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Fast drei vierteile des fragments sind tadellos überliefert, in durchaus regelmässigen versen, falls man nur alle richtig abteilt ; und die grosse mehrzahl der überlangen verse wird auf das richtige mass zurückgeführt durch tilgung kleiner wörter, zumal der conjunctionen uuanta avar denne womit das gedicht gegen den stil des epos überladen ist, die daher auch an einigen stellen getilgt sind wo sie metrisch nicht gerade fehlerhafl waren; dazu kommt noch der artikel dessen häufigkeit schon JGrimm auffiel. einiges bedenken erregt allein die verkürzung von 82, 1. die kurzen halbverse 20, 2. 21, 2 lassen sich rechtfertigen, die übrigen leicht verbessern, entweder durch herstellung der flexion oder vertauschung der workform (46, 2. 91, 2), oder durch umstellungen (2. 32) und zwar ein paarmal so (16. 22, 2. 23, 1) dass wenn man was der eine halbvers zu viel hat dem andern zulegt, beiden zugleich geholfen wird. die ergänzungen der unvollständig überlieferten verse ergeben sich bis auf 103, 2 gleichfalls ohne schwierigkeit. die regelmässigkeit des versbaues im Muspilli kann daher nicht wohl einem zweifel unterliegen. der inhalt des gedichts aber verlangt noch einige bemerkungen. es terfällt in drei abschnitte und der erste gibt gewissermassen das erste teugnis für die später herschende vorstellung eines kampfes der engel und teufel um die abgeschiedene seele. JGrimm (myth. 392 anm. 796—798)

will sie aus der deutschen mythologie ableiten; aber hier erfahren wir nicht nur nichts 260 von einem solchen streil der götter, er ist auch nicht einmal wahrscheinlich, weil durch

die todesart und den stand der menschen jedem gotte sein anteil an der menge der sterbenden zugewiesen und bestimmt war. dass die vorstellung christlichen ursprungs ist, zeigte Zarncke in den berichten der sächsischen gesellschaft der wissenschaften 1866 s. 202—213. aber die ältern belege wissen meist nur von einer dispulation der engel und teufelscharen, höchstens von einem luctanen (aao. s. 209) oder dass die guten geister quasi contra daemones pugnam inirent (s. 211). wenn jedoch der deutsche dichler zwei heere mit einander streiten lässt, so konnte keiner seiner zuhörer, wie Zarncke s. 213 meinte, noch an einen blossen wortwechsel denken und das pågan v. 5 anders auffassen als v. 38 und 76 und die suona v. 6 nur als abschluss, entscheidung des streites. auch dass die seele des guten gleich nach dem tode zu den himmlischen freuden eingeht, stimmt keineswegs mit der correcten kirchenlehre: die parallel stellen zu v. 14 meinen wohl sämmtlich die erst nach dem jüngsten gericht beginnende seligkeit (Zarncke s. 195). noch weniger steht die darstellung des kampfes des Elias und antichrists im zweiten abschnitt in übereinstimmung mit der kirchlichen ansicht. die jüngern dichtungen vom antichrist (Diemer 281, 2011. fundgr. 1, 195, 12.ff. 2, 119, 27.ff., Haupts zs. 6, 384, Martina 196, vgl. Mones anz. 7, 316) heben den kampf wenig oder gar nicht hervor, auch nicht Adso de antichristo (Alcuini opp. ed. Froben II, 2, 530`, Haupts zs. 10, 2698.), die hauptquelle für jene dichtungen, obgleich es in der apoc. 11, 7 heisst bestia quae ascendit de abysso faciet adversum eos bellum et vincet illos et occidet eos; woraus wenigstens erhellt dass die behauptung JGrimms myth. 158, in der christlichen überlieferung sei nichts was eine verwundung, und gar eine tötliche,des Elias anzunehmen berechtigte', irrtümlich ist. unbegründet und mit der biblischen und herschenden, kirchlichen darstellung in widerspruch ist dass Elias den antichrist besiegt und selbst dabei nur verwundet, nicht getötet wird, auch dass Enoch am kampfe keinen anteil nimmt, Satan dagegen in person auf der seile des antichrists erscheint, und dass endlich der weltuntergang unmittelbar auf die verwundung des Elias folgt, während die apocalypse 11, 13 nur von einem verheerenden erdbeben nach der himmelfahrt der propheten weiss, das der Linzer Entecrist (fundgr. 2, 120, 27.ff.) unmittelbar auf ihren tod folgen lässt. ein teil der abweichungen erklärt sich wohl aus einer combination oder vermischung von apoc. 11 mit 20, 7–13 (Zarncke s. 222). allein dass im VIII jh. oder überhaupt im miltelalter jemand mit vollem bewustsein über die biblische und kirchliche lehre in 'genialer kühnheit', wie Zarncke meint, sich hinwegsetzte und eigenen eingebungen folgte, ist ganz unglaublich. der verfasser war nach v. 37. 48 ein ungelehrter laie, der nach hören sagen und ungenauer kenntnis dichtete. der heidnischen mythologie gehört das wort muspilli an, dessen er sich noch in seiner eigentlichen bedeutung 'weltbrand, weltuntergang durch feuer' bedient, während sie im altsächsischen Heliand 79, 24. 133, 4 schon verblasst und abgeschwächt ist. ob aber heidnische vorstellungen bei ihm noch unwillkürlich weiter, über den ausdruck hinaus nachwirkten, lässt sich nie mit gewisheit behaupten, wenn auch nach dem richtigen zusammenhange in der Völuspa, die für die nordische mythologie hier die allein entscheidende zeugin ist, unmittelbar nach dem falle Thors durch die mudgardsschlange der weltuntergang eintritt und Elias leicht, wie namentlich bei den Slawen (myth. 157 ff., Haupts zs. 12, 353), an die stelle des donnergotles treten konnte. darin dass der baierische dichter in seiner schilderung 'die flammen heraushebt (myth. 771), liegt gewis nichts heidnisches nach 2 Petr. 3, 12 oder myth. 776. fast alle ihre einzelheiten finden sich in der sechszehnten und siebzehnten fitte von Cynevulfs Crist wieder, womit das jüngere ag's. gedicht des cod. Exon. 445 (Grein 1, 195), ausserdem fundgr. 1, 199, 39 (Diemer 287, 4) 2, 129, 33.ff., Haupts vs. 1, 125. 3, 525, Freidank 179, 4ff. HMS 3, 97a, Wackernagel Basler hss. 23a, Richthofen all fries. rechtsqu. 131 usw. zu vergleichen sind. gegen eine stärkere mischung des heidnischen und christlichen spricht zweck und ursprung des gedichtes.

