صور الصفحة
PDF

38. (A) fpag. 76.] Ein Däne verläßt seine Heimat, um heilige Orte zu besuchen; er hat eine bedeutende Summe Geld mitgenommen. In einer deutschen Stadt erfährt er, daß in „Romania" Krieg und große Unsicherheit sei, gibt daher den größten Theil seines Geldes einem Bürger, den man ihm empfohlen, um dasselbe aufzubewahren, und reist weiter. Ganz von allen Mitteln entblößt kommt er zurück; als er sein Geld fordert, behauptet der Bürger Nichts bekommen zu haben. Der Däne begegnet zufällig einem gottesfürchtigen alten Weib, dem er seine Noth klagt; sie erfindet die folgende List: begleitet von acht Männern, welche große Kisten, scheinbar mit Geld, in der That mit Steinen gefüllt, tragen, tritt sie in das Haus des Bürgers ein in demselben Augenblicke, wo der Däne sein Geld wieder fordert. In der Hoffnung eine noch größere Beute zu erhaschen, will der Betrüger sich ehrlich zeigen und bezahlt die ganze Summe aus [Vgl. Gesta RomCap. 118.]

39. (A) [pag. 78.] „Gewiß, ein schönes Äußere kann oft trügen!" sagt der Sammler und erzählt noch von einem niedlichen Knaben, welcher vor dem Thore eines Dominicanerklosters angetroffen, daselbst aufgenommen und zuletzt Abt wird; er verführt dann die Mönche zu einem zügellosen Leben, bis ein Visitator ihn „Teufel" nennt, was er auch ist, worauf er verschwindet. [Dieselbe Legende in etwas abweichender Gestalt befindet sich in Cod. Membr. Holm. 18, 4*°.]

40. (A) [pag. 79.] Sterbend bewegt ein Abt die Mönche des Klosters ihm seinen Neffen zum Nachfolger zu geben. Doch der neue Abt wird später von der Seele seines Oheims angeredet, die, weil er seiner persönlichen Zuneigung in der Wahl gefolgt, gepeinigt wird in einem Brunnen, dessen Waßer so heiß ist, daß ein eingetauchter Kupferstab ebenso weich wird als Wachs. Der Neffe entsagt seinem Amte.

41. (A) [pag. 80.] Ein Bischof erzählt in einer Predigt von einem sehr frechen Räuber in England, Namens Vilchin, der mit dem Teufel eng verbunden war. Eines Tages kommen die Beiden zu einer Kirche; V. wünscht hineinzugehen um zu beichten; Satan läßt es zu. Nach der Beichte sagt der PrieBter, V. könne nicht Gnade bekommen; V. erschlägt ihn. Dann geht V. mit dem Teufel zu einer anderen Kirche, wo Alles in ähnlicher Weise passiert. In einer dritten Kirche will ihm der Priester anfangs eine weitläufige Buße auflegen, begnügt sich aber, als V. murrt, zu fordern, daß V. gerade von der Kirche nach Westen wandere, bis die Sonne untergehe, dabei weder eße noch trinke, aber seine Oberkleider Bettlern, die er etwa begegnet, schenke. Die Milde dieser Strafe rührt V. zu herzlicher Buße. Als es heraustritt, flieht der Satan von ihm. Er wandert, ungeachtet der glühenden Sonne und der Müdigkeit, muthig weiter, Alles Vorgeschriebene genau ausführend. Endlich beim Sonnenuntergang wird er mit vielen Anderen zu einer Hochzeit eingeladen; eben als er da, fast verschmachtend, den ersten Trunk Wein zu seinen Lippen führen will, wird er von einem Manne, der ihn erkannt hat, todtgeschoßen. Durch jene kurze Buße ist er ebenso gerechtfertigt worden als diejenigen, die ihr ganzes Leben Gott dienen; als ein vorzügliches Beispiel von einem solchen wird „Karlamagnus" hingestellt. „K. hatte auch das Glück, daß der Erzbischof Turpin seine Lebensgeschichte schrieb; aus dem vortrefflichen Werke Turpins ist auch das folgende Blättchen genommen."

