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die praktische Befolgung ihrer Maxime falsch ziehen. Aber dazu, den Grundsatz von der ausnahmslosen Geltung der Lautgesetze zu erörtern, macht Scherer kaum einen Ansatz: es scheint, daß er gar nicht einmal erkannt hat, dali darauf gegenwärtig alles ankommt. In der Praxis etwa nach diesem Grundsätze oder wenigstens annähernd darnach zu handeln, ist ihm vollends gar nicht beigekommen.

Aber urn etwas Neues für die Methode der Sprachwissenschaft auch seinerseits aufzustellen, dazu ist die Gelegenheit für Scherer zu günstig, und so widersteht er zwar dem „verlockenden Unternehmen, eine Methodologie des Faches zu entwerfen", gibt uns aber statt dessen wenigstens „Aphorismen, als Grundlage künftiger Ausführung" (S. 18). Einer dieser „Aphorismen" ist der Grundsatz: „Singuläres wird singulär behandelt" (S. 17, Anm.). Eine hohle, nichtssagende, weil alles mögliche sagende Phrase werden zwar diesen Satz die „Modegötzendiener" nennen; aber Scherer leistet mittelst desselben unglaubliche Wunderwerke, vereinigt S. 223 got. bnauan, altn. gnüa, ahd. nüwan mit skr. bhas-, leitet S. 277, Anm. ebenso „singulär" pl in plaihan aus ml her. Wer wird nun noch sich ängstlich bemühen, für das Singulare und Singulärste in der Lautgeschicbte die waltenden Gesetze aufzusuchen? Neu ist auch — und wie großartig gegenüber dem kleinlich „mechanisierenden" Pochen der „Modegötzendiener" auf exaete Lautgesetzlichkeit! — die auf S. 28 f. uns begegnende Auffaßung von Sprache und Sprachentwickelung: „Die bunte Vielheit der Wurzeln muß auf einen anfänglich geringeren Bestand zurückgeben: wenige Laute als Wörter, vielbedeutend, auf vieles anwendbar; undeutlich articuliert,vielleichtCombinationslaute(zweiArticulationcu gleichzeitig [sie!]) und schwer analysierbare Lautgruppen mit dein Keim zu allerlei Wandlungen, die nach und nach eintraten, indem die Articulationen sich sonderten und klärten".

Reiche Anwendung fiiiden des Verfaßers „Principien" in dem sechsten Capitel über das Verb um. Von dem Vorwurf, einen und denselben Gedanken pedantisch zu Ende zu denken, hält sich Scherers Genialität auch hier frei. So „steht" S. 234 der Verfaßer „nicht an, mit Amelung die gotischen genau [den sanskr. vavdrla vdvrtüs] entsprechenden Formen varp vaürpun auf dieselben Grundformen zurückzuführen, also mit Miklosich und anderen auch der arischen Ursprache den r-Vocal zuzuschreiben"; eine Seite weiter orakelt er aus mysteriösem Dunkel über Brugmans „sehr unglücklich" benamsete nasalis sonans und „möchte Amelungs germanische Urform *bndum dahingestellt sein laßen". Was bei der Erklärung der Ablaute nicht alles mit den Schlagwörtern „Vocalfärbung" und „Differenzierung" gemacht wird, glaubt keiner, der es nicht selber bei Scherer nachliest. Bei solcher Leistungsfähigkeit der Schererschen Kunstfärberei, die „helle" und „dunkle Färbungen" je nach Belieben billig besorgt, scheinen fast die mühseligen Forschungen über die Qualität und Differenz der grundsprachlichen «-Laute sich als verlorene Mühe zu erweisen. Eine recht bezeichnende Probe von der Halbheit, Oberflächlichkeit und methodischen Unstätheit ist auch folgendes Geständniss S. 271: „Zur Erklärung des Unterschiedes aber [zwischen den Wurzelvocalen von giba und von fara, halda] wißen wir bis jetzt nichts beßeres, als die Verschiedenheit des Accentes, der in I [bei giba] auf der Wurzelsilbe, in IV [/ara] und V a [Wda] einst auf dem Präsenssuffixe ruhte". Also die wurzelvocalische Differenz zwischen hilpa und hulpum einerseits und die zwischen hilpa und halda andererseits erklären sich leichten Kaufs beide durch völlig ein und dasselbe Mittel? Denn daß die Ablautsstüfe von hulpum ihre Erklärung durch den alten Accent auf der der Wurzel nachfolgenden Silbe findet, ist Scherers Ansicht auch wie die der meisten Sprachforscher. Daß Scherer von den Forschungen der letzten Jahre über den „arischen" Vocalismus ganz abseits gestanden hat und nun doch darüber mitzureden sich getraut — man braucht kein übelwollender, nur ein leidlich sachkundiger Beurtheiler zu sein, um diesen Eindruck von dem Capitel über das Verbum unvermeidlich zu empfangen.

