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genommen sein, so oft die Hülfs-Hs. davon abwich, und stets verworfen und durch eine neue ersetzt worden sein, sobald E2 und die Hülfs-Hs. sich näherten oder mit einander übereinstimmten. Wenn somit endlich erwiesen ist, dass E 2 und M1 auf dieselbe Vorlage zurückgehen, und wenn diese Vorlage der Ovetensis ist", so macht sich nunmehr die Nothwendigkeit geltend, eine Erklärung dafür ausfindig zu machen, dass Perez in seiner Hs. T ein unvollständiges und darum irreführendes Bild von dem Inhalt des Ovetensis gewährt. Perez hat eingestandenermassen nur die Briefe 2–18 und ausserdem die Vita Desiderii “ex veteri codice Ovetensi' genommen?; das 1. Schreiben ist nicht daraus und folgt auch erst nach mehreren Zwischennummern, und vollends die letzten Stücke des Ovetensis (19. 20. 21) sind gänzlich übergangen. Die genauere Betrachtung jener Zwischennummern lässt nun den Plan des Perez erkennen: dass er in sein Sammelwerk nur das aus dem Ovetensis aufnahm, was er nicht anderswoher besser und vollständiger haben konnte; die Zwischenstücke sind nämlich Briefe des Isidor, von welchen er gleich eine ganze Anzahl – unter ihnen auch den im Ovetensis befindlichen – ex codice ecclesie Caesaraugustang ausschrieb. Aehnlich steht es mit dem 19., 20. und 21. Stücke. Perez konnte wohl um dessentwillen des Ovetensis entrathen, weil ihm ein Codex zuhanden war, welcher, älter als der Ovetensis, die fraglichen Stücke trefflicher und unverkürzt enthielt: das ist die jetzt in der National-Bibliothek zu Madrid beruhende Hs. 14. 22 aus dem zehnten Jahrhundert, von welcher auf dem Titelblatt berichtet wird: Hunc codicem Gotthicum pene lacerum Vallisoleti pretio redemit Michael Ruyzius Azagra, imperatoris Ä II. secretarius. Quo mortuo ab eius haeredibus impetravit et in hanc bibliothecam scil. Toletanam transtulit Iohannes Baptista Perezius canonicus et fabricaé huius ecclesiae Toletanae praefectus anno MDLXXXVII.' ; in dieser Hs. beginnt fol. 21 die Schrift des Coripp de laudibus Iustini minoris', aus deren drittem Buch das 19. und 20. Stück ausgesondert ist, und fol. 135 eben jener Brief des Fortunatus, und zwar nur dieser, von welchem der Ovetensis einen Auszug giebt?. Also dieser Ausfälle ungeachtet ist T ein echter Spross des Ovetensis", wie es E2 und M1 auch sind. Und wie verhält es sich endlich mit E 1? Lässt sich nicht auch für diese Hs, auf Grund der Textvergleichung die Verwandtschaft mit dem Ovetensis genau bestimmen? Die eine Möglichkeit, mit welcher oben noch gerechnet werden musste, dass E 1 den Grundstock der Sammlung ausmache und im Ovetensis nur erweitert sei, kann in der That als unhaltbar dargethan werden. Man beachte z. B. die durchgreifende Verschiedenheit in folgenden Stellen:

