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S. 12, Z. 6 ist die Lücke weder angedeutet, noch ausgefüllt. – Z. 19 steht ecclesiarum, was die Stelle nicht heilt; es fehlt offenbar ein Wort wie “concessis oder collatis'. – Der Dänenkönig heisst “roric mit einem nach dem ersten r übergeschriebenen h, an der zweiten Stelle “rhoric. . 13 lautet der Anfang des J. 837 (f. 116): Imperator postnatalicie celebritatis sollempnia circa purificationem sancte Marie episcoporum conventum in Aquis habuit, in quo de statu sancte Dei gcclesio plurimum tractatum est, ohne den folgenden Ä Ihn störte der seltsame Eingang In temore autem', und wie hätte auch der Jahresbericht so beginnen Ä Es ist aber auch gar nicht so gemeint, sondern der Annalist wollte den aus Aquitanien 837 gekommenen günstigen Bericht mittheilen, und holte deshalb die Erwähnung der vorher übergangenen Synode des Jahres 836 nach; es ist ein Nachtrag zum Jahre 836, welcher zugleich den Uebergang zu 837 bildet. Vielleicht war derselbe Bericht auch dem sog. Astronomus bekannt, und veranlasste ihn zu derselben Verwirrung, welche hier in Wirklichkeit erst der Metzer Verbesserer angerichtet hat. Z. 7 steht natürlich directa'; Z. 12 commonitus statt “assensus, was eigenmächtige Verbesserung zu sein scheint, Z. 13 easdem, Z. 14 resignavit, was nicht zu proprie pas. In der folgenden Zeile custodia (vgl. zu custodiam auf S. 15, Z. 14: quod Hlodowicus cognito) gehört zu den kleinen grammatischen Verbesserungen, welche überall begegnen. S. 14, Z. 7 steht possit statt 'queat, Z. 9artari'; die Worte et Hugo socer illius fehlen. Auf permansuros folgt mit Fuit enim hic imperator valde religiosus das Excerpt aus Thegan, s. MG. SS. I, 336.

Zu Widukind I, 12.
Von K. E. H. Krause.

Zu der kritischen Erörterung dieser Stelle durch B. von Simson, N. A. XV, 573, glaube ich auf meine alte Erklärung (Robert Prutz, Deutsches Museum 24. Jan. 1856, n. 4, S. 139) in einer Recension von Menzels Odin etc. zurückgreifen zu sollen. Es würden danach die betreffenden Worte etwa folgendermassen interpungiert werden können: “quia Hirmin, vel Hermis Graece, Mars dicitur etc. Sehen wir nun die vorhergehenden Worte mit an, welche das Siegesfest der Sachsen in der Feste Schidinga schildern: Als es aber Morgen wurde, pflanzten sie am östlichen Thore den Adler auf, errichteten den Siegesaltar und feierten in eigenthümlicher (nationaler) Verehrung ihrem väterlichen Heidenthum gemäss ihre Festopfer, mit Namen dem Mars, durch das Bild der Säulen den Herkules bezeichmend (imitantes), der Stellung (dem Orte) nach den SonnenÄ welchen die Griechen Apollo nennen. Daraus geht hervor, ass die Meinung derer annehmlich ist, die da glauben, die Sachsen stammten von den Griechen her, weil Hirmin, Hermis auf griechisch, der Mars genannt wird, ein Wort, welches wir zum Lobe und zum Tadel bis heute, ohne die Bedeutung zu ahnen, gebrauchen. Wer soll in der Götterverehrung der Mars sein? Erst der nachfolgende Satz giebt den Aufschluss, dass Hirmin gemeint ist, der wegen der ähnlichen Laute dem griechischen Hermis' gleichgestellt, aber als bekannter Schwertgott durch den römischen Mars erklärt wird. Die “confuse Gelehrsamkeit Widukinds offenbart sich daher nur in der falschen Etymologie. Haben wir aber so für das Ä als den mit Namen gefeierten Gott den Irmin gefunden, so sehen wir, dass auf ihn auch die Säule sich bezieht, vielmehr dass er in der Säule selbst verehrt wurde, und dass diese wie der Altar nach Osten, gegen Sonnenaufgang, errichtet war. Daher kann wegen der Säulen vom Herkules, wegen der Lage nach Sonnenaufgang vom Apollo geredet werden. Der gefeierte Gott ist eben Hirmin allein. Wenn nun, Pertz (und v. Simson) annehmen, dass in quo vocabulo ad laudem vel advituperationem usque hodie etiam ignorantes utimur', 'quo vocabuló auf Mars zu beziehen sei, weil der Ausdruck diesem Namen zunächst stehe, so ist doch zu bemerken, dass die 1. Person utimur sich nur auf Widukinds sächsisch redende Landsleute beziehen kann, etwa wie solches in späteren Jahrhunderten durch den Zusatz vulgariter', vulgari sermone oder dergl. bezeichnet wurde ... Mars ist aber deutlich nur die gelehrte Uebersetzung des lateinisch verstehenden Geistlichen, den Sachsen seiner Zeit konnte er also nicht sagen, sie gebrauchten noch Mars zum Lobe oder Tadel; denn er wusste recht gut, dass Hathagats Altsachsen erst recht nicht den Mars gekannt hatten. Nur auf Hirmin, als das einzig altsächsische Wort, kann daher quo vocabulo bezogen werden, wie es schon Jac. Grimm und Georg Waitz thaten. Wenn Pertz bemerkte: “nam Hirmin minime ignorabant, so hat er insofern geirrt, als Widukind entweder nur sagt, sein Zeitalter verstehe den Ausdruck “irmin (= allgemein) nicht mehr, was doch sehr möglich ist, oder ignorantes' gar heissen soll ohne eine Kunde, eine Ahnung, davon zu haben', nämlich dass sie als Christen noch immer den heidmischen Gottesnamen gebrauchen. Zu letzterer Erklärung würde Widukinds Angabe am Schlusse des Kapitels sehr gut stimmen, dass die Kirche das zum 1. October (also wohl zur Herbstmachtgleiche) stets wiederholte Sieges- und Todtenfest der Sachsen in die Fasten der gemeinen Woche, der mène wèken' umgewandelt habe. Darnach wäre diese, bei den Sachsen wenigstens, an die Stelle eines Irmin-Festes getreten, den die Kirche dann durch St. Michael beseitigte.

