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zufinden, aber wahrscheinlich dieselbe, welche Herr W. v. Maltzahn besitzt. Titel wie folgt: Ein Faßnacht | Spyl, so zu Bern auff | der Herren Faßnacht, In dem M. | Dxxij. jar, von Burgers sünen offentlich gel macht ist, Dariñ die warheyt in schimpffs i weyß vom Bapst, vnd seiner prie- sterschafft gemeldt wirt. | Ein ander spyl, daselbst auff der Alten Faßnacht darnach gemacht, Anzeigend grossen vnderscheyd zwi- schen dem Bapst vnd Christum Jhe- sum vnserm säligmacher. o. O. u. J. (c. 1530). 34 Bl. 8. m. Titelwappen. Der Titel der ersten Ausgabe ist bei Grüneisen ungenau und lautet richtiger so: Ein faßnacht spyl, so zu Bern vff der hern faßmacht, inn dem M. D. XXII. | iare, von burgerßsönen offentlich gemacht ist, Darinn die warheit in schimpffs wyß vom pabst, vnd siner priester- schafft gemeldet würt. | Item ein ander spyl, daselbs vff der alten faßnacht darnach gemacht, anzei- gend grossen vnderscheid zwischen | dé Papst, vnd ChristüJesum vnserm seligmacher. Am Ende: Getruckt im Meyen, im iare M. D. XXIIII. o. O. 52 Bl. (letztes leer). 8. Das erste Spiel geht bis fiiij. Dann 1 Holzschnitt. – In Weimar. Das erste Stück auch bei v. Scheurl (Germ. Museum), der es früher vollständig besaß, das zweite bei v. Maltzahn. Einen zweiten Druck von 1524 enthält der VII. Katalog Nr. 7 von Trübner in Straßburg: Ein Faßnacht spyl, so zu Bern vff der herri faßnacht, in dem M. D. XXII. | iare, vou burgerßsönen offentlich gemacht ist, Darinn die warheit in schimpffs wyß vom bapst vnd seiner priester- schafft gemeldet würt. Item einander spyl, daselbs vff der alten faßnacht darnach gemacht, anzei-gend großen vnderscheid zwischen dem bapst vnd ChristüJesum Ivnserm seligmacher. Am Ende: Getruckt im Augstmonet, im iareM. D. XXIIII. o. O. 50 Bl. 8. S. 53. Titel bei Grüneisen ebenfalls ungenau, richtiger so (im Besitz des Bibl. Schiffmann in Luzern): EIn hübsch nüw Faßnacht spill, so zu I Bern, yetzt im XXX. jar, vff der Herren Faßnacht gespilt ist worden. Zu Basel. By Tho-man Wolff. M. D. XXX. Abgedruckt bei Bächtold S. 255 ff. S. 58. Bächtold nennt eine bisher unbekannte Ausgabe: Ein hüpsch new | Spil, von Elsy trag den Knaben, vnnd Vly Rechenzan, von jrem Ehelichen Gerichts- handel, gar lustig zulesen vnd zuhören etc. | M. D. LXXIX. o. O. 28 Bl. 8. m. Titelholzsch. – In Dresden. Von H. R. Manuels Lied gibt es in Zürich eine Berner Ausgabe - Sam. Apiarius von 1557.

S. 63. Wie ich richtig vermuthet, ist auch dieses Spiel des Hans von Rüte im Druck erschienen. Der obengenannte Trübnersche Katalog gibt unter Nr. 13 den Titel: Die Hystoria des gots förchtigen jünglings, Josephs in dem Ersten Buch Mosy in den 37. 39. 40. 41. 42. 43. vnnd 44. Capittlen beschriben, | Ist zu Bernn durch | junge Burger | contrafetisch | gespilt. | Im M. D. XXXVIII. Jar. Am Ende: Getruckt zu Bernn, | durch Mathiam Apia- rium 8. Junij 1538. 10 Bog. 8. mit Titelvignette.

