zweispaltig, die Spalte ursprünglich 31 und 2" und 2b 32 Verse enthaltend, von denen aber je der oberste Vers sammt dem Räude abgeschnitten ist.

Die Verse sind, wie im Saarbrücker und Regensburger Bruchstücke, abgesetzt geschrieben und beginnen in ungewöhnlicher Weise

*) Vgl. das Saarbrücker Brachstück V. 54, 55.

**) Siehe Dr. Karl Roths 'Dichtungen des deutschen Mittelaltere'. Stadtamhof 1845. [Seitdem haben über das vollständige Werk, das sich in Handschriften zu Königsberg, Danzig und München erhalten hat und dessen Verfasser Heinrich Hesler ist, weitere Nacbrtsht und Auszüge gegeben F. K. Köpke in v. d. Hagens Jahrbuch 10, 81—102 und Karl Roth in s. kleinen Beiträgen l.Heft S. 31—35. Ein Bruchstück wahrscheinlich desselben Gedichtes steht in meinem ,Altdeutschen Übungsbuch" Wien 1866 S. 21—26 abgedruckt. PFEIFFER]

***) Germania, Jahrgang VH, S. 305 ff.

je einer mit einem großen roth durchstriehenen, der andere mit einem kleinen Anfangsbuchstaben. Die größeren, vom Texte etwas weggerückten Anfangsbuchstaben stehen in einer eigenen Columne, jeder Vers aber zwischen feinen gelblichen Linien.

Die größeren Abschnitte, deren das Pergamentblatt zwei enthält, beginnen mit großen drei Zeilen hohen Anfangsbuchstaben, einem rothen und einem blauen.

Die vollständige Handschrift, aus der das Pergamentblatt stammt, befand sich einst, wie die Bruchstücke zu 'Wernher's Marienlied', in einem der Klöster des Kreises Schwaben und Neuburg. Ich kann aber nicht angeben, auch nicht vermuthen, in welchem; denn ich fand das Blatt von der Buchdecke bereits abgelöst.

Was den Inhalt des Bruchstücks betrifft, so behandelt der Dichter darin das XI. Capitel der Offenbarung Johannis.

Sprache, Orthographie und der Charakter der Schrift weisen der Handschrift eine Stelle in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts an.

AUGSBUKG, im Januar 1863.

BEITRAGE ZUR DEUTSCHEN MYTHOLOGIE UND SITTENKUNDE AUS KÄRNTEN.

VON

VALENTIN POGATSCHNIGG.

1. Das Stephanreiten.

(Mündliche Mittheilung au» dem Lavantthale.) Am 26. December, dem Gedächtnisstage des Protomärtyrers St. Stephanus, findet im Lavantthale eine seltsame Feierlichkeit statt. Von weit und breit strömen die Bauern in Schaaren nach der am Abhänge der Koralpe gelegenen Kirche St. Stephan, einer Filiale von Marein, zusammen. Die einen kommen herangeritten, die andern führen mit Blumen und Bändern geschmückte Pferde neben sich. Nachdem der Gottesdienst, .bei welchem für dieselben Brod und Salz geweiht wurde, sein Ende erreicht hat, sprengeu alle im raschen Trabe dreimal um die Kirche herum und halten endlich bei dem Opferstocke, welcher vor der Thüre aufgerichtet ist. Hier werden die Prämien (pro) an die gewandtesten und schönsten Exemplare vertheilt und jedem Pferde ein mit dem geweihten Salze bestrichenes Stück Brod gereicht. Dann zerstreut sich wieder die Menge, um nach Hause zurückzukehren,

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