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Es gibt übrigens keinen Grund, weshalb man seine Abfassung nicht dem Moses selbst zuschreiben sollte, wodurch er ein Alter von 500 Jahr mehr, oder im Ganzen von 3300 Jahren erhält. Man kann daher in keiner Weise daran zweifeln, dass der Pentateuch das älteste Buch ist, welches unser Abendland besitzt. (Cfr. Cuvier Discours sur les révolutions du globe". 6me édition, pag. 171 sq.)

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Allein ist die Genesis etwa bloss das älteste Buch des Abendlandes? Nein, sie ist ohne jeglichen Zweifel das älteste Buch der ganzen Welt. Cuvier beweist es in demselben Werke „Ueber die Umwälzungen der Erdkugel", indem er Alles durchgeht, was wir aus Indien, Aegypten, Chaldäa, Persien, Armenien, Arabien und China an geschichtlichen Dokumenten besitzen, wenn man anders so Schriften nennen will, in welchen einige Thatsachen mit einem Schwalle prahlerischer Dichtungen der orientalischen Phantasie vermischt sind. Als vollberechtigter Schluss dieser gelehrten Untersuchung ergibt sich, dass Herodot nicht nur der Aelteste unter allen Profanschriftstellern des Occidentes, sondern der ganzen Welt, und mithin wahrhaft der Vater der ProfanGeschichte ist; dass aber Moses 1000 Jahre vor ihm schrieb, der Pentateuch daher offenbar das älteste Denkmal der Geschichte der ganzen Menschheit ist; und dass Alles, was die Kritik aus den fabelhaften Träumereien des Orientes als geschichtliche Ueberreste ausscheidet, nur neue Beweise für die Wahrheit der einfach grossen Erzählung der Genesis liefert.

Allein der Pentateuch ist nicht bloss der Zeit nach das älteste Buch der Welt, sondern auch der Natur der Dinge nach, welche er enthält.

Die heiligen Bücher des Orientes, Aegyptens, Griechenlands haben alle miteinander einen vorherrschend nationalen Charakter. Das Vaterland verschlingt dort Alles: Erde und Himmel, die Geschichte der Menschen und Götter.

uns

Aehnlich verhält es sich mit den Geschichtsbüchern des heidnischen Alterthums. Die Geschichtsschreiber, welche mehr oder minder umfassende Geschichten hinterlassen haben, haben die Einheit des Menschen-Geschlechtes, und folglich die Einheit der Weltgeschichte, völlig aus dem Auge verloren und vergessen.

Sie waren nicht im Stande, die verschiedenen Zweige der Völker und ihrer Geschichte, wie es die Genesis thut („Völker

Tafel" der Genesis c. X. u. XI.), mit ihrem gemeinsamen Stamme und dessen Wurzel zu verbinden. Sie liessen das grosse Bild der Zerstreuung der Menschen und des Ursprunges der verschiedenen Völker, worüber Moses allein Licht verbreitet, in völligem Dunkel (Genesis c. XI., v. 8 sqq.). Sie haben den Faden verloren, welchen uns die Bibel an die Hand gibt, und an dem wir, ohne uns zu verirren, das Labyrinth der Zeiten durchwandern können.

Herodot macht Griechenland zum Mittelpunkte. Der Erste, welcher mit den Griechen in Beziehungen trat, war Kroesus, der König von Lydien; daher die Ceschichte dieses Königs und seines Volkes. Kroesus wurde besiegt durch Cyrus, den König der Perser; daher die Geschichte des Cyrus, der Perser und Meder. Kambyses, der Sohn des Cyrus, fiel in Aegypten ein; daher die Geschichte Aegyptens und seiner Nachbarländer: Aethiopien und Lybien. Darius, der Sohn des Hystaspis und Nachfolger des Kambyses, bekriegte die Scythen; daher die Geschichte der Scythen und Indier. Darius und sein Sohn Xerxes drangen in Griechenland ein; daher eine sehr genaue Geschichte der griechischen Völker und ihrer Sitten das ist der Plan des Herodot.

