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Krankheit an der Lesung der Correctur verhindert war, verschiedene Druckfehler in dessen Abdruck gekommen. Die hannoverischen Bruchstücke stehen unter IX und X.

Die Sprache des Gedichts ist mitteldeutsch, wie die Reime deutlich beweisen. Das n der Endung, das die Handschrift zwar durchgehends schreibt, ist apocopiert im Infinitiv geläze: unzemäze II, a. — biete : miete III, a. — neige : veige VIII, a. — lache : sache VIII, b. — beginne : koniginne IX, a. — läze : mäze IX, b. — Ebenso auch im prät. wäre (Hdschr. warn, erant): häre VII, b. — bei adjeet. alle (dat. plur.): galle IX, a. — e st. se als Umlaut von ä findet sich in den Reimen geweret: geheret V, a. — geweren : keren VI, b. — wöre : ere VIII, b. — irverden : kerden XII, b. — Erweichung der Tenuis erscheint in besande (Hdschr. besante): schände III, a. — brande : wände VII, b. — cf. ferner Reime wie höbe (Hdschr. houe): tobe (Hdschr. tofe, insanus) VI, b. — sien (Hdschr. sen, videre): zien IX, b. — tach (dies): ungemachll,a.

Die Quelle des Gedichts ist die lateinische Prosalegende, welcher der Dichter bald mehr bald weniger, im ganzen jedoch mit ziemlicher Treue gefolgt ist. Ich habe die entsprechenden Stücke nach 2 Wolfenbüttler Handschriften Helm. 396 fol. (Bl. 169—183) und Helm. 504 quart. (Bl. 10—36), neben den Text des Gedichts gesetzt; und zwar habe ich die erstere Handschrift zu Grunde gelegt, die abweichenden Lesarten der anderen aber in Klammern beigefügt.

Die Legende der heiligen Katharina hat im deutschen Mittelalter vielfach poetische Behandlung gefunden. Unsere Bruchstücke stimmen weder mit der von J. Lambel Germ. VIII, S. 129 ff. veröffentlichten Katharinen Marter noch auch mit den dort angegebenen anderen Bearbeitungen, soweit die dort gemachten knappen Angaben einen Schluß zulaßen, überein. Ebenso wenig mit dem von E. Steffenhagen aus einer Königsberger Handschrift in Haupts Zeitschrift XIII, S. 539 ff. veröffentlichten Bruchstücke.

Nachzutragen sind noch zwei niederdeutsche Gedichte, von denen das eine die Bibliothek zu Wolfenbüttel, das andere die zu Hannover besitzt. Über das letztere in einer Handschrift des XV. Jahrhunderts cf. E. Bodemann, die Handschriften der königl. öffentl. Bibliothek zu Hannover S. 620, wo Anfang und Schluß des Gedichts mitgetheilt ist. Demnach stimmt es von kleineren Abweichungen abgesehen im ganzen überein mit dem von Oscar Schade aus 2 Kölner Drucken veröffentlichten Gedichte auf die heilige Katharina*).

*) O. Schade, Geistliche Gedichte des XIV. und XV. Jahrhunderts vom Niederrhein S. 110 ff.

Das Wolfenbüttler niederdeutsche Gedicht steht in einer Papierhandschrift des 15. Jahrhunderts in Duodez (Helm. 1086 Bl. 48–68).

Der Anfang lautet:

Dut is de passie van der hilghen yuncfruwen sunte katherinen.

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Dat wy dar moten komen alghemeyne,
des helpe vns god vnde de yuncfruwe reyne,
dat he vns nicht late steruen,
we en moten erst goddes hulde verweruen.
des helpe vns god vnde syne namen dre, (dre namen?)
de vader de sone vnde de hilghe gheyst. Amen.

WOLFENBÜTTEL.

(I“) uf zien vnde iz got bliuêtet dorch guter lüte bet. daz mach des menschen zunge gewalden, der sich an got wil gehalden. *) Maxencius der sprac do der maget mit listen zo: mich dunket an dime sinne wale; ouch meldet dich dines selues zale: hettes du uon dinen ersten iaren mit den meistern, de mit vns warn, zo vnsen büchen gesezen, sich ne torste nemant wider dich verII162ZGI). Nu saltis alsus beiten, biz wir dich (I") offer bereiten. Also wi daz hauen getan, so saltu mit vns zo houe gan. Sustete er se mit listen bliuen vñ liez al de wilen breue scriuen. de sante her ouer al de lant, dar man de besten meistere vant,

*) Bunt verzierte Initiale.

