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zioölfte jh. zu verfolgen und ihr noch die segen und kleinen stücke von mehr volksmässigem ursprunge anzuschliessen.

Auch der prosaische teil lässt die reihe der katechetischen und homiletischen denkmäler bis zum beginn der reicheren gebet- und predigtlitteratur des zwölften jhs. zum ersten male klar und vollständig übersehen.'

dazu kommen namentlich die urkunden und übrigen rechtsdenkmäler, von vi denen nur die umfangreiche Freckenhorster rolle übergangen werden muste.

interlinearversionen blieben ausser dem carmen ad deum, das sein besonderes interesse hat, ausgeschlossen und mit der glossenlitteratur auch die althochdeutschen gespräche, die die Casseler glossen und weiter den vocabularius SGalli nach sich gezogen hätten.

Ungedruckt waren bisher die lateinischen sprichwörter XXVII, 2 der hs. A und zum teil die von V, ausserdem der anhang des Münchener ausfahrtsegens XLVII, 3, ein paar kleine, nicht unmerkwürdige stücke im anhang von XLVII, 4 und LXXXVI, C3. nach neuen handschriftlichen hilfsmitteln erscheint wenigstens der Tobiassegen XLVII, 4 in einer gestalt dass nun erst der wert des vortrefflichen gedichts einleuchtet. sonst sind die hss. oder, wo solche fehlen, die ersten drucke (zum teil erst für die zweite ausgabe) neu untersucht und benutzt für I-IV, 1. 2. 5 B. VI. IX-XIV. XIX--XXII, A. XXXII. XXXIII. XXXIX. XLIII. XLIV. L. LII. LIV, B. LV. LVI. LVIII – LXI. LXIII. LXIV. LXVI. LXVIII. LXXI. LXXVIII, B. LXXIX, B. LXXX-LXXXVII. XC. XCI. XCIII-C. allen die uns hiebei zu hilfe gekommen sind oder sonst diese arbeit gefördert haben, , sei hier nochmals unser dank' ausgesprochen. wehmütig gedenken wir namentlich Jaffés, der zunächst in rücksicht auf XVIII-XXV die Cambridger hs. vornahm, dann ihren ganzen inhalt vorlegte.

Wir haben es als unsre aufgabe betrachtet jedes denkmal nach seiner dufsern und innern beschaffenheit zu untersuchen, es in der gestalt die sich aus der überlieferung ergibt mit möglichster schonung dieser reinlich und klar darzustellen und zugleich die quellen des inhalts, wo diese erreichbar waren, nachzuweisen. was vor uns für die herstellung und erläuterung eines textes geschehen ist, haben wir gewissenhaft benulzt und in den jedem stücke beigegebenen litterarischen nachweisungen die namen derjenigen verzeichnet, denen wir ein verdienst um dasselbe glaublen zuschreiben zu müssen. (nach demselben grundsatze ist auch bei der zweiten auflage verfahren und daher mancher vorschlag und einfall, womit in sonderheit einzelne gedichte seit dem erscheinen unserer sammlung bedacht sind, mit stillschweigen übergangen worden, weil die widerlegung keinen erklecklichen nutzen hätte und für den nachprüfenden und methodisch denkenden überfliissig ist.] auf die strophischen gedichte des XT/XII jhs. bin ich schon vor jahren aufmerksam geworden und habe darüber bereits im herbst 1859 meinen zuhörern hier das nähere vorgetragen.

Die sammlung darf wohl auf einiges interesse auch ausserhalb des kreises der eigentlichen fachgenossen, namentlich bei theologen und historikern, rechnen. Wir haben sie auch dem lernenden und ferner stehenden nutzbar zu machen gesucht und manche bemerkung oder verweisung nicht gespart, um ihnen behilflich zu sein. (dem selben zwecke werden dienen und

jedem die übersicht erleichtern die aus zufälligen anlässen gleichzeitig entslandenen, die ergebnisse unserer untersuchungen zusammenfassenden aufsätze von Scherer über den ursprung der deutschen litteratur' Berlin 1864, aus dem dreizehnten bande der preussischen jahrbücher besonders abgedruckt, und von mir in den jahrbüchern für deutsche theologie 10, 167 bis 179.] die anmerkungen und excurse werden über unsre auffassung des einzelnen wie des ganzen eines stückes nicht leicht einen zweifel übrig lassen und das erforderliche zu ihrer begründung und rechtfertigung enthalten. manche der angeregten fragen harren freilich noch ihrer lösung und erheischen fortgesetzte aufmerksamkeit, möchte ihnen diese zu teil werden, auch auf theologischer seite wo Retibergs beispiel leider allzuwenig nachahmung findet.

