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Zur Orthographie des Namens Beda.
Von H. Zimmer 1.

Da Béda aus Nordhumbrien stammt und nach seinem eigenen Zeugnis (Hist. eccl. gent. Angl. V., 24) sein Leben dort verbrachte, so liegt es am nächsten, dass sein Name nordhumbrischen Ä Ursprungs ist, zumal eine ältere berühmte Persönlichkeit mit gleichem Namen nicht existiert, nach der er seinen Namen haben könnte. Formell ist Beda Koseform aus einem Vollnamen (wie goth. Vulfila, ahd. Otto, Haimo, gr. Aaxtoy, Ketov, 2ooy Xogtov etc.), daher auch die angelsächsische Flexion G. D. A. Bedan?. Wie also nordhumbrisch Eada Koseform zu den Vollnamen Eadberct, Eaduini, Eaduulf, Eadlac ist, so Béda zu einem ähnlichen Vollnamen. In dem nordhumbrischen Liber vitae – einer Handschrift aus Ende des 8. und Beginn des 9. Jahrh., die grosse Listen von Wohlthätern der Kirche von Durham enthält, also Namen aus den Gegenden, woher Beda stammte – findet sich unter den Donatoren Beda fol. 18", Beda fol. 19", Beda fol. 24°, Beda fol. 27*, Beda fol. 30"; ferner fol. 19" ein Bedhaeth, fol. 29 ein Beeduini, fol. 35" ein Beduini (Sweet, Oldest English Texts, S. 154–166). Wie in denselben Namenslisten Eaduini, Ead haeth als Vollnamen neben Eada stehen, so Beeduini, Bedhaeth neben Beda. Ein Anlass, in den verschiedenen Bedas des Liber vitae an den Verfasser der Hist. eccl. zu denken, liegt nicht vor: der Name ist eben wie Eada, ahd. Otto gewöhnlich.

Was nun den Vocal der ersten Silbe anlangt, so werden wir, da in nordhumbr. ae oder é des 8. Jahrh. verschiedene Laute zusammengeflossen sind, zusehen müssen, ob nicht andere altenglische Dialekte eine Handhabe bieten. Nun meldet die älteste westsächsische Handschrift (Parker Ms.) der Sachsenchronik den Tod des Verfassers der Hist. eccles. zum Jahr 735 unter der Form Bieda; dieselbe Handschrift kennt auch sonst im 7. Jahrh. den Namen Bieda, so dass die westsächsische Form Bieda ist. Damit ist der Vocal der ersten Silbe in nordhumbr. Beda bestimmt: es ist westsächs. ie = nordh. é der i-Umlaut eines gemein angelsächsischen ea = germ. (goth.) au. Die Frage, ob Baeda oder Beda, beantwortet sich meines Erachtens dahin, dass Beda die gewöhnliche Orthographie im 8. Jahrh. ist, Baeda die archaische. Dies lässt sich aus den Namen der Hist. eccles. mit Sicherheit nachweisen. Ich bediene mich der Ausgabe von Holder, der ja Kk 5, 16 enau abdruckt; die Handschrift ist sicher nordhumbrischen rsprungs. Altgermanisches (goth.) au ist in Tonsilben im Angels. zu ä0 (ao) aea geworden und weiter zu ea. 1) Nun hat Hist. eccles. II, 10 (Holder S. 82) Audubaldi regis, II, 11 (H. S. 85) Audubaldi regis in den Briefen des Bonifatius; 2) aber II, 7 (H. S. 76) Aeodbaldo regnante; II, 9 (H. S. 79) Aeodbaldo; endlich gewöhnlich Eadbald II, 5. 20. III, 8. V, 24. s handelt sich in allen Fällen um dieselbe Persönlichkeit. Da nun alle ähnlich gebildeten Namen in Kk 5, 16 nur Eadaufweisen: Eadberct, Eadfrid, Eadgar, Eadhaeth, so ist klar, dass die auch am häufigsten vorkommende Form Eadbald die Form zur Zeit Bedas und der Handschrift ist. Beda benutzte nach der Praefatio Dokumente verschiedener Art und verschiedenen Alters. Wie er in den Schreiben des Papstes die alte, im Curialstil gebräuchliche Form Audubald beibehielt, so behielt er II, 7. 9 aus älteren Dokumenten Aeodbald bei. Die fragliche Persönlichkeit regierte von 616–640, und wir dürfen annehmen, dass Aeodbald die Form des 7. Jahrh. ist; die Form des 8. Jahrh. ist Eadbald, die Beda da verwendet, wo er seinen Dokumenten nicht sklavisch folgt. Damit ist die Frage Baeda oder Beda entschieden. Dem unumgelauteten aeo, aea (z. B. Aeod-, Aead-) entspricht der Umlaut ae (z. B. Aed-); ebenso dem unumgelauteten ea des 8. Jahrh. (Ead-) der Umlaut e (Ed-). So schreibt Hist. eccles. stets den Namen des 663 gestorbenen Nordhumbrerkönigs Aeduini, welcher Name im 8. Jahrh. Eduine lautet (Aeodbald: Eadbald = Aeduine: Eduine); charakteristisch ist, dass der gleichlautende Name des rex Deirorum 613–633 Eduini geschrieben ist (IV, 23. V, 24). Béda wurde 674 geboren; der Nordhumbrerherrscher Aeduini starb 663; dass er (Béda) in seiner Jugend seinen Namen Baeda geschrieben hat, ist demnach natürlich. Die reguläre Aussprache zur Zeit als er die Hist. eccles. schrieb, war Beda. Das Aeduini ist ebenso wie Aeodbald (auch Aeanfled filia Aeduini II. 9. III, 24 neben gewöhnlichem Eanfled) auf Grund der benutzten Dokumente des 7. Jahrh. beibehalten.

