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gutes und schönes ist allerdings zuerst vom glänzen benannt, keinesweges aber alles. In unserm κεκάσθαι aber ergiebt sich die entwicklung seiner bedeutung aus der des absonderns, abscheidens" auch noch klar aus dem homerischen satzgefüge. So heifst es im zweiten liede der Ilias von des Orleus sohne Aias: ἐγχείῃ δ ̓ ἐκέκαστο Πανέλληνας καὶ ̓Αχαιούς II. II, 530, wörtlich durch speerwerfen schied er von sich ab die Panhellenen und Achäer", was wir umkehren in unterschied er sich von ihnen", oder szeichnete sich vor ihnen aus"; von Tydeus κέκαστο δὲ πάντας Αχαιοὺς ἐγχείῃ I. XIV, 124. Dieselbe verbindung begegnet noch mehrfach, so Πανθοΐδης Εύφορβος, ὃς ἡλι κίην ἐκέκαστο ἔγχεϊ θ ̓ ἱπποσύνῃ τε πόδεσσί τε καρπαλίμοισιν II. XVI, 808 und von der Hippodameia πᾶσαν γὰρ ὁμηλικίην ἐκέκαστο κάλλεϊ καὶ ἔργοισιν ἰδὲ φρεσί I. XIII, 431. In der Odyssee wird von Autolykos gesagt ὃς ἀνθρώπους ἐκέκαστο κλεπτοσύνῃ θ' ὅρκῳ τε Od. ΧΙΧ, 395. Daran reihen sich noch zwei stellen der Odyssee, wo unserem wort, um die bedeutung des ,, abscheidens" noch deutlicher hervorzuheben, noch das präfix dлò hinzugefügt wurde; beachtenswerth ist, dass hier die präsensform des worts, die sonst nur noch einmal 'in der Odyssee (III, 282) belegt ist, auftritt, sie lautet καίνυμαι, was zunächst aus κάννυμαι, weiter aus κάδνυμαι hervorging, wie z. b. φαίνειν, bespritzen (Ιl. ΧΙ, 282) aus ** ῥάνειν entstand, was aus dem perfect ἐῤῥάδαται (Od. XX, 354) mit sicherheit hervorgeht. Jene beiden stellen lauten: τῇ (noch vorhergeht παλαισμοσύνης) δ ̓ αὖτ ̓ Ευρύαλος ἀπεκαίνυτο πάν τας ἀρίστους Od. VIII, 127 und οἷος δή με Φιλοκτήτης ἀπεκαίνυτο τόξῳ, wie Odysseus v. 219 desselben gesangs rühmt. Statt des instrumentalischen dativs kömmt auch der infinitiv, der ja oft bei verben des vermögens, verstehens erscheint, in dieser verbindung vor, so Φρόντιν Ονητορίδην, ὃς ἐκαίνυτο φῦλ ̓ ἀνθρώπων νῆα κυβερνῆσαι, ὁπότε σπερχοίατ ̓ ἄλλαι Od. III, 282 und von Halitherses: ὁ γὰρ οἷος ὀμηλικίην ἐκέκαστο ὄρνιθας γνῶναι καὶ ἐναίσιμα μυθήσασθαι Od. II, 158. Bisweilen steht das wort

**

schon selbstständiger ohne hinzugefügten accusativ, so Αδμήτου φίλος υἱός, ὃς ἱπποσύνῃ ἐκέκαστο, Il. XXIII, 289; οὐδὲ ἑκηβολίαι, ᾗσιν τοπρίν γ' ἐκέκαστο Il. V, 54; Τήλεμος Εὐρυμίδης, ὃς μαντοσύνῃ ἐκέκαστο Od. ΙΧ, 509; es heilst von Echeneos ὃς μύθοισι κέκαστο Od. VII, 157. Vereinzelt erscheint auch das particip, Menestheus wird angeredet καὶ σύ κακοῖσι δόλοισι κεκασμένε II. IV, 339. Dann bietet sich noch aus dem jüngeren schlufsgesange der Ilias τῶν σε, γέρον, πλούτῳ τε καὶ υἱάσι φασὶ κεκάσθαι II. IV, 546. Wo oben der accusativ gebraucht wurde, kommen ausnahmsweise dann auch andere verbindungen vor, so iv in der stelle παντοίῃς ἀρετῇσι κεκασμένον ἐν Δαναοϊσιν Od. IV, 725, die v. 815 einfach wiederholt ist, und ganz ähnlich μετὰ in dem verse ἀγλαίην, τῇ νῦν γε μετὰ δμωῇσι κέκασται Od. XIX, 82. Auch ἐπί erscheint, * im schlußsliede der Ilias, πάντας γὰρ ἐπ ̓ ἀνθρώπους ἐκέ καστο ὄλβῳ τε πλούτῳ I. XXIV, 535, wohl in loserer verbindung, wie auch im letzten gesange der Odyssee άλzņ τ' ἠνορέῃ τε κεκάσμεθα πᾶσαν ἐπ' αἷαν Od. XXIV, 509. Auffallend ist die letzte stelle, die wir zu nennen haben, Ερμείας, ὃς ἐπὶ φρεσὶ πευκαλίμῃσι κέκασται Π. ΧΧ, 35, die kaum richtig überliefert ist.