42. (A) [pag. 83.] Hier folgt der Anfang des zehnten Abschnitts der Karlamagnussaga (Ungers Ausgabe S. 5418—54387: „bann tima" bis „stendr alla" [sie in membr.]), also aus der Bearbeitung des Speculum Historiale (des Vincentius Bellovacensis; s. Unger Einleitung pag. XXXIV). Meines Wißens ist dies Fragment bis jetzt nie besprochen worden; es ist jedoch von Bedeutung, da wir ja sonst jenen Theil der Saga nur in Papierhandschriften besitzen, d. i. in den Codd B und b Ungers (vgl. seine Einleitung pag. XXXVII). In der That ist eine Vergleichung des Fragmentes mit dem gedruckten Texte von Interesse; es zeigt sich, daß unsere Membrane sehr nahe an b steht, ohne die Quelle desselben zu sein, denn sie hat in zwei oder drei Stellen Worte übersprungen. Die bedeutendste Variante befindet sich 543M jdtar (ohne Zweifel richtig) statt tdrast (Bb). Bemerkenswerth sind wohl auch: 54117 af Miklagards konungi fyrir petta efni (nicht in Bb), 541" til Miklagards (nicht in Bb) med blidw bnSft, 541M at mttri satt, 54126 Jörsalafonti (statt: i J6rsölum), 5426 rikir, 5429 rAf»'Magardskonunginumu und „fagna/und", 54218 honum segiz (statt: hann segir), 542M sem vigdr, 542sa hefir, 542M leipta (sie!) kann, 542" «7/rhvitri, 54236 segir hann (statt: heVna), 543* Karlamagnu»«, 54310 snuinn (statt: kominn), 54318 und Sl richtig keisara, 54329 Frakklandi ok tjä honum brefit (fehlt in Bb), 54324 Turpino, 543aa upp a pa mdllyzku, Ö4396 skiljanligas^.

43. (B) [pag. 85.] Das Ende einer Erzählung von einem dänischen Ritter und seinen Knappen, die in einem fremden Lande in ein Thal hinunterblicken, wo sie zuerst sehen, wie ein Löwe einen Hirsch tödtet; dann kommt ein anderes Thier, einer Katze ähnlich aber viel größer; alle anderen Thiere fliehen vor diesem. Einer der Knappen läuft hinab und greift das Thier an, seine Streiche richten Nichts aus, das Thier speit ihn an, er zerfällt in Staub. „Dies Thier heißt Bemoth und wird in den h. Büchern als Symbol des Teufels gebraucht."

44. (B) [pag. 85.] Von indischen Edelsteinen. [Gedruckt in Gislason's Prever, S. 416—18.]

45. (B) [pag. 86.] Die Tochter eines vornehmen Mannes in der Lombardei wird, ohne es zu wißen, von einem armen Jüngling geliebt. Sie stirbt und wird begraben. Der trostlose Jüngling trägt heimlich ihren Körper aus dem Grabgewölbe nach seinem Hause, erwärmt sie mit Liebkosungen, so daß sie vom Scheintode erwacht. Ihre Eltern geben sie ihm dann zum Weibe.

46.—48. (B) [pag. 88.| Drei Erzählungen von den Zauberkünsten des Meisters Perus. [Gedruckt in Gislason's Prever S. 419—27.]

49. (B) [pag. 93.] Von einer klugen Prinzessin und ihrem Freier, dem Prinzen von Galizia. [Gedruckt in Gislason's Praver S. 428—32.]

50. (B) [pag. 96.] Der Anfang einer Erzählung von einem Einsiedler, der nie eine in Gottes Namen gethane Bitte abschlug: er wird von einem unbekannten jungen Manne zum Mitwandern aufgefordert; die erste Nacht ruhen sie aus im Hause eines alten Ehepaares, das sich sehr freundlich zeigt; beim Fortgehen tödtet der Jüngling die einzige Kuh der Leute; das Ende befindet sich vielleicht in Nr. 5.

51. (A) [pag. 97.] Fragmente von der Clarus Saga.

52. (A) [pag. 112.] Schlußworte des Übersetzers.

LUND, Juni 1879. GUSTAF CEDERSCHIÖLD.

ZUR PlBREKSSAGA.

Ii.

Für die Beurtheilung des Verhältnisses von M1 (d. h. dem von Schreiber I und II geschriebenen Theil) zu Ms (d. h. den von Schreiber III, IV und V geschriebenen Stücken) ist es von größter Wichtigkeit, daß ein größeres Stück in beiden Redactionen in etwas abweichender Form erhalten ist, nämlich nach Ungers Ausgabe Cap. 21 bis 56. Dies Stück ist erhalten in M1 auf Lage 2*), Bl. Ia, wo Cap. 22

*) Nach der üblichen Zählung. Richtiger würde man nach Trentlers Untersuchungen diese Lage als die ursprünglich dritte bezeichnen.

beginnt, bis Lage 3, Bl. 8* [nach der Blattzählung der Ha. Bl. 2^-16], in Ms aber auf Lage 10, Bl. 4b [Hs. 76]; wo die Erzählung sich an Ungers Cap. 240 ohne Absatz anschließt, bis Lage 11, B). 3b [Hs. 82j, wo sich die Walthersage (Cap. 241 ff.) gleichfalls ohne Absatz anschließt. Innerhalb der Erzählung in M1 fehlt aber Bl. 2 der zweiten Lage =• Ungers unterm Text p. 30, Anm. 1 bis p. 31, Anm. 1; ferner Bl. 7 derselben Lage = Ungers unterm Text p. 42, Anm. 3 bis.p. 44, Anm. 1 (ergänzt nach der schwedischen Bearbeitung, Sv.), ausserdem fehlt Cap. 21 (von Ünger nicht ergänzt). In M2 fehlt Bl. 1 der elften Lage = Ungers oberem Text p. 49, Anm. 9 bis 54, Anm. 8 (ergänzt nach AB). Diese Stellen in Ungers Text kommen also für uns erst in zweiter Linie in Betracht, d. h. eventuell als Wiedergabe des verlorenen Textes von M*). In wie weit wir hier AB als Ersatz für Ms, Sv. als Ersatz für M1 betrachten dürfen , werde ich weiter unten erörtern (unter IV).

