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dass ein solcher Uebergang eine unbedingte Forderung der Verwaltung gewesen, dass ohne denselben ein gedeihliches Reichsregiment allzu sehr erschwert, ja vielleicht unmöglich gewesen wäre. Wenn irgend etwas für eine geordnete Verwaltung erforderlich war, so waren es die Registerbücher des Ä Und was wir von deren Verbleib in der Zeit vor Sigmund wissen, spricht aufs bestimmteste gegen Seeligers Ansicht. Die Register Ludwigs des Baiern hat Karl IV. nie erhalten; sie sind im Besitz Ludwigs des Aelteren (nicht des Römers', wie es in meiner Urkundenlehre versehentlich heisst) geblieben und jetzt in München. Die Registerfragmente Karls IV, obwohl ihm Wenzel folgte, waren schon im 14. Jh. im Meissener Archiv und sind jetzt in Djdenberere König, von dem wir wissen, dass er die Auslieferung der Register seines Vorgängers verlangt hat, ist Ruprecht: er hat diejenigen Wenzels natürlich nie erhalten. Und von den eigenen Registern Ruprechts hat sein Kanzler drei Bände behalten, die erst später an Sigmund ausgeliefert sind: die übrigen Bände sind im pfälzischen Archiv verblieben und jetzt in Karlsruhe. Das sind die vorliegenden Thatsachen, aus denen wir m. E. in erster Linie Ä die Praxis dieser Zeiten, in denen auch in vielen anderen Dingen die Erfordernisse einer geordneten Verwaltung unbeachtet blieben, zu schliessen haben. Ich füge noch hinzu, dass, was Seeliger S. 398 N. 1 bemerkt, auf einer nicht ganz scharfen Auffassung meiner Ansicht beruht; was ich (Forschungen XXVI, 8f.) eigentlich in Abrede stelle, ist, dass das ältere deutsche Recht die Anfechtung allein der formalen Echtheit einer Urkunde überhaupt kenne. Gegen den von S. hinzugefügten apodiktischen Satz aber: Bei allen Bestimmungen der Volksrechte über Urkundenbeweis ist die formelle Echtheit stets Voraussetzung genügt es, auf Lex Rib. LIX, 5 zu verweisen; wo Schriftvergleichung im Urkundenbeweis angeordnet wird, kann die formale Echtheit nicht Voraussetzung sein.

70. In der Ztschr. f. Gesch. der Juden in Deutschland IV, 275 ff. theilt A. Warschauer aus einem Formularbuch der Breslauer Bibliothek einige auf Juden bezügliche Formulare und Urkunden Karls IV. und Wenzels (1397 März 31) mit.

71. In den Mittheil. des Instituts f. österr. Geschichtsforsch. XI, 361 ff behandelt L. M. Hartmann in scharfsinniger Untersuchung den bekannten Ravennatischen Papyruscodex der Münchener Bibliothek (Codex Bavarus).

72. In den Miscellanea di storia italiana XXVIII. (1890),

297 ff handelt C. Cipolla eingehend und höchst sorgfältig über Bischof Bruning von Asti und erörtert unter Mittheilung von drei bisher unbekannten Urkunden von 941.951.959 eine Reihe chronologischer, diplomatischer und historischer Fragen, indem er eine Art von Ä der Bischöfe von Asti entwirft. Die Urk. von 959 bringt einen neuen – und bis jetzt den ältesten – Beleg für die von J. Havet entzifferte tachygraphische Silbenschrift des 10. Jhs., die auch in Gerberts Briefen und Urkunden wiederkehrt.

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73. Im Arch. stor. italiano V, 5, 275 ff. druckt C. Paoli ein zuerst von G. Levi veröffentlichtes Document von 1193, das für die Geschichte der Urkunden sprache wichtig ist, abermals ab, indem er die Entstehung desselben aufklärt. In eine lateinische Notariatsurkunde, die einen Scheinkauf darstellt, ist ein Stück einer zweiten italienisch abgefassten Privaturkunde eingeschaltet, in welcher das wirklich abgeschlossene Geschäft, Darlehen gegen Pfand, zu Tage tritt.

74. In der Ztschr. f. Gesch. des Oberrheins N. F. V., 137 ff handelt A. Schulte mit eindringlichem Scharfsinn über Reichenauer Stadtgründungen des 10. und 11. Jh. im Anschluss an zwei von ihm abgedruckte Urkunden: das schon früher bekannte Privileg des Abtes Ekkehard für Allensbach von 1075 und ein bisher ungedrucktes, höchst wichtiges Document, betreffend die Gründung eines Marktes zu Radolfzell durch Abt Udalrich von Reichenau im J. 1100. Der Text der letzteren Urkunde ist mehrfach verderbt und wird von Schulte nochmals bearbeitet werden. Sie ist schon benutzt in der jüngsten Schrift von R. Sohm: Die Entstehung des deutschen Städtewesens (Leipzig, Duncker & Humblot 1890), die ganz neue Ansichten über diese wieder auf der Tagesordnung stehende Frage entwickelt und ohne Zweifel zu lebhafter Discussion den Anstoss geben wird.

