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muss. — Sein Abdruck stimmt im wesentlichen mit dem, was wir über die Wiener, also auch über die Florentiner, und über Pontacus' vollständige Handschrift wissen, ist jedoch nicht ganz frei von Interpolation. Immerhin ist seine Ausgabe bis jetzt die beste, alle späteren beruhen auf ihr, vermischen aber damit wieder Varianten und Interpolationen anderer Recensionen was zu vielfachen Irrungen Veranlassung gegeben hat.

2) Bei Graevius, Thesaurus antiquitatum Romanarum XI, 272-324 (Rom. 1699. fol.) Abdruck von Labbe.

3) In S. Prosperi Opera (Paris 1711. fol.) pag. 685—754 mit Benutzung einer Handschrift des nicht interpolirten Vulgatum und der oben erwähnten Paris, Bibl. nat. 4860 Handschrift des Augustanum. Nimmt die Interpolationen wieder auf. Nur die Noten sind brauchbar ').

4) In Canisii Ant. lectt. ed. Basnage, Antwerpen 1725 fol. I, 264-294. Nach Labbe.

5) Bei Bouquet, Scriptt. rerum Franc. I, 624—635. Nach Labbe.

6) Bei Roncalli, Vet. lat. chron. (Padua 1787. 4.) I, 635— 676. Benutzt ausser den früheren Ausgaben die interpolirte Handschrift des Vulgatum von Cesena 2).

7) Bei Migne, Patrologia latina LI, 535-606 (Paris 1861.) Abdruck der Pariser Ausgabe.

III. a.) Zwischen der Form des Vulgatum und des Integrum schwankt die Handschrift Kopenhagen, Kgl. Bibl. 454 fol., denn auf Hieronymus folgt dort Prosper bis zum Jahre 455, in der Form, wie sie die Handschriften des Integrum bringen, ohne die gewöhnlichen Interpolationen, aber mit wichtigen neuen, welche der langobardische Chronist von 641, dessen Werk auf Prosper folgt, gemacht hat. Auch schon zu Hieronymus' Chronik sind Zusätze aus Isidor gemacht. — Das ist also schon eine Bearbeitung des Werkes, die keinen Schluss erlaubt auf sein ursprüngliches Verhältniss zu Hieronymus. — Der Interpolator sagt am Schluss der Prosperschen Chronik: Hucusque historiam perduxit Prosper vir sanctus, licet aliqua nos ejus operi, quae ille omiserat ob cognitionem praeteritorum saeculorum miscuerimus: abhinc nostrum utcunque potuit studium desudavit. — Ueber diese Handschrift berichtet Waitz, der die Chronik von 641 in ihr entdeckte,

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im Archiv. VII, 235 und 251 f. Danach G. Hille, Prosperi chronici continuator Havniensis (Berlin 1866) p. 1 ff.').

Prospers Chronik von 373 bis 455 gab, schon vor Labbe, Duchesne 2), Hist. Francorum Scriptt. I, 201—209. Nach seiner Angabe hat er die Ausgabe nach Handschriften Sirmonds und Chifflets gemacht, also hat er doch wol des Letzteren Codex der Kathedrale zu Speyer benutzt3). Auch Rösler, Chronica medii aevi (Tübingen 1793. 8) giebt den Theil von 379 bis 455 nach früheren Ausgaben.

III. b.) Ms. Lodonense 1 des Pontacus enthielt Euseb., Hieron., Prosper bis 445; letzteren nicht interpolirt. Der Schluss desselben war Valentiniano VI et Nonio: Natalis urbis sine circensibus fuit ob reverentiam S. Dominicae passionis. Athila — compellit. Es werden in der Handschrift die Consuln vom Jahre 375 an gezählt. Es folgte aber noch ein neues Consulnverzeichniss bis 455, das sich als gleichzeitig documentirt durch Consuln wie: (452) LXXIII. Fl. Erculano vc. cos. et qui de oriente fuerit renuntiatus. Später hinzugesetzt ist aber offenbar die Schlussnotiz LXXV: Valentiniano VIII consulatu suo Rex Vuandalorum et Alanorum post mortem Valentiniani Imperatoris annis XXI. Dann folgt die Hieronymianische Computation. 'Expl. chron Eus. Hier, presb. D. gr. Amen.' Die Handschrift gehörte dem Jesuitencolleg zu Limoges, sie enthielt ausserdem ein Prosperi chron. integrum: (s. o.) Pontac. p. 790 u. p. 27.

