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Etymologische spähne.

(Fortsetzung.)

2. Palamedes.

Ueber diesen namen, der auch zeitschr.. V, 277 von uns besprochen wurde, hat sich bereits Düntzer b. Höfer IV, 270 ausgelassen. Schneider v. nahaμάoμaι (mit den händen das nöthige verrichten; dann kunstgriffe ersinnen, unzavάoμai, tɛzvášw) bemerkt mit recht, nur dafs er an das subst. nakaun (hand; kunstgriff) hätte anknüpfen müssen: ,, daher der künstler Dädalus ein sohn des IIaλauάwv Paus. IX, 3, nach anderen Εὐπαλάμου oder Μητίωνος heifst. Selbst IIaλaundns hat daher den namen". Dass hier von den zwei sich zu nahe stehenden silben un (undos) die eine gewichen ist, geschah nach einem häufig sich bewährenden naturgesetze, wovon etymol. forsch. II, 110 fgg. genug beispiele zu finden. Z. b. Puoiyvados (pausback) und qvoiφρων φύσησις goor geht vielleicht von qúoroig aus. Sonst müsste man ihm, wie φυσήφρων auf φυσῶν deutet, die form φυσιάω zum grunde legen, in welchem falle nicht, wie beim ersten, das vorderglied nominal wäre, sondern verbal. Ja fälle von nächster analogie bietet Keil, spec. onomatol. gr. cap. III. Nomina, quae dicuntur, decurtata, z. b. Avzoμñδαι statt Λυκομηδ-ίδαι p. 55. Ferner Θρασυμίδης, ὁ, Ε. Μ. 165, 55 falsch [?] für Opaovundidns, Philem. lex. 42, 30" bei Pape, voll muthvoller (aber nicht bloss tollkühner, sondern wohlüberlegter) rathschläge. Doch Mɛɣaundɛidns, wie Πολυθερσείδης von Πολυθέασης. Demnach drückt der name Пahaμnons durch sich aus, was man ihm von dem ersten truge an, wodurch er Ulysses zum trojanischen kriege heranzog, bis zu seiner erfindung mehrerer buchstaben, der zahlen, der schlachtordnung und der militärischen parole (s. Biblioth. classica. Daventriae 1794. p. 386, Bibl. classica. By Lempriere. Lond. 1801 s. v.) herab, zuschrieb. Also auch an sich ein name blofser speculation ohne eine person des wirklichen lebens. Vergl. κλυτουργός, κλυτοτέχνης

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als beiwörter des Hephaistos. Als vater des Palamedes wird Navahos genannt, wefshalb ersterer bei Ov. Met. XIII, 39 Naupliades heifst, sonst freilich so beim Ap. Rh. I, 136 Prötus. Als bruder des Palamedes wird aber auch Ναυσιμέδων (zur see herrschend, vgl. Ἱππομέδων) genannt, welcher name also einen seekönig anzeigt, wie deren Skandinavien hatte. Vgl. IIovτouédovoa, tochter des Nereus und der Doris. Nicht minder bedeutsam ist, dafs einer unter den verschiedenen des namens Navлlos als sohn des Poseidon und der Amymone (die untadelige 1. eine der Danaiden, 2. quell und bach bei Lernä) galt. Nicht nur nämlich war ein anderer sohn des Poseidon (auch des Odysseus, vgl. Navoívovs, auf schiffe sein sinnen gerichtet habend) Navoiyoos (schnell zu schiffe, vergl. oben die Nereide Iллоón), vater des Alkinous, sondern auch Navuédov nach Lykophron 157 beiname des Poseidon selbst. Hieraus fliefst nämlich die gewissheit, dafs, sollte der name Ναύπλιος auch nur eine der hafenstadt Ναύπλια nachgeformte eponyme namensbildung sein, derselbe nothwendig auf schiffs- und seewesen bezug haben müsse. Dies um so mehr, als auch ein Olag (steuerruder, vgl. 'Exoias, haltend das steuer, Paus. XXV, 3) als sohn des Nauplios und der Klymene und bruder des Palamedes genannt wird; ganz wie Múns, s. des Lelex, erfinder der mühlen (uva) sein soll, Σάμβυξ der σαμβύκη, oder Κύαθος (becher) mundschenk und, wegen oivos*), sohn des Oiveus ist, woher dann auch Οινοπίων (aus οἴνοψ Weinfarbig, oder zu ἔπιον?) ein sohn des Dionysos. Was ein volk treibt, damit setzt es auch gern seine namen in beziehung. Sie sind in ihrer gesammtheit der spiegel seiner seele. Aus diesem grunde

