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Kaum bist du todt, so eilet man
Den Leib hinauszutragen;

Der Gattin, den Verwandten kann
Nichts wehren lautes Klagen.

Die Thränenflut, die heut nicht ruht,
Wird morgen Lachen bringen:

So fahre Du der Grube zu,
Die alle soll verschlingen.

Im Schooß des Grabes bei dir find ́
Viel Kröten, Schlangen, Unken,
Das ist des Hofes Hofgesind,
Wo du sollst herrschend prunken.
Du zahlst den Sold dem Würmervolk
Und Zins dem Madenheere,

Daß es mit Lust an deiner Brust,
Um Mark der Knochen zehre.

Derweil zerrinnt bei Weib und Kind
Die Trauer gar im Sande,

Eh halb das Jahr verfloßen war

Schloß Liebe neue Bande.

An Grabes Ranft ein Schlummre sanft,"

Auf ewig dann vergeßen;

Dein Sohn verthut dein Hab und Gut,
Dich frißt der Wurm indessen.

03

Cygnus exspirans.

Parendum est, cedendum est, Claudenda vitae scena,

Est iacta sors, me vocat mors:
Haec hora est postrema.

Valete res, valete spes:
Sic finit cantilena!

O magna lux, sol, mundi dux!
Est concedendum fatis;
Duc lineam ecclypticam:
Mihi luxisti satis!

Nox incubat; fax occidit,
Iam portum subit ratis.

Tu cythara argentea,
Vos aurei planetae,
Cum stellulis ocelluli

Nepotibus lucete!
Fatalia, lethalia

Mi nunciant cometae.

Ter centies, ter millies
Vale, immunde munde!
Instabilis et labilis
Vale, orbis rotunde!
Mendaciis, fallaciis

Lusisti me abunde.

Schwanenlied.

Es ist vorbei, geschieden sei,
Des Lebens Vorhang sinket,

Der Würfel fiel, ich steh am Ziel,

Die lezte Stunde winket.

Leb Hoffnung wohl, auch du bist hohl,
So schließt das Lied und hinket.

Schein immer, Licht der Welt, doch nicht
Hinfort auf meine Sachen,

Zieh himmelan auf stolzer Bahn,
Mir sollst du nicht mehr lachen.
Es sinkt die Nacht, es ist vollbracht,
Den Hafen sucht mein Nachen.

Der Either trauter Silberlaut,
Ihr goldenen Planeten,
Ihr Sternelein, Weltäugelein,
Scheint Andern, seid gebeten!

Mir schlimme Noth, den grimmen Tod
Verkünden die Cometen.

Lebwohl vielmal, vieltausendmal,

Unfeste Erdenveste,

Lebwohl, du tollst, lebwohl du rollst

und täuschest deine Gäste.

Mit Lug und Trug hast du genug

Auch mich gehabt zum Besten.

Lucentia, fulgentia

Gemmis, valete, tecta,
Seu marmore, seu ebure
Supra nubes erecta!

Ad parvulum me loculum
Mors urget equis vecta.

Lucretiae, quae specie
Gypsata me cepistis,
Imagines, voragines,
Quae mentem sorbuistis,
En oculos, heu! scopulos
Extinguit umbra tristis.

Tripudia, diludia

Et Fescennini chori
Quiescite, raucescite!

Praeco divini fori

Mors intonat et insonat

Hunc lessum: debes mori.

Deliciae, laetitiae

Mensarum cum culina;

Cellaria, bellaria

Et coronata vina,

Vos nauseo! dum haurio

Quem scyphum mors propinat.

Lebt wohl auch Ihr, Palläste, mir
Mit edelm Erz beschlagen,

Die mit Gestein und Elfenbein

Die Wolken überragen;

Klein ist der Ort, zu dem mich fort
Arabiens Hengste tragen.

Ihr Mädchen hold, die mit dem Gold
Der Locken mich gefangen,

Die mich entzückt, ach, ganz berückt
Habt mit bemalten Wangen;

Der Lippen Zier, einst Klippen mir,
Im Tod erlischt das Prangen.

Aus ist der Tanz, der Mummenschanz,
Die ausgelaßnen Lieder

Verstummen all; mit rauhem Schall
Ruft Gottes Herold nieder,

Der Tod, und weiß nicht andre Weis
Als: Werde Erde wieder.

Ihr Leckerein, ihr Schleckerein,
Der Schüßeln langer Reigen,

Wildbrät und Lachs voll Wohlgeschmacks,

Der Pfropfen knallend Steigen,

Ihr schafft mir Noth, da nun der Tod Credenzen will die Neigen.

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