IV. Aus einem sehr alten vatikanischen Codex gab Mansi, Apparatus ad annales ecclesiasticos Baronii (Lucae 1740) p. 223 ff. zuerst die Collation eines Auszuges aus Prosper's Chronicon mit Labbe's Ausgabe. Roncalli liess den Codex noch einmal collationiren und gab danach das Chronicon heraus (Vet. lat. chron. i, 705—720). Die Handschrift beschreibt er nach dem ihm übersandten Bericht ib. praef. p. XIX f. Danach gehört sie ins 6. oder 7. Jahrhundert, enthält auf den ersten 78 Seiten Gennadius De viris illustribus, dann Hie

1) Der Codex Oxford, College all souls 1426, welcher nach Waitz' Vermuthung vielleicht dasselbe Werk enthalten sollte, giebt unter dem Titel 'Chronicon ab exordio mundi usque ad tempora Heraclii et Sisebuti principum' Isidor's Chronik; cf. H. Coxe, Cat. codd. mss. in coli. Oxon. II, 15. 2) Sein Text ist nicht interpolirt, giebt die Computation zum Jahre 433, ist überhaupt in allem dem Texte Labbe's gleich. Von 10 zu 10 Jahren wird das Jahr der passio Domini beigeschrieben. 3) Es ist durchaus nicht wahrscheinlich, dass seine Handschriften erst mit dem Jahr 379 begannen, sie enthielten wahrscheinlich die ganze Chronik. Auf letzteres deutet, dass er die Notiz zum Jahre 382 hat: Finis cycli quarti et exordium quinti, welche immer in Handschriften fehlt, die nur den zweiten Theil geben.

ronymus, Prosper, endlich Paschalcykeln, deren einer von Mansi, dann von Roncalli unter dem Titel 'Auctarium Prosperi' herausgegeben ist (ibid. p. 721—736). Bethmann erwähnt die Handschrift nicht, sie ist aber nach Giamb. de Rossi, Inscriptt. christ. urbis Romae. I, praef. p. LVIII f. jetzt: Bibl. reg. Christ. 2077, mbr. 4°. sec. VII in.'). Diese Recension steht nach H. Coxe, Cat. codd. mss. bibl. Bodl. III, 398 auch in Oxford, Bibl. Bodl., Scriptt. eccl. 193; sie folgt ebenfalls auf Eus. Hier, und ihr wiederum folgen 'Ex Marcellini chronicis deflorationes cum prooemio.' Der Codex fol. sec. XV stammt aus Bologna. — Prosper schliesst an Hieronymus, wie gewöhnlich beim Jahre 379, an mit den Worten 'Hucusque Hieronimus. Ex hinc Prosper secuta subjunxit. Igitur Valente etc.' Je näher dem Ende, desto mehr auszugsweise verfährt das Exemplar, während Anfangs ziemlich alles aufgenommen ist. Nur bis zum Jahre 445 geht der Auszug aus Prosper, jedoch ohne jede Bemerkung folgt eine Fortsetzung, mit wenigen Nachrichten zu den Consulpaaren, bis zum Jahre 466, die mit Prosper nichts gemein hat. Auch einige Zusätze finden sich vorher schon zu Prosper. Beim Jahre 387 (Valentiniano III et Eutropio) wird der Text unterbrochen durch die Kaiserreihe von Theodosius I bis auf Anastasius 2). — Die Sprache