S. 103. Ein Ex. des Berner Drucks von Murers „Hester“ befindet sich in Aarau. Titel richtiger: Ein kurtz Spil . . vnnd gespilt ... vnd .. Bernn . . hochzyt ... Bernn . . ulmann. Genau kann ich leider dabei nicht sein, denn Jahre lang vor Kurzs Tode und auch nachher waren Specialia nicht erhältlich. Als ich ihn in den 50er Jahren besuchte, war er eifrig bemüht mich von der Besichtigung der Kantonsbibliothek zurückzuhalten, indem er mir versicherte dieselbe enthielte nichts von Bedeutung. Es war dies vor Beginn des Katalogdruckes.

S. 133. Noch zwei Ausgaben: Ein schön vnd nutzlich spil, vom Reichen Mañ vnd armen Lazaro, auß der Histori im Evangelio, Lucae am xvj. Cap. beschrieben. Gedruckt zu Straßburg, bey Jost Martin am Kornmarckt. Anno 1611. 23 Bl. 8. Am Schluße die Druckanzeige wiederholt. Auf Titel und Rückseite Holzschnitte. – In W. v. Maltzahns Besitz. Ein schön vnd | Nutzlich Spiel | Von dem Reichen Mann vnd Armen Lazaro: Auß dem Evangelio Lucae am sechs- zehenden Capitel beschrieben. Gedruckt zu Basel, by Johann Jacob Decker, Im Jahr Christi 1663. | 26 Bl. 8. mit Holzschnitten. – Trübners Kat. VII. Nr. 16.

S. 145. Jacob Rueff war zu Constanz geboren.

S. 148. Durch Güte des Herrn Dr. Horner, Stadtbibliothekars in Zürich, erhielt ich die Titel der zwei von mir übersehenen Ausgaben Rueffscher Stücke. Hier der eine: Ein schön nütz- lich Spil, von dem from- | men Gottsförchtigen vnd gedulti- gen mañ Job, mit schönenfiguren. Welchs von einer löblichen Bur-gerschafft zu Strasburg im jar | 1558. gespilt worden ist. | Getruckt zu Strasburg bey Thiebolt Berger. Am Ende: Getruckt zu stras | burg bey Thiebolt Berger. o. J. (1558). 39 Bl. 8. mit Titelholzsch. und 11 Textholzschnitten. Titel roth und schwarz gedruckt.

S. 168. Wahrscheinlich Originalausgabe: Ein hüpsch Spyl | gehalten zu Vry in der Eyd- Ignoschafft, von dem frommen und ersten Eydgnossen, Wilhelm | Thell genannt. | (Holzschnitt) Getruckt zu Zürich by Au- gustin Frieß. | o. J. (c. 1540). 24 Bl. 8. mit 8 Holz

