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erfrischendsten, saftigsten Früchte sich da håufig fina den, wo die große Hiße Erfrischung nothig macht.

Schon deßwegen sollte also Niemand so schnell und arg über Mystik absprechen, weil Mystiker so viel unleugbar Gutes, und in Zeiten gewirkt has ben, wo es gerade nöthig war, weil auch so viele anerkannt große Månner, ohne bestimmte Partei für Mystik zu nehmen, ihnen Gerechtigkeit wider: fahren ließen. Man kann Fanatiker auch gegen Fanatismus reyn. Es gibt eine - ich möchte saa gen – trodene Schwårmerei, die årger als die flüssige, flüchtige ist, eben darum, weil sie fester ift. Fire Ideen sind schlimmer als Phantasien,

Si e ben te r Brie

un denselbe n.

In den Schriften all’ der Männer, die ich schon in meinem vorigen Briefe nannte, finden sich freilich Hauptideen der Mystiker, allein in den ersten Zeiten des Christenthums ward es von ihnen nicht eigentlich darauf angelegt, dem einreißenden Verderben entgegen zu arbeiten.

Es scheint, die Verfolgungen, die das Christenthum erlitt, das Vorbild der Mårtyrer, das man sah, arbeitete dem einreißenden Verderben entgegen. Auch Druck von außen ist Reinigungsmittel, wie bei einzelnen Menschen, so bei Kirchen. Die innern Kräfte werden geübt; der Mensch versucht und erfährt, was er an sein.m Glauben hat. Die falsche Politik Trajans und Domitians Mordsucht, war auch das Feuer, wodurch das Gold von Schladen gereinigt ward. Uber schon im fünften

Jahrhunderte nahm das Verderben in der christli: chen Kirche, besonders unter der Geistlichkeit zu. Sidonius fasset ihre Untugenden zusammen, in den Worten: „Sie sind im Amt faul, im Wider: sprechen geschwind, in Meutereien geschäftig, in der Liebe kalt, im Uufwiegeln mächtig, in Haß und Groll halsstarrig; sie vermessen fich, die Gemeinden zu regieren, da sie selber nach ihrem Ul: ter regiert werden sollten.“ Einer der verdiente: sten Lehrer jener Zeit, der sich dem groben, sittens verderblichen Prádestinatismus widersente, warnt seine Untergebenen, sie möchten nicht mit Kirchendienern umgehen, weil sie durch ihren Umgang nur die reine Betrachtung heiliger Dinge hinderten. ,,Wenn das Salz taub ist, (nicht mehr salzt), womit sou man salzen? Sa wohl war das Salz taub, und mehr als taub; es war Kaskerde, die Alles verdarb, statt Alles zu erhalten. Selbst ein Bischof (Cyrillus aus Ulerandrien) ließ nicht nur eine Menge Juden auf die grausamste Urt ums bringen, sondern auch den Landeshauptmann öffentlich auf der Straße anfallen, mißhandeln, und den Rádelsführer dieses öffentlichen Aufruhrs, der gefangen genommen, und nach der damaligen, frei: lich grausamen Art getödtet wurde, als einen Mår: tyrer in einer Kirche öffentlich begraben. Der Zeitgeist war so verdorben, daß man diesen vers ruchten Menschen einen tapfern Verfechter der Dr: thodorie und des katholischen Glaubens nannte, der den ersten Christen ganz ähnlich gewesen sen. Zu der nåmlichen Zeit lebte aber auch Augustin, der den Gang und die Entwickelung seines innern lebens so treu darstellte und durch seine Schriften so großen Einfluß auf sein Zeitalter hatte; Chryfoftomus, der Einkehr in sich selbst, Verleugnung und festes Inhalten an den Herrn mit so fanft eindringender Beredtsamkeit predigte; der des müthig fromme Martin, der die niedrigste Stelle in der Kirche annahm, da alle andere Geistliche seiner Zeit Bisthümer suchten, Isidor von Pelusio, der gar keine geistliche Stelle wollte, aber durch reine Correspondenz weit um sich her wirkte, auch durch sein Beispiel so erbaute, daß man ihn Deophoron, einen mit Gott vereinigten Menschen, nannte; ein Name, der es schon zeigte, wohin sein Streben gerichtet, und daß er Eins mit den Mystikern war. Das waren auch alle übrige genannte Månner, wenn sie auch nicht so hießen, weil der Geist echter Mystik, inneres Leben, Nah: rung dieses Lebens, durch Verleugnung, Glaube und Liebe ihnen war, weil er sich gerade durch den verdorbenen Zeitgeist in ihnen entwickelt hatte, dem sie entgegen zu arbeiten sich innerlich berufen fühlten.

Ich würde Sie ermúden, verehrter Mann, wenn ich fortfahren wollte, Ihnen durch alle Jahrhunderte der christlichen Zeitrechnung zu zeigen, wie Mystik und Mystiker entstanden senen und was sie sollten. Aber in die mittleren Zeiten, in das zwölfte bis funfzehnte Sahrhundert, muß ich Sie doch führen, wo wir den Culminationspunct der Mystik finden, um meine Behauptung zu bea ståtigen. Der Uebermuth und das Verderben der Geistlichkeit wuchs von Tage zu Tage. Sie vergaß ganz, was sie war und seyn sollte. · Baronius und Gualterus erzählen, der Bischof Dito von Freißingen habe mit dem Herzog von Baiern Krieg angefangen und viel Gewalt gebraucht. Ein anderer Erzbischof habe eben deßwegen viele tausend Menschen ermordet, Schlösser und feste Plåge eingenommen, die Kirchen beraubt und Ales verheert. Zwei Lebte, die sich feind waren, verwena deten alle Einkünfte ihrer Kloster auf Werbung von Soldaten, um sich einander zu bekriegen. Augemein wurde geklagt, wer in einem Consistorium Etwas zu suchen habe, der müsse nur bei Zeiten Geld suchen, wolle er nicht verlieren. Man høre da nur die, welche krumme Hånde mitbråchten. Der König von England, Wilhelm II, wollte die unleidliche, årgerliche Wollust der Mónche bestrafen; aber der Bischof Anselm von Can

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