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sind erst nach und nach zusammen gekommen und an verschiedenen Stellen ist für weitere Nachträge Raum frei gelassen; zwei Strophen zu Walthers Kreuzlied 14, 35 haben auf dem untern , breiten Rande Platz gefunden. Den grössten Teil der Sammlung, Walthers Lieder ohne Ausnahme, hat schon Bodmer 1758. 1759 in seinen Minnesingern abdrucken lassen;1 die genauste Beschreibung der Hs. verdanken wir Apfelstädt (Germ. 26, 213 f.). Nach seiner Untersuchung umfasste der Grundstock der Sammlung, von derselben Hand geschrieben, 110 Dichter; im ganzen aber sind 10 Hände zu unterscheiden. Walthers Lieder sind zum grössten Teil von der ältesten Hand eingetragen; jedoch der Schluss, Str. 390 — 447, ist später hinzugefügt, von demselben Schreiber, der die Sammlung Reinmars ergänzte. 2 Ein dritter Schreiber fügte die beiden Randstrophen hinzu und den Schluss der Str. 34 (L. 84, 6—13); ein vierter vielleicht die Str. 154 und 202 (L. 45, 27. 54, 37), die erste ist unvollständig, in beiden die Schrift blässer. An mehreren Stellen sind Lücken unausgefüllt geblieben.

Die Heidelberger Hs. ist die älteste von den uns erhaltenen Liedersammlungen. Sie stammt, wie die Pariser Hs. aus dem südlichen Schwaben oder aus dem Thurgau (L. p. VII) und gehörte einst zu der alten Büchersammlung der pfälzischen Kurfürsten. Noch jetzt trägt sie den Einband, den der für Wissenschaft und Kunst begeisterte Kurfürst Otto Heinrich ihr hatte geben lassen. Der Hauptinhalt der Hs., die ersten 39 Blätter, sind von einer alten. Hand (A) geschrieben, in schönen zierlichen Zügen, die man noch in das 13 Jahrh. setzt; auf den sechs letzten Blättern sind von drei jüngeren Händen (a) noch 59 Strophen verschiedener Dichter nachgetragen. — Weder Reimzeilen noch Strophen sind abgesetzt; jedoch sind die Reime in der Regel durch einen Punkt, die Strophen durch verzierte und angestrichene Anfangsbuchstaben hervorgehoben. Neue Töne werden durch ein § auf dem Rande bezeichnet. Die Namen der Dichter sind, Buchstabe um Buchstabe wechselnd, mit blauer und roter Tusche ausgeführt.

Die erste Nachricht von dieser Hs. gab der jüngere Adelung in seinen Nachrichten von altdeutschen Gedichten, welche aus der Heidelbergischen Bibliothek in die Vatikanische gekommen sind; jetzt liegt sie in einem sorgfältigen Abdruck, zur bequemen Benutzung für alle vor: Fr. Pfeiffer, die alte Heidelberger Liederhs. Stuttgart 1844.

Auch von der Weingartner Hs. hat Pfeiffer einen wortgetreuen Abdruck besorgt (Stuttgart 1843), und in der Einleitung über die Geschichte, Beschaffenheit und Benutzung derselben berichtet. Im 16 Jahrh. wurde sie von dem Schultheissen Marx in Konstanz der Benedictiner Abtei Weingarten zum Geschenk gemacht und nach Aufhebung des Klosters kam sie

1) Berichtigungen des Bodmerischen Abdrucks auf Grund neuer Vergleichung s. in XMS. 3, 829. Vgl. 1, XIV f.

2) Mit Str. 390 beginnt die Quelle CE.

in die Bibliothek des Königs von Würtemberg. Die Sammlung umfasst 312 S. in 80 zu 28 Zeilen und enthält Lieder und Sprüche von 31 Dichtern, den Schluss bildet die Minnelehre des Heinzelin von Costenz; den Texten sind 25 Bilder, die denen der Pariser Hs. nahe stehen, hinzugegeben. Die Hs. ist im 14 Jahrh. von mehreren Händen, deren sich im allgemeinen sechs unterscheiden lassen, geschrieben; die Reimzeilen sind durch Punkte bezeichnet, die Anfänge der Strophen abwechselnd durch rote oder blaue Buchstaben. Früher, ehe die Hs. ihren jetzigen Einband erhielt, war ein grosser Teil der Blätter ausgerissen; die meisten, sind an ihrer Stelle eingefügt, einige verloren.