75. Il libro di Monta perti (herausgegeben mit grösster Sorgfalt von Cesare Paoli in den Documenti di storia italiama der Deput. per le prov. di Toscana, dell'Umbria e delle Marche, Bd. IX. (Firenze 1889) ist eine in ihrer Art fast einzige und ausserordentlich wichtige Quelle für die Geschichte von Florenz im 13. Jh. und für die mittelalterliche Kriegsgeschichte überhaupt. Die Rüstungen für den Feldzug der Florentiner gegen Siena, der 1260 mit der Schlacht von Montaperti endigte, und die Begebenheiten auf dem Feldzuge selbst bis zum Abend vor der Schlacht lassen sich hier von Tage zu Tage genau verfolgen.

76. In der Altpreuss. Monatsschrift XXVI, 484 ff. giebt P. Wagner urkundliche Nachricht über die Theilnahme rheimischer Herren, darunter des Grafen Wilhelm (später IIerzogs W. V.) von Jülich, an der Kreuzfahrt nach Preussen 1321/22.

M 77. Im Danske Magazin V. R. II, 83 ff. hat Kr. Erslev eine Reihe interessanter Klageschriften aus dem Streit zwischen König Erich VII. von Dänemark und den Herzogen von Schleswig-Holstein aus den Jahren 1409–1415 herausgegeben.

78. In den Annalen des histor. Vereins für den Niederrhein Heft 49 veröffentlicht A. Ulrich Acten zum Neusser Krieg (1472–1475), die eine wichtige Ergänzung zu desselben Ausgabe des Gedichtes von Cristianus Wierstraat (Städtechroniken Bd. XX.) bilden und ursprünglich als Bei

lagen dazu in Aussicht genommen waren.

79. Der vierte Band des vortrefflichen Urkunden buchs der Stadt Hildesheim von R. Doebner (Hildesheim, Gerstenberg 1890) enthält die Urkunden und Briefe von 1428 bis 1450. Nachgetragen werden einige Urkunden von 1288 an; beigegeben sind dem Bande drei Stadtpläne von 1588, 1653 und 1769.

80. Das Urkundenbuch der Stadt Basel, herausgegeben von der hist. - antiquar. Gesellschaft zu Basel, I. Bd., bearbeitet durch R. Wackernagel und R. Thommen (Basel 1890) enthält 495 Nummern von 751 bis 1267; die erste bisher ungedruckte Urkunde ist n. 71 von 1202. BeiÄ" sind eine Karte und 14 vortrefflich ausgeführte Siegeltafeln.

81. Der unermüdliche U. Chevalier hat das Cartulaire de l'abbaye de Bonnevaux (Diöc. Vienne), Grenoble 1889, herausgegeben. Die Papsturkunden daraus sind schon von S. Löwenfeld nach Mittheilungen Chevaliers ausgezogen; das Diplom Friedrichs I. für das Kloster (St. 4265") war bereits gedruckt.

82. Im Bullettino dell' Istituto storico Italiano n. 7 S. 39 ff. veröffentlicht A. Gaudenzi aus einem Codex von La Cava ein Bruchstück eines Gedichtes über die Trinität, welches Audradus von Sens 849 dem Papst Leo IV. überreicht hat. Ausserdem giebt derselbe aus der Bologneser Hs. (von der ein Facsimile beigegeben ist) das Gedicht des Amatus von Montecassino auf S. Petrus heraus, über welches Dümmler in dieser Zeitschrift IV, 180ff bereits eine ausführliche Mittheilung gemacht hat,

83. C. L. Kingsford giebt in der English Historical Review V, 311 ff. über die Bodleianische Hs. Add. A44 (s. XIII; vgl. Hauréau, Bibl. de l'école des chartes 47,88 ff.) eine genaue Inhaltsübersicht und theilt aus derselben eine Anzahl von Gedichten politischen Inhalts mit, darunter m. 3 ein Lobgedicht auf Heinrich II. von der Champagne, König von Jerusalem († 1197), n. 4 Aufruf zur Befreiung Richards des Löwen aus der Gefangenschaft, n. 5 Loblied auf denselben, n. 6. Carmen ritmicum contra avariciam et ypocrisin presulum et abbatum, n. 7 Contra pontifices pilatisantes, n. 8 Verse auf Thomas Becket.

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84. In der Ztschr. des Aachener Geschichtsvereins XI. druckt C. Nörrenberg aus dem Cod. Amplonianus 40. 332 eine Anzahl von deutschen und lateinischen Gedichten aus dem Schluss des 14. Jhs. ab, die wahrscheinlich von Johannes Barba (Bart), Canonicus an der St. Katharinenkapelle in Aachen, herrühren. Politischen Inhalts ist nur eins davon (wat seis du busschof happertasch), ein Pamphlet gegen Johann von Baiern, seit 1390 Bischof von Lüttich.