PAUL ZIMMERMANN.

Bl. 171, c (14, a). Desine igitur talia predicare, que nulla valent racione comprobari. Stupens imperator in verbis puelle ait: Quantum ex verbis tuis adverti fas est, si nostrorum philosophorum gymnasiis a primis annis erudienda persedisses, nullo inferior in doctrina patuisses et deorum nostrorum numina divinitatis honore vacua nequaquam astrueres. Dum ergo incepta (sacra) peragimus, te interim nos opperiri oportet, quia nobiscum itura es ad pallacium et regiis honoranda muneribus, si nostris acquiescis iussionibus.

Hec dicens accito clanculum (clausulum) nuncio misit litteras regio annulo signatas per infra (circa) iacentes provincias ad omnes rethores et gramvnde hiez bitten vnde beten mit drowen vn mit mieten, daz se zo houe quemen vi sinen willen uornemen. dar quamen veftich alsamen wid' eyn wiues namen. *) Also de wisen uor den keiser quamen vnde se sin wort vornamen, Iz was in harte . . . . . .

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(II“) al da er saz zo richte, dar stunt de maget reine vnder den lantmorderen al eine. Se ne wisten ir wi zo gelazen, daz sese grozten, daz**) in vnzemaze. daz was deme keysere vngemach. er sprach: umme nicht vortriuet ir den tach. Jo wizzent ir minen willen. war vme sit ir so stille? *) Do sprach sente kath'ina: keiser, daz ne sin neine ere dine, daz tu samenes susmengen wisen man wid' einen tümen, de nicht en kan, vnde louest im din (II") gut zo minnen, of se mir uorwinnen; vnde of ich denne sege ir herden, ich ne darf nichtes an dich warden. doch wil ich den hauen zo lone vnde wil uon siner hant tragen kronen, durch den ik den strit bestan. ie doch wille ich mit gedinge vnder Van, of ich segelos irschine, daz ich beide an dhe gote dine; vn of mir dine kemfen vntwichen, daz tu gelouest an den himelkoñig riche. *) Dit was deme keisere ungemach, (III“) mit zorne h' do**) d' vrowen sprach: dit ne möstu mich nicht ane sochen, vmme minen gelouben ne darftu nicht rochen. Ist dir din got icht gut, iz wirt hir huite zo noten an dich vorsucht.

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maticos et quibus in doctrina fama celebrior nomen acquisierat, ut hii omnes ad pretorium Alexandrinum sine recusacione occurrant.

177, d (16, b). Stant ex adverso oratores pomposo eloquencie (eloquencie pompose) fastu (17, a) tumentes: stat et puella fidens in domino. Illi torvo vultu inbecillam (inbecillem) etatem contuebantur, ista corde tacito auxilium de celopostulabat. Stomachatur tyrannus, quod diem ingrato consumant silencio.

Cui puella: tu (inquit) imperator pugnam istam haut (aut) equo iudicio preordinasti, contra unam puellam quinquaginta oratores opponens, quos eciam regiis muneribus in premium victorie donandos promittis: me autem donativum nullum exspectare iubes. Ego vero huius quodcunque fuerit certaminis premio diu fraudari non timeo. Erit ipse mihi premium, in cuius nomine pugnatura campum istum aggredior, Christus dominus, qui est spes (et eorona) certancium. Unum a te quero, quod mihi negare iure non potes, ut, si mihi sors victoriam contulerit, deum meum vel tunc credulus adorare non differas.

Indignatus ad hec tyrannus: Non est, inquit, (173, a) tuum nobis ponere (imponere) condicionem: de credulitate mea cura te nulla sollicitet. Tu age, quod agis; nobis instat videre, an deus tuus victoriam tibi annuerit. Sic puella ad oratores conversa dicit: postquam premiis incitati huc ad disputan*) Demaget kerte sich zo den mannen, de der keyser dar hatte gebanen. Se sprach : daz ir swiget, daz ist schande; so verne landes so man veh besante, ir solt vch zo dirre redhe bieten dorch den willen dirre miete, de uch gelo louet ist zo minnen. (III") wene daz ir mit sprechene solent gewinnen, daz mogent ir swigende verliesennu moget ir einen vnder uch kiesen, der best kunne latiné; der kere sich here zokatherinen vnde spreche, swaz eme gevalle. des antworde ein vor de andern alle. er sprach: durch dine scult si wir here komen vnde ne hauen dich noch nicht vorIlOINCIl. du salt sprechen aller erest vnde also wir vernemen, war du de rede kerest, so wille . . . . . .

