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Wenn Briefe, welche auf die Geschichte des WestgothenReiches in Spanien sich beziehen, in den dritten Band der Epistolae-Abtheilung aufgenommen, den für die fränkische Geschichte in Betracht kommenden Schreiben vornehmlich der Merowinger-Zeit angehängt werden, so wird damit durchaus nicht der den MG. zugewiesene Bereich überschritten; denn schon in dem Arbeitsplan der Epistolae Abtheilung, welcher im XII. Bande dieser Zeitschrift veröffentlicht worden ist, sind (S. 255) die Briefe des Bulgaranus, aus welchen Beziehungen des Westgothen-Königs Gundemar zu Theodebert II. von Austrasien ersichtlich sind, als werthvoll für die fränkische Geschichte zum Abdruck ausersehen worden. Diese Briefe sollten zunächst zwar den sogenannten Epistolae collectac eingereiht werden; da indessen Paul Ewald dagegen Einspruch erhob und zugleich sich erbot, die Bulgaran-Briefe zusammen mit einigen anderen, welche in den nämlichen spanischen Handschriften von ihm verglichen waren, zu bearbeiten, so ward sein Anerbieten von dem Leiter der Abtheilung angenommen und bestimmt, diese westgothisch-spanischen Briefe als Anhang den fränkischen Schreiben anzufügen. Nach Ewalds Tode fiel mir dann die Aufgabe zu, an welche mein verewigter Vorgänger noch nicht Hand angelegt hatte: ich war dafür von vorn herein gehalten, unter allen Umständen mit den vorhandenen Vergleichungen auszukommen.

Was ich an solchen Vorarbeiten fand, verzeichne ich zuvörderst.

Schon vor einem halben Jahrhundert – in den Jahren 1840 und 1841 – hatte IIeinrich Friedrich Knust seine Reise nach Spanien auch dazu benutzt, einundzwanzig Briefe – mit Ausnahme des 19., welchen er nur mit Anfangs- und Endworten bezeichnete – aus der IIs. F58 der Königlichen Bibliothek zu Madrid ? abzuschreiben, die aus einer anderen IIs derselben Bibliothek Dd 104* sich ergebenden Abweichungen bisweilen zu vermerken und hier und da Lesarten nachzutragen, welche er aus der Hs. der Kapitels-Bibliothek zu Toledo 27. 24 tom. I. gewann. Er vermehrte seine Abschriften ausserdem noch dadurch, dass er aus der zweiten Madrider Hs. (Dd 104) ein Schreiben des Fructuosus und ein anderes des Aurasius hinzufügte und den Fructuosus-Brief auch noch aus einem sehr alten EscorialCodex & I 142 abschrieb.

1) Der anziehende Bericht darüber findet sich im Pertz' Archiv VIII, 102–252. 2) Archiv VIII, 784. 785; es sind die unter h und kaufgezählten Briefe. 3) Archiv VIII, 778.

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Der zweite Sendbote der MG., welcher um der fraglichen Briefe willen im Jahre 1876 Spanien besuchte, war Dr. Baists: von seiner Hand habe ich Abschriften aus der Madrider Hs. Dd 104 gefunden, aber nicht aller darin stehenden Briefe, sondern unter den einundzwanzig zuerst erwähnten nur des 2. 3. 4. 5. 6. 7. 12. 16. und des Fructuosus-Briefes; dazu kommen noch genauere Angaben, wo diese und andere Briefe in den Madrider Hss. Dd 104 und F 58 und in der im Escorial beruhenden & I 14 zu suchen sind.

Diese unzureichende Ergänzung der von Knust gelieferten Vorarbeiten zu vervollständigen, war eine der Aufgaben, welche Ewald während seines Aufenthaltes in Spanien im Winter von 1878 auf 1879 auszuführen hatte. Er prüfte zunächst die Baistschen Abschriften nach und dehnte die Vergleichung auf alle in der Hs. Dd 104 befindlichen Stücke aus *; er verwerthete dann – was das Wichtigste war – den sehr alten Escorial-Codex & I 14" und steuerte Lesarten der ToleÄ Hs. 27. 247 und eines jüngeren Escorial-Codex b III 14 8 bei.

I.

Die Ueberlieferung.

