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den zeilen stehenden musikzeichen haben hier wegbleiben missen.' Bethmann in Haupts zs. 5 (1845), 203. 204. unmöglich kann man mit Wackernagel (lesebuch, Basel 1859, 140) diese zeilen für ein sprichwort und für prosa halten, sondern nur für ein fragment eines beispiels: dafür spricht abgesehen von der bezeichnung mit neumen der strengmetrische bau. nur lässt die langzeile sweifelhaft ob die halbverse durch reim oder allitteration gebunden waren. doch ist das letzte wahrscheinlicher und der reim nur zufällig. die hs. scheint aus SGallen zu stammen, da EMartin, der sie von neuem einsah, auf dem rande von bl. 745 — 76a eine neumierte sequenz auf den heiligen Otmar Mendaces ostendit dominus qui maculaverunt beatum othmarum & dedit illi claritatem a&ernam potentiam aduersus eos qui eum deprimebant fand und auch das letzte neumenzeichen über hinta nach Raillard nur im SGaller antiphonar vorkommen soll. über die neumen des deutschen textes schreibt Scherer: es sind folgende

p. sal. to. porr. porr, ce. v. ce. v. to. P ; p. ep. pr. to. el, über die bedeutung der zeichen p. v. ce. ep. cl s. den excurs su IX: mit el ist hier speciell das aus dem Sangaller antiphonar bekannte und von Raillard p. 55 besprochene zeichen gemeint, worin dem gewöhnlichen circumflex ein übergesetztes häkchen beigefügt erscheint, das Raillard für die andeutung eines sforzando hält. sal. salicus bedeutet nach Schubiger drei sprungweise (nicht scalamässig sondern in grösseren intervallen) aufsteigende töne, to. torculus drei töne worin der mittlere der höchste und längste (gleichsam podatus mit angehängtem herabsteigerdem nachschlag), porr. porrectus drei töne wovon der mittlere der tiefste und vielleicht kürzeste (gleichsam clinis mit aufsteigendem anhang): torculus ist was bedeutung und zeichen anlangt von podatus nicht streng zu sondern (vgl. den excurs zu XII), ebensowenig porrectus von clinis. pr. pressus nach Raillard p. 52 gleich 'tremolo, vibrato, trille', oft wohl nur ein pralltriller. die melodie wäre inerkwürdig. in dem anfangsworte hirez z. b. fiele auf die erste silbe ein ganz kurzer ton, auf die zweite jene figur des salicus; in rûnêta rerweilte der g'esang auf jeder silbe mit drei oder wenigstens zwei tönen, usw. aber wollte der schreiber wirklich die in umlauf befindliche und ihm bekannte melodie des von ihm aufgezeichneten gedichteinganges mitteilen? die neumierung der deutschen worte zeigt bedenkliche ähnlichkeit mit den neumen des darauf folgenden lateinischen satzes Solve lingua noras et beato laudes refer Petro caneos:

15 p. sal. to. p. porr. porr. , ce. v. v. cl. to. p. ; p. to. p. p. ep. pr erwägt man die verschiedenheit der silbenzahl, die kleine abweichungen fordert; erwägt man ferner dass ce und cl (deutsch 8, lat. 10), dass ep und po resp. to (deutsch 13. 15, lat. 14. 17) für einander eintreten können (vgl. su IX): 50 stellt sich eine übereinstimmung heraus die so grofs ist, dass wir mindestens die möglichkeit nicht abweisen dürfen, es liege bloss ein selbständiger, nur etwa zum spiel und nach analogie des gegebenen melodiestückes angestellter compositions- oder neumierungsversuch des schreibers vor.

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VII.

Reichenauer hs. 205 (3) aus dem anfang des X jh.. jetzt in Karlsruhe. FJMOnes anzeiger für kunde des deutschen mittelalters 1838 s. 40. 1. Nürnberger ratbüchlein (aus dem anfang des XVI jh. kl. 89) bl. 170, Strassburger älterer druck (von rettelsch gedicht kl. 49) bl. 136: So du es sichst, so lest dusz ligen; sichst dusz nit, so hebst dusz auff, Antwort. Das loch an einer haselnusz; KSimrock räthselbuch (Frankfurt 1850) nr. 56, ELRochholz alemannisches kinderlied (Leipzig 1857) s. 237 nr. 37, aus der grafschaft Mark zs. für deutsche myth. 3, 182 nr. 15; schwedisch RDybeck Runa 1847 nr. 4. 2. Strassb. 3, ratb. 3.8. von der eiche: Rat was das sey, do es lebt, do speyst es die lebendigen; do es todt was, do beschirmbt es die lebendigen; es trug die lebendigen, ynd gieng auff den lebendigenn; vom schiff zweimal in veränderter fassung Strassb. 136. 15“, ratb. 17o. 196; RChambers popular rhymes of Scotland (Edinburgh 1847) p. 324 a ship sailing: I saw the dead carrying the living; Runa 1847 nr. 2: förr hade jag lif och lefvande var, och kunde de lefvande föda; men nu är jag död och lefvande bär, och går öfver lefvand' och döda; Rochholz s. 261 nr. 131, MBLandstad norske folkeviser (Christiania 1853) p. 812 nr. 45, röisch in antiquarisk tidskrift 1849—51 (Kjöbenhavn 1852) p. 321 nr. 59, und 274 andere schliessen sich an, antiquar. tidskr. p. 319 nr. 37. 38, ratb. 46, Strassb. 4* (Haupts zs. 3, 28 nr. 3) usw. 3. ist mir ganz unverständlich. 4, 4 illum

