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Versehen des Schreibers von P ausgefallen. V. 4—7 lauten bei Closener ganz abweichend, dagegen stimmen V. 4 f. mit B (dem niederdeutschen Texte) und L (Limb. Chronik); behabet ist sicherlich die richtige nur in P erhaltene Lesart (B havet, L hat); V. 5 ist ern statt er zu schreiben. V. 6 f. lauten entstellt in B datz vle wi ef wir haven sin (in L nicht mehr erhalten); in P ist flieh zu schreiben.

Die lateinische Notiz hinter der ersten Strophe stimmt im Inhalt theilweise mit dem, was Closener dem Leis voraufschickt. Bemerkenswerth ist die Angabe, daß sämmtliche Strophen nach derselben Melodie gesungen wurden, wiewohl die Verszahl nicht durchaus dieselbe ist.

Die Strophe 8—11 stimmt in ihrer ersten Zeile mit Closener, in der zweiten mit B, in der 3. 4 wieder mit Closener, der aber eine sechszeilige Strophe hat. In der dritten ist die mit B übereinstimmende Lesart des bluotes statt von bluote bei Closener hervorzuheben und unzweifelhaft die echte. Die Verse 16—19 erhalten für die Lesart ist statt sz in V. 17 Bestätigung durch B. Auch in der fünften Strophe (20—24) stimmt B in Bezug auf V. 22 mit P überein, ebenso in der Wortstellung in V. 24, doch kann die prosaische Wortfolge in B und P hier leicht durch die des Verses wegen gewählte verdrängt sein. In V. 26 fehlt dir in PB übereinstimmend. Die lateinische Bemerkung nach der unvollendeten Zeile 28 bezeichnet, daß die ganze Strophe V. 16—19 hier zu wiederholen ist. V. 32 lauten in PB ebenfalls gleich. In V. 34 ist wahrscheinlich varn die richtige Lesart. V. 35 f. fehlen bei Closener, doch wird ihre Echtheit durch das Vorkommen von V. 35 in B bestätigt.

Auf Bl. 35 folgt das auch bei Closener und in L unmittelbar sich anschliessende Lied.

•Jesus wart gelapt mit galten, Jesus durch diner namen dri,

des süln wir an ain krütze vallen. du mach vns, herre, von sünden fri,

Nu hebent vf die üwern bend, Jesus, durch dine wunde rot

daz got daz grozze sterben wend. 10 behott vns vor dem gehen tot! 5 Nu reggen vf die üwern arm, daz sich got über uns erbarm.

Der Text stimmt im wesentlichen mit Closener; V. 1 fehlt der übereinstimmend mit LB. V. 4 daz grozze = L; V. 5 reggen = L, während B = Clos. erhevet hat.

Auch das nächste Lied (Bl. 35TM") stimmt in der Reihenfolge mit Closener.

VI.

Maria stuont in grossen nötten, do si ir liebes kint sach totten, An swert ir durch die sele snait. sunder, daz las dir wesen lait. 5 Dez hilf vns Maria kunigin

daz wir dins kindes huld gewinn.

Jesus ruft in himelriche sinen engein alle geliche: die cristenhait wil mir entwichen, 10 dez wil ich lan die weit zergan. davor behött vns, herre got, dez bitt wir dich durch dinen tot.

Maria bat ir kint so süssen: 15 vil liebes kint, la sü dir gebossen, so wil ich schiggen, daz sü müssen bekeren sich, dez bitt ich dich. Dez hilf uns Maria ut supra.

20 Wel man und vrow ir e zerbrechent, daz wil got selber an sie rechen. Bwebcl, bech vnd ouch die gallo daz güsd der tiefet in si alle, für war si sint des tiefeis spot.

25 Dovor behott uns herre got, ut supra. Jesus wart gelapt mit gallen ut supra usque ad illum locum: Maria stfint etc. Owe dir, armer wocherere, du wag ist dir an tail ze swere. Du lihst die mark all vmm ein pfünt,

30 daz züht dich in der helle grünt.
Da bist du eweclich verlorn
etc. ut supra in primo Ir lugen*.

Ir mörder vnd ir sträzrobere,
div rede ist iü an tail zeswere.

35 ir wlnt ivch über nigmen erbarn, dez mosd ir in die helle varn. Da sint ir eweclich verlorn etc. ut supra in fine primi.

Wer den fritag nit enuast&t 40 vnd den suntag nit enrastet, zwar der möis in der helle pin vnt eweclich verfluchet sin. Davor behott vns, herre got, dez bitt wir dich durch dinen tot.

45 Du e du ist ain raines leben, die hat got selber vns gegeben, der die entert, der wirt verlorn etc. ut supra in fine (primi).