1) Antwort an Th. Mommsen auf die Anfrage, welche der beiden handschriftlich vorkommenden Formen Beda oder Baeda vorzuziehen sei. 2) Auch lat. Bedani findet sich nach Mommsen hier und da, zum Beispiel in den Handschriften der erweiterten Beda-Chronik, Leiden Scal. 28 und München 246, beide saec. IX (B. Simson, Forschungen 17, 77). Vergleiche auch C. I. L. V, p. 1205: anis vel amigen. Sing. 1 in nominibus propriis qualia sunt Gattila 6176, Tzitta 7793, ut Attila, Totila non raro ita flectuntur.

Da Baeda, Béda ein gewöhnlicher Name jener Zeit in Nordhumbrien ist (wie z. B. ahd. Wolfo, Otto), neben dem die Vollnamen wie Beduini etc. noch bestanden, so ist natürlich, dass seine jüngeren Zeitgenossen sich um seine eigene archaische Schreibung Baeda wenig kümmerten und einfach so mit seinem Namen verfuhren, wie er selbst in II, 5. 20. III, 8. V, 24 mit dem Aeodbald des 7. Jahrh.: wie Béda hier und in den anderen Namen mit Ead einfach die Form seiner Zeit: Eadbald einsetzte, so schrieb man seinen Namen Beda.

Zu den Gesta abbatum Fontanellensium.
Von 0. Holder-Egger.