7 Nxtz = Nux verschrieben für Nktz = Nix. das noch heute allgemein bekannte rätsel vom schnee und der sonne (ratb. 155, Strassb. 12a, Meinert aus dem kuhländchen 1817 s. 287, schleswigholstein. sagen s. 504 nr. 1, EMeier kinderreime aus Schwaben, Tübingen 1851, nr. 269. 306, aus der Wetterau zs. f. d. myth. 2, 434, Simrock nr. 62, schwedisch altd. wälder 2, 21, Runa 1847 nr. 1) besteht in seiner vollständigsten fassung aus fünf allitterierenden halbzeilen von vier hebungen: nur ist %. 3 jungfer' mit mädchen' ahd. magad zu vertauschen (ss. f. d. myth. 3, 19). mit der Reichenauer stimmt allein die færöische in antiquar, tidskr. 1849—51 nr. 1 genauer: Eg veit ein fugl fjadraleysao, haon settist á ein gard hagaleysan: kom ein jomfrú gangandi, tók hon hann hondleys, steikti hann eldleys ok át hann munnleys; hier ist z. 2 mit dem 'erdlosen wall' ein schneehaufen gemeint, an dem die sonne den leichten, losen schnee schmelzt. die heute umlaufende fünfzeilige fassung muss demnach für die echte ursprüngliche gelten, die in den andern nur erweitert ist. allerdings war sonne auch masculinum (gramm. 3, 349f.) und hand ags. altn. mund ahd. munt (Graff 2, 815), so dass man und muntlôs für %. 3 die erforderliche allitteration ergäbe; aber sine ore z. 6 beweist dass das Reichenauer original nicht so lautete. ihm fehlte also wie der færöischen fassung von 3 an der stabreim, da man auch 4. 5 nach 1. 2 nicht als langzeile nehmen kann. zu vergleichen sind übrigens noch zwei sprüche bei Marcellus Burdigalensis c. 21 (JGrimm über dens. 8. 18): Corcedo, corcedo, stagna. pastores te invenerunt, sine manibus collegerupt, sine foco coxerunt, sine dentibus comederunt; c. 28 (JGrimm s. 21. 30): Stolpus (Stlopus ?) a caelo decidit, hunc morbun pastores invenerunt, sine manibus collegerunt, sine igne coxerunt, sine dentibus comederunt. 5. 6. sind später wie es scheint unbekannt, obgleich sich

manche ähnliche von der art finden, schon ags. bei Grein 2, 392 nr. 47; 2, 410; ratb. 28a Strassb. 214: Es giengen zwen mann, den begegenten zwo frauen, die sprachen zusammen, dort kummen unser man, und unser mutter man, und unser veter, wir hören zusammen; usw.

VIII.

Monachus SANGALLENSIS de rebus gestis Karoli magni I 13 in Mon. Germ. SS. || 736, Jaffés bibl. IV 642: Ex certis autem causis (Karolus) quibusdam plurima tribuit, ut puta Uodalrico, fratri magnae Hildigardae, genitricis regun et imperatorum, de quo cum post obitum ipsius Hildigardae pro quodam commisso a Karolo viduaretur honoribus, quidam scorra in auribus misericordissimi Karoli proclamavit 'Nunc habet Uodalricus honores perditos in oriente et occidente, defuncta sua sorore!' ad quae verba illacrimatus ille pristinos honores statim fecit illi restitui.

