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einige male (Luk. VI, 24; XIV, 12; XVI, 1. 21. 22; XVIII, 23. Efes. II, 4) die nebenform gabeiga.

Wie schon in den beiden letztgenannten formen die bestimmte gestaltung des suffixes zu eiga sich zeigte, so finden wir es in dieser auch noch sonst mehrfach. Wahrscheinlich aber liegen diesen adjectiven auf eiga ursprünglich nur themen mit auslautendem i zu grunde; denken wir uns diesen vocal gedehnt, wie ja vor manchen suffixen vocalverlängerung eintritt, oder eigentlich verdoppelt (î=i+i), so konnte er sehr wohl im gothischen als ei erscheinen, da wir ja von diesem difthongen bestimmt wissen, dafs er aus i+i entstand. Später gewannen dann die adjectiva auf eiga eine weitere ausdehnung. Wir nennen daher zuerst ansteiga, günstig, Efes. I, 6, von ansti, f. gunst, gnade; listeiga, listig, navougyos, Kor. II, 12, 16. Efes. IV, 14, von listi, f. list, und mahteiga, mächtig, von mahti, f. macht. Sowohl auf usbeisni, f. langmuth, als auf das gleichbedeutende usbeisnein, f. liefse sich usbeisneiga, langmüthig, zurückführen. Weniger auf laiseini, f. lehre, als wohl auf eine einfachere form, die nicht mehr erscheint, gewiss aber nicht unmittelbar auf das zeitwort laisjan, lehren, weist laiseiga, lehrend, didazτizós, Tim. I, 3, 2; II, 2, 24. Nur Röm. VII, 22 gavizneigs fm, ovvýdouai, erscheint das adjectiv ga-vizneiga, fröhlich, das sich zunächst anschliefst an das schlussglied in vaila -vizni, f. lebensmittel, unterhalt, das nur in der Skeireins vorkömmt VII, 6: sva managai ganôhjands ïns vailaviznai, mit so vielen lebensmitteln sie befriedigend. Daneben erscheint das sächliche anda-vizna, unterhalt, lebensunterhalt; die dazugehörige verbalform haben wir in der redensart vizôn ïn azėtjam, oлaτahav, in lust leben, in freude schwelgen, Tim. I, 5, 6; vielleicht gehört es zu skr. ghas, essen. In gavairþeiga, friedfertig, Mk. IX, 50 von gavairþja, n. frieden, erklärt sich das ei wohl aus vocalisation des j. Auch vaurstveiga, wirksam, müssen wir wohl zunächst auf vaurstvein, f. bewirkung, zurückleiten, und nicht auf vaurstva, n. werk. Bei mehreren adjectiven auf eiga aber ist eine

zu grunde liegende form mit i durchaus nicht nachzuweisen und auch wohl überhaupt nicht anzunehmen; so gehört þiuþeiga, gut, gesegnet, zu þiuþa, n. gut; andanêmeiga, annehmend, festhaltend, zu andanêma, n. annahme; *vitôdeiga, gesetzlich, das nur als adverb vitôdeigô, voμiuws, Tim. I, 1, 8; II, 2, 5 belegt ist, zu vitôda, n. gesetz. Aus hrôþeiga, siegreich, rühmlich, qiaußɛvwv, Kor. II, 2, 14 ist wohl ein ** hrôþa, ruhm, sieg, zu folgern, das auch in unsern namen Rudolf, Ruprecht, Robert und andern erscheint. Ganz ähnlich wie neben den lateinischen casus senis, seni, senem ff. und dem comparativ senior der singularnominativ nur mit dem suffix cò, das aber hier verkürzt ist, erscheint, also senex, haben wir das entsprechende gothische wort nur mit unserm suffix als sineiga, alt, Luk. I, 18 (sêneiga Tim. I, 5, 1. 2), während der superlativ sinista, der älteste, auf die einfache form zurückkömmt, die wohl dem adverb skr. sanâ, beständig, immer, am nächsten verwandt ist. In ïdreiga, f. reue, das wohl nur mit unrecht mit den gleichausgehenden adjectiven verglichen wird, scheint vielmehr ïd präfix, wie in ïd-veita, entehrung, schmach, und die wahre verbalwurzel in *reiga enthalten zu sein.