Durch die grosse Liberalität der Stadtverwaltung von Le Hävre und die Vermittelung der französischen Regierung ist die wichtige Handschrift der Stadtbibliothek zu Le fÄ &lUS der S. Löwenfeld die Gesta abbatum Fontanellensium in den Script. rerum Germ. herausgab, und die er N. A. IX, 368 ff. genau beschrieben hat, zunächst für Herrn Dr. B. Krusch zur Benutzung der in ihr enthaltenen merowingischen Heiligenleben hergesandt worden. Da sie einmal hier war, habe ich nicht unterlassen wollen, auch die übrigen Stücke der werthvollen Handschrift zu benutzen, und habe namentlich die Gesta abb. Font. ganz durchcollationiert. Wie eine jede Neuvergleichung erfahrungsmässig, namentlich wenn sie in Musse nach einer in Hast auf der Reise gemachten angestellt wird, ergab auch diese noch eine Reihe von Verbesserungen, die bei einem Neudruck des Stückes Verwendung finden sollen. Da aber ein solcher erst nach vielen Jahren erfolgen dürfte, so theile ich hier einige der wichtigsten Verbesserungen mit. In der Ausgabe der SS. R. G. ist zu lesen: S. 11, Z. 6 nostrae orationis sermo sumat exordium. S. 11, Z. 23 filii Anschisi fuit (statt “extitit). S. 15, Z. 37 steht “almi' nicht in der Hs. S. 16, Z. 19. 20 locum Bothmariacensem! salt um precidendo'. II10 S. 17, Z. 16 ab anno VII Hildeberti (videlicet steht nicht in der Hs.). S. 19, Z. 29 Albachahannido st. Albachahan, Nido. S. 20, Z. 15 hat die Hs. richtig indictio V"; Z. 27 die dominica loco (“in steht nicht in der Hs.). S. 22, Z. 32 a plurimis venerabilibus'; Z. 35 vir de Brittannia. S. 23, Z. 18 cum in oratione assisteret. ImA S. 27, Z. 30 hat die Hs. richtig indictione XI', nicht die falsche Indiction 12.

1) Wie auch oben S. 12 “Bothmariacas'.

S. 28, Z. 13 steht hinter Aprilium in der Hs.: in

dictione XIII'. S. 28, Z. 23 streiche das in Klammern hinzugefügte, vollständig überflüssige “per. S. 28, Z. 25 patenam auream pensantem. S. 29, Z. 26 rege suo nomine Abdirama. S. 30, Z. 20 Domino militantium'; Z. 35 Sed unum e pluribus'. MU1S S. 31, Z. 32 Karoli XX'! (principis steht nicht in der Hs.). S. 35, Z. 5 usque litus maris (ad' steht nicht in der Hs.).

S. 36, Z. 42 post aliquot temporis.
S. 39, Z. 25 elegit pro se.
S. 46, Z. 22 ipsoque in tempore.
S. 48, Z. 30 lies indictio, die Hs. hat indict'.
S. 50, Z. 1. 2 Karolo ei commissa fuerunt.
S. 51, Z. 17 adduxit huc'.
S. 52, Z. 29 pallia fundata V" (nicht sex).
S. 53, Z. 29 casulas numero IIII'.
S. 54, Z. 15 in Luce euangelio'.

S

. 54, Z. 21 “Excerptionem Paterii de vetere et novo'; Z. 25 episcopi ÖÄ S. 55, Z. 33 hat die Hs. wirklich curiae. S. 57, Z. 2 “Ambrosii episcopi in epistolis Pauli apostoli volumen I'. S. 57, Z. 24 “id est Sozomeni'. S. 59, Z. 15 Ad Malardum-vallem similiter (statt solidos decem). Eine Reihe anderer Varianten, namentlich die sehr zahlreichen orthographischen, übergehe ich, bemerke nur, dass die Hs. stets Pippinus (nicht Pipin.', wie einige mal die Ausgabe), stets Hludouuicus (nicht Hludouicus, wie die Ausgabe immer), stets Uulf- in Namen wie Vulframnus, Vulfoaldus etc. (nicht Wulf. = Uuulf' wie die Ausgabe) hat. Wichtiger ist aber für eine Neubearbeitung des Werkes folgendes. In der eben so sorgfältig wie schön geschriebenen Hs haben leider spätere Leser hier und da übel gewirthschaftet. Wie man aus dem Text auch in seiner jetzigen Gestalt erkennt, war die Kenntnis der lateinischen Grammatik bei dem Autor der Gesta abb. Fontanell. doch noch eine sehr mangelhafte, wie es bei einem vielleicht älteren Manne in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts eben nicht auffällig ist. Seine Sprache war aber noch fehlerhafter, als es die Ausgabe

1) In der Hs. sind die Zahlen viel seltener als in der Ausgabe ausgeschrieben; aber auch oft ausgeschrieben, wo die Ausgabe Ziffern hat.

Neues Archiv etc. XVI. 39

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