Die königin Hildegard starb am 30 aprill 783. Uodalrich kommt als graf des Linz- und Argengaus auf der nordseite des Bodensees urkundlich in Neugarts cod. diplom. Alem. nr. 144 a. 802, nr. 151 a. 805 vor, Stälin wirtembergische geschichte 1, 327. sein und der königin älterer bruder war herolt, der mächtige freund und heerführer Karls, der am 1 september 799 wider die Avaren fiel (Stälin 1, 2468.), und von einem der waffengefährten desselben hatte der Sangaller mönch, der im j. 883 hundert jahr nach dem tode der königin schrieb, wenigstens seine nachrichten über Karls heerzüge. die anecdote, mag sie wahr oder falsch sein, beweist in jedem Falle wie geläufig schon im neunten jh. auch den fahrenden der endreim gewesen sein muss, vgl. exc. zu II 15. die letzten

worte defuncta sua sorore lassen sich vielleicht auf verschiedene weise zurück275 übersetzen, aber ganz sicher und unläugbar ist der endreim uuestar: suester.

dieser ist auch in der ersten zeile, sowie er hier von Haupt gefunden ward, viel wahrscheinlicher als die vocalische allitteration Uo : e. die concinnität der rede verlangt auch im lateinischen text zu honores ein quoscunque oder omnes zu ergänzen. honor ist seit der mitte des neunten jhs. gleichbedeutend mit beneficium (Roth beneficialwesen s. 432f.) und honorem perdere mit beneficium perdere. der entsprechende deutsche ausdruck kann früher denselben sinn gehabt haben, wie der ags., Beov. 2606 þâ âre pe he him ær forgeaf, vîcstede veligne Vægmurdinga, folcrihta gehvyle, svâ his fäder âhte . ganz ähnlich wie ôstar enti uuestar gebraucht die ag's. poesie sûd ođđe nord, Beor. 858, Vids. 138. es durften diese zeilen als ein merkwürdiges und wichtiges zeugnis für die geschichte der deutschen poesie in dieser sammlung einen platz erhalten. ein beispiel der durchführung des endreims vor Olfrid gibt sonst vielleicht nur der geistliche gesang von Christus und der Samariterin; s. den excurs dazu; vgl. zu IX, 7. 8. übrigens werden sich in jüngern quellen noch andre beispiele solcher improvisatio nen auf finden lassen. in der um die mitte des zwölften jh. geschriebenen passio Thiemonis archiepiscopi Salzburgensis c. 5 (Mon. Germ. XI, 55) wird ein mirakel erzählt, in folge dessen sich der erzbischof Gebehard von Salzburg zu der gründung des kloster Admont (29 sept. 1074) entschloss; es heisst hier: His animum distrahentibus, postridie etiam tum cunctanti subito surdus et mutus quidam in Dedio exurgens divino nutu coram ompibus haec verba in Teutonico eleganter concionavit episcopo inquiens 'Tu debes inchoare, Deus debet consummare.' dies lautete ohne zweifel im deutschen:

Dû solt beginnen,
got sol vollebringen.

IX.

Cod. lat. 6260 Frising. 60 (C. E. 9), cimel. Illa der königlichen bibliothek zu München, IX jh. 158 blätter breit fol., Hrabani Mauri (+ 856) commentarius in genesin; am schluss auf bl. 1586 steht von verschiedenen händen erst rechts deo gratias, dann tiefer links halb ausgelöscht Suonbart und Omnipotens dominus cunctis sua facta rependit, darunter von einer gleichzeitigen, aber schwerlich derselben hand die den commentar schrieb die deutschen verse: das blatt war schon verbogen und durchlöchert, ehe die verse eingetragen wurden BJDocen miscellaneen zur geschichte der teutschen litteratur I (München 1809) 3. 4. HFMassmann die deutschen abschwörungs- glaubens- beicht- und bet formeln, Quedlinburg und Leipzig 1839, s. 528., facsimile auf taf. v. KRoth denkmähler der deütschen sprache, München 1840, s. xf. in der hs. sind die strophen, nicht die verszeilen abgesetzt, aber diese meist durch puncte getrennt und das ganze ist mit neumen versehen. s. darüber Scherers excurs. 1. sče p&re 3. 6. 9. xpe 4. hap& mit vuortun (so die hs.) ist zunächst 'ausdrücklich', dann 'in wahrheit, in wirklichkeit. Otfr. 2, 7, 14 irretit thiz (thaz lamp) mit Quorton thia vuorolt fon den sunton. vgl. 2, 6, 57 mit redinu? mhd. benamen. 6. eleison fehlt nach xpe, aber nicht die neumen dafür. 7. 8. Otfrid 1, 7, 25—28:

Nu férgomes thia thíarnun, sélbun sca máriun,

thaz sí uns allo uuórolti si zi iru súne uuegonti. Johannes drúhtines drut uuilit es bithiban,

tház er uns firdánen giuuérdo ginádon. dieses lied, meint Graff (cu Otfrid s. vi), sei vielleicht von Otfrid. Docen hatte (zusätze zu den miscellaneen 1809 s. 21) dies aus dem beiden gemeinschaftlichen langverse zu folgern nicht gewagt. Otfrid würde die formen farsalt und ginerjan im reim nicht gesetzt haben: er sagt firselit und ginerjen, und einen andern otfridischen langvers findet man auch im Muspilli.' Lachmann über singen und sagen 1833 s. 108 anm. jener allitterierende langver's Olfrids stammt ohne zweifel, 276 sei es unmittelbar oder mittelbar, aus dem Muspilli dus, wie man auch aus der art der aufzeichnung durch Ludwig den deutschen oder seine gemahlin und aus der interpolation und erweiterung, die es erfuhr, schliessen muss, ein zu seiner zeit angesehenes und wohl bekanntes gedicht war. der dem Otfrid und Petrusliede gemeinsame vers aber wird aus einem ältern gebet oder bittgesang herzuleiten sein, in dem noch reim und allitteration sich mischten darauf führt die vorletzte, reimlose zeile der otfridischen stelle, die nicht an eine benutzung des PeDENKMÅLER. 2. aui.

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trusliedes durch Otfrid denken lässt, sondern von ihm wohl mit aus dem ältern gedicht herüber genommen ist. und zwar war dies wie es scheint in einem fränkischen dialect gedichtet, der nicht nur wie der Otfrids die alte media d beibehielt, sondern auch schon ein neues d für th gestattete: ohne das würde der zweiten halbzeile die in der ersten durch zwei liedstäbe deutlich bezeichnete alliteration fehlen. eine zweite unsichere spur dieses dialects fanden wir im Strassburger blutsegen IV, 6, 9. eine dritte sichere bietet der spruch IV, 7, 4 Contra malum inalannum, wo die zweite halbzeile zwei liedstäbe im ersten halbvers voraussetzt, diese aber nicht in tû: gituo gefunden werden können, weil die tenuis im anlaut des pronomens nur eine folge der inclination desselben an das vorhergehende wort durch den schreiber ist: der ursprünglichen aussprache gemäss würde man hier schreiben müssen dû: giduo: dolg: dôthoubit. vgl. Graff 5 vorr. V. VI. wegen der angeblichen bindung von th und d im Heliand s. vorr. s. xix. bei der vorhin aufgestellten vermutung ist jedoch nicht zu übersehen dass die merkmale einer noch unfesten kunstübung, die unregelmässigkeiten des versbaus, durch die sich die ersten stücke Otfrids besonders auszeichnen (zu XI, 8. 20. XXVI, 10), sich fast alle in dem kleinen canticum Mariae 1, 7, dessen schluss die angeführten verse bilden, zusammendrängen: 1, 7, 9 ist völlig reimlos wie vorher 1, 6, 9 (wegen 1, 5, 61 s. altd. sprachpr. s. 80); auch 1, 7, 19 ist mehr durch allitteration als durch reim gebunden und sie fällt auch 4. 5. 12. 18. 24. 26 ins ohr, aber auch 1, 2, 5. 16. 40. 1, 4, 7–10. 1, 5, 5f. 11 f. und sonst.

M.

tem aber auch nicht

seinen sin

Nachdem Mafsmann 1839 ein facsimile des vorliegenden gedichtes gegeben (ein besseres aber auch nicht ganz zuverlässiges gewährt jetzt KS Meister, das katholisch-deutsche kirchenlied in seinen singweisen, bd. 1, Freiburg 1862), wurde die melodie desselben zuerst von FWolf, über die lais (1841) s. 308 anm. 152 besprochen und die dann von anderen oft wiederholte behauptung aufgestellt, jede der drei strophen habe eine andere melodie, der liturgische refrain Kyrie eleison Christe eleison sei auch ein musikalischer, eine gleichbleibende schlusscadenz, also dies lied ganz wie ein tropus yesungen, die anwendung der seither, hauptsächlich durch französische und belgische forschungen, gewonnenen genaueren kenntnis der neumen auf diese melodie führt jedoch zu einer anderen ansicht, dieselbe stellt sich nämlich nach einer von mir selbst vorgenommenen vergleichung folgendermassen dar.

1620
1. p. po. cl. ce. p. ep. ř, ce. po. cl. cl. po. Ñ; v. v. v. v. v. p. P,
2. .p. po. ř. ř. p. ep. P, v. po. cl. cl. ep. P; v. v. v. v. v. p. P,
3. p. po. cl. ce. v. ep. ř, ce. po. cl. ce. po. ř; v. v. v. ce. cl. P,

. 30
p. cl. ce. p. po. ř; pppp. p. ce. cl. v. p. ep. ř.
p. ce. cl. p. po. V; P PP. p. ce. cl. v. p. ep. p.

p. ce. P. p. po. P; P PP. p. ce. cl. v. p. ep. p. hier bedeuten v. virgula -- ich wähle die namen nach dem bereits aus vier hss. von Lambillote (l'antiphonaire de St. Grégoire. Paris 1852. application du prin

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