schnitten. – In Basel. Abgedruckt in „Das Urner Spiel vom Wilhelm Tell. Nach der Originalausgabe neu herausg. von Wilhelm Vischer“. Basel 1874. 4. Eine vierte Ausgabe: Ein hüpsch spyl gehalté zu Vry in der Eyd- gnoßschafft, vö dem Wilhelm Thellen, jhrem Landsmann vnnd ersten Eydt- gnossen. | (Holzschnitt) | Zu Straßburg, am kornmarckt bei Christian Müller. | o. J. (c. 1560). 24 Bl. 8. mit 17 Holzschnitten. Druckanzeige am Schlusse wiederholt. – In Berlin. Abgedruckt bei Vischer, Die Sage von der Befreiung der Waldstädte. Leipzig 1867. S. 167. Noch ein alter Druck auf der Zürcher Stadtbibliothek: Ein hüpsch Spil gehalten zu Vry, in der Eyd- gnoschafft, von Wilhelm Thellen, jhrem Landtman, vnd er- sten Eydgnossen. | Tyrannen vnd ein Hund der tobt, | Wer die erschlegt, der wirdt gelobt. Gedruckt im Jahr, 1657. | o. O. 24 Bl. 8. mit Titelholzsch. und 17 Textholzschnitten. Die Ausgabe von 1740 in Bern und Basel, die von 1765 auch in Aarau, Bern und Berlin. Neuer Abdruck: Basel, v. Mechel 1830. 8. S. 175. H. R. Manuels Fastnachtspiel auch in Wien, theilweis abgedruckt bei Bächtold, N. Manuel S. 305 ff. S. 203. Zwischen „Hester“ und „Zorobabel“ ist ein noch unbekanntes Stück einzufügen, welches zuerst in List und Francke's November-Auction 1869, Nr. 541 auftauchte, dann von Trübner ersteigert und als Nr. 11 in seinem VII. Katalog aufgenommen wurde. Titel wie folgt: Vfferständnus | Vnsers Herrë Jesu Chri- sti von den todten, mit angehänck-tem Gespräch der zweyen Jüngeren | vnd Christi, wölche nach Emaus wandletend, vß den vier Euangelisten in spyls wyß beschriben, durch Josen Murer zu Zürych vnd zu Winter- | thur den 22. Aprellens des 1566. | Jars von einer ersamen burger- schafft gehalten. | Durch Jörg Huber von Winterthur | in truck verordnet. Am Ende: Getruckt zu Basel, by | Samuel Apiario | 1567. | 44 Bl. 8. m. Titelholzsch. S. 265. Die Lenzburger Comödie hat am Schlusse: Getruckt zu Bernn, by Bendicht Vl- mann vnd Vincentz im | Hof. M. D. Lxxx. 9% Bog. 8. Ein vollständiges Exemplar, jedoch ohne Titelblatt, besaß W. v. Maltzahn. S. 277. Vgl. Gall Morel, Das geistliche Drama vom 12.–19. Jahrhundert in den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug

Einsiedeln 1861. 8.
NÜRNBERG. E. WELLER.

ZUR TEXTGESCHICHTE VON EILHARTS

TRISTRANT.

Die Berliner Handschrift Ms. Germ. fol. 640 enthält bekanntlich hinter Gottfrieds Tristan das letzte Drittel von Eilharts Gedichte in überarbeiteter Gestalt. Dazwischen steht der Anfang von Ulrichs Fortsetzung (V. 1-14), vorher die zwei Zeilen Ich alte in wunderlicher clage, Mein jare vnd mein tage, die auch in der Florentiner Handschrift von Gottfrieds Tristan den Schluß bilden. Die auf V. 14 der Ulrichschen Fortsetzung folgenden drei Zeilen sind mit nicht weniger als vier Lesefehlern von Lichtenstein S. XVI abgedruckt worden. Sie lauten:

Sich yn letzeten sexte'n gerichte
Wlrichs von Turhaim getichte

Cünratten dem schencken von mirstarstetten. Diese Worte enthalten eine Verweisung auf den letzten Sextern einer Handschrift. Die Vorlage von B enthielt also Gottfrieds Tristan und den Anfang des Ulrichschen Gedichtes, nebst einer Verweisung, wo die Fortsetzung zu finden sei. Der Schreiber von B aber hatte diese Fortsetzung nicht vor sich, seine Vorlage brach da ab, wo diese Verweisung stand, und er hat das letzte Drittel aus anderer Quelle ergänzt.

Wie war die Quelle beschaffen? Hat der Schreiber von B eine Handschrift der Bearbeitung X vor sich gehabt und diese in ungereimter Gestalt angefügt? So denkt es sich Lichtenstein. Er nimmt an, daß der Fortsetzer unter Ulrichs von Türheim Namen seine Arbeit einschmuggelte (S. XLVII).

Diese Ansicht ist jedoch falsch. Nicht Ulrichs Namen will er annehmen, sondern er hat seine Vorlage, die bis zum Anfang von Ulrichs Gedichte reichte, vollständig wiedergegeben, das übrige aber nicht nach einer Handschrift des alten Textes, auch nicht einer der Bearbeitung X ergänzt, sondern er hatte schon eine vollständig umgearbeitete Dichtung vor sich, von welcher er den letzten Rest an Gottfrieds Gedicht, resp. an den Anfang von Ulrichs Fortsetzung anfügte.