Diodor von Sicilien, vierhundert Jahre nach Herodot, unter der Herrschaft des Caesar und Augustus, schrieb eine allgemeine Geschichte in 40 Büchern. Die 3 ersten handeln von den alten Geschichten der Barbaren; die 3 folgenden von denen der Griechen bis zum trojanischen Kriege; die dann folgenden 11 Bücher beschreiben die Zeiten bis zu Alexander dem Grossen; die 23 letzten Bücher gehen von da an bis 60 Jahre vor Christus. Was die Zeit vor dem trojanischen Kriege betrifft, so sagt er, dass man hierüber nichts Sicheres wissen könne, da keine einzige authentische Urkunde aus jener Zeit vorhanden sei. Er rechnet vom trojanischen Kriege bis zur 180. Olympiade, oder dem 60. Jahre vor Christus, 1128 Jahre; das würde diesen theils mythischen, theils geschichtlichen Krieg ungefähr in die Zeit Jephte's, des Richters in Israel, verlegen. (Cfr. im Folgenden die Parallele zwischen Iphigenia, Tochter des Agamemnon, und der Tochter des Jephte.) Die Geschichte Diodor's nimmt daher nach der eigenen Erklärung ihres Verfassers für die ältesten Zeiten keine Glaubwürdigkeit in Anspruch.

Trogus Pompejus, ein Gallier von Geburt, hat gleichfalls unter Augustus eine Art von Welt-Geschichte geschrieben; es ist aber nur ein kleiner Auszug davon durch Iustinus auf uns gekommen.

Appian, ein Grieche aus Alexandrien, hat zwei GeschichtsWerke verfasst, welche in gewissem Sinne als allgemeine Geschichte bezeichnet werden können. Die eine begann mit dem trojanischen Kriege und endete mit der Zeit Trajan's, unter dessen Regierung er lebte; die andere umfasste die Geschichte aller Völker, welche die Römer sich unterworfen hatten. Wir besitzen von dem einen, wie von dem anderen, nur einzelne Bücher. Die übrigen Geschichtsschreiber, welche ganz oder theilweise auf uns gekommen sind, haben nur Partikular-Geschichten geschrieben. Xenophon das Leben des Cyrus; Arrian und Quintus Curtius den Eroberungs-Zug Alexanders des Grossen; Thukydides den ungefähr 30jährigen Krieg zwischen Athen und Sparta; welcher unter dem Namen des peloponnesischen Krieges bekannt ist. Livius und Dio Cassius schrieben eine römische Geschichte von dem Ursprunge Roms bis auf ihre Zeit; ersterer unter Caesar Augustus, letzterer unter Alexander Severus; Dionysius von Halicarnassus die Alterthümer dieser Geschichte; Polybius die Periode vom Anfange der punischen Kriege bis zum Ende des macedonischen Krieges; Sallustius zwei einzelne Ereignisse; Julius Caesar die Denkbücher seiner eigenen Kriege; Suetonius die Lebens-Geschichte der 12 ersten Kaiser; Tacitus die Geschichte derselben und noch einiger anderen. Hierzu kann man noch den Strabo rechnen, welcher am Beginne der christlichen Zeitrechnung († 24 nach Chr.) eine geschichtliche Geographie der damals bekannten Welt verfasste, und Pausanias, welcher 2 Jahrhunderte später eine wissenschaftliche Reise in Griechenland beschrieben hat. (Cfr. Rohrbacher Histoire universelle I., 20.)

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Man sieht, die Schriftsteller des heidnischen Alterthums erzählen die Geschichten der Völker und ihrer Herrscher. Moses allein berichtet die Geschichte, und zwar die Urgeschichte der ganzen Menschheit, und, nachdem er uns bis zur Quelle des mächtigen Stromes der Generationen zurückgeführt hat, zeigt er uns noch das gewaltige Schauspiel der Zertheilung seiner Wasser (Genesis c. XI., v. 8 sqq.). Durch die Genesis allein sind wir, wie Cuvier klar nachgewiesen hat (vergl. im Vorhergehenden),

im Stande zu unterscheiden, was an den Mythen der Indier, Aegypter, Chinesen über ihre Ursprünge geschichtlich ist.