1) De Rossi erwähnt daraus die bei Mansi 1. e. p. 237—242 gedruckte Paschaltafel von 354 bis 437. — Die Nummer 2077 giebt schon Roncalli und Mansi p. 219. — Es ist wol derselbe Codex von S. Andrea della Valle, in dem Bethmann (Archiv. X, 280) die Ostertafelannalen des 6. Jahrhunderts gefunden hat, denn bei Mansi p. 219 heisst es von ihm: 'Fuit olim is codex bibliothecae S. Andreae de Valle, dein in Vaticanam translatus etc.' 2) Es ist hier ein merkwürdiges Zusammentreffen zu beachten, das nicht auf Zufall beruhen kann. Die Fasten des Anon. Scaligeri schliessen mit dem Jahre 387 (Valentiniano III et Eutropio), der Anon. Seal, enthält auch ein Kaiserverzeichniss, welches ebenfalls mit Anastasius schliesst, dieses steht nun in Scaliger's Ausgabe vor den Fasten. In Paris Bibl. nat. 4884 befindet sich aber eine Handschrift sec. VIII unter dem Titel 'Georgii Ambianensis seu Victoris Turonensis chron.' schliessend mit Valentiniano III et Eutropio coss. Es folgen dann die Kaiser bis Zeno solus . . . Anastasius solus . . . (Archiv VII, 51). Es ist der Anon. Seal., denn eine neuere Abschrift in Hamburg, Stadtbibl. 269 enthält ebenfalls den Anon. Seal, unter dem Titel 'Chronica Georgii Ambianensis episc. vel sicut alii dicunt Victoris Tunnonensis episc.' (Mittheilung von Herrn Dr. E. Bernheim). Nun differiren die Kaiserverzeichnisse des Anon. Seal, und des vatikanischen Prosperauszuges in wesentlichen Stücken, stimmen aber darin merkwürdig überein, dass in beiden die Regierungszeit der beiden letztgenannten Kaiser Zeno und Anastasius nicht angegeben ist. Jedenfalls liegt beiden Stücken ursprünglich derselbe Kaiserkatalog zu Grunde. Es ist das für uns auch in sofern von Werth, als damit sicher gestellt ist, dass die Fasten und der Kaiserkatalog des Anon. Seal, aus Italien stammen, von hier nach Alexandrien gekommen sind.

wird ungrammatischer je weiter sie sich von Prospers Ausdruck entfernt; an vielen Formen lässt sich der Einfluss der Umgangssprache jener Zeit erkennen. Manches ist vollkommen entstellt und sinnlos geworden z. B. 'Odoacer ad Spanias Vandalos mittit cum Castino duce' ist entstanden aus 'Hoc tempore exercitus ad Hispanias contra Wandalos missus est, cui Castinus dux fuit'. — Der Auszug hat keinen eigenen historischen Werth, ist aber wichtig als ältestes Zeugniss für die kürzere Redaction Prospers.

Auf Grund des hier dargelegten Materials bestimmen wir das Verhältniss der einzelnen Recensionen 'zu einander. In der Form des Vulgatum zunächst mussten wir unterscheiden zwischen reinen und interpolirten Handschriften. Denn dass die Zusätze, welche die Handschriften der ersteren Klasse mehr geben als die der letzteren, nicht von Prosper herrühren können, sondern spätere Interpolationen sind, hat Pontacus im Wesentlichen bereits nachgewiesen. Dennoch sind sie immer wieder in die Ausgaben aufgenommen, wenn auch zuweilen durch besonderen Druck kenntlich gemacht, sind als Prosperisch behandelt und werden noch heute als beweisend citirt Schon das genügt um sie zu verwerfen, dass sie nur in einem Theil der Handschriften derselben Recension vorkommen, in Handschriften anderer Recensionen sich gar nicht finden. Sie kommen aber auch bei keinem Benutzer Prospers, selbst in später Zeit nicht vor. Dass ein Schriftsteller aus der Mitte des fünften Jahrhunderts noch nicht Notizen aus der langobardischen Sage bringen konnte, wie es die Interpolationen thun, ist selbstverständlich. Endlich sind die Zusätze meist wörtlich aus Quellen genommen, welche lange nach Prosper geschrieben sind, nämlich aus Marcellins Chronik, Gennadius De viris illustribus Cassiodors Historia tripartita, Paulus' Historia Langobardorum und anderen. Das Verzeichniss der Interpolationen nebst Quelle mag das im Einzelnen zeigen:

Ausonio et Olybrio coss. = 379. Theodosius — pellit: Oros. VH, 34? Langobardi — vicerunt: ex Pauli Diac. Hist. Lang. I, 2 und 7.