1) Die offenbar nicht ganz genauen Nachrichten, welche in der España sagrada XXXVIII, 366 unter der Ueberschrift: "Noticias que escribió Ambrosio de Morales de lo contenido en el famoso codice Ovetense de Don Pelayo obispo de esta sede über den in Rede stehenden Codex gesammelt sind, lassen erkennen, dass die Hs. M 1, welche die Vita Desiderii nach dem 9. Briefe hat, darum noch genauer mit ihrer Vorlage übereinkommt; dass aber der Ovetensis als 13. Schreiben ein dem Bulgar gewidmetes und dann einen Brief des Agapius an Bulgar statt dreier Bulgaran-Briefe, deren erster an einen Bischof, deren zweiter und dritter aber an Agapius und “eundem gerichtet ist, und vor dem Fragmentum historiae Alexandri Macedonum regis’ nur das “Rescriptum imperatoris ad regem Abarorum', nicht auch die Botschaft des Avaren - Königs an den Kaiser enthalten habe, scheint mir unglaublich; wäre es wirklich der Fall, dann könnte die Uebereinstimmung der Hss. M 1 und E2 nur durch die – ausdrücklichen Angaben zuwiderlaufende – Annahme erklärt werden – vgl. die Möglichkeit, welche ich oben S. 18 einstweilen habe bestehen lassen –, dass beide erst von einem Abkömmling des Ovetensis stammen und von diesem Mittelgliede das, worin sie einander ähnlich und von dem Ovetensis verschieden sind, empfangen haben. 2) Auch bei der Vita findet sich dieselbe Herkunft angegeben wie bei den Briefen; vgl. Ewald im N. A. VI, 362.

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E 1. Ovetensis. 2. Oepistola domni Sise-Sisebuti regis ad Cicilium“ buti ad Cicilium Mente- Mentesanum episcopum, sanum episcopum, dum dum se reclusis set in ad monasterium am bu- monasterio (M 1. T. M 2) labit 3. ut pro vestre clementieut et* vestrae clementiae anianimus provocetur vicem mos provocetur vicem rerescripti rependere inqui- scripti rependere inquirenrenti hac diligen ti tibus ac diligen tibus (M 1. 2) 1) Partsch in den MG. Auctt. antiquiss. III, 11, p. L. 2) Vgl. Ewald im N. A. VI, 316. 318. Diese Hs. (14. 22) ist in T überdies zweimal als Quelle angeführt. 3) Das Bedenken, welches Dahn (Die

Könige der Germanen V, 181 Anm. 1) angesichts der verschiedenen Ausdehnung des 9. Briefes äussert: Der echte Brief schliesst vielleicht da, wo der Codex ecclesiae Toletanae', scheint mir nicht stichhaltig zu sein; denn die Vorlage des Toletanus hat, wie die Hss. M 1 und E2 beweisen (vgl. oben S. 16), die wohl in ihrem Anfang deutlich sich abhebende, ausgedehnte Fortsetzung des Briefes enthalten, und ihre Weglassung in E 2 und T erklärt sich zur Genüge schon aus der Langweiligkeit der in dem Schlussstück gebotenen Erörterungen; dazu kommt, dass hier der Stil der nämliche wie in anderen Briefen Sisebuts ist; vgl. z. B. de fumosis orta materiis exurens in favilla reducat' mit (7) “id in fumosis ipsis fabillis advertimus' und 'in suum preceps fertur extirpatus semper interitum mit (einer Wendung im ersten Theil desselben 9. Briefes) ad mortis ianuam se quemquam praecipitem ferre'. 4) Caecilium T. M 2. 5) per M 1.2 (“et Verbesserungsvorschlag am Rande).

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4. Rescribt um domni Si

sebuti per Ans emun-
dum ad Cesarium de-
stinatum

oder die Lücken im Ovetensis:

2. Si dominus noster unam obem errantem humeris vectabit obiculam

4. nostrum quidem non est indignus expectari consilium

12. effici volumus nobis kari

tate devinctum

oder insbesondere die Lücken

2. nihiladquirens, ea que habuit neglegendo

3. die ganze Ueberschrift fehlt

die sechs Wörter fehlen

die fünf Wörter fehlen 7. die Ueberschrift fehlt

12. die Ueberschrift fehlt

Sisebuti regis ad Caesarium per ! Ans emundum ? directa (M 1. E 2. M2),

Si dominus unam oberrantem
humeris vectavit * ovicu-
lam (M 1. 2)
nostrum quidem non indignus*
expectare consilium (M 1.
M2)
effici volumus caritate devinc-
tum (M 1. 2),
in E 1 :
nihil adquirens et ea quae ha-
buit neglegendo (MI 1. 2)
Caesarii* patricii ad Si-
sebut um regem pro
supra dicto Äeij
directa, dum a mili-
tibus " captus fuisset
(M 1. T. M2)
et nobilium in culatu sus-
ce pisse stapatus con-
gemuit (M 1. 2)
Neca ve stra mente rece-
dat (M 1. 2)
Eusebio episcopo* a Sise-
buto rege directa (M1.
M2)
Cuius supra ad episcopum Fran-

ciae directa (M 1. 2),

und man wird namentlich in Anbetracht der beiden fünf und sechs Wörter unterschlagenden Lücken, welche, im Zusammenhang nicht fühlbar, auch nicht eine eigenmächtige Ergänzung erforderten, von E 1 als Vorlage des Ovetensis absehen. Demnach ist in E 1 ein die ursprüngliche Anordnung noch verrathender Auszug der Archetypus-Sammlung zu erkennen, welche später vollständig in den Ovetensis aufgenommen wurde; das Verwandtschaftsverhältnis aller bisher besprochener Hss. aber veranschaulicht etwa dieser Stammbaum:

1) ad M 1. diguus M 1. lites M 1.

2) Ansemum M 1. 3) revectavit M 1. 5) Caesari M 1. 6) supradictum Cicilium M 1. 8) Eusebii episcopi M 1.

4) in7) mi

(Codex archetypus)
> &
E 1

(Ovetensis)

> r M 1 M2

Bei diesem Bilde wolle man sich indessen gegenwärtig halten, dass darin die Hss. nur insoweit dargestellt sind, als sie die Stücke 1–21 enthalten, und dass sogar hinsichtlich des 1. von Isidor ausgehenden Briefes, wie oben bemerkt worden ist, T nicht auf den Ovetensis, sondern auf eine andere Hs. zurückgeht.

Auch sonst habe ich für einzelne Stücke eine andere Ueberlieferung als die bisher betrachtete gefunden; da das indessen nur aus Drucken ermittelt worden ist, so werde ich den Bericht darüber am zweckmässigsten in der Weise abstatten, dass ich gleich festzustellen suche, durch welche auf Hss. zurückreichende Werke die westgothischen Briefe bis jetzt bekannt gemacht worden sind.

Nachdem zuerst Ambrosio de Morales in seinem Reisebericht auf die Hs. in Oviedo hingewiesen hatte", wurde eine Veröffentlichung der Briefe von Seiten des Cardinals de Aguirre verheissen. In seinem den Gelehrten seiner Zeit als Buch unterbreiteten Arbeitsplan, welcher auf die Ausgabe der spanischen Synoden angelegt war, bekundete er die Absicht?, auch auf die in Rede stehenden Briefe sich einzulassen; und zwar sollten ex manuscripto Toletano die vier Briefe des Bulgar, welche an den Westgothen-König und einen fränkischen Bischof gerichtet waren, ausserdem die drei, deren Empfänger Agapius ist, und das Schreiben Tarras an Recared – also die Stücke 16. 11–15. 17. 10 – in der Dissertatio VIII, die Eröffnung des Aurasius an Froga und die acht SisebutBriefe – also die Stücke 23. 2–9 – in der Dissertatio X des zweiten Bandes ein Unterkommen finden s. Aber während dieses Versprechen, so viel ich weiss, von Aguirre niemals eingelöst worden ist, war dem Mariana, welcher schon in der ersten Ausgabe seines Geschichtswerkes die Bulgaran- und

1) Vgl. oben S. 18. 2) Notitia compendiaria sive epitome brevis ac dilucida conciliorum omnium Hispaniae, epistolarum decretalium et aliorum monumentorum veterum ad illam spectantium, quorum integra editio paratur Salmanticae quatuor iustis voluminibus (Salmanticae 1686) p. 104–106. 109. 3) An passendem Platze gedachte er vielleicht auch die beiden anderen Briefe (18. 22) einzuschieben; jedenfalls lässt er (p. 134) erkennen, dass er der DissertatioXX, welche die Regula Fructuosi bringen sollte, auch das Schreiben des Fructuosus (22) einverleiben wollte.