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Noch sei ein Wort über die Sachsenfahne gestattet. Am Siegesmorgen pflanzten sie (I, 12) am Ostthore den Adler auf; I, 11 heisst derselbe “signum, quod habebatur apud eos sacrum, leonis atque draconis et desuper aquilae volantis insignitum'. Ich lasse dahingestellt, wie der Löwe in dies Banner gekommen", oder woraus zu Widukinds Zeit dieses Emblem gedeutet sein möge. Jedenfalls ist der über den Unthieren schwebende (sieghafte) Adler klar genug. Wenn nun I, 38 das Banner des ersten Sachsenkönigs, Heinrichs I., angegeben wird als angelus, hoc enim vocabulo effigieque signum maximum erat insignitum', und wenn es von diesem III, 44 zum Jahre 955 heisst: “angelus, penes quem victoria, so haben wir als diesen Engel sicher den Michael zu denken, der siegreich den Lucifer schlägt; abermals das Flügelwesen über dem Ungeheuer. Es wird nahe liegen, anzunehmen, dass das Heerzeichen der Sachsenkönige das christlich umgewandelte der Altsachsen sei.

1) Aehnlich sagt Widukind selbst I, 7: “Cultelli enim nostra lin. gua sahs dicuntur'. 2) Es wäre statt eines Banners auch möglich, an ein plastisches Feldzeichen zu denken, ebenso unten bei dem angelus'.

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Ueber die Gleichsetzung des Irmin-Tiu", des Schwertund Siegesgottes, mit dem Michael hat selbständig K. Koppmann, Jahrb. d. V. f. niederd. Sprachforschung II. Ä S. 114 ff., gehandelt, wo auch die Belegstellen aus Müllenhoff nachzusehen sind.

1) K. braucht die hd. Namensform “Zio'. Er meint auch, dass Widukind “Hermes für den griechischen Namen des Mars halte, eine Annahme, zu der die Stelle durchaus nicht zwingt.

Zu der FortSetzung des Regino von Prüm.
Von Wilhelm Erben.

Für die Geschichte Baierns im 10. Jahrh. stehen uns neben den Urkunden fast nur ausserbairische Quellen zu Gebote. Bei der isolierten Stellung, welche das Herzogthum unter den Brüdern Arnolf und Berthold einnahm, ist es daher nicht zu verwundern, dass unsere Kenntnisse in diesem Punkte recht mangelhaft sind. Nur wo die Geschicke Baierns sich mit jenen der Nachbarstämme berühren, fällt hier und da aus den geschichtlichen Arbeiten der Schwaben und Sachsen ein schwacher Lichtstrahl in die Dunkelheit, welche über die Verhältnisse des Landes und nicht weniger über die seines Herrscherhauses gebreitet ist. Eine einzige kleine Frage aus diesem Gebiet will ich hier aufwerfen und zu beantworten versuchen.

Es war bisher allgemein angenommen, dass unter den Söhnen Herzog Arnolfs, die nach ihres Vaters Tod dem jungen König Otto I. ihre Anerkennung versagten, die führende Stellung Eberhard zugefallen war; Ä soll es gewesen sein, gegen den sich vor allem der Zorn des Königs richtete, als er im Herbst 938 den Widerstand der Baiern gebrochen hatte; er soll in die Verbannung geschickt worden und so spurlos aus der Geschichte verschwunden sein". Es musste immerhin auffallen, dass Otto den Sohn des mächtigen Herzogs so gründlich zu beseitigen vermochte, zumal da die Verhältnijm Reich gerade in den Jahren 938 und 939 für den König ungünstig genug lagen. Aber der Continuator Reginonis, welcher zu dem Beginn des J. 938 von der ersten vergeblichen Unternehmung Ottos gegen Baiern erzählt hat, sagt gegen Schluss desselben Jahres ausdrücklich: "Iterumque rex in Bawariam revertens omnes sibi subdidit et Ä Arnolfi filium plus aliis rebellem in exilium misit.

Dass die Fortsetzung Reginos die einzige glaubwürdige Quelle ist, welche Eberhards Namen nennt – auf die gefälschte

1) Büdinger, Oesterr. Gesch. I, 255; Dümmler, Jahrb. Otto I. 78, Riezler, Gesch. Baierns I, 336; Giesebrecht, Gesch. der Kaiserzeit I *; 252; Manitius, Deutsche Gesch. unter den sächsischen und salischen Kaisern S. 95.

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