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es eben: „alias (mulieres) iter facientes, falsafluminis specie objecta, indecore nudari compulit, et per siccum pulverem, quasi aquam inambulare“ s. Comparetti: Virgilio nel evo medio Livorno 1872, II, p. 110, Nr. 3. Bei Gelegenheit will ich hier noch zu den von Liebrecht a. a. O. angeführten Parallelen, die sich auf den „Hahnenbalken“ Grimm, K. M. Nr. 149 beziehen, einige in Rumänien mündlich gehörte Schwänke mittheilen. „Ein Gaukler zeigte der versammelten Menge, daß er durch einen Balken kroch. Inzwischen kömmt ein Töpfer mit einem Wagen voll Töpferwaare angefahren. Da er in der Mitte angekommen war, hatte der Zauber keine Wirkung über ihn, und er sah deutlich, wie der Gaukler nicht durch, sondern über den Balken kroch. Er hält auch mit seiner Entdeckung nicht zurück und ruft es laut der Menge zu. Da ruft ihm der Gaukler zu: sieh doch lieber deinen Wagen voll Schafe! Erstaunt dreht sich der Töpfer um und sieht wirklich Schafe, unter die er mit seiner Peitsche dreinhaut, und nicht eher aufhört, bis das letzte weg ist. Da öffnen sich ihm die Augen und er sieht, daß er all seine Waare zerschlagen hat.“ Eine zweite Erzählung, die auch den von uns oben behandelten näher steht, lautet: „Ein Zauberer schließt zuerst alle Ausgänge und füllt das Zimmer allmälig mit Waßer. Die entsetzte Gesellschaft sucht sich vor dem immer höher steigenden Waßer zu retten, und Einer darunter steigt auf den Ofen. Da aber das Waßer immer mehr steigt, denkt er, was soll er erst warten bis das Waßer ihn erreicht, lieber springt er gleich in die Fluthen und findet einen schnelleren Tod. Gedacht, gethan und unser Mann liegt langaus auf dem Boden.“ In der jüdischen Sage verwandelt sich der Satan in einen mächtigen Strom und sucht dadurch Abraham von seinem Vorhaben, Isak zu opfern, abzubringen. Abraham aber, der sonst an dieser Stelle nie Waßer gesehen, vermuthet einen Streich des Satan und wendet sich zu Gott mit der Bitte um Abhilfe. Gott winkt, und Abraham und seine Begleiter finden sich auf dem Trocknen. (Sepher hajaschar. Midrasch Wajascha im Bet-hamidrasch ed. Jellinek I, p. 36) Um nun zu unserem Ausgangspunkte wiederzukehren, sei noch erwähnt, daß ebenso wie im deutschen Glauben auch im jüdischen

der Hahnschrei die Geister vertreibt. Levitic. rab. sect. 5. BRESLAU, 28. October 1879. Dr. M. GASTER.

KLEINE MITTEHEILUNGEN.

I. Das Wassergrab.

Daß Alarich im Bette des Busento begraben wurde, ist allbekannt. Diese Begräbnißweise findet sich aber auch noch sonst; so heißt es von Cordeila, der Tochter des britischen Königs Leirus (Shakespeare's Lear): „Cordeilavero regni gubernaculum adepta sepelivit patrem in quodam subterraneo, quod sub Sora fluvio intra Legecestriam fieri praeceperat.“ Galfredi Monom. Hist. Brit. 2, 14. Nach einer ungarischen Sage soll Attila in der Theiß (San-Marte, Artursage S. 17 sagt „Etsch“) begraben worden sein, und Gleiches wird auch von Nanek Sikh, dem Stifter der Religion der Sikhs berichtet, der im Jahre 1559 im Bette des Ravy begraben wurde. Nach Dapper wurden die Könige der Negervölker Bena [Benga?) und Susos [Susu, in Sierra Leona oft im Bette von Flüssen begraben, um die ihnen mitgegebenen Schätze zu sichern, und auch von den Negern am Bonny, zwischen Neu- und AltCalabar in Ober-Guinea, wird berichtet: „Le corps des chefs est enterré avec des précautions extraordinaires pour dérober la connaissance du lieu de sépulture. G &néralement il est caché au fond d'une rivière. On nous a affirmé que souvent on égorgeait les esclaves qui avaient été chargés de l'ensevelissement, ainsi que faisaient jadis les Gaulois et d'autres peuples de l'antiquité.“ L'Afrique Equatoriale etC. par le Marquis de Compiegne. Paris 1875 p. 78. Welche Angaben in Betreff der Gallier und anderer alten Völker hier gemeint werden, weiß ich leider nicht zu sagen; jedenfalls aber ersehen wir aus dem oben Mitgetheilten, wie weit verbreitet ehedem die in Rede stehende Sitte in allen Theilen der alten Welt gewesen ist.