das stück 37-62 unterbricht den zusammenhang von 31 — 36 und 63–72 und der kampf des Elias steht an einer falschen stelle, weil schon 31.ff. das gericht ent- 261 boten wird dem er vorhergehen sollte. da nach 31 — 36 alle zum gerichte kommen sollen um sich über das zu verantworten was jeder auf erden getan, so schliesst sich daran die ermahnung an die ungerechten und bestechlichen richter 63–72 aufs gemauste an, und dass das mabal 63 das irdische ist und nicht das himmlische von 31. 34, ist nicht zweifelhaft wenn dem verse nur die vom metrum und vom inhalte der nächsten zeilen geforderte verbesserung zu teil wird. 63–72 zeichnen sich durch wiederholung derselben formeln 63. 65. 71, 64, 69 noch mehr aus als die andern teile des gedichts, die dadurch 2. 74, 10. 26, 17, 27, 30. 36, 31. 34, 70. 93, 99. 65. 71, so wie durch die ähnlichen anfänge der abschnitte 31. 73 und der mahnreden 18. 63, dann durch die beziehung von 36 auf 30 sich unsweifelhaft als das werk eines und desselben dichters ausweisen. dagegen schweifen 37-62 von der 31--36

eingeschlagenen bahn ab und lenken erst durch die mahnende frage 60 wieder ein. der übergang durch 61. 62 ist so, dass wenn man den engen zusammenhang von 35. 36 mit 63f. ins auge fasst, man bald erkennt dass jene verse mit diesen nicht ursprünglich in demselben zuge gedacht und gedichtet sind. die abschweifung 37—62 wird daher erst eingeschaltet sein, als man in dem gedicht die schildrung der dem wellgericht vorangchenden ereignisse vermisste. unläugbar ist der zusalz viel besser und poetischer als namentlich die ihn umgebenden stücke. an kenntnis der kirchenlehre ist auch nach dem vorhin bemerkten der ältere dichter dem jüngern nicht viel überlegen und beide richten sich an den gleichen hörerkreis. die frage nach der landschaft um die man mit seinen magen stritt, und die mahnung an die richter wenden sich beide, wie Schmeller s. 94 bemerkte, an leute der höheren stände, besonders jene an fürsten und die königssühne, deren einer wahrscheinlich das in seiner jugend erlernte gedicht mit eigener hand in die ihm gehörende hs. einzeichnete. in der mahnrede an die richter fand Scherer (über den ursprung der deutschen litteratur 1964 s. 17) wohl mit recht eine hindeutung auf die zeit der abfassung. sie fällt darnach in das ende des achten oder den anfang des neunten jhs., ehe Karl der grosse im j. 802 die vornehmsten des reiches, die nach dem ausdruck der Lorscher annalen iam opus non abebant super innocentes munera accipere, zur handhabung des rechtes aussandte und damit einer allgemeinen klage (Wait: DVG. 3, 3798. 4, 352 f.) zu begegnen suchte, der vor allen Theodulf von Orleans in seiner paraenesis ad judices 97 – 356 nach eigner erfahrung einen beredten ausdruck gibt. es ist auch wohl möglich dass erzbischof Arn von Salzburg, der mit Alcuin bei Karl die verbesserung der rechtspflege betrieb, der entstehung des gedichtes nicht fremd geblieben ist. denn der zweifel dass es, in Baiern ausgezeichnet, nicht auch dort entstanden sei wäre ungerechtfertigt, obgleich v. 5. 16. 22. 26 nur den oberdeutschen ursprung beweisen. und jener seitbestimmung steht das schwanken in der aussprache des h vor consonanten 73. 82. 7. 62. 66 nicht entgegen; man vergleiche nur die hrabanischen glossen und vorr. s. XII. die einschaltung kann man weder anderswohin noch viel später setzen als das übrige gedicht, und gehörte der dichter dem selben kreise und derselben zeit an wie der andere, wie möchte man ihm eine stärkere mischung heidnischer und christlicher vorstellungen zuschreiben als die sprache mit sich brachte!