Die alten katechetischen stücke haben eine höhere bedeutung gewonnen, da nachgeriesen werden konnte dass die ältesten unter ihnen unmittelbar mit den anordnungen Karls des grossen zusammenhangen. es ist auch an einzelnen beispielen gezeigt welchen anteil die Angelsachsen an der ersten verdeutschung christlicher begriffe haben. doch wird die untersuchung einmal in einem grössern umfange wieder aufzunehmen und weiter zu führen sein. der anstofs der von Karl dem grossen ausgieng würkte fort. noch im neunten jahrhundert beginnen die deutschen beichiformeln, deren uns erhaltene beispiele auf wichtige mittelpunkte des kirchlichen lebens zurückgeführt werden konnten. im elften sehen wir dann ausführlichere fassungen des glaubenbekenntnisses verbreitet und durch ihre ver- VI bindung mit der beichte, auch dem paternoster und einem allgemeinen gebet für die kirche im anschluss an die predigt eine art deutsches gottesdienstes hergestellt, die durch das ganze mittelalter und noch länger sich erhielt. lässt dies schon auf eine grössere regsamkeit des religiösen lebens in der laienwelt schliessen, so noch mehr die ungefähr gleichzeitig neu anhebende geistliche dichtung in der volkssprache, die ganz und gar auf das bedürfnis der ungelehrten laienwelt berechnet war. sie blieb an neuen gedanken unfruchtbar und ihr ganzer anteil an der grossen gleichzeitigen theologischspeculativen bewegung in Frankreich beschränkte sich auf die bearbeitung einiger schriften und die entlehnung einzelner gedanken und sätze. doch ist auch dies verhältnis von wichtigkeit. nachgewiesen ist bisher die übersetzung eines gebets Anselms von Canterbury (Diemer kleine beiträge 4, 24-26), die bearbeitung einer summa theologiae des XI jhs., von der freilich nicht mit sicherheit auszumachen ob sie in Deutschland oder in Frankreich entstanden (doch vgl. jetzt excurs zu XXXIV), dann wie bekannt des elucidariums des Honorius von Autun (Wackernagel litteraturgesch. s. 321 f.); die benutzung der gebete und meditationen Anselms, sowie der gedichte Hildeberts von Mans de Maria Aegyptiaca und de sacra eucharistia in Heinrichs litanei, in «des tôdes gehugede und im pfaffenleben (Diemer aao. 4, 20–23. 26. 27, dessen annahmen jedoch einer nochmaligen prüfung bedürfen, da er zb. nicht erwogen hat dass die stellen über die aegyptische Maria einer predigt über sie im spec. eccles. des Honorius entnommen sein könnten) (vergl. jetzt Heinzel zu Heinrich von Melk s. 104f.), des Marbodus de lapidibus im gedicht vom himmlischen Je

rusalem (Diemer deutsche ged. anm. 's. 89), des offendiculum des Honorius im pfaffenleben und des tôdes gehugede' (Diemer kl. beitr. 4,30—34), des speculum ecclesiae des Honorius im Cgm. 39 (vgl. Haupts zs. 1,284, Kelle spec. eccl. s. vii und XCVI), (in andern predigten anm. zu XXXIV, 18) und im niederdeutschen glauben (zu XCVIII), des Hugo von S Victor de septem septenis im Cgm. 39 (zu XLIII); endlich die entlehnung der Abaelardschen formel für die trinilåt zuerst in der Vorauer Genesis (zu XLIII, 1, 1). es zeigt sich dass für die verbreitung französischer theologie in Deuschland niemand erfolgreicher tätig gewesen ist als Honorius von Autun (s. jetzt Scherer in der zs. für Österreich. gymnas. 1868 s.567 ff. aber auch excurs zu XXXIV note). niemand war auch geeigneter sie für das bedürfnis der deutschen geistlichkeit und laienwelt zuzurichten. Wer ihn als verfasser des elucidariums bezweifelt, muss sich nach einer begründung seines zweifels nie umgesehen haben.

Die excurse zum Muspilli, dem gesang des Ezzo (jetzt anm. zu XXXI, 1, 18 ff.) und den segen mögen den mythologen zur erwägung empfohlen sein.

Aber den grösten wert haben diese kleinen denkmäler für die allgemeine geschichte der sprache, ja für diese einen verhältnismässig grösseren als die übrigen ihnen an umfang