II. Ein seltsames Schloß.

In Kriechel's Reisen (1585–1589), S. 154 (86. Public. des Literar. Vereins zu Stuttg.) lesen wir, daß sich im Palast des Dogen zu Venedig neben dem großen Rathssaal zur linken Hand l’arsenale del duca befindet, bestehend aus fünf großen Zimmern hinter einander; in dem vorletzten befindet sich ein kleines verschloßenes Kästlein und darin „ist under anderm auch zu sehen ein geschrauft werckh von stahl oder eysenn gemacht, wölches mann einer s. v. vulva kan fürschraufen, do'il marito ein mißtrauen in 'sua donna stöllt“. – Dergleichen Schlößer werden auch sonst noch erwähnt: „On a infibulé se reserva seulement de construire celle du cote" meridional et abandonna a son eleve la direction de celle qui dtait situee du cote du nord ... le succes de 1'eleve fut beaucoup plus populaire que celui du maitre. Alexandre de Berneval concut un si violent chagrin de cette depreciation de l'oeuvre a laquelle il avait employe" tout l'effort de son genie que, dans un aeces de fureur insensee, il tua le disciple emancipe" qui commencait dej'a a, lui ravir sa gloire. Une mort infamante punit le crime du malheureux architecte; mais les moines de St. Ouen ... reunirent cote a cote, sous le meme monument sepulcral,

maitre Berneval et son eleve. — Cette tradition n'est point parti

culiere a la Normandie, mais a 6te reproduite k propos de plusieurs autre monuments, et notamment ä l'occasion du fameux pilier orne" de l'abbaye de Roslyn en Ecosse; v. Andre Pottier, Texte des 'Monuments francais in<5dits', gravis par Villemin, t. II p. 5." Amelie Bosquet, La Normandie romanesque et merveilleuse. Paris et Rouen 1844 p. 480 ff. — An diese französisch-schottische Sage reiht sich auch noch eine andere aus Georgien. Zu Mtscbeta, der ehemaligen Hauptstadt dieses Landes, befindet sich nämlich die alte Kathedrale Sveti Tzschoveli, und in der Nähe auf dem linken Ufer des Aragvi erhebt sich auf dem Gipfel eines Berges die gleichfalls alte Kirche DschuariPatiosani (d. i. zum ehrwürdigen Kreuz). Der Sage nach tödtete sich der Baumeister der ersteren, als er sah, daß ihn sein Gehilfe (Lehrling, eleve) durch den Bau der letzteren übertraf. Le Tour du Monde 1861. IIae semestre p. 121 f.

VIII. Zu B. Waldis. 1. Buch IV, Fabel 61 handelt „Vom Lamen vnd dem Blinden". Zu Kurz's Nachweisen füge noch die Österley's zu Kirchhof s 'Wendunmuth' V, 124; ferner berichtet Kessai (s. über diesen Herbelot s. v. Bd. III, S. 29 der deutschen Übers.): „Dixit Waheb Ibn Mamba cui Deus propitius sit: Hoc quoque est ex miraculis Jesu. Aedes Dähcani ad quas Maria et Jesus diverterant, ingressus est für. Tristis ergo Dähcanus inquit Jesu: 'Indica mihi quis opes meas abstulerit' Respondit Jesus: 'Convoca mihi totam familiam tuam.' Quod cum fecisset, inquit Jesus: 'Ubi est caecus o df/Vcs?' (Supple 'et claudus ille?' quod vitio librarii omissum). His ergo adductis, inquit Jesus: cIsti duo sunt fures qui tua omnia abstulerunt. Haec cum miraretur populus, inquit illis Jesus: 'Claudus iste adjutus fuit viribus caeci et caecus visu claudi; claudus enim manu sua funem tenebat in fenestra dum singula (caecus) afferret et ad ipsum rediret.' Thilo, Codex apocr. Nov. Test, zu Evang. infantiae Christi c. 24. Die Geschichte 'vom Lahmen und Blinden ist auch in China bekannt; s. Dennys, The Folk Lore of China. Lond. 1876, p. 151.