Mehr als die detaillierte, doch immer aufs „Mechanisieren" angewiesene Lautforschung ist vielleicht eines Scherers Fahrwasser die EngiosDarstellung, das Entwerfen großer Gesamuitbilder, das Aufdecken bedeutender Zusammenhänge. In der That gelingt es dem Verfaßer, die „männischen" und „frauenhaften" oder „Infanterie"- und „Cavallerieperioden", die er bereits früher so genial war in der deutschen Literaturgeschichte aufzudecken, nun auch in der Sprachgeschichte glücklich nachzuweisen. Wer wäre auch roh genug, es nicht nachzufühlen oder es wohl gar abgeschmackt zu finden, daß die Periode der hochdeutschen Lautverschiebung, „450—750 oder um 600" (S. 11), eine „weiche, fast weichliche" darum sein muß, weil „das süddeutsche Ohr, begierig die Musik seiner Vocale einzusaugen, um die Consonanten sich nur noch wenig kümmerte" (S. 170 f.)? Welcher Pedant wird großes Gewicht darauf legen, daß sich die dreihundertjährigen Epochen wohl weniger glatt abrunden dürften, wenn man die Periodisierung der Geschichte der deutschen Sprache nicht mit einigen Phantasien über die Entwickelung der hochdeutschen Schriftsprache abgethan sein läßt? Ein so fein dressiertes Organ wie das unseres Verfaßers höret häufiger das Gräslein wachsen, wittert Bezüge, welche gewöhnlichen Sterblichen nicht vergönnt ist aufzufinden. So wird ihm — wer hätte es gedacht? — Thukydides selber zum Vorläufer sprachvergleichender Methode! Weil der griechische Historiker einmal harmlos genug war, die Bemerkung zu machen, „daß die verschwundenen älteren Sitten der Hellenen viele Übereinstimmung mit den noch dauernden Sitten der Barbaren gezeigt hätten", darum hat man seiner sich dankend zu erinnern, wenn man „die Geschichte der arischen Ursprache mit Rücksicht auf die sogenannten agglutinierenden Sprachen reconstruiert" (S. 29). Du sublime au ridicule —.

Das Gebiet der Etymologie mit kühnerem Fluge als andere zu befahren steht ebenfalls einem Scherer völlig an. „Man vergleiche", heißt es S. 275, „ausan, lat. haurire mit w. vas (sich ausbreiten über etwas, von Morgen- und Abendröthe, vom Brande, von menschlicher Thätigkeit; ausgebreitet wohnen, ausgedehnt sein: lat. vastus; über sich her breiten, anziehen; vom Waßer: schöpfen und ergießen; vgl. nord. axua, ahd. daz preita ivasal; über w. vask oben S. 253)". Was sagt der grosse Lexilogus-Goebel zu dieser Leistung des Etymologen Scherer? Gegen den Wind sind alle seine Versuche doch wohl eitel Hauch und zartes Wehen.