Als gemeinsame grundform für κόσμος und κεκάσθαι läist sich also mit ziemlicher sicherheit καδ ansetzen mit der bedeutung „scheiden, theilen", ursprünglich wohl spalten" und der wechsel der vocale o und a hat eben so wenig auffallendes, als zum beispiel in ὄρχαμος, der erste, der herr, neben ἄρχω, oder in βολή, der wurf, neben Ballo und wie neben dem letzteren mit dem vocal & nun auch noch die form βέλος, geschofs, wurfspeer, erscheint, so schliefst sich ohne zweifel jenes zað unmittelbar an das zeitwort κεδάννυμι, das bei Homer häufger vorkömmt und auch die grundbedeutung scheiden" hat, die aber in ihm meist den übergang in „zerstreuen“ zeigt. Seine ursprünglichere form σκεδάννυμι erscheint auch noch öfters bei Homer, sie gehört also zu den zahlreichen wörtern, über die Kuhn im Anfang des vierten

bandes dieser zeitschrift ausführlicher spricht, die vor harter muta ein anlautendes s mehrfach einbüfsen. Weiter hängen die angeführten formen aber auch zusammen mit ozidvauaι und zidvauai, sich ausbreiten, zuerst: sich scheiden, sich zertheilen, die auch neben einander im Homer vorkommen und mit dem altindischen chid, spalten, das aus ursprünglichem **skid entstand, genau übereinstimmen, aus dem durch aspirirenden einflufs des s auch die griechische form oxid (ozíčw) sich bildete. Im lateinischen gehört dazu ebensowohl scid, scindo als mit verstärkung des vocals und abfall des anlautenden s, wie oben, caedere, zerhauen, niederhauen, das oft irrig mit cadere, fallen, zusammengestellt ist. Es ist aber gewifs nicht anzunehmen, wie einige thun, dafs jenes zɛd, ozɛd zunächst aus einer gunirten form von **skid, also skr. **skêd, griech. ** ozɛıd durch ausstofs des i-elementes hervorgegangen sei; vielmehr beruht jenes auf einer altindischen form mit dem grundvocal, die auch wirklich vorkommt als khad oder khand, spalten, zertheilen, zerschneiden, aus der unter anderm skr. khadga, m. schwert, gebildet wurde; wahrscheinlich ist skr. khad, tödten, im grunde nicht davon verschieden. Das kh in diesen formen deutet entschieden auf den abfall eines ursprünglich anlautenden s, das seinen aspirirenden einfluss zurückliefs (s. Kuhn in der zeitschrift III, 321 ff. 426 ff.), wir dürfen also eine ältere form **skhad oder **skad ansetzen. Dafs aber diese formen weiterhin mit skr. kshur (aus **skur, **skar), spalten, zusammengehören, ist schon anderwärts und öfters bemerkt; wir verfolgen es hier nicht weiter. Zu diesem **skar (kshur) aber gehört mit abfall des anlautenden s auch das griech. zoiνειν, scheiden, sondern; die oben genannten διακοσμεῖν und diazgivεiv berühren sich also auch äufserlich. Ein dem griech. zoiva im sanskrit schon sehr nahe liegendes karn, spalten, wird von den grammatikern angeführt, doch ohne in dieser bedeutung belegt zu sein. Gleichwie aber jenes skr. kshur und das griech. zoivav die ursprüngliche anlautsgruppe sk, dem dann das r folgte, hatten, so ent

