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De 3

(University of
Engiånd er $CHEN

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Halle,
in Joh. Christ. Hendels Verlage,

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Vorërinnerung.

D arf man denn wol einen so verdächtie gen Mann, wie Thomas Hobbes ist, in Deutsch, land auftreten lassen? - Freylich wär' es meis ne Schuldigkeit, ihn von dem allgemein auf ihm ruhenden Verdacht zu befreyen; aber das ist keine leichte Sache, und in mancher Hinsicht unmöglich.

Die Römisch. katholische Kirche wird ihm nie vergeben, was er zu ihrem Nachtheil geschries ben hat. Die Protestantische Kirche wird in den Verzeichnissen der Schriftsteller für und mis

der die Offenbarung ihm seine Stelle immer noch i unter den Deisten anweisen müssen. Und eins

zelne Gelehrte und Denter aller Art, die eins mal für das Gegentheil seiner Behauptungen ein. genommen sind, werden sich, in Ansehung ihres

Urtheiles, von ihm schwerlich umstimmen. Auch I lassen sich manche von seinen Såzzen ohne So. phisterey gar nicht vertheidigen.

Kann

Rectas

Kann man aber gleich ihn nicht ausser alle 'Ten Verdacht lezzen, so ist doch nodi Hofnung

da, es so iveit zu bringen, daß man ihn ohne heri (denden Widerwillen ruhig anfdre', und 'was er Wahres und Gutes hat, als rohes Mas

terial ansehe, bearbeite und zum Frommen ana wende. Zu dieser Hofnung berechtigen mich die vielen ungefangenen Denker unter den Geleht's ten und Geschäftsmännern, die noch nicht Parg. then genonimen haben, also noch immer Luft und Fähigkeit Besözzen, jede Lehre kaltblütig zu untersuchen, und, was sich ihnen als Wahrheit auforinget, auch dafür anzunehmen, und wie billig gehörigen Ortes zu nuzzen; - folche, die ber einem jeden Buche ichon im voraus anneh. men, daß nicht durchgängig eitel Wahrheit, odec eitel Irrthum darinn feyn kann, und mit dem Vorfa lesen : wir wollen alles prüfen und das Beste behalten, sonderlich, wenn's zugleich zum Frieden dient. - Äuf solche Männer, fag' ich, gründet sich die Hofnung, die ich hege, daß manche von den Lehren' und Winken unseres Philosophen hundert und mehr Jahre nach ihm benuzt werden, und die Wirkung vielleicht jezt hervorbringen, die er beabsichtete, aber aus vies len Ursachen, zum Theil durch seine eigne Schulb,

Zeitalter nicht ganz hervorbringen

in seinem konnte.

Dennoch aber reicht hierzu, wie ich wol sehe, nicht hin, wenn man alle ehedem von ihm gefällte günstige Urtheile fammelte, und auch das, was jene vorbey gelassen haben, zu seiner Empfehlung hinzufügte, oder die Einwürfe des. rer, von welchen er angegriffen worden ist, wisi derlegte. Vielmehr muß man ihn selbst leren. Sat er nun in dem Leviathan die hauptsächlichs' ften Lehren, weshalb er berüchtiger ist, in Vers. bindung vorgetragen, so wird eine kurze Uebers sicht feines Lebens hier nicht am unrechten Orte stehn, da dasselbe über die Gelegenheit zur Vers fertigung des Leviathans und über die Absich. ten, die er dabey vor Augen hatte, einiges Licht verbreitet..

Thomas Hobbes wurde 1588 den sten April zu. Malmesbury in England gebohren. Sein Vater, ein Geistlicher dieses Ortes, uns terrichtete ihn in den gelehrten Sprachen, und fchikte ihn 1603 in dessen 15ten Jahre nach Drs ford auf die Hohefchule, wo er mit der Aristo. telischen Philosophie bekannt wurde. Fünf Jahr

nach

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