1) Auf solche Interpolationen gestützt hält die Hist. lite'raire de France II, 390 z. B. Prosper für den ersten Autor, der die Langobarden erwähnt; Haage, Geschichte Attila's (Gymn.-Progr. Celle 1862) p. 2 und De Rossi, Bulletino di archeologia cristiana 1867 p. 19 nehmen darauf hin Benutzung Prospers bei Marcellinus Comes an, während umgekehrt die betreffenden Stellen aus Marc, in den Prospertext interpolirt sind. Volz, Jahr der Schlacht von Pollentia p. 18 deducirt eben aus einer solchen Notiz Benutzung des Orosius bei Prosper. —

Setnpronius vir apprime eruditus agnoscitur: ex Hieron. Catal. scriptt. eccl.').

Gratiano V et Theodosio coss. = 380.
Theodosius — suscepit: ex2) Cassiod. Hist. trip. IX, 6.
Procurante — Gothis:?

Synodus — negantem: ex Cass. Hist. trip. IX, 12.
Evagrio et Eucherio coss. == 381.

Gregorius — obiit: ex Hieron. Catal. scriptt. eccl.
Merobaude II et Saturnino coss. = 383.

Petronius — moritur: cf. Gennad. De viris ill. c. 41 3).
Timasio et Promoto coss. = 389.

Langobardi — XXXIII: ex Pauli Diac. Hist. Lang. I, 14.
Valentiniano IV et Neoterio coss. = 390.

4) *Signum — apparuit: ex Marcellini chron. Ind. III.

Theodosius — recondit: ex Cass. Hist. trip. IX, 43.
Tatiano et Symmacho coss. = 391.

* Eugenius — usurpavit: ex Marc. Chron. Ind. IV. Die Notiz steht ähnlich bei Prosper zum folgenden Jahr, was der Interpolator übersehen hat.

Theodosio IH et Habundantio coss. = 393.

*Honorium pater suus Theodosius in eodem loco quo fratrem ejus Arcadium Caesarein fecerat, Principem constituit, XVII.5) ab urbe milliario, cum hora tertia tenebrae factae sunt. — Diese Notiz steht wörtlich so bei Marcellin"), der sie aus den Ravennatischen Anualen genommen hat') und von ihm kann sie allein herrühren, denn er konnte sagen, dass Honorius an demselben Orte erhoben worden wäre, als Arcadius, denn er hatte den Ort von dessen Erhebung vorher genannt 8), Prosper aber nicht. Er konnte mit 'urbs' Constantinopel bezeichnen, aber Prosper nicht. Dennoch steht diese Notiz in Labbe's sonst nicht mterpolirtem Text9) des Prosper, aber alle uns bekannten reinen Handschriften haben sie nicht, ebensowenig Duchesne's Ausgabe und Pontacus I0), dessen sämmtliche Handschriften, mit Ausnahme der beiden interpolirten Alcobaciense und Vaticanum 3, sie nicht kannten,

1) Sophronius vir apprime eruditus laudes Bethlehem adhuc puer . . . composuit. 2) Cassiodori Opera ed. Garetius (Rouen 1675 fol.) p. 310. 3) Bei Migne, Patrol. LVIII, 1082. 4) Die mit einem (*) be

zeichneten Interpolationen stehen auch in Pontacus Ms. Vaticanum 3 und in der Mailänder Ausgabe. 5) Muss VII heissen. 6) Roncalli II, 271. Ind. VI. 7) An. Cusp. bei Mommsen p. 665: His cons. tenebrae facte sunt die solis hora II. VI. kal. Nov. Et levatus est Honorius imp. Constantinopoli in miliario IV. a Theodosio patre suo X. kl. Febr. 8) Rone. II, 268. Ind. XI. Archadius a patre suo Theodosio consors imperii VII. ab urbe milliario coronatus est. 9) Bibl. nova mss. I. 47. 10) Chron. p. 769.

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