„Wenn die Könige baun, haben die Kärrner zu thun. Schiller". Dies war eigentlich das Motto, welches unser Verfasser an die Spitze seines Buches setzen wollte. Aber er setzte nur das anspruchslosere: „Ich meine mich um die Wahrheit ebenso verdient gemacht zu haben, wenn ich sie verfehle, mein Fehler aber die Ursache ist, daß sie ein anderer entdecket, als wenn ich sie selber entdecke. Lessing". Die Pflicht der gerechten Kritik aber ist, auszusprechen , was der Genius aus edler Bescheidenheit unausgesprochen ließ. Und wie nöthig erscheint es, daß jene, welche durch Scherers Fehler — denn diese sind lehrreich und fruchtbringend wie alles an einem großen Manne — zur Erkenntniss des Wahren gelangen, stäts an das beschränkte Maß ihres geringen Verdienstes gemahnt bleiben! Wie berechtigt das Quos ego!, welches der Meister S. 285 diesen kleineren Geistern entgegenschleudert: „Aber ich handle — nach dem Motto dieses Buches. Habe ich unhaltbare Einfälle vorgebracht, so bleiben sie anderen erspart, und es wird diesen die schöne Gelegenheit geboten, sich mit dem Mantel überlegener Weisheit zu drapieren, das Brauchbare in die Tasche zu stecken als gehörte es längst ihnen und mich für das Unbrauchbare zu verhöhnen, als hätte ich ebenso gut schweigen können. Ich bin auf alles mit dem nöthigen Humor gefaßt". Des Gottbegnadeten Mission ist bekanntlich, Programme der Forschung aufzustellen, welche andere — Lazarusse, die sich mit den Brosamen von des Reichen Tische nähren — ausführen. Und so ist in der That gar nicht abzusehen, an welchem irgend wichtigeren sprach wißenschaftlichen Funde der Neuzeit unser Scherer nicht nach seiner Weise reich betheiligt sein sollte. Es begegnet Scherer bei seinen Untersuchungen, daß er die Vorarbeiten anderer „nicht wiedergelesen" hat und so „in der That jetzt nicht weiß, wie viel ihm darin vielleicht vorweggenommen wurde" (vgl. S. 640). Wir nannten es bisher Mangel an — Gewißenhaftigkeit, wenn Jemand, nicht einem Jeden streng das Seine gebend, die Grenze zwischen eigenem und fremdem Verdienst geflißentlich sich verwischen macht; wir nannten es Mangel an — Fleiß, wenn der Schriftsteller, der ein Buch schreibt, die Arbeiten der Vorgänger „nicht wiederliest". Aber ein Scherer handelt „bona fide" und nicht nach dieser hausbackenen Philistermoral.

In grossem Stile, wie alles, ist auch die Art der Polemik Scherers gehalten. Die olympische Höhe, aus welcher er auf das Gewürm aller der kleinen, unebenbürtigen Gegner herabschaut, gestattet ihm S. 605 f. einfach „einige Bemerkungen gegen Professor Braune, die er unter seinen Papieren findet und worin nebenbei auf andere Forscher Rücksicht genommen ist, so weit zu redigieren, daß sie mittheilbar werden". Gegen „Herrn Sievers" ist er so liebenswürdig, daß er über dessen Abbandlungen Zur Accent- und Lautlehre der germanischen Sprachen „um höflich bleiben zu können, kein Gesammturtheil fällt" (S. 611); im Übrigen genügt es „einige Bemerkungen von Heinzel einzurücken, die er bei der Leetüre der Sieversschen Abhandlungen aufgezeichnet hat" (S. 612). Was sollte sich auch der große Mann selber besonders bemühen, er, der wichtigeres zu thun hat und dem es „seine Zeit nicht erlaubt, Punkt für Punkt mit jedem seiner geehrten Gegner zu discutieren"? „Herr Paul", der auch in letzter Zeit mehreres über germanische Laut- und Formenlehre und namentlich über Auslautsgesetze zu behaupten sich herausnahm, scheint gar zu tief am Boden einherzukriechen, als daß er besonders in den Gesichtskreis des Olympiers fallen könnte.

