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Armer Mensch, bedenke doch:

Alles Sein muß sterben!
Wen vom Weltenanfang noch
Traf nicht das Verderben ?

Keiner weiß des Todes Zeit,

Keiner hier auf Erden;

Und schon morgen muß, wer heut'

Lebt, zur Erde werden.

Darum denk' ich an den Schluß

Unter Trauer und Klage,

Weiß auch, daß ich sterben muß,

Wenn auch nicht die Tage.

Doch, weil ich das Loos nicht weiß,

Dem ich angehöre,

Nimm mich, Gott, so fleh' ich heiß, Zu der Engel Chöre!

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Dreizehntes Jahrhundert.

1. Bonaventura, Eustachius, geb. zu Bagnarea im Florentinischen, aus dem adeligen Geschlechte Fidenza. Er lebte längere Zeit als Professor der Theologie in Paris, später wurde er Bischof v. Albano, Cardinal und Legat bei dem Concil von Lyon, wo er den Anstrengungen erlag 1274. Unter seinen hinterlassnen Werken finden sich Lieder von wunderbarer Schönheit. Seine Zeitgenossen nannten ihn „doctor seraphicus."

2. Thomas v. Aquino, aus einem alten italienischen Grafengeschlechte im Schlosse Roccaficca, geb. 1224, und gest. auf der Reise zum Concil nach Lyon, wahrscheinlich vergiftet zu Toulouse 1279. Er hatte den Beinamen,,doctor angelicus." Seine kirchlichen Lieder sind von hoher Schönheit und viele dogmatisch wichtig.

3. Unbekannter Verfasser.

4. Thomas v. Caelano, so genannt v. Caelano, einem Städtchen in den Abruzzen, trat in den Minoritenorden und wurde ein vertrauter Freund des h. Franz v. Assist, deffen Leben er auf Antrieb Gregors IX. beschrieb. Er war hoch angesehen in seinem Orden, der ihn zum Custos der Convente von Cöln, Worms und Speier ernannte, und doch ist von seinem übrigen Leben so wenig bekannt, daß selbst die Autorschaft des folgenden Gedichtes, das seinen Namen unsterblich macht, von Vielen angezweifelt worden ist. Wenn auch alte Muster (audi tellus) demselben zu Grunde gelegen haben mögen, so ist er doch nach Waddings gelehrten Untersuchungen (Script. ordin. Min. Lugd. 1625) als der Verfasser desselben in der jetzt vorliegenden Form zu betrachten (siehe die Anmk.).

5. Innocentius III. Papst geft. 1216, als Hymnendichter besonders bekannt durch sein schönes Loblied auf die Jungfrau Maria: Eja Phoebe nunc serena (j. meine lat. Hymnen B. I. S. 120) dem das folgende würdig zur Seite steht. 6. Unbekannter Verfasser.

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Bonaventura.

Hymnus de passione Domini.

Christum ducem, 81

Qui per crucem

Redemit nos ab hostibus,

Laudet coetus

Noster laetus,

Exultet coelum laudibus.

Poena fortis

Tuae mortis

Et sanguinis effusio,

Corda terant,

Ut te quaerant,

Iesu, nostra redemptio.

Per felices

Cicatrices,

Sputa, flagella, verbera,

Nobis grata

Sunt collata

Aeterna Christi munera.

Nostrum tangat

Cor, ut plangat

Tuorum sanguis vulnerum.

In quo toti

Simus loti,

Conditor alme siderum.

Bonaventura.

Von den Leiden des Herrn.

Christo schalle,

Der uns alle

Durch sein Kreuz vom Tod befreit,

Im Vereine

Der Gemeine

Lob durch alle Himmel weit.

Jenes Leiden

Bei dem Scheiden,

Als Dein heilig Blut entfloß,

Drängt den regen

Sinn entgegen

Dir, dem unser Heil entsproß.

Durch der Male

Heil'ge Zahle,

Wundgeschagen, angespieen,

Uns zu laben

Hast die Gaben

Em'ger Gnaden Du verliehn.

Ach! Mit Bangen

Trägt Verlangen

Um Dein heilig Blut die Welt,

Das gereinigt

Uns vereinigt,

Schöpfer über'm Sternenzelt.

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