Die Würzburger Hs. war ein Hausbuch, das in zwei Bänden Stücke mannigfachen Inhalts, Lateinisches und Deutsches in Vers und Prosa enthielt. 286 splendid geschriebene Pergament - Blätter in fol. sind auf uns gekommen, von dem ersten Bande die erste Lage, die u. a. das Register bietet, und ausserdem nur zerstreute Blätter; der zweite Teil fast ganz. In diesem finden sich als Kap. 24 und 25 Lieder Walthers und Reinmars in vielfach entstelltem aber nicht wertlosem Text. Die Lieder Walthers beginnen auf Bl. 168V: Hie hebent sich die lieder an des meisters von der Vogelweide hern Walthers, und dann steht vor jedem neuen Ton her Walther oder her Walther von der Vogelweide oder Walther. Die Überlieferung bricht mitten in einer Strophe ab; es fehlen in der Hs. sieben Blätter, mit denen auch der Anfang der Reinmarschen Sammlung verloren ist.

Die Hs. ist bald nach der Mitte des 14 Jabrh. in Würzburg geschrieben; später befand sie sich in Ingolstadt, kam dann nach Landshut und ist jetzt in München. Rottmanner machte sie im Jahre 1808 zuerst bekannt, eine ausführliche Beschreibung gab Ruland im Archiv des hist. Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg XI (1851) S. 1–12.1 Die Strophenanfänge verzeichnete Lachmann in der ZfdA. 3, 345 f.

Sammlung BC. Wert und Zuverlässigkeit dieser Sammlungen hängt von ihrer Geschichte ab, und in diese wird uns der Blick zunächst durch eine Vergleichung der Hss. eröffnet. In besonders nahem Verhältnis stehen, wie die übereinstimmenden Bilder, die Strophenordnung und Texte zeigen, die Weingartner und Pariser Hs. Die folgenden Tabellen und Betrachtungen suchen dies Verhältnis näher zu bestimmen.

a. B 1— 20. C 1—29.
I. B 1–5. C 4–8. L. 10, 1.
II. 6-8. 9-11.

11, 6.

1) Vgl. HMS. 4, 901. Zarncke, PBb. 7, 583 f.

III. B 9–11. C 12. 14. 15. L. 13, 5.
IV. 12–17. 21 — 29.

14, 38.
V. 18—20.

1-3.

8, 4. C hat neun Strophen mehr als B, wozu noch zwei Randstrophen kommen, aber die übereinstimmende Ordnung in den gemeinsamen Strophen zeigt schon, dass die beiden Hss. auf dieselbe Quelle zurückgehen. Die einzige Abweichung in der Folge der Töne ist die, dass die Str. 8, 4 f. in B am Ende, in C am Anfang stehen. Die Ordnung in C muss als die ursprüngliche gelten; denn zu Str. 8, 4 gehört das Bild des Sängers, das beide Sammlungen schmückt; jedoch ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Unordnung sich schon in der Quelle BC fand und von C nach richtiger Überlegung beseitigt ist. Im allgemeinen ist jedenfalls die ältere Hs. B der zuverlässigere Zeuge für den Inhalt der Quelle BC. Die Plusstrophen, welche Chat, sind zum Teil mit Sicherheit als jüngere Nachträge zu erkennen. In dem Kreuzliede 14, 38 nämlich sind C 22. 23. 26 aus einer A ähnlichen Quelle hinzugefügt, die beiden auf dem Rande nachgetragenen Strophen stammen aus einer Hs., die mit E nahe verwandt war; die Strophenordnung ist dem Inhalt gemäss' berichtigt. Auch für das Minnelied 13, 33 lässt sich mit Wahrscheinlichkeit behaupten, dass es in der alten Sammlung BC fehlte, da diese sonst nur Sprüche oder Spruchartiges enthält. Der Anfang Maneger frâget waz. ich klage mochte den Anlass geben, es hinter dem Klageliede, dessen Strophen sämmtlich mit Owê beginnen, einzureihen, obwohl die Verbindung eine ganz äusserliche ist.

Was nun die Sammlung BC selbst betrifft, so kann diese frühestens aus der letzten Lebenszeit des Dichters stammen. Sie enthält Stücke sehr verschiedenen Alters: die Sprüche, mit denen er im Jahre 1198 seine politische Laufbahn begann (8, 4), die Begrüssung Ottos aus dem Jahre 1212 (11, 6), und Lieder, die schon den Bann Friedrichs II voraussetzen (10, 1. 13, 5). Sie kann ferner nicht auf authentischer Aufzeichnung beruhen, denn die ungeordnete und interpolierte Form des Kreuzliedes setzt Überlieferung im Munde des Volkes voraus.