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Sisebut-Briefe benutzt hatte, in dem Herausgeber der spanischen Neubearbeitung seines Werkes (Valencia 1785) ein Nachfahr beschieden, welcher aus freien Stücken in der oben schon ausgeschriebenen Anmerkung den Abdruck wenigstens der Bulgaran-Briefe in Aussicht stellte: um dieser Verpflichtung nachzukommen, erklärte er in einem Anhange (II, 547): “hemos sacado copia de un codigomanuscrito escrito segun parece en fines del siglo XVI. que se halla en la libreria alta del Escorial, baxo la letra b pluteo 3 n. 14' – das ist die von mir benutzte Hs. E 2 –; er theilte aber daraus (p. 548.549. 550) nur die drei Schreiben 11. 12. 13 mit, indem er sie noch dazu um die ihn belanglos dünkenden Sätze im Eingang oder Ausgang verkürzte. Schon vor diesem Zeitpunkt war der Anfang der westgothischen Briefsammlung – die Stücke 2–10 – in der España sagrada von Henrique Florez allgemeiner Benutzung zugänglich gemacht worden: im Appendice IV. des siebenten Bandes (2. Auflage, Madrid 1766) p. 307–328 handelt der Herausgeber De las cartas del rey Sisebuto (hasta hoy no publicadas)' und fügte im dreizehnten Bande (1782) p. 414 auch noch den Brief Tarras an Recared hinzu*. Ueber die Quellen sagt Florez bei den Sisebut-Briefen (VII, 307. 308): “IIallanse en um manuscrito de esta Real Bibliotheca de Madrid intitulado Ovetensis codex et alia', que fué copia usada por Ambrosio Morales, pues tiene varias notas marginales de su letra. Lo material del texto se halla con bastantes defectos, pues no solo carece de ortographia, sino que á veces no se gÄ formar buen sentido. Para ocurrir á esto me vali del

esor Infantas, Doctoral de Toledo, ä fin de que me hiciese el favor de cotejar esta copia con otra que se conserva en aquella santa iglesia, como lo egecutó con la diligencia y esmero que acostumbra. De estas dos resulta el texto que doy . . . Wenn man mit dieser Auskunft die Nachricht zusammenhält, welche zu dem 3. Briefe in M 2 (nach Baist*)

1) Historiae de rebus Hispaniae libri XX (Toleti 1592); von den Bulgaran-Briefen ist lib. VI. c. II. (p. 240) die Rede: 'quae ad hanc diem Compluti et Oveti inter veteres schedas librosque servantur'; und lib. VI. c. III. (p. 241) heisst es von Sisebut: “extant eius ingenii moni

menta epistolae aliquot', deren Inhalt dann angegeben wird. 2) Einen Nachdruck davon liefert Migne, Patrol. lat. LXXX, 107. 109. 110. 3) Nachgedruckt von Migne, Patrol. lat. LXXX, 363–-372. 4) Migne, Patrol, lat. LXXX, 19. 5) Ewald giebt nur an, dass im 9. Brief an

dem kritischen Worte, mit welchem das Schreiben in E 2 und T schliesst, sich folgende Bemerkung findet: "En la colleccion ms. de D. Juan Bautista Perez – das ist T – esta carta acaba en la palabra Theodelinde'. Pero en el exemplar de la bibliotheca real, de donde el D. F. Henrique Florez sacó su la copia, se añade lo siguiente sin titulo alguno y como continuacion de la misma epistola'. Die Fortsetzung über das Wort “Thcodelinde' hinaus rührt also in M 2 aus der von Florez benutzten Hs. her;

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