Es ist eine eigenthümlichkeit der gothischen sprache, doch auch in der lateinischen nicht ungewöhnlich, dafs hinter kehllauten sich gern ein v hervordrängt, auch wo wir im sanskrit keine spur davon finden, so ist goth. hvas, wer = skr. kas, und goth. quiman, kommen, entspricht dem skr. gam. Man kann daher den sanskr. lauten k—g — gh als im gothischen entsprechend nicht allein h (z. b. goth. haidu, m. art und weise, skr. kêtú, erkennungszeichen), k (z. b. goth. kaurja, schwer, = skr. gurú, schwer) und g (z. b. goth. *gistra, gestern, skr. hyás, aus ghyás, gestern) aufstellen, sondern auch die doppellaute hv, kv (= qu) und gv, für deren erstere beiden die gothische schrift auch einfache zeichen hat. Die lautverbindung gv aber widerstrebte dem gothischen früh und wo wir sie erwarten, finden wir daher das g öfters abgefallen; so ist goth. *varma

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(für gvarma), warm, skr. gharmá, heifs; goth. vulþu, m. herrlichkeit, gehört zu skr. ghar, glänzen (Schweizer in zeitschr. I, 154). Unversehrt aber finden wir gv aufser in wenigen formen, wo ihm ein nasal vorausgeht (triggva, *riggva, *glaggvu), nur in bidagvan, m. bettler, von bida, f. bitte, in dessen durch n erweitertem gva wir nach dem obigen also auch nur eine besondere gestaltung des ursprünglichen suffixes ka erkennen.

Schon früher habe ich in dieser zeitschrift (IV, 367) bemerkt, dass auch das goth. jugga, jung, ebenso wie das lat. juvenco, jung, das von uns besprochene suffix enthält, dafs aber gg für das zunächst erwartete nh eintrat wegen des widerstrebens der gothischen sprache gegen die letztere lautverbindung, die man im comparativ juhiza, jünger, durch ausstofsen des nasals vermied; im substantiv jundâ fehlt unser gutturales suffix; allen drei formen aber, jugga juhiza — junda, liegt das einfache skr. yûn zu grunde, das durch verschränkung aus skr. yuvan entstand, für das es in mehreren casus und ableitungen eintritt. Vielleicht entstand daher, wie in jugga, das später im deutschen (siehe Grimm gramm. II, 348-365) so sehr gebräuchliche suffix i-ng (goth. i-gga) ursprünglich nur durch antritt des suffixes skr. ka an n-auslautende formen; man müfste sonst das unorganische eindringen eines nasals annehmen. Aus dem gothischen ist mit dieser suffixform zu nennen vênigga, unverhofft, das nur belegt ist im adverb unveniggô, unverhofft, unerwartet, aiqvidios, Thess. I, 5, 3, von goth. vêni, f. erwartung, hoffnung, zu skr. van, lieben, verlangen. Ihrem ursprung nach dunkler sind balsaggan, m. hals, toάynhos, Mk. IX, 42, und das nur in der neapolitanischen urkunde vorkommende skilligga, m. schilling. Mit dem suffix la verschmolzen zu ligga, dem später sehr gebräuchlichen ling (Grimm II, 352), erscheint die nasalirte form unseres suffixes einmal auch schon im gothischen, nämlich in gadiligga, m. verwandter, vetter, dvéros, Kol. IV, 10, das vielleicht mit skr. ghat, verbinden, zusammenhängt.