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*) Bunt verzierte Initiale.

dum convenistis, seniores et hic confluentem turbam ad audiendum spectare videtis, turpe est professionis vestre nomen et coronam tacendo amittere.

Si quis est in vobis aut attica (ac

cita) eloquencia preditus aut latina oracione imbutus, proferat in medium, quod animo concepit. Hic unus, qui et natu prior et rethorum (17, b) peritissimus videbatur, respondit: Te pocius primum audire debemus, cuius causa laboriosum iter aggredi compulsi SUINU1S.

173, b (18, a) Hunc discipuli sui nocturna fraude sublatum mentiti sunt post triduanam sepulturam triumphata morte surrexisse; et ad cumulum firmamentorum suorum in celum ascendisse testificati (testati) sunt. Ad hec virgo respondit: Ego principium oracionis mee iure ab ipso cepi, qui (173, c) est rerum omnium principium, fons et origo bonorum, per quem deus pater hanc inexplicabilem mundi formam, cum non esset, condidit, qui same omnia et me et te inter omnia creavit et, ut multa paucis includam, ipse (est), ex quo omnia, in quo omnia, per quem omnia (18, b) visibilia et invisibilia constant.

173, c (18, b). Nam cum iure omni inestimabiles sint divicie dei maxime in honore sui nominis approbando provovnde gebot, daz se nicht sinken enmach von deme ersten wente an den lesten tach. vnde (V“) menscheit an sich vntfan. ia ne mach gote nicht widerstan. In allen dingen ist her rich, vnde en is ime nicht vnmogelich, vnde hat sinen namen darane geheret vH vns sin gotheit geweret, daz er toten liez of stan vnde crümen rechte gan*) vñ . . . den*) blinden

*) Diese Worte nicht ganz sicher gelesen, da die obersten Theile derselben *) Die gesperrten Worte nicht mit Sicherheit gelesen, da nur die Spitzen der

fehlen.

(V") mensche hat getan wo wiltu dirre warheit wider stan? Ne were er nichein got, nichein tode stunde of dort*)sine gebot. Ne hette h' och de menscheit nicht entfangen, er ne hette och den tot nianegangen. dines gescheides saltu dich schañ, wente also de sele mit de –

(VI“) machtu grozern vnpris nicht beiagen, daz tu mit dinen wafen wdes irslagen. *) De wisen begunden sich doirschamen vn entswegen alle samen. do gesprach der keiser zornliche: ir herren, ir stat zogeliche†), so uile so ir wollit künen, daz vch ein wif hat alle uorwünen. des antworde em ir ein, der aller wiseste schein: wir ne sin keyser nicht uerzaget. iz ist also gut gesaget, alsolenger vor holn, wistan alle, also wir soln.

candis ad fidem hominibus, maiestas vera ostenditur, ubi virtus imperiosa mortuis vitam refundit, cecis lumen restituit. Huius nimirum est (nimirum singulariter) admiranda deitatis potencia, qui non magicis carminibus, sed (19, a) sola divina potencia. mor | tuorum (173, d) spiritus revocat ad corpora, cuius potenti virtute claudis gressus redditur, leprosi mundantur. Que si ab eo gesta non creditis (credis), fieri ab hominibus in nomine eius vel certe multociens facta cognosce. Quisi deus non esset, mortuis vitam (esset vitam) dare non posset: si homo non fuisset, mori ut homo non potuisset.

175, c (20, b) Hec et alia multa cum (dum) virgo beatissima dissereret stupefactus rethor et cuncti oratores, quid contra dicerent (hiscerent) nesciebant, sed turbati atque (et) confusi manifesta dei virtute invicem se contuentes obmutuerunt. Quibus indignatus (21,a) imperator cum furore nimiosic ait: Quid vosignaviet degeneres hebetatis sensibussic obmutescitis? Siccine vos debilitatis (viribus) virtus feminea perdomabit? Num (non) satis superque esse (poterat) ad ignominiam omniam phylosophorum, si quinquagene aut eo amplius femine verbis unum e vobis evicissent? Nunc autem o (ut) pudor

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