Ich ratt iü vrow und mannen allen, 50 daz ir lant die hohfart vällen. Durch got so lant die hohfart varen, so wil sich got vber üch erbarn. Dez hilf uns, Maria k(unigin) ut supra in II".

Wissent ouch daz ganzü rüwe, 55 wer die hat mit rehter trüwe, mitt liiht, mit puss, mit widergeben, dem wil got gen an ewig leben. Dez hilf uns, Maria künigen, daz wir dins kindes huld gewinn.

G0 Du crd erbidemt, zercliebent die

staine

ir hertü herz, ir sülent wainen.

Wainent1) tagen

mit den ougcn,

habt in herzen 65 Cristes smerzen,

slaht üch ser(e)

durch Cristes ere,

daz ist vns für die sünde gut.

dez hilf uns, lieber herre got 70 ut supra in primo Jesus wart etc.

Der Text weicht mehrfach von Cl. ab und stellt sich näher zu B; so in V. 4. V. 5 f. bilden, wie man aus V. 19 sieht, einen Refrain, der von demjenigen bei Cl. abweicht; er steht aber in B, wenn auch

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an anderer Stelle (Wackernagel Nr. 503, 11. 12). Nach V. 8 hat Cl. einen Vers mehr, der jedoch in B wie in P fehlt; es ist derselbe Fall wie in Nr. IV. Ebenso hat Cl. nach V. 11 einen Vers mehr, der in BP fehlt. In 14 stimmen BP gegenüber Cl. überein; dagegen steht 15 P gegenüber Cl. B allein. Die Pluszeile hinter 18 hat Cl. allein, in B P fehlt sie, wie in der früheren Strophe. Der Refrain weicht auch hier von Cl. ab. In der letzten Strophe ist V. 20 die Wortstellung in P abweichend von B und Cl., aber im übrigen gehen die Lesarten von PB zusammen gegenüber Cl.

V. 27 stimmt im singul. P mit B überein, die folgende Zeile fehlt in B, läßt also keine Vergleichung zu; bei Cl. weicht sie von P ganz ab; ebenso V. 31. V. 34 stimmen P und Cl. zusammen, während B hier die Lesart von Cl. bei V. 28 hat. Die Reihenfolge der Strophen weicht in diesem ganzen letzten Theile erheblich von Cl. ab. Die Strophe Diu e etc. bei Cl. ist in P zu zwei Strophen erweitert; die Vergleichung mit B scheint hier für Cl.'s Text zu sprechen, doch hat B bei 'Ich rade' einen Absatz. In V. 49 f. weicht in allen drei Texten der Reim ab, wahrscheinlich hat keiner den richtigen bewahrt, sondern dieser wird die Assonanz mannen: vallen gewesen sein. V. 52 hat P allein tuch, gegenüber uns in Cl. B. Der Refrain in P weicht von Cl. abj B fehlt er.

Die nächste Strophe (V. 54—59) ist allein in P erhalten. An ihrer Echtheit zu zweifeln ist kein Grund vorhanden. In V. 60 hat P die richtige, bei Cl. entstellte Lesart erhalten, die daher der von B vorzuziehen ist, da Cl. auf P weist. V. 64 f. fehlen bei Cl.; daß sie echt sind, wird durch die entstellte Form in B (V. 36. 37) erwiesen. V. 66 S. sind auch in L erhalten, in einer Form, die mit B übereinstimmt (nur ist in B, da die kurzen Zeilen zu vierhebigen erweitert wurden, eine Zeile eingeschoben), während P und Cl. zusammenstimmen. Vor 68 ist der fehlende Vers aus Cl. zu ergänzen.

K. BARTSCH.

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In meiner Anzeige von Raßmanns Buche 'Die Niflungasaga und das Nibelungenlied' (Germ. 23, 73 ff.) habe ich hinsichtlich der Ps. mehrere Punkte nur kurz berühren können, die ich hier ausführlicher besprechen will. Ich hatte dort eine Vergleichung der beiden Redactionen der Geschichte von Osangtrich (Osaugtrix) und Milias mit 'König Rother' in Aussicht gestellt, um dadurch ein Urtheil zu ermöglichen über das Verhältniss beider Redactionen (M1 und M") zu einander und zu der gemeinsamen Vorlage beider, der alten Pictrekssaga. Was in dieser Hinsicht für einen kleinen Theil der Überlieferung sich nachweisen läßt, wird sehr wahrscheinlich auch für die beiden Redactionen überhaupt gelten. — Dieser Vergleichung der Ps. mit dem 'Rother' (II.) lasse ich hier eine Zusammenstellung von wörtlichen Berührungen der Saga mit andern deutschen Gedichten vorhergehen (I.), die zur Ergänzung meiner Bemerkungen a. a. O. p. 98—102 bestimmt sind. Folgen aber lasse ich der Vergleichung von M1 und M* mit 'Rother' weitere Beobachtungen (III. IV.) über das Verhältniss von M1 zu Me, ferner von Sv. und AB zu M1 und M2.