Allen, die Scherers Buch in der neuen Ausgabe kennen lernen und geniessen wollen, möchten wir schließlich den unmaßgeblichen Rath ertheilen, daß sie dasselbe gleich uns mit dem „nöthigen Humor" lesen. Mögen sie vor allen Dingen nicht dem Verfaßer den Kummer anthun, seine „Behauptungen", doch nein, seine „Einfälle" (denn so will er in seiner Bescheidenheit lieber) für ernst gemeint zu halten. Er beklagt sich ein paar Mal bitter darüber, daß ihm dies widerfahren sei. S. 199 heißt es: „Ich sehe nicht ein, warum ich die inneren Vorbehalte, die ich stäts gemacht, auch wo die Worte bestimmt klangen, meinen Lesern ferner noch ersparen soll; sie haben mir den Verzicht auf langweilige Vorsichtsclauseln gar wenig gedankt". S. 358, Anm. wird ein „böswilliger" oder „dummer" Leser abgestraft, der nicht „unbefangen" genug war zu sehen, daß Bich Scherer des Bedenklichen seiner Auffaßung des Personalpronomens II. Pers. Plur. (tatva, titvi, tidvi, tivi, tjui, tjuvi, endlich juvi) „vollkommen bewußt war und darüber keiner Belehrungen bedurfte". • Nimms dir zu Herzen, blindes Nachtreterthum: dein Meister selbst warnt dich auf seine Worte rückhaltslos zu schwören; weiß man doch nicht, wie weit es ihm ernst damit war. Vereinigt euch aber, ihr imitatorum servum pecus, mit uns anderen zu der Bitte an den großen Verfaßer, daß er um unserer Herzenshärtigkeit willen bei einer weiteren neuen Auflage die Gewogenheit habe, gegen Erlaßung der „langweiligen Vorsichtsclauseln" uns das was er für sicher hält von seinen „Einfällen" irgendwie, etwa durch den Druck, zu kennzeichnen: dies kann ja nur kleine Mühe sein, da des für sicher Gehaltenen bei Scherers Anspruchslosigkeit kaum sehr viel sein wird. Irgend eine Maßregel dieser Art ist aber nöthig; denn die „Dummen" werden nun einmal nicht alle und die „Böswilligkeit" stirbt nicht aus. Auch wird man Publicationen, von deren Inhalt nicht zu wißen ist, ob er als Ernst oder als Scherz hinzunehmen sei, vorläufig dem Publicum noch nicht als wißenschaftliche Bücher bieten dürfen. Denn noch ist auch dem wißenschaftlichen Bewußtsein unserer Zeit, obwohl es manchen Spaß zu verstehen hat lernen mäßen, der Satz „eure Rede sei ja, ja, nein, nein" nicht ganz zum leeren Wahn geworden. Noch wacht hoffentlich ein jeder der ernst gesinnten Forscher, daß es in diesem Punkte nicht weiter abwärts mit uns gehe und daß jede sich breit machende Spiegelfechterei bei Zeiten mit ihrem richtigen Namen genannt werde.

HEIDELBERG, Februar 1879. H. OSTHOFF.

Friedrich von Sonnenbnrg. Herausgegeben von Oswald Zingerle. 8. (116 S.) Innsbruck 1878. Wagner. (Altere tirolische Dichter. 2. Band, 1. Heft.)

Die Heimat dieses gnomischen Dichters, den 0. Zingerle zum Gegenstand seiner Erstlingsarbeit gewählt hat, ist ohne Zweifel Tirol, wofür ich mich, von der Hagen beistimmend, schon LD. LIII erklärte. Dieser Meinung tritt auch Zingerle bei, der weitere Gründe dafür geltend macht und geneigt ist, unter den zwei in Tirol nachweisbaren Sonnenburg dasjenige im Pusterthale als Friedrichs Heimat anzusehen. Sehr gut würde dazu stimmen, daß in dem Urbarbuch des Klosters Sonnenburg, dessen lateinisches Original wohl sicher dem 13. Jahrhundert angehörte, die Angabe sich findet her Fridreich von Suonenburch hat ze lehen drei höf. Z. hält sogar für möglich, daß der hier erwähnte der Dichter sei. Dagegen spricht aber zunächst, daß der Dichter seinem ganzen Charakter in die Classe der Gehrenden gehört, und daß schwerlich ein Mann, der drei Höfe zu Lehen hatte, ein Leben geführt hat wie wir es den Dichter führen sehen. Sodann nennt die Hs. C ihn meister, und wir