Es handelt sich darum, die Zeit, in welcher diese Umarbeitung, also die Vorlage von B entstand, näher zu bestimmen.

Wie mit seiner Vorlage bei Gottfrieds Gedicht, so ist auch mit dieser zweiten Quelle der Schreiber von B nicht durchaus sorgfältig verfahren. Immerhin aber ist deutlich zu erkennen, daß die Art, wie

hier das alte Gedicht überarbeitet ist, nicht die eines Umarbeiters aus dem 15. Jahrhundert, sondern eines höfischen aus einer viel früheren Zeit ist. Man braucht nur D und H zu vergleichen, um den Unterschied gewahr zu werden. Beide, einer Zeit angehörig, in welcher die Reimkunst gänzlich in Verfall war, streben zwar auch die Assonanzen ihrer Vorlage zu beseitigen, aber ohne jede Consequenz und mit Beibehaltung vieler Reimfreiheiten. Ganz anders die Vorlage von B; hier finden wir im Versbau wie in den Reimen fast durchgehende Strenge. Nur wenige von den alten Reimungenauigkeiten hat dieser Umarbeiter geduldet. Beibehalten sind folgende Assonanzen: b: g. behaben: sagen 6325. gehabete : sagete 6645. graben: jagen 6875. – l: r. vil: mir 7577. – z: z. schuz: nuz 7803. Reim mit überschüßigem t. ritterschaft: getraf 6397. ungemach : naht 5653 (dagegen 6571 rührt ungemach: bedáht sicher erst vom Schreiber von B her statt unmaht: bedäht). Auch 8893 ist wohl Entstellung in B anzunehmen. Selbst geringe Reimungenauigkeiten werden gemieden, so ein überschüßiges n im weiblichen wie im männlichen Reime. Man vergleiche:

6201 und bat in eine wile twellen, . . . . . . . . . . . entwellen,
wen he ist min geselle. schönet mines gesellen.
6233 üwer swestir salde ich bin niht s6 gehalden
hät mich niht s6 gehalden. von diner swester salden.
6283 daz he vullin zwéne tage daz sie mit im füere jagen
zu Blankinlande rite jagen. gén Blankenlande in vier tagen.
6367 und sprach, he wolde mit spelen. er sprach, er wolde zuo dem spil.
dó greif he üf daz bret zu vele. dó greifer üf daz bret só vil.

Vgl. noch 6553. 6601. 6625. 6767. 6779. 6791. 6807. 6825. 6827. 6857. 6917. 7005. 7019. 7041. 7085*). 7087. 7121. 7261. 7311. 7451. 7455. 7457. 7669*). 7697. 7699. 7729. 7881.8141.8159, 8177. 8247. 8257. 8279. 8325. 8327. 8331. 8337. 8395. 8481. 8561. 8593. 8767. 8769. 8881. 8915. 8925. 8961. 8989, 9065. 9125. 9219. 9263. 9301. 9355. Doch ist gemeine: weinen 9443 (B schreibt allerdings gewaine) und minnen: koninginne 9491 beibehalten worden.

Die bei vielen Dichtern des 13. Jahrhunderts gestattete Bindung m: n scheint auch die Vorlage von B zu dulden. Zwar ist gewan: quam 6227 verändert in gewan: ist getän; sän: quam 7725 in sän: äne wän; aber viel öfter ist m: m beibehalten 6423. 6497. 6547. 6555. 6595. 6655. 6661. 6697. 6757. 6829. 6877. 7011. 7191. 7773. 7941. 7953.

*) Offenbar ist in B zu lesen von ir was gescheiden. der zorn wert an in beiden. **) Doch hatte hier die Vorlage vielleicht in kurzer stunde ( jagehunde).

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