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der Ruf: 'wir wellen bi iu, herre, wägen lip unde leben'. 86, 4. Daß ein Contaminator. wenn er Parallelstellen zusammenwirft, tolle Sprünge macht, ist begreiflich; daß der Dichter der Str. 83. 84 nicht wahnsinnig ist, beweisen die Strophen, wenn man sie für sich liest.

Str. 83 f. entsprachen in c Str. 86,3. 4. 87, 1. Str. 84, 1 lese ich:
Des vreute sich von Berne der edel Dietrich.

Str. 90—95 sind vielleicht auf die drei Texte zu vertheilen (92 aus a). Vielleicht schloß sich an 93—95 in c noch 96. Str. 96, \a könnte aus 93, 1 wiederholt und das Reimwort 'der junge' verloren sein (s. 92, 1). Str. 94, 1 nennt der Dichter c Alphart 'Sigeheres barn. Demselben Dichter wiesen wir Str. 80 zu, wo Sigeher eingeführt wird.

Str. 116 läßt Martin sofort auf Str. 106 folgen. Aber gleich Str. 107, 1 erregt Bedenken. Die Worte 'er vuor in lewen muote' sind für Martin eine 'Redensart'. Aber die Redensart hat doch einen bestimmten Sinn: 'er fuhr wie ein Löwe dahin'. Wie kann aber ein Dichter diese Redensart wählen, wenn er erzählen will, wie sich Alphart lang und breit mit den Frauen unterhielt? Nein! An den alten V. 107, 1 hat sich wieder die Interpolation angesetzt. Der älteste Dichter ließ Alphart, als er 'ros harnasch und gewant' 102, 4 erhalten hatte, sofort cin lewen muote' dahinfahren (107, 1), und das einzige, was die zärtliche Uote thun konnte, war, daß sie ihm mit ihrer schneeweißen Hand nachsegnete. Indessen machte Alphart seinen kühnen Satz raht cläftern witen. (119, 3.) So fuhr die alte Dichtung dahin. Sie dachte so wenig daran, Alphart mit 'umbegurtem swerte' (116) bedächtig an sein Roß herantreten, aufsitzen und sich noch einmal verabschieden zu laßen, wie sie Uote für die Ausrüstung Alpharts sorgen ließ. Erst ihrem kurzen Segen Str. 113 hat sie es zu vordanken, daß sie jetzt Str. 103 bis 107 eine Rolle spielt. Allerdings ist die Erwähnung der Amelgart Str. 108 ff. noch jünger als die der Uote. Das beweist Str. 113, 3, wo noch jetzt allein Uote genannt wird, während man vor allem die Erwähnung der Amelgart erwarten würde. Aber dürfen wir darum Amelgart aus dem Texte entfernen? Wie wollen wir bei einem Texte, der von den verschiedensten Bearbeitern allmählich erweitert worden ist, bestimmen, was erst in den jüngsten Text, resp. die jüngsten Texte eingeschoben worden ist? Die Annahme ist nicht nur unberechtigt, sondern auch unwahrscheinlich, daß die poetische Episode von Amelgart von einem noch späteren Dichter herrühren sollte als von a oder h.

Str. 116 und 117 schließen einander aus. (Vgl. 116, 2. 117, 1. 2) ebenso Str. 112 und 113; denn 113, 1 'im was von dannen gäch' sagt dasselbe wie 112, 1. 'er wolt die warte suochen' lesen wir 112, 2 und 113, 2. In Str. 113—115 sehe ich einen Abschnittsschluß in einem

unserer älteren Texte, der hinweisen wollte auf die folgenden Kämpfe

mit Ermenrichs wartman. (Die letzte Strophe hat wieder Cäsurreim

wie Str. 44.) Str. 116 schließt sich natürlich an 112 an. 116, 3. 4 lese ich:

wsere ez nü mit willen des lieben hörren min!

(glückte es mir nun nach dem Wunsche meines lieben Herrn!)

die warte wil ich suochen nach den grozen 6ren sin.