GERMANIA. Neue Reihe. XIII. (XXV.) Jahrg. 8

wißen kein Beispiel, daß sie einen ritterlichen Sänger so bezeichnet hätte. Es wird also wohl dabei bleiben, daß wir in ihm einen bürgerlichen Sänger aus Sonnenburg haben. Die geschichtlichen Beziehungen in den Sprüchen werden von Z. gründlich und umsichtig erörtert. Nicht gleiches Lob vermögen wir dem folgenden Abschnitte seiner Einleitung zu zollen. Denn abgesehen von der fast komischen Art, wie Z. die Einleitung Strauchs zum Marner nachahmt, wodurch er mindestens sehr wenig Selbständigkeit bekundet, leidet die Darstellung selbst an sehr erheblichen Mängeln. Am stärksten treten dieselben in dem Abschnitt Kunst hervor. S. 41 wird von ungenauer Betonung gehandelt; die hier angeführten Beispiele von Accentverschiebung beruhen zum Theil auf höchst bedenklichen sprachlichen und metrischen Kenntnissen. So soll II, 76 betont sein beide ir muot, als wenn eine Silbe mit e im Hiatus überhaupt hebungsfähig wäre! Entweder hat der Vers keinen Auftakt {bilde ir) oder es ist beidiu zu lesen. IV, 119 muoter der barmunge unzallich soll auch muoter betont sein; und dann b&rmungi wieder im Hiatus? IV, 217 will Z. betonen triuwd unt wärheit, wieder derselbe Fehler; es ist triuw ünde wärheit zu lesen. IV, 294 sollen wir lesen allen meistae'ren schribet er; aber hat man jemals rneistaeren gesagt und welche Handschrift, welche Grammatik gibt dazu ein Recht? Es ist doch offenbar allen meistern ohne Auftakt zu lesen. IV, 368 eri unt missetät, der gleiche Fehler wie oben; 1. er unde m. Ebenso IV, 431 rehti also; 1. re'hte also. — Nicht beßer steht es mit einem großen Theil der Belege für das Versinnere; I, 115 nein; al die dir lebendec sint schreibt Z. und will lebindec betonen, eine im 13. Jahrh. ganz unerhörte Betonung. Es ist vielmehr alle mit J zu schreiben oder der Vers als auftaktlos anzusehen. III, 21 öfter Tuonowe tüsent ein lanc sollen wir tüsent betonen; und dann ein als letzte Senkung? Welch entsetzliches Versungethüm! Es ist vielmehr zu schreiben übr Tuonow tüsent eilen lanc. III, 23 über aht wazzer brücket er dan hier soll wazzir betont sein; aber dann doch auch brückitl Wieder etwas unmögliches, wo das richtige über aht wdzzer brückt er ddn doch so nahe lag. — IV, 23 nu wis gemant, frouwi ist auch sehr unwahrscheinlich, und sicherlich gemanet frowe zu lesen. IV, 195 undiete got künste niht gan, mit der Betonung künsti. Die Hs. hat got undiete und negan; es ist zu schreiben undiete got kunst niht engan. IV, 203 schreibt Z. der frouteen namen, meisterj rät, mit der Betonung meistir; aber die Hs. hat meister und rat; und ist einfach zu streichen. IV, 305 der Brüneckir ist keine unregelmäßige Betonung, zumal wenn man erwägt, daß der Dichter Wörter auf aere ungekürzt zu brauchen pflegt, also wahrscheinlich Brüneckaere sprach. IV, 369 dar ztio alle'z hoert ünde siht, wieder ein schauderhafter Vers, der aber nur auf Rechnung des Herausgebers kommt, denn allez ist von ihm erst ergänzt. IV, 453 guot, ruochestu niht ist auch unglaublich; man lese entweder (ohne Auftakt) gtlot rüochstu niht, oder (mit Streichung von niht) guot, Jone rüochestü. IV, 442 soll nach Z. gelesen werden kein Undinge in krenken mac, also wieder Hebung auf e im Hiatus. Es ist vielmehr einfach statt der nd. Form Undinge die oberd. ungedinge zu setzen.

Unter den Fällen des Hiatus sind mehrere ganz unrichtige aufgeführt. unde vor folgendem Vocal ist von vornherein sehr unwahrscheinlich; die beiden von Z. angeführten Stellen sind zu streichen, denn IV, 286 die kröne unde alle k. w. hat die Hs. statt die wie, und dies ist = wihe, wie IV, 310;

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