sprechen sich auch griech. zoαлvós und skr. kshiprá, rasch, schnell; griech. zoɛiwv, herrschend und skr. ksháya von kshi, herrschen (Bopps glossar s. 93), skr. kshápas, nacht, und lat. crepusculum und ohne zweifel auch skr. kshaṇa, m. augenblick, zeit, gelegenheit, und griech. zoóvos und zoóvos. Durchaus aber ist aus diesen formen nicht der übergang eines ursprünglichen s in griech. o zu folgern, sondern in all den genannten indischen formen verlor die ursprüngliche gruppe sk-r den letzteren laut, während das griechische die härte dieser verbindung durch abwerfen des s zu vermeiden suchte. Gewifs darf man daher nicht das griech. piлte mit dem altind. kship, werfen, verbinden, vielmehr steht jenes für Foiлto und entspricht dem goth. vairpan, werfen, genau, dem ein altind. **varp_entsprechen würde, das aber selbst nicht vorkömmt, sondern nur in der sehr verwandten form varn auftritt, die mit der bedeutung „werfen, senden" angeführt wird.

Dafs das wort zóσuos, um zu ihm zurückzukehrer, zuerst von Pythagoras für welt und weltordnung gebraucht wurde, ist von den alten einstimmig überliefert und wohl nicht zu bezweifeln. Sicher leitete ihn zu dieser bezeichnung der begriff der „ordnung" und er dachte nicht mehr an die „scheidung" oder „,theilung“, die sich in unserer untersuchung als grundbedeutung des wortes zóбuos ergab; sonst könnte man sehr wohl an einige worte der israelitischen schöpfungssage erinnern, wo es heifst ,,da schied gott das licht von der finsternifs" 1. Mos. I, 4; „da machte gott die veste, und schied das wasser unter der veste von dem wasser über der veste" 1. Mos. I, 4, und ähnliches. Die schöpfung der welt erschien den alten zunächst als eine ordnung des alten chaos. Um nun schliefslich auf den Kosmos von Alexander von Humboldt, der unsern ausgangspunkt bildete, zurückzukommen, machen wir nur noch die bemerkung, dafs darin die wahl dieses namens begründet wird durch die bestimmter anzudeutende wissenschaftliche absonderung von welt und erde, die ein allgemein gefühltes bedürfnifs sei. Der grofse verfasser

absonderung" oder

ahnte wohl nicht, dafs eben diese, absonderung „scheidung" die erste und älteste bedeutung des durch ihn

berühmt gewordenen wortes sei.

Göttingen, am 4. December 1856.

Leo Meyer.

Ueber die lateinischen suffixe tia, tio*).

Die lateinischen abstracta auf tia, tie, tio (tium) dürfen nicht mit denen auf ia, ie, io verwechselt werden, welche von dingwörtern oder eigenschaftswörtern abgeleitet sind, deren thema auf to oder t ausgeht, wie z. b. angustia von angusto, scientia von scient, septimontium von septimont, silentium von silent. Die ersteren sind im lateinischen nie primäre ableitungen. Professor Bopp sagt zwar in der vergleichenden grammatik §. 844: „Im lateinischen findet sich neben i-tio, auch i-tiu-m in dem comp. in-i-tiu-m, welches in seinem bildungssuffix zu dem nominal-abstractum servi-tium stimmt". Diese vergleichung ist jedoch völlig unbegründet. Während servitium die endung tio enthält, haben wir initium, ebensowohl wie exitium, von den participien inito, exito mittelst io abzuleiten. Oder sollen wir wörter wie exercitium, lotium, nuptiae, argutiae, inscitia in exerci-tium, lo-tium u. s. w. abtheilen? Ich gebe gegenwärtig eine vermuthung über den ursprung der erstgenannten abstrakta auf tia, tie, tio. Die meisten sind von adjectiven, nur wenige von substantiven abgeleitet. Ich kenne die folgenden.

I. a-declination.

Amicitia, inimicitia, avaritia, blanditia, canitia, duritia, justitia, injustitia, laetitia, lautitia, malitia, moestitia, mollitia, munditia, immunditia, notitia, pigritia, planitia, primitiae, pudicitia, impudicitia, impuritia, saevitia, scabritia,

*) Uebersetzt aus dem journal of the Phil. Society 1856. p. 144. VI. 3.

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