2. Buch IV, Fabel 97. „Wie einer ein Esel solt schreiben leren." Zu Kurz's Nachweisungen füge folgende Geschichte aus Thorburn, Bannd or our Afghän Frontier. Lond. 1876, p. 208: „Der gelehrte Esel." — Eines Tages hörte ein Weber, wie ein Mollah zu einem seiner Schüler sagte: „Ich könnte einen Esel leichter lesen lehren als dich." Am darauffolgenden Tage brachte der Weber seinen Esel nach der Schule des Mollah und sprach: „Mache einen Gelehrten aus diesem Esel, denn ich habe keinen Sohn." — „Ich unterrichte keine Esel!" lautete die Antwort. — „Welche Lüge!" antwortete der Weber; „ich hörte dich doch gestern zu einem Knaben sagen, du könntest aus einem Esel leichter einen Gelehrten machen als aus ihm." Da der Mollah sah, was er für einen Kunden vor sich hatte, so willigte er darein, den Esel als Schüler anzunehmen, und indem er zwischen die Blätter eines alten Buches einiges Korn streute, gelang es ihm, den Langohr so weit zu bringen, daß er den Kopf niederhielt und die Seiten umdrehteEr ließ dann den Weber holen und zeigte ihm in einiger Entfernung die Lesefertigkeit des Esels; denn in der Nähe, sagte der Mollah, würde er denselben bei seinen Studien stören. Den Tag darauf verkaufte der Mollah den Esel, und als einige Zeit nachher der Weber wieder nachfragte, erfuhr er, daß Langohr bereits seine Studien beendet und sogar schon Kadi geworden sei, so daß er voll Freude die stipulirte Summe zahlte und sich zu dem ihm namhaft gemachten Kadi begab, gegen welchen der Mollah einen alten Groll hegte. Dieser lag eben seinem Richteramte ob, und da der Weber einen Kornsack in der Luft schüttelte, um ihm ein Zeichen zu geben, und ihn auch mit lauter Stimme rief, so nahm ihn der Kadi bei Seite, erfuhr wie die Sache sich verhielt, und um kein Aufsehen zu machen, erklärte er sich wirklich für den ehemaligen Esel des Webers und entließ diesen mit einem vollen Beutel Geld, indem er ihm Stillschweigen auferlegte.

LÜTTICH. FELIX LIEBEECHT.

UNTERSUCHUNG ÜBER ALPHARTS TOD.

(Str. 1—306.)

Martin hat versucht, nach der von Lachmann an den Nibelungen durchgeführten Methode auch in Alphavts Tod 'eine alte Grundlage von späteren Zusätzen zu scheiden. Daß in der That hier ein alter Kern zu Grunde liegt, der von jüngeren Zuthaten tiberwuchert ist, unterliegt keinem Zweifel. Aber ebenso zweifellos scheint es mir, daß Martins Versuch, den Kern herauszuschälen, mißlungen ist, daß es überhaupt unmöglich ist, durch Ausscheidung von Interpolationen die älteste Grundlage in ihrer ursprünglichen Gestalt wiederherzustellen.

Der Mahnung folgend, daß man die von der modernen Kritik hergestellten Epen für sich lesen soll, damit der über Bord geworfene Ballast den reinen Genuß nicht störe und eine volle Würdigung des Neuen möglich sei, beginne ich mit der Lectüre der 153 Strophen, die uns Martin läßt, ohne einen Blick auf ihre Umgebung zu werfen. Da stoße ich mich nun gleich an der Verbindung von Str. 7 und 10, da Str. 10 — nur in umgekehrter Ordnung — dasselbe gibt wie Str. 7.

7, (1) Wer lohnt mir, (2) daß ich mich um dich so verdient gemacht habe? (3) Als du mit mir kämpftest (4) bezwang ich dich.

10, (1) Du ergabst dich mir, (2) als ich dich besiegte. (3) Ich habe mich um dich verdient gemacht. (4) Hast du mir das gelohnt?

Daß Dietrichs Rede 7, 4 noch nicht zu Ende ist, ist klar, aber schwerlich sollte Str. 10 sie fortsetzen.

Wenn Str. 12 Dietrich gegen Heime den schweren Vorwurf des Treubruchs erhebt, so muß sich Heime sofort verantworten, wenn er etwas zu antworten weiß.

Er antwortet Str. 25. Was soll nun zwischen Str. 12 und 25 Str. 17, in der Dietrich Heime einen neuen Vorwurf daraus macht, daß gerade er §rste' ihm die Botschaft Ermenrichs bringt, einen Vorwurf, auf den bei Martin Heime überhaupt nicht eingeht!

Aus den Str. 35 ff. würde ich zunächst 35, 3—37, 2 als Interpolation ausscheiden. 'Durch aller vrouwen ere' um Geleit gebeten, erwidert Dietrich: 'Habe vriden vor mir selben und vor anders niemen'. Bekräftigend fügt er hinzu: 'Daz wizze sicherlich', um, noch einmal gebeten, fortzufahren: 'ich gibe dir vride, Heime, biz an din gemach vor allen minen mannen. Wozu macht er denn Heime erst Angst? Das ist kindisches Spiel. Aber braucht Heime überhaupt um Geleit zu bitten?

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