Nach der Escorial - Hs. b III 14 hat Ewald zuerst (N. A. VI, 234) die Reihe der westgothischen Briefe festgestellt; um von ihr auszugehen, bestimme ich ihre einundzwanzig Stücke hier kurz dem Inhalte nach:

1) Unter den Toletaner Hss. (Archiv VIII, 822) ist sie nicht aufgeführt. 2) Archiv VIII, 815. 3) Vgl. N. A. III, 4. 4) Sein Reisebericht: N. A. VI, 217–398. 5) N. A. VI, 298. 6) N. A. VI, 250. Da diese Hs. die neun Briefe bietet, welche Baist aus Dd 104 abgeschrieben hat, so wird wenigstens die von ihm getroffene Auswahl verständlich; aber seltsam bleibt es doch, dass nicht auch der in Rede stehende Escorial-Codex verglichen ist. 7) N. A. VI, 362. 8) N. A. VI, 233. 234. Ewald sagt hier von der Hs.: Der Text dieser Briefe steht dem der Copien des Perez – das ist die Hs. in Toledo – sehr nahe; auch erinnert die Hand sehr an die Abschrift im Madrider Codex der National-Bibliothek Dd 104; so begnügte ich mich mit Collation eines Theils der Briefe'. Aus Ewalds unmittelbaren Aufzeichnungen über diese Hs, geht hervor, dass er nur die Stücke 1. 20. 21 ganz verglichen hat.

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1. Isidor, Bischof von Sevilla, bittet den Bischof Elladius von Toledo und die bei ihm versammelten Amtsbrüder, den lasterhaften Bischof von Cordova abzusetzen, und empfiehlt sich ihrer Fürbitte: Afficimur lacrimis. 2. König Sisebut macht dem Bischof Cicilius von Mentesa Vorwürfe, dass er sein Amt vernachlässige, um als Mönch zu leben, und befiehlt ihm, sich ihm – seinem Könige – und einer Synode zu stellen, damit er zu seiner Pflicht zurückgeführt werde: “Optabam carissime'. 3. Der Patricius Caesarius beschwört den König Sisebut von neuem, endlich zum Frieden sich zu verstehen, und verheisst, dann seinen Einfluss für ihn beim Kaiser auf zubieten: Nostra frequens. 4. König Sisebut beglaubigt bei dem Patricius Caesarius den zur Verhandlung über den Friedensschluss entsandten Ansemund und bedankt sich für einen ihm geschenkten Bogen: “Si cordium'. 5. Der Patricius Caesarius dankt dem Könige Sisebut für seinen Brief und meldet ihm vorläufig durch Ursellus, dass Theoderich und seine – des Caesarius – Gesandten von dem Kaiser mit erwünschtem Bescheide zurückekehrt seien, indem er ihn auf den ausführlichen Bericht der Ä vertröstet; er handelt endlich über die Verurtheilung eines falschen Priesters, um dessentwillen der König an ihn geschrieben hatte: “Qua nobilis. 6. Der Patricius Caesarius übermittelt dem Könige Sise but die Botschaft des Kaisers durch Theoderich und den Priester Amelius, die von der Sendung nach Constantinopel heimgekehrten Gesandten, und lobt ihre Zuverlässigkeit: Venerantissimos apices. 7. König Sisebut lässt den Bischof Eusebius hart an, weil er seines Amtes sich unwürdig mache, und befiehlt ihm, endlich den Bischof von Barcelona abzusetzen und die erledigte Kirche dem Ueberbringer des Briefes zu überantworten: “Mortuam magis. 8. König Sisebut preist den Entschluss seines Sohnes Theudila, in ein Kloster zu gehen, in dem Vertrauen, dass die Entsagung des Sohnes dereinst dem Vater zugute kommen werde; er vermahnt ihn und empfiehlt sich seiner Fürbitte: “Quis enim ultra. 9. König Sisebut bemüht sich in einem an den Lanobarden-König Adaluald und dessen Mutter TheoÄ gerichteten, durch Totila übersandten Schreiben, den arianischer Ketzerei ergebenen Sohn zum rechten Glauben zu bekehren, indem er ihm die Mutter als Vorbild hinstellt: “Tunc enim caritas. 10. Ein Geistlicher, Tarra, welcher auf die Beschul

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