Dieser in M doppelt überlieferte Abschnitt enthält den größten Theil der Geschichte des Königs Osangtrix (Oserich), hauptsächlich seine Werbung um Oda; seine Kämpfe mit Attila und die Entführung Erka's, der Tochter des Oserich, durch Rodolf'=f Büdingen* (Rüedeger) für Attila. Der letzte Theil dieser Sage (Cap. 42—56) ist uns leider nicht in einer deutschen Dichtung erhalten, die wir. vergleichen könnten, wohl aber entspricht dem ersten Theil (Cap. 29—38) ein großer Theil unseres 'König Rother', namentlich etwa von 1—345. 424-719. 796—1083. [1251—1514 ist dem Inhalte nach in M1 kurz wiedergegeben, s. u.]. 1633—1700. [2013 ff. und 2185 ff. ist dem Inhalte nach in M2 kurz wiedergegeben, s. u.] — also in den wesentlichsten Zügen der erste Theil des Gedichtes, welcher auf alter Sage beruht, nämlich einer durch die Verbindung mit der Wolfdietrichssage beeinflußten Gestalt der Hildensage.

Hier also sind wir in der Lage, die Übereinstimmungen beider Redactionen mit einem deutschen Gedicht festzustellen und unter sich zu vergleichen; und da nun die Übereinstimmungen mit deutscher Sage und die wörtlichen Berührungen mit deutscher Dichtung — sofern die Übereinstimmung nicht zufällig ist — Bewahrung der alten deutschen Sage, bezw. getreue Wiedergabe deutscher Liedquellen beweisen, so läßt sich hier das Verhältniss von M1 und M2 zU einander sowie zur gemeinsamen Vorlage controlieren. Ich habe schon in der Germ. 23,

*) Bei der folgenden Vergleichung werde ich, wo M' fehlt, nach dem schwedischen Text citieren, mit der Bemerkung: [Sv. statt M'j. , 79, Anm * hierauf hingewiesen und eine Erörterung dieses Punktes in Aussicht gestellt. Gleichzeitig hat G. Storni (Nye studier over Thidreks saga, Aarb. 1877, 297 ff.) ebenfalls durch die Vergleichung mit 'König Rother nachzuweisen gesucht, daß M1 als eine begonnene, aber unvollendete zweite Ausgabe der rs. zu betrachten sei (p. 308 bis 310); aber er hat vorzugsweise die Übereinstimmenden Sagenzüge, nicht eigentlich die wörtlichen Berührungen mit dem deutschen Gedicht im Auge gehabt. Auch stimmt nicht immer, wie Storm meint, M* genauer zum Rother als M1, was ich schon in der Jenaer Literaturzeitung 1878, p. 351* bemerkte und die folgende Zusammenstellung veranschaulichen soll.

[ocr errors]

Rother*) 66 ff. einis riken kuniuges tochter uil her . . . ir uater heizit Constantin. schone ist die tochter sin ... 82 ff.: ir ne bat nie nechein man. er moste den liph uirloren ban. Also der kuninc do uirnam. den rat. der was getan, ein marcgraue der heiz Heruian. mid deine erist (er iz?) reden began.

— 100: Ruother sande boten drate nach Lipoide in eine kemenate ... 110: Daz tuo mir werbes umbe das megetin ... 140: Herre, woldit ir mic senden, hinnen zuo der erden enden, daz ne widerredt ich durch ueheinen man.

124: heiz dir gewinnen herren. die du . .. mugis senden . .. eilf riebe grauin. der zvelfte bin ich inten, ich wil daz haue grauen igelich. zvelf riter herlich vgl. 132 f. 153 ff. 218 ff.: Die herren vazzetin sich . .. daz nie uor nicheinen man. so manich schone bode ne quam. Ire mantele waren gesteinit (etc. bis 232).

— 283: si tragen so manigen yachant. gecirot mit deme golde.

M1 (37, 6): Sended til hans ydarn frenda Hertnid iarl oc ... (fehlt Ma) vgl. Roth. 88 . .. wer der böte mochte sin ... 92: Herre iz t5t lipoh ... truven daz is min rat. — 38, 20: peir bidia ser orlofs til inngongu oc er peim pat veitt (Ma, fehlt M1) ... oc hann haefr upp langa tolu (M* = M'). . .

*) leb citiere nach Maßmann, iadem ich in der Schreibung nur einige wenige Berichtigungen oder Normalisierungen vornehme.

« السابقةمتابعة »