in dem letzten abschnitle fällt nur auf dass, wenn 978. iz mit alamuasnu furimegi enti von der hand des schreibers interpoliert ist, blof's die fasten als busse der übeltaten erwähnt werden. sonst unterscheidet sich das stück nicht sonderlich von den übrigen darstellung'en. fast alle stimmen darin überein dass das kreus und die wundeniale vorgezeigt werden, Crist 1085.ff., fundgr. 2, 135, 5; 130, 42; 1, 200, 9; 201, 35 (Diemer 287, 14; 289, 8), HMS. 3,97a, Basler hss. 236, alt fries. rechtsqu. 131”, zum zeichen dessen was Christus für die menschheit getan und gelitten, und zum schrecken der bösen. wie Cynerulf, wird auch unser dichter dies in seiner weise zu einer eindringlichen mahnrede benutzt haben. denn ihr beider, so wie Otfrids vorbild waren lateinische homilien, in denen ermahnung und betrachtung mit erzählung und schilderung wechselt. es ist am schlusse wahrscheinlich mehr verloren gegangen als im anfange, wo wohl nur wenige verse fehlen, die man mit hilfe der ersten zeilen der im Exeter und Verceller codex erhaltenen ag's, reden der seelen an den leichnam (Grein 1, 198) leicht ergänzen kann:

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Hs. 58 der bibliothek des domcapitels zu Merseburg, auf dem rücken von aller 262 hand der titel RABANI. EXPOS. SUP. MISSAM; auf der innenseite des deckels sind zwei zusammengehörende blätter einer hs. des IX jh, angeheftet: ja Incipit Passio scorum martyrum Valentis presbiteri atque Hilarii diaconi. III. nonas novembris; 16 links unten von andrer hand Dodda Aluiger?; 92 bll. kl. fol. oder gr. 8o. sie besteht aus sechs teilen: I. bl. 1—21 expositio super missam usw. in ag's, schrift, s. unten zu LII; II. bl. 22—38 zwei quaternionen IX jh., der erste als XV bezeichnet; 224 — 25b auszüge aus Jesaias, Oscas usw. mitten in einem satz beginnend; 25 - 31a memoriale qualiter in monasterio religiose ac studiose conversari vel domino militare oportet id ipsum cotidie repetendo; 345 von andrer hand Hymnus in natale dñi ad nocturnas: Surgentes ad tedomine atrę noctis silentio usw. mit neumen; 358 -38b von dritler hand Achener capitular von 817, in der ordnung und anzahl der capitel verschieden von MG. LL. 1, 2014-204; (356 am obern rand verwischt Wolpbero Meginhart); III. bl. 39–42, 4 blätter IX jh., begleit schreiben bei übersendung der benedictinerregel aus Monte Cassino; IV. bl. 43–51 ein quaternio des IX/X jh. mit einem eingehefteten bl. kl. 4° X/XI jh., bruchstücke von missalen; auf dem obern rande des einzelnen blattes von einer hand des X jh. IIII kl mañci ob. hadebraht pr. C...; auf dem untern rande links Albsuint.h Úóda; V. bl. 52–83, vier quaternionen, von denen der dritte bezeichnet · QR · III , ende des IX jh., ein missale ; auf dem obern rande der ersten, ursprünglich leeren seite 52" steht ein bruchstück einer ahd. interlinearversion (vorr. s. x)

Nec ñ & ab inferis resurrectionis,
ioh ouh fon hellu arstannesses. íoh ouh in himilun diurliches

ufstiges. brengemes öclaræ berehtero dinero heri. fon dinan gebon
BENEDICTIO SALIS PRO PESTE ANIMALIVM ac datis.

inti giftin die benediclio, und eine missa pro peste animalium auf dieser seite von anderer hand; auf den rändern der folgenden blätter bis 684 sind viele gebete und varianten nachgetragen; 775 oben Omnipotens sempiterne deus qui nos idoneos OR IN CHORO ñ esse perpendis ad maiestatem tuam sicut dignum est exorandam, da sancto martyri tuo Bonifatio cum omnibus sanctis pro nostris supplicare peccatis quos digde possis audire. p. (vorr. s. x); VI. bl. 84 — 92 ein quaternio von noch kleinerem format als IV. V, die schon kleiner sind als I-III; anfang eines missales IX jh.; auf dem urDENKMÅLER. 2. auf.

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