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VII.

150.

b. B 40 — 89. C 126 — 221. Der Unterschied in der Strophenzahl beider Hss. ist gross, B hat 50, C 96; aber dennoch gehen sie auf dieselbe Quelle zurück. Wir betrachten zuerst B 40 — 81. C 126 — 217.

I. B 40. 41. C 126. 127. L. 39, 1.
II. 42 — 45. 128 — 131.

39, 11.
III. 46 – 48. 132 — 134.

40, 19.
IV. 49 — 51. 135 — 139.

41, 13.
V. 52 - 55.
140 — 143.

42, 15.
VI. 56 — 59. 144 - 147.

43, 9.
60. 61.
148. 149.

44, 11.
VIII. 62.

60, 34. IX. 63 — 65. 151 - 154.

44, 35.
x.

66 — 68. 155. 156. 159. 45, 37.
XI.
69. 70. 157. 158.

46, 32.
XII.
71.
160.

47, 16.
XIII. 72. 73. 161 — 165.

47, 36. XIV.

166 — 170.

49, 25. XV.

171 – 174.

50, 19. XVI.

175 - 180.

51, 13. XVII.

181 – 185.

52, 23. XVIII.

186 – 190.

53, 25. XIX.

191 – 195.

54, 37. XX.

196 – 201.

56, 14. (XIX)

202. XXI.

203 — 206.

57, 23. XXII. 74 — 76. 207 — 212.

58, 21. XXIII. 77 — 81. 213 — 217.

59, 37. Die übereinstimmende Reihenfolge der verschiedenen Töne verbürgt die gemeinsame Quelle; aber in B fehlt, abgesehen von einzelnen Strophen, die ganze Reihe C 163 ---- 207. Die Entscheidung, ob dieser Teil der Hs. C schon der Quelle BC angehörte, oder nicht, ergiebt sich aus den in B und Czunächst folgenden Strophen B 82 — 89. C 218 — 221.

E

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Zunächst sieht man, dass B und C auch hier auf dieselbe Quelle zurück gehen; es besteht in diesem Teile der Hss. dasselbe Verhältnis wie vorher. B 82. 83. 85. 86 sind an dieser Stelle in C übergangen, weil sie schon vorher ihren Platz gefunden hatten; es lag für den Sammler kein Grund vor, dieselben Strophen zweimal zu schreiben. Also B repräsentiert uns den Inhalt der Quelle BC. – Was nun aber in der Quelle BC hier vorliegt, sind einzelne Strophen, Bruchstücke von Tönen; und zwar gehören sechs von den acht Strophen zu Tönen, die in der Quelle BC vorangingen. Diese Bruchstücke sind also augenscheinlich Nachträge zu vorher unvollständig aufgenommenen Tönen; und da diese Nachträge grade in umgekehrter Folge wie die Töne stehen, so ergiebt sich, dass der Sammler, als er sie hinzufügte, sein Exemplar von hinten nach vorn schreitend mit einem vollständigeren Exemplare verglich. – Da nun ferner ein Teil dieser nachgetragenen Strophen zu Tönen gehört, die in B gar nicht erhalten sind, wohl aber in C (nämlich Str. 83. 85. 86), so ist klar, dass die Hs. B hier eine Lücke hat. Dem Sammler B lag die Quelle BC entweder nicht vollständig vor (und das ist das wahrscheinlichste), oder er überging mehrere Blätter.

Nun stehen aber in diesem Nachtrage noch zwei einzelne Strophen B 84. 89. C 218. 221, die zu Tönen gehören, welche weder in B noch in C vorangehen. Wie kommt das? Entweder muss man annehmen, dass der Sammler diese einzelnen Strophen hier einreihte, weil er die vollständigen Lieder nicht erreichen konnte, und den Anhang einzelner Strophen als den geeignetesten Platz auch für selbständige Fragmente ansah, oder aber auch diese Strophen sind Nachträge und die Töne, zu denen sie gehören, sind nicht nur in B sondern auch in C ausgefallen. Dann hätte also auch dem Sammler C die Quelle BC nicht mehr in ihrer ursprünglichen Vollständigkeit vorgelegen. Diese Annahme wird wahrscheinlich durch Str. 89 (L. 61, 33); denn da diese Strophe durch ihre Überschrift sich ausdrücklich als Nachtrag ankündigt, wird doch wohl das Lied, in Bezug auf welches sie gedichtet ist, in der alten Sammlung vorhanden gewesen sein. Eine Bestätigung findet diese Vermutung durch eine Vergleichung

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