*) Wenn Oirotola nicht ein blofs dem griechischen durch falschen auklang assimilirter ausländischer name ist, müfste man zunächst an das von Hesych aufbewahrte dorische ooroor, weinpfahl, sich wenden. Schwerlich hat doch die sage von der wanderung des Oiroroos, sohn des Lykaon, aus Arkadien nach Italien den sinn, als habe man rebenpfähle von Arkadien nach Unteritalien kommen lassen. Die lateinische sprache aber reichte in alter zeit nicht bis dahin, wefshalb man auch nicht leicht an eine vinitorum terra bei Oenotria zu denken befugt wäre.

giebt dann auch Homer seinen Phäaken fast lauter bedeutsame namen, die auf schifffahrt und seewesen bezug haben. Vergl. etymol. forsch. II, 260 und angelsächsische namen mit ceol (der kiel, das schiff) z. b. Ceolred, Ceolric, Ceolwald, Ceolwulf bei Wiarda, über deutsche vornamen u. s. w. s. 55. Vielleicht gar der ort Kiel als ein Navлhia oder Ναύπακτος (unstreitig: schiffswerfte, sonst ναυπήγιον, vergl. vavanyós, schiffsbauer) zu verstehen? Strabo VIII, 368 fg. leitet Ναύπλια aus ναῦς und πλέω. Es ist jedoch die frage, ob mit recht. Denn лhéш, роet. лhɛiw, nhóos (schifffahrt), und daher hotov (mittelst -tov) schiff u. s. w. lautet in seiner wurzelform л2v, und daraus könnte Navalios nur unter der voraussetzung entspringen, es sei mittelst -os von einem worte derivirt, etwa hinten in der gestalt von εύπλοος, εὔπλους, dessen schlußs sich indefs zu blofsem -πλος*) gekürzt hätte. (Vgl. Apollod. II. 1, 5). Wenn μrolάw und лwλéш, als handelsverkehr, auf die wurzel лɛλ (woher z. b. лólos, Sinolos, auch etwa impellere navem) zurückgeführt werden dürfen, liefse sich auch hieraus etwa auf ein wort schliefsen, das seehandel bezeichnete. Indefs ist jene erklärung wahrscheinlicher. Dass nämlich der name Nauplios wesentlich immer den einen gedanken der schifffahrtskunde vertreten solle, erhellet aus allem, was man die angeblich verschiedenen personen mit diesem namen sein und thun läfst in der sage. Ja Apollonius Rhodius I, 133 flg. sagt es im grunde ausdrücklich in den letzten worten sei

ner verse:

Τῷ δ ̓ ἔπι δὴ θείοιο κίεν Δαναοῖο γενέθλη,
Ναύπλιος. ἡ γὰρ ἐὴν Κλυτονήου Ναυβολίδαο·
Ναύβολος αὖ Λέρνου· Λέρνον γε μὲν ἴδμεν εόντα
Προίτου Ναυπλιάδαο· Ποσειδάωνι δὲ κούρη

*) Vgl. etwa διπλή von διπλόος, was aber doch unstreitig, wie lat. lat. duplus, - zu пíμлdημ, implere gehört. Vgl. Ininka eigentlich zur schiffsrüstung gehöriges geräth. Aehnlich frz. équiper jetzt überhaupt ausrüsten, aber eigentlich ein schiff ausrüsten, als esquiper Diez etym. wtb. s. 309. Vgl. schiff und geschirr. In betreff der kürzung hinten analog ist auch der name Mikayxgos d. h. von schwarzer farbe. Oidinos u. s. w. VI. 2.

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Πρίν ποτ' Αμυμώνη Δαναΐς τέκεν εὐνηθεῖσα

Ναύπλιον, ὃς πέρι πάντας ἐκαίνυτο ναυτιλίησιν*).