85. Im Anzeiger f.schweiz. Gesch. 1890 S. 45 f. veröffentlicht Th. von Liebenau lateinische Verse auf Kaiser Friedrich III. und sein Verhältnis zur Schweiz. – Ein längeres mhd. Gedicht (379 Verse) auf Kayser Friedrichs (III.) moerfart in zeit als er ertzhertzog zu Oesterreich gewest ist (1436) theilt R. Roehricht in der Ztschr. f. deutsche Philologie XXIII, 26ff aus einer Hs. des British Museum (Addit. 16592) mit.

86. Excurs IX. der Jahrb. IHeinrichs IV. und Heinrichs V. von G. Meyer von Knonau stellt sich hinsichtlich der Beurtheilung der Disceptatio synodalis des Petrus Damiani auf den Standpunkt, dass die Rechtserörterungen der Schrift nicht ernst genommen werden dürfen, was der Auffassung von Martens, der darin eine Causerie sah, nahe zu kommen scheint.

87. In der Röm. Quartalschrift III, 204–251 publiciert A. Holder ein Martyrologium Augien se, welches zwischen 837 und 842 entstanden ist, nach der Karlsruher IIs. Es ist verschieden von dem von Sollier 1717 herausgegebenen etwas älteren Martyr. Richemoviense und enthält einige Zusätze, welche dort fehlen.

88. In der Ztschr. des Vereins f. Lüb. Gesch. und Alterthumskunde VI, 1 veröffentlicht Wehrmann das Necrologium von St. Marien zu Lübeck aus dem 15. Jahrhundert. Vorauf geht eine anziehend geschriebene Einleitung.

89. Im Bullettino dell' Istituto storico Italiano n. 6 S. 101 ff. veröffentlicht Giorgi aus einem Codex Sessorianus (früher Nomantul.) 41 die schon von Bethmann (ArchivXII, 397) als “merkwürdig zur Sittengeschichte erwähnten Aufzeichnungen über den Brodverbrauch in einem Herrenhaus in der Emilia (wahrscheinlich Cella bei Reggio) in der Zeit vom 15./30. Juli 1252.

90. Im Jahrbuch des kaiserl. deutschen archäolog. Instituts I. Ergänzungsheft (Berlin 1888) ediert und behandelt J. Strzygowsky die Kalenderbilder des Chronographen vom Jahre 354.

91. In der Ztschr. des Aachener Geschichtsvereins Bd. XI. und XII. veröffentlicht Paul Clemen eine auch als Buch (Aachen, Cremer 1890) erschienene, von ungemeiner Belesenheit und grossem Fleisse, sowie allseitiger Beherrschung des Stoffes zeugende Abhandlung über die Portrait darstellungen Karls des Grossen', in welcher die litterarischen, sowie die künstlerischen Portraits des Herrschers vom 9. Jahrh. bis in die Zeit Albrecht Dürers verfolgt werden. Zwei Excurse behandeln – was für uns besonders beachtenswerth ist – den Bilderschmuck der Leges barbarorum und die Anfänge der Chronikenillustration. – Ob die auf S. 24 erwähnten angeblichen Bleibullen Karls d. Gr. diesem wirklich angehören, muss aber als durchaus zweifelhaft bezeichnet werden, da bekanntlich der Brauch der Bullierung von Urkunden erst für die Zeit Karls des Kahlen, Karls III. und Ludwigs II. nachgewiesen werden kann. Dass die schöne Broncestatuette Karls aus dem Metzer Dom, welche jetzt im Museum Carnavalet in Paris ist, aus dem 9. Jh. stamme, hat nach dem Erscheinen des ersten Theils der Abhandlung von Clemen G. Wolfram in einer eigenen Broschüre (Strassburg, Trübner 1890) in Abrede gestellt und sie als ein Product der Renaissance bezeichnet, wogegen Clemen in einem Nachtrag zur Buchausgabe seine Ansicht aufrecht erhält.

92. Gleichfalls sehr sorgfältig gearbeitet ist eine zweite Arbeit von Clemen über den karolingischen Kaiserpalast zu Ingelheim Ä Ztschr. IX, 54 ff. 97 ff.); wir haben sie an dieser Stelle namentlich deshalb zu erwähnen, weil sie mancherlei Ergänzungen zu den Ausführungen von Schepps in dieser Ztschr. IX, 173 ff. X, 378 ff bietet. S. 112 n. 220 wird aus der Hs. von St. Omer 42 saec. IX. eine Palastbeschreibung abgedruckt, die von dem Text Mabillons mehrfach abweicht. Aber auch ausserdem finden sich hier viele beachtenswerthe Mittheilungen über karolingische Baukunst und Malerei aus handschriftlichem Material.

93. In den Abhandlungen der Bairischen Akademie der Wissenschaften, IIist. Klasse XIX, 3. Abth. veröffentlicht

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