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Ermahnung zur Reue.

Wie lang, o blinder Menschensinn,
Willst Du in Eitelkeit dich senken,
Vergeßend was dem Geist Gewinn
Nicht an die Ewigkeit gedenken?
Wo strebst du hin? Du eilst so sehr
Und achtest nicht des Endes mehr.

Ach Ehre, Reichthum, Herrlichkeit
Vergehn, ein Scepter bricht in Scherben,
Ein schöner Leib und Ueppigkeit,
Sie dienen oft nur zum Verderben,
Und mehr ist alles Irdsche kaum

Als Rauch und Schatten, flüchtger Traum.

Drum lebet so, daß ihr erwerbt
Das Leben in den Ewigkeiten;

Daß ihr den ewgen Tod nicht sterbt,
Lernt hier euch auf den Tod bereiten:
Seid eingedenk der Ewigkeit!

Die laßt euch schrecken allezeit.

Rhythmus de die mortis.

Gravi me terrore pulsas,

Vitae dies ultima,

Moeret cor, solvuntur renes,

Laesa tremunt viscera,

Tuam speciem dum sibi

Mens depingit anxia.

Quis enim pavendum illud

Explicet spectaculum,

Quum dimenso vitae cursu
Carnis aegra nexibus

Anima luctatur solvi
Propinquans ad exitum.

Perit sensus, lingua riget,

Resolvuntur oculi,

Pectus palpitat, anhelat

Raucum guttur hominis,

Stupent membra, pallent ora,

Decor abit corporis.

Ecce! diversorum partes

Confluunt spirituum:

Hic angelicae virtutes,
Illic turba daemonum;
Illi propius accedunt,
Quos invitat meritum.

Vom Todestage.

Wie du mich mit Schrecken schüttelst,
Tag, wo mir die Seel entschwebt;
Wie mir Herz und Nieren kranken,
All mein Eingeweide bebt,
Wenn dein Bild, o Schreckensanblick,
Sich vor meinem Sinn erhebt.

Wer mag dich zu Ende denken,
Furchtbar unvermeidlich Looß,
Wenn des Lebens Pulse stocken,
Von des Fleisches Banden los
Sich die fieche Seele ringet
Und der Leib zum Grabesschooß.

Zunge stockt, die Sinne schwinden,
Das verwandte Auge bricht,
Zuckend ächzt das Herz, die Lunge
Lechzt nach Luft und findet nicht,
Starr die Glieder, bleich die Lippen,
Tief entstellt das Angesicht.

Ha, jezt drängen vor dein Lager
Geister sich, von zweier Art:
Hier der Tugend Engelbilder,
Lasterteufel dort geschart;
Doch die treten dir am nächsten,
Welchen du dein Herz gepaart.

Praesto sunt et cogitatus,
Verba, cursus, opera;
Et prae oculis nolentis
Glomerantur omnia:

Illuc tendat, huc se vertat,

Coram videt posita.

Torquet ipsa reum suum

Mordax conscientia,

Plorat, acta corrigendi

Defluxisse tempora,

Plena luctu caret fructu

Sera poenitentia.

Falsa tunc dulcedo carnis

In amarum vertitur,

Quando brevem voluptatem

Perpes poena sequitur,

Iam quod magnum credebatur

Nil fuisse cernitur.

Atsi mens in summae lucis

Gloriam extollitur,

Aspernatur lutum carnis

Quo mersa provolvitur,

Et ut carcerati nexu
Laetabunda solvitur,

Quaeso, Christe, rex invicte,

Tu succurre misero,

All dein Wandel, Thun und Trachten,
Worte selbst, Gedanken gar,

Ob dein Auge sich verschließet,
Dichter füllt sich stäts die Schar:
Wie Du hin und her dich wendest,
Du erblickt sie nur zu klar.

An des Schuldgen Busen naget
Des Gewissens scharfer Zahn:
Ach, daß er in Sack und Asche
Buße nicht zur Zeit gethan!
Wie er traure jegt und schaure,
Keine Buße mag verfahn.

Weh, der falschen Freuden Süße
Wandelt sich in Bitterkeit,

Jenem furzen Sinnenrausche

Folgt der Strafe Nüchternheit:

Was des Wunsches würdig deuchte
Zeigt nun seine Nichtigkeit.

Wenn die Seele zu des Lichtes
Lauterm Glanz erhoben wird,
Eckelt sie der Pfuhl der Lüste,
Drein sie schwelgend sich verirrt,
Froh daß sich der Kerker aufthat,
Und die Kette nicht mehr flirrt.

Christus, fleh ich, Siegesfönig,
Hilf dem Armen gnädiglich,

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