Wie hätte bei dem argonautenzuge ein schiffskundiger führer fehlen dürfen? Uebrigens hatte er seine wissenschaft ja auch gleichsam durch erbschaft überkommen. Sein vater war schon durch schiffe berühmt, vergl. zavτózwλog, κλυτότοξος und den Phäaken Ελένηος (vgl. ἐχενηίς) und Jasons sohn Εὔνηος. Auch führt sein großsvater Ναύβολος den namen doch kaum anderswoher als von βάλλειν νῆας és лóντоν, schiffe ins meer laufen lassen. Od. IV, 359. Wefshalb man nun aber die schifffahrtskunde mit dem repräsentanten erfinderischer geisteskraft Palamedes in beziehung setzte: bedarf keines besonderen commentars. Nicht schwerer erläutert sich, warum Schol. Plat. rep. VII, 254 Poαotund der name ist für die mutter des Dädalus, wie MrTiwv (s. oben) sein grofsvater. Mag nämlich das erste glied die dativform goaoi statt goɛoi aus qo'y enthalten, oder qoάois, nur freilich nicht im sinne von reden (goάζειν), sondern im sinne des überlegens (φράζεσθαι μετὰ φρεσίν), φραστύς (gegentheil von ἀφραστύς, ἀφραδία), das inderte der hauptsache nach nur wenig. Immer würde mit dem namen auf ein verständiges nachdenken gezielt. Der name des wahrsagers Poάoios möchte vielleicht von qoάois kommen, sei nun reden oder klugheit darunter gemeint. Poaσίδημος, Φρασίκας, Κλεοφράδης (vergl. εὐφραδής), allenfalls von volksberedtsamkeit. Poάorop bedeutet, wenigstens so viel wir wissen, als appellativum nur sprecher, erklärer. Poaoingidns etwa, ohne zu yońv zu gehören, was

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*) Vgl. Od. III, 280: Φρόντιν Ονητορίδην, ὃς ἐκαίνυτο φυλ ̓ ἀνθρώ πων Νέα κυβερνήσαι κτλ. und mit ähnlicher wendung des ausdrucks Hes. Scut. 4. Also hatte der Menelaos zum steuermann die fürsorge, die sorgfalt", und es ist gewifs auch nicht ohne tiefere bedeutung, wenn dieser steuermann den 'Ortog, d. h. nützer, zum vater hat, wie sonst auch ein priester des Zeus auf dem Ida heifst. Aus epitheten der alten dichter (z. b. Ilokvrgonos) sind öfters eigennamen entnommen, und so glaube ich denn auch, es verdankt der Ονητορίδης, vater des böotarchen Διέμπορος (doch wohl Europos seefahrer, kauffahrer, mit verstärkendem dia und kaum aus Atós), Thuk. II, 2 seinen namen der homerischen stelle.

der bildung zu widersprechen scheint, sinnverwandt mit 40ɛvýons, verständig? Warum jedoch mit Hiatus? Podolμος, vater der Πραξιθέα, der gemalin des Erechtheus Apollod. III. 15, 1 wahrscheinlich s. v. a. die frauennamen Φρόνησις (verstand) und Φρονίμη (einsichtsvoll).

Den namensgrund vom idäischen daktylen 'Eruýdn≤ habe ich bereits in d. zeitschr. V, 277 angegeben. Nur scheint mir jetzt das wort nicht sowohl von dem verbum ¿лμýðομαι abgeleitet, als vielmehr durch zusammensetzung aus i mit dem subst. undos entstanden. Also: auf allerhand anschläge gerichtet. So 'Eлizéodns (appellativ: gewinn bringend), vgl. zéodwv, was auch unstreitig weniger auf die davuslisten der sklaven gehen soll, als auf ihre beschäftigung mit handwerksarbeiten (lat. cerdo). 'Eriodévns und so auch 'Erizoάrns (anderen überlegen) nicht eigentlich von ἐπικρατεῖν. Επικύδης angesehen, ruhmvoll. ΕπιTéλns in erfüllung gehend, vielleicht weil sich die ältern lange nach einem sohne sehnten, vergl. Iolvɛvzros (sehr erwünscht) d. i. Desiderius. Ganz besonders scheinen aber zauberinnen gern nach ihren μήδεα und φάρμακα μητιόεντα (trugvolle mittel) Od. IV, 223 benannt. So die Mýdɛa selbst. Vgl. κακομηδής. Αγαμήδη, die aller zauberkünste auf der weiten erde kundig war" Preller II, 138 und daher 139 mit der Mýdɛa verglichen wird. Ayaμýdns s. seite 346. Пequunon, allerdings neben mehreren anderen mit gleichem namen, Theokr. II, 16 berühmte zauberin. Daedala (ingeniosa. Serv.) ward ihrer listen und künste wegen auch Circe Virg. Aen. VII, 282 zubenannt, ja Ennius hiefs so selbst die Minerva. Αὐτομήδης, singer,

"

Schol. Od. III, 267 vielleicht wegen seiner kunst: ganz in gesang aufgehend? Evundns, herold der Troer, und vater des 4ólov, also rath und list bei einander.

Aufserdem indefs noch mehrere andere namen, worin nur im allgemeinen auf klugheit hingewiesen werden soll, ohne eigentliche mythologische bedeutung, so scheint es. Αστυμήδης, Ξενομήδης (sorge tragend um gastfreunde, für die stadt, sie gut berathend). Khutoμýdng (berühmt durch

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