Auf Str. 115 folgte als Eingangsstrophe eines neuen Abschnitts Str. 117.

Daß Str. 155, 1 = 146, 1 lautet, ist wohl kein Grund die Strophe zu verdächtigen. Der Martin'sche Text beginnt:

Do sprach gezogenliche von Bern her Dietrich. 'Und in V. 2 wird die Prahlerei mit den Tausenden, die Alphart besiegen will, doch gar zu arg'. Aber warum hat dann Martin nicht auch Str. 100 beseitigt?

100, 4: 'einem nach dem andern gibich tüsenten strites gnuoc. So bleibt bloß 'die Verbindung mit der folgenden Strophe'. Sie können wir auch hier hinnehmen, da sie sich in Strophen findet, die entschieden nicht interpoliert sind, z. B. Str. 6. 7, wo Martins Änderungsvorschlag kaum Anklang finden wird. (Vgl. 31, 1.) Schließlich aber hindert nichts, Str. 155 mit einem Fragezeichen zu schließen. Wenn Str. 158 gestrichen wird, so kommt Sigewin Gerbart (159 f.) gegenüber sicher schlecht weg. 'Sigewin der starke huop an im den strit:

Der Kampf beginnt!

Alphart der junge sluoc im die tiefen wunden wit'.

Fertig! Sigewin ist todt.

Die Verbindung der Str. 157 f. läßt sich wieder bequem lösen:
Von sinem guoten swcrte er mohtc niht genesen.

Der eingestreute Cäsurreim Str. 158 stört mich so wenig, wie der Reim in der 2. und 3. Zeile (47, 2. 3. 114, 2. 3) oder in der 4. und 1. des folgenden Verses (99, 4. 100, 1). Ich sehe in Str. 144—171 ein wohl erhaltenes Stück eines der älteren Texte.

Martins Bedenken gegen die Verbindung der Str. 171 und 177 kann ich nicht theilen. Die Vorstellung, daß Alphart auf seiner wilden Jagd Str. 170, 4 den Speer nach den Fliehenden geworfen hat, ist so natürlich, daß der unbefangene Leser bei Leetüre von Str. 177, 1 die vorherige Erwähnung des Speerwerfens kaum vermissen wird. Freilich, wenn man annehmen müßte, daß Alphart neben dem Banier (170, 4) keinen Speer mehr tragen konnte, daß er, als er sich an die Verfolgung gab, den Speer in Wülfincs Leibe stecken ließ (s. 152), dann hätte Martin recht.