I.

Ich komme zunächst auf die Frage zurück, welches Gewicht man den wörtlichen Übereinstimmungen der Saga mit den deutschen, meist poetischen Behandlungen der gleichen Stoffe beimessen darf, und wie man diese, immerhin auffallende Erscheinung erklären soll (Germ. 23, 96 ff.). Es kommt darauf an, ein Urtheil zu gewinnen über die Art der Übereinstimmung und über den Charakter der Stellen, über den umfang und die Verbreitung der Übereinstimmung, d. h. wie häufig etwa dergleichen vorkommt, und ob diese Erscheinung etwa auf einzelne Abschnitte bestimmten Charakters sich beschränkt. Ich habe diese Frage a. a. O. zu beantworten gesucht, möchte aber hier das dort mitgetheilte Material vervollständigen. Es ist dabei nothwendig, das Wesentliche beisammen zu haben, doch absolute Vollständigkeit ist nicht erforderlich; denn nicht auf jede einzelne wörtliche Berührung kommt es an, wohl aber auf eine Zusammenstellung und Vergleichung der Abschnitte, in welchen solche Berührungen häufiger sind. Es betrifft das aber in der Regel nur kürzere Abschnitte der mhdd. Heldengedichte, und zwar vorwiegend solche, die allem Anschein nach auf alter Sage beruhen; andererseits namentlich solche Theile der Ps., die ihrem Stil nach auf eine poetische Quelle zurückweisen.

Es ist nun aber Folgendes nachzutragen:

1. Was in Ps. Cap. 430 ff. und 434 von 'Heimi im Kloster, erzählt wird, entspricht theils clor Erzählung von Walthers Klosterleben im Chronicon Novaliciense (ed. Pertz, Hannover 1846 = SS. VII, 93) II, Cap. 10 f.*), theils dem Rosengarten:

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364, 29 f.: pa maeltu munkar: . . .

[365, 1] her eru margir godir hestar i stadinum. ok hafdu pann er beztr er . . . kalla pa til Heimis. at hann skal velia . . . Heimir gengr til eins hestz ok skytr sinni hendi a sidu hestzins. sua at hann fellr pegar. Ok enn gengr hann til pess er pikkir vaenligstr, ok hann stydr sinni hendi a bak hestinum sua at i sundr gengr hryggrinn*) ok segir at pessir hestar eru ongu nytir . . . 364, 27 f.: eptir pat spyrr hann, hvar se hans hestr Rispa. pa svarar abotinn: binn hestr dro griot til kirkiu [ok var nu firir morgum arum daudr. 365, 11: Ok pvi naest var fram leiddr einn hestr. sa er oerit mikill ok er pa afgamall . . .

Nu hlaer H. ok maellti: Nu ertu her kominn minn godi hestr Rispa ok nu kenni ek pik. ok sva gamall sem pu ert ok sua magr. pa veit ek engan pann enn i verolldu. at ek vil helldr hafa i vig en pik . . . takit nu hestinn ok gefit korn [ok gaetid vandliga B . . .

Chron. Nov. p. 28, 2 ff.: Qui statim mittunt legatum ad monasterium, qui ista nunciaret abbati et fratribus. [c. 11] Abbas autem mox jussit congregari fratres*), quibus insinuavit omnem rei eventum.

28, 3 v. u.: Coepit a familia que

ritare monasterii, an haberetur ibi

caballum, cui fiducia inesset bel

landi . . . Cui cum famuli . . . respondissent,

bonos et fortes habere poene se essedos, repente jussit eos sibi adsistere. Quibus visis, ascendit mox cum calcaribus causa probationis supra singulorum dorsa; cumque promovissentprimos et secundos, et sibi displicuissent, rennuit eos, extemplo narrans illorum vitia. Ille vero ait illis: Illum ergo caballum, quem ego huc veniens adduxi†), vivit an mortuus est? Responderunt illi: vivit, domine, inquiunt, iam vetulus est, ceterum ad usum pistorum deputatus est, ferens quotidie annonam ad molendinum hac referens. Quibus Waltharius: Adducatur nobis . . . Cui cum adductus esset . . . ait: iste, inquit, adhuc bene de meo tenens nutrimentum , quod in annis juvenilibus meis illum studui docere.

*) Die genauen Übereinstimmungen mit dem lateinischen Prosatext sind

besonders interessant, **) = Ps. 362, 2 ff.

***) Roseng. D (Grimm Str. 22; vgl. C 599): Do besamente sich der abbet mit siner bruoderschaft (s. u. p. 51), vgl. auch Ps. 368, 10. 369, 28.

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