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Der Strafen eingedenk der Ewigkeit
Beklagst Du jezt des Volks Unwißenheit.
Wie sie Dir jauchzten hörtest Du mit Leid,
Verachtend irdsche Größ und Herrlichkeit.

IX. Jesus hört die falschen Anklagen des Volkes schweigend an.

Mit falschen Zeugen klagen sie, o Wahn!
Der Kaisersteuer halb Dich Dürftgen an,
Dich, den sie stäts in Knechtsgestalt ersahn,
Der nichts gelehrt hast als was Du gethan.
Bist Du der Erde Friedensbringer nicht,
Der Streit zu meiden lehrt als Liebespflicht?
Und schamlos heischen Lügner vor Gericht,
Daß Dichs der Volksaufwieglung schuldig spricht.
Der nur der Mild und Demuth Samen säst,
Uns selbst voran in Mild und Demuth gehst,
Der nun verklagt als Thronenräuber stehst,
Flohst auf den Berg, weil Du den Thron verschmähst.

Den Gott von seiner Seite hat gesandt
Den Frieden anzusagen allem Land,
Zerstreute bindend durch der Liebe Band,

Der wird ein Feind des Friedens frech genannt.

X. Jesus wird von Pilatus zu Herodes geschickt.
Wähnst du, Pilatus, ohne Schuld zu sein,

Der doch der Unschuld solltest Schuß verleihn,
Da du, vom Judenhaß dich zu befrein,
Dem Wolf das Lamm gabst, aller Sünde rein?

Terris formidandus et inferis,
Dux peregrinis et lux superis,
Ad Herodem rex regum mitteris,
Qui sublimes virtute conteris.

Per te rogamus malis eripi
Et peccantes hic pie corripi,
Ne dum vitam mors coget abripi,
Tenebrarum tradamur Principi.

XI. Iesus coram Herode.

Diu optatus nunc praesens sperneris,
Iustus iudex iniquus diceris,

A factura creator luderis,

Albis Deus, ut stultus, cingeris.

Iesu mitis, illusus retices,

Illusores et corde duplices

Delusurus, cum iuste iudices,

Fictos damnans, et salvans simplices.

XII. lesus ad Pilatum alba veste tectus remittitur.

Miror, Deus, cur sperni pateris,
Quod ab aeterno Verbum exseris.
Cur tantum nefas non ulcisceris,
Sceleratos demergens inferis?

Der Welt und Hölle siegreich überwand,
Der Pilger Hort, der Himmel Licht genannt,
Der alle Throne stürzt mit starker Hand,
Wirst schuldig vor Herodes Thron gesandt.

Wir hoffen daß es Dein Verdienst erringt,
So uns der Sünden Buße hier gelingt,

Daß nicht, wenn bald der Tod die Hippe schwingt,
Frohlockend uns der Hölle Fürst verschlingt.

XI. Jesus vor Herodes.

So lang ersehnt, verhöhnt Dich jezt die Welt,
Sie spottet Dein, Der sie erschafft, erhält,
Gerechter Richter, Schächern zugesellt
Wirst Du im Narrenkleid zur Schau gestellt.

Still trägst Du, sanfter Jesus, jezt den Hohn,
Die Frevler ziehst Du einst vor Deinen Thron,
Wenn an des Vaters Seite sizt der Sohn,
Den Bösen Strafe wägend, Frommen Lohn.

XII.

Jesus wird im weißen Kleide zu Pilatus
zurückgeschickt.

Wie läßest Du verachten, Gott, Dein Wort,
Das ewig lebte, leben wird hinfort,

Daß Du nicht wehrst so frevelmüthgem Mord,
Die Frevler senkst zu der Verdammniss Ort!

Sed perire non vis quempiam,
Quin et Verbi fers contumeliam,
Quo perversis et indulgentiam
Polliceris et offers gratiam.

Princeps pacis sedans discordias,
Quocunque pacem pergens nuntias,
Deo Patri nos reconcilias,
Ut cum ipso nos unum facias.

Pilatum et Herodem regulum
Dissidentes concordas clanculum:
Sed ignorant te pacis baiulum
Unitatis et dulce vinculum.

XIII. Iesus tanquam fatuus exhibetur.

Dum, aeternae fons sapientiae,
Signum defers nostrae vesaniae,
Veste nos donans innocentiae
Summae facis consortes gloriae.

Aeterni Patris sapientia,
Sapienter disponis omnia:
Nam quot tulisti volens tristia,
Tot cumulantur nobis gaudia.

Insons compulsus ad praetoria
Nostra deles iustus flagitia.
Et dum innocens das supplicia,
Per te reis praestatur venia.

Doch nicht verloren soll der Sünder sein,
Drum duldest Du des Sohnes Schmach und Pein,
Willst den Verworfnen selbst durch ihn befrein,
Ihm alle Schuld, wenn er bereut, verzeihn.

Du Friedensfürst, der alle Zwietracht stillt,
Wohin Du trittst, der Lieb und Güte Bild,
Den Vater uns versöhnen willst Du mild,
Vor seinem Zorn uns sein ein fester Schild.

Pilatus und Herodes, sie sogar
Willst Du gewinnen für der Selgen Schar;
Doch sie verkennen, frommer Ahnung bar,
Dich, der ihr Mittler, ihr Erlöser war.

XIII. Jesus wird als einfältig zur Schau gestellt.

Der Weisheit Brunnquell und Gerechtigkeit,
In Menschenthorheit hüllst Du Dich zur Zeit
Und schenkst uns dort der Unschuld Feierkleid:
So gehn wir ein zu Deiner Herrlichkeit.

Dir ist des ewgen Vaters Weisheit klar,
Mit Weisheit lenkst Du Alles wunderbar:
So viel auf Erden Deiner Schmerzen war,
Wird uns der Freuden in der Engel Schar.

Unschuldig vor den Richterstuhl gestellt
Wird Dir für unsre Schuld der Spruch gefällt.
Am Kreuze schuldlos Schuldgen zugesellt,
Erledigst Du der Schuld die fündge Welt.

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