Hatte Alphart Str. 171 bereits die Verfolgung der acht überlebenden Ritter aufgegeben, wie konnte dann ein Interpolator Str. 172 noch einmal die Niederlage der 80 erzählen? Str. 173, 1 ist wörtlich gleich Str. 168, 1. Wie konnte er seine allgemeinen Bemerkungen Str. 173, 3–176 gerade zwischen die eng verbundenen Str. 171 und 177 einschieben, statt einen leicht zu findenden passenden Platz für sie zu suchen? Str. 172–176 haben sämmtlich Cäsurreim (176,1 ist zu lesen: Er und Heime sin geselle) und bildeten in c den Schluß eines Abschnittes. Ein ähnlicher Excurs, wie wir ihn Str. 114 f. fanden, wird Str. 173, 3–176 zu Grunde liegen. Mit der Flucht der letzten acht Kämpfer begann der Dichter c einen neuen Abschnitt. Str. 177–179 mögen wohl von demselben Dichter herrühren, der die läppische, höchst störende Interpolation Str. 188–192 eingefügt hat. Aber könnten wir nicht, um einen unsagenhaften Zug zu tilgen, das Werk des Dichters b verstümmeln, indem wir diese Strophen streichen? In Str. 180 und 181 sehe ich die Parallelstellen der Texte a und b. 180,3 = 181, 1. 180, 4 sie erbeizten = 181, 2. mit den wunden' = 181, 1a, 3. vür den keiser = 181, 4. 'üf daz lant = 181, 2b. Str. 202–205 gehören wieder zur Dichtung c. 202, 2: 'si sprächen al gemeine. (al geliche wird sich aus 204, 1 herauf verirrt haben.) 205, 2: swer zer warte wolte riten? (s. 201, 2) Während golt und edel gesteine in dem älteren Text Ermenrichs Helden stumm laßen, öffnen sie in c bei deren Anblick noch einmal den Mund zu wenig rühmlicher Rede, um dann nach des Kaisers schmerzlicher Klage in Schweigen zu versinken. (204, 3 = 201, 4. 203, 4 = 200, 4) Str. 217, 1, matt nach 216, schließt sich vortrefflich an 215 an: jane weiz ich niht der leide diu iu min hèrre habe getän. Dir was der vogt von Berne ie mit triuwen holt. Zwischen 215,3 und 216, 1. 2, die Witege des Treubruchs bezichtigen, ist 215,4 beziehungslos. 215, 3 entspricht 216, 1. 2. 215, 4. 216, 3. 4. Str. 218 enthält schon eine Herausforderung zum Kampfe und läßt eine Gegenrede Witeges erwarten. Mit Str. 219 f. wird der Contaminator Alpharts Rede aus der zweiten älteren Vorlage vervollständigt haben (wohl aus b); vgl. 219, 1. 2a mit 276, 3. 4, 219, 2b mit 278, 2b 3a, 219, 3 mit 278, 4a, 220, 1 mit 255, 1, 220, 2 mit 255, 3. Die Antwort auf Witeges Frage ist uns in Str. 222 f, in dem Wort laut beider Texte erhalten. Str. 226, die Witeges Rede störend unterbricht, findet ihre passende Stelle hinter Str. 228. Witege will sein Leben wagen 'al durch des keisers ere. Darauf Alphart: 'swem got des heiles gunne der mac wol geleben. Str. 234,46 hat nur 3 Hebungen. Vielleicht ist zu lesen:

Dö sich gerihte seine^Witege wider üf den plan.
So würden 234 ff. zu c gehören.
Wenn es Str. 240, 4 heißt:

Witege wolte sin gevallen vor Alpharten, daz ist äne wän, so erwarten wir die Fortsetzung: Alphart aber schonte ihn, während er jetzt in der That fällt. In Str. 240, 4 sehe ich den gedankenlos beibehaltenen Rest älterer Überlieferung. Hat Witege 238, 3 gesagt:

swie daz mir gelinget, siges hän ich mich verzigen, so schließt sich natürlich Str. 241 an. Witege steht unter dem Schutz seines breiten Schildes, ohne an Gegenwehr zu denken. 'Alphart der junge het im die sinne gar benomen'. Alphart braucht nur zuzuschlagen.

Witege wolte sin gevallen vor Alpharten, daz ist äne wän. Doch Alphart denkt: ez stüend mir übel an,

slüege ich nü zegelichen ein werlosen man. (245, 1. 2.) Der betäubte Witege soll sich erst erholen, soll sich wehren können gegen den Todesstreich. So handelt Alphart nicht nur großmüthiger, als wenn er den Wehrlosen niederstreckt, so ist es auch erklärlich, daß Witege an den folgenden Verhandlungen und am weiteren Kampfe lebhaft Antheil nehmen kann. Ob nun noch in a Str. 238. 241. 245 aufeinander folgten, muß allerdings sehr zweifelhaft erscheinen, dagegen ist wohl sicher, daß unsere drei Dichter, wenn sie Witege hatten zusammenbrechen laßen, 'als ob er wsere tot' (243, 3), wenn sie darauf Heime auftreten ließen (245, 3. 4), nicht wie der Martin'sche Text fortfuhren:

Witege lac ze schirme üf dem witen plan, daß sie Witege nicht kämpfen ließen, als wäre ihm noch kein Leid geschehen. Daß noch das ganze verlorene Blatt von dem Kampf Alpharts und Witeges handelte (Blatt 19 beginnt mit dem Fall Witeges), zeigt, daß der Contaminator mit einem Kampfe nicht genug hatte. Str. 247,3. 4, wo Witege schweiß- und blutberonnen fällt, gehört einem älteren Texte an als Str. 243, wo er aus Nase und Ohren blutet. Die Übertreibung wird dem Dichter c zufallen (243, 1 'der küene'), dem auch Str. 239.