Die ganze Bibel, dieses in all' seinen Gliedern vollkommen harmonische Ganze, von welchem die Genesis die Grundlage ist, enthüllt uns sofort auch den ganzen Welt-Plan Gottes in der Ordnung und Abfolge der Jahrhunderte; sie zeigt uns die wunderbare Einheit dieses Planes, indem sie uns jenes Band offenbart, durch welches alle Geschlechter und Zeiten an Den geknüpft sind, der sie erschuf in seiner Macht (Ad Hebr. 1, 2), sie regiert. in seiner Weisheit (Ad Hebr. 11, 3), sie erlöste in seiner Schwachheit („Qui creavit nos virtute sua, et redemit nos infirmitate sua“ S. Augustinus), und sie richten wird in seiner Herrlichkeit (Apocal. I. et alibi). Die Schöpfung, die Erlösung, das Gericht, sind der Anfang, die Mitte und das Ende der Zeiten und ihrer Geschichte. Daniel hat im Voraus prophetisch (II., 31 sq.) die Reihenfolge der Weltreiche und die allgemeine Hinbewegung der Welt zur ersten Ankunft des Erlösers und dem geistigen Weltreiche geschildert, durch welches das Reich der Gewalt überwunden werden wird; und Johannes (Apocal. XII., 3 sq.) beschreibt im Voraus die Kämpfe der Kirche gegen die feindlichen Gewalten bis zu jenem Tage, an welchem allem Kampfe ein Ende gemacht wird durch die Ankunft des unsterblichen Königs der Zeiten und der Ewigkeit. (Apocal. XIX., 11 sq.)

So ist die Bibel das erste aller geschichtlichen Denkmale, nicht bloss durch das Alterthum des Pentateuch, welcher ihre Grundlage bildet, sondern auch durch die Erhabenheit, die Tiefe, den Reichthum und die majestätische Einheit ihres Inhaltes. Durch die Vergleichung aber beider Testamente, wird der Beweis geführt, dass sowohl das eine, als auch das andere einen göttlichen Charakter besitzt: sie haben beide denselben Zweck und denselben Verlauf; das eine bereitet die Vollendung vor, welche das andere uns zeigt und darlegt; das eine legt die Grundmauern, das andere führt das Gebäude auf; kurz, das eine enthält in der Vorhersagung, was das andere als erfüllt uns darstellt. So sind alle Zeiten in Einem Ganzen vereinigt, und es ist ein ewiger Plan der göttlichen Vorsehung uns enthüllt. (Cfr. Bossuet Discours sur l'histoire universelle" II. part. in fine; und „Libre examen de la vérité de la foi" und "Christ et les Antichrists" par Msgr. l'abbé V. Dechamps.)

III.

Die Bibel ist der klassischen Litteratur des Alterthums nicht unbekannt geblieben.

In omnem terram exivit sonus eorum: et in fines orbis terrae verba eorum." Ps. 18, 5.

„Ueber die ganze Welt ist ausgegangen ihr Schall, und bis zu des Erdball's Grenzen ihr Wort."

Da, wie wir im II. Theile unserer Abhandlung gesehen haben, die hl. Schrift die ältesten Geistes-Denkmale für die gesammte Menschheit enthält; so konnte es nicht ausbleiben, dass auch die Heiden an der Hand der Uroffenbarung, welche ein gemeinsames Erbgut aller Völker bei ihrer Trennung auf der Ebene von Sennaar bildete (Genesis c. XI.), und durch ihren Verkehr mit den Kindern Israels (Juden) in den grossen Residenz-Städten von Memphis und Theben in Aegypten (430 Jahre), sowie zu Ninive, Babylon, Persepolis und der weltgebietenden Roma; besonders aber nach der Uebersetzung der hl. Schrift in die griechische Welt-Sprache, manches in dem Kultus ihrer Götzen nachahmten, was im Gesetze Mosis als Dienst des wahren Gottes anbefohlen war. (Cfr. Cornelii Taciti Historiarum 1. V. c. 4 sqq. und Actus Apostolorum 7, 22.) Auch wussten die Juden recht gut, dass Personen und Thatsachen aus der hl. Schrift, sowie Lehren und Geheimnisse aus der Offenbarung von den Heiden zu Göttersagen und Dämonen-Dienst verkehrt wurden. „Et expanderunt Iudaei libros legis de quibus scrutabantur gentes similitudinem simulacrorum suorum." (I. Machab. 3, 48.) „Die Juden schlugen die Bücher ihres Gesetzes auf, in welchen die

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