un

Mehrere male finden wir endlich das suffix ka im gothischen auch unverändert als ka wieder, ohne dafs wir bei den ersten formen, die wir anführen werden, einen bestimmten grund dieser störung des lautverschiebungsgesetzes anzugeben vermöchten. Wir können nur bemerken, dafs ein solches gegenüberstehen gothischer und sanskritischer harter laute nicht völlig vereinzelt ist; so finden wir es im inlaut in goth. haitan, heissen, rufen = skr. kêt, einladen, anreden, eigentlich wissen lassen, als caussale zu skr. kit, wissen; goth. slepan = skr. svap, schlafen; goth. taikni, f. zeichen, zu skr. diç, aus dik, zeigen. Wir nennen zunächst goth. ïbuka, adj. zurück, rückwärts, siç tà óniow, Luk. XVII, 31; Joh. VI, 66; XVIII, 6; das vielleicht mit skr. ápa, ab, von, zusammenhängt; man möchte fast glauben, dass es mit skr. apâc, apânc, adj. abwärts geneigt, identisch sei, dessen schlufstheil die wurzel skr. ac, anc, gehen, ist, die auf ähnliche weise mit mehreren präfixen zusammengesetzt wird, z. b. avâc, nyac; dann wäre also hier nicht an das suffix ka zu denken. Wie den weiblichen abstracten managduþi, menge, überflufs, mikildupi, gröfse, und gamaindupi, gemeinschaft, theilnahme, die adjectiva managa, viel, mikila, gross, und gamainja, gemeinsam, zu grunde liegen, so scheint auch aus goth. ajukdupi, f. zeit, ewigkeit, Joh. VI, 51. 58; Luk. I, 33 ein adjectiv *ajuka, zeitlich, ewig, zu folgen, das durch suffix ka aus skr. ayu, leben, lebenszeitskr. ayus, n. leben, langes leben, gebildet wäre. Vielleicht ist auch in ahaki, f. taube, Mk. I, 10. 11, 15; Luk. II, 24. 3, 22 unser suffix enthalten; kaum in skalka, m. knecht, und halka, arm, лτшуós, Koг. I, 15, 10; Gal. IV, 9, das etwa zuerst zerrissen (wie skr. daridra, arm) bezeichnen könnte und zusammenhängen mit skr. çar, zerbrechen, zerreifsen.

Natürlich und den gothischen lautgesetzen völlig entsprechend war die bewahrung des k hinter s, in welcher verbindung, und zwar immer mit vorausgehendem i, wir unser suffix mehrfach antreffen. Wir haben hierin die älteste form der später so sehr häufigen suffixverbindung isc,

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isch (Grimm II, 373). Es kann wohl keinem zweifel unterliegen, dafs dieses goth. iska aus verbindung des suffixes ka mit dem neutralen goth. is skr. as entstand, das ursprünglich sehr häufig war, obwohl wir diesen ursprung in keinem einzigen falle mehr bestimmt nachweisen können; doch wäre zum beispiel ein adjectiv **agiska denkbar von agis, n. angst, wie aus dem entsprechenden skr. ánhas, n. angst, ein **anhaska gebildet sein könnte. Auch sonst finden wir bisweilen jenes is mit folgenden suffixen sehr eng verbunden, z. b. mit la, a-la (Grimm gramm. II, 105); so entspräche unser trübsal einem goth. ** drôbisla, ahd. truobisal (Graff V, 489), unser armselig wäre goth. **armisleiga. Den vorkommenden wörtern auf iska liegen anders ausgehende formen zu grunde; es sind barniska, kindisch, woher barniskja, n. kindheit, und barniskein, f. kinderei, von barna, n. kind; gudiska, göttlich, von guda, m. gott; *þiudiska, eigentlich volk betreffend, nhd. deutsch, das nur im adverb þiudiskô, heidnisch, ¿vizos, Gal. II, 14 belegt ist, von þiuda, f. volk; manniska (= nhd. mensch), menschlich, woraus manniskôdu, m. menschlichkeit, gebildet wurde, von mannan, m. mensch; funiska, feurig, îɛлvоwμévоç, Efes. VI, 16, von funan, n. feuer, dessen nominativ aber abweichend fôn lautet. Mit ïudaiviska, jüdisch, lovdaizós, woneben auch das adverb ïudaiviskô, ìovδαικῶς und das verb iudaiviskon, jüdisch leben, ιουδαίζειν, bestehen, die aus ïudaiu, Jude, iovdatos, gebildet wurden, hat gleichen ausgang haiþiviska, wild, ärotos, Mk. I, 6, das unmöglich unmittelbar aus haiþja, f. feld, gebildet wurde. Aus un-aiviska, nicht schändlich, unsträflich, aiviskja, n. schmach, schande, aiviskôn, unanständig handeln, und gaaiviskôn, beschimpfen, beschämen, ergiebt sich ein adjectiv *aiviska, schimpflich, schändlich, dessen ursprung uns aber noch dunkel ist. Ebenso wenig deutlich ist atiska, m. kornfeld, ta oлóqua, Mk. II, 23; Luk. VI, 1.

In ein paar wörtern, wo sich dem ka, das dann selbst seinen vocal einbüfste, noch ein anderes suffix anschlofs, lag wohl in dem letzteren der grund der störung oder hem

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