240. 244 gehören werden. Str. 246, 1. 2 sind fast wörtlich gleich

241, 1. 2. Aber was soll es heißen: Witege lac ze schirme? er liegt 'als ob er wsere tot' und er schirmt sich noch? Erst ein Abschreiber hat 'lac' für cstuont' geschrieben, weil er nicht begriff, wie Witege 246 schon wieder stehen kann.

Die Worte Str. 242,2:

mac ich ez aber gevüegen, ez get dir an daz leben, nehmen sich in ihrem jetzigen Zusammenhang recht seltsam aus. Ich vermuthe, Str. 232 und 242 entsprachen einander in den älteren Texten.

Wenn wir in dem Schlußabschnitt unserer Dichtung einen einigermaßen lesbaren Text herstellen wollten, so müßten wir viel schonungsloser vorgehen, als dieß Martin gethan hat. Str. 248—256 genügt der Zusammenhang. Dagegen kommt es uns sehr unerwartet, wenn Heime plötzlich Str. 257 dem Gegner, der ihm Str. 248—250 so energisch gegenübergetreten ist, Angst zu machen versucht. Auf Heimes Aufforderung: 'ergip dich in min hant' erwarten wir eine geharnischte Erwiderung Alpharts. Statt deren erhalten wir Str. 263 eine neue Frage Heimes: 'nü saget mir iuwern namen — um so befremdlicher, als Alphart die entsprechende Zumuthung Str. 248: lNü enblcezet iuch des helmes sehr entschieden zurückgewiesen hatte. Die Verhandlung zwischen Heime und Witege Str. 251—256 muß naturgemäß damit schließen, daß Heime sich für oder wider Witeges Aufforderung zum Verrath entschließt. Str. 265 hat sich Heime entschloßen. 'Nu wa^re cz iu kein schände, sprach Heime der küene man, besttiende wir iuch beide', 'der vride si üf gegeben. Ruhig sieht Alphart dem Kampf mit beiden Gegnern entgegen.

cswem got des heiles gunne, der mac wol geleben. So wie aber Heime das Schwert entblößt und ihn anläuft (267, 3) — von Witege ist nicht die Rede — da bittet er: 'geruochet mir zem rücke einen statten vride geben. Kommen sie von vorn, so fühlt er sich offenbar beiden Gegnern gewachsen. Str. 274 ff. hat er sich eines beßeren besonnen. Da verlangt er, daß sie einzeln mit ihm kämpfen. In einer verständigen Darstellung mußten Str. 274 ff. auf 265 folgen. Der Dichter der Str. 274 ff. wollte nun gewiß nicht Alpharts Rede im Winde verhallen laßen. Von jeher hat sie in Heime das Ehrgefühl geweckt, damit es durch Witeges falsche Rede eingeschläfert werde. Bedenken wir nun aber, daß Alphart schließlich Str. 274 ff. nichts anderes sagt, als was Heime schon 254 ff. gesagt hat, daß Witege Str. 283 dagegen nichts anderes vorzubringen weiß, als was er schon Str. 256 vorgebracht hat, so erscheinen uns nun auch Str. 254—256 jungen Ursprungs.

Doch unsere Aufgabe ist nur die, die Entstehung des vorliegenden Textes zu begreifen. Nehmen wir denn an, in dem Abschnitt Str. 248-283 wäre in Str. 248—256. 265. 274 S. noch die alte Grundlage erhalten, aus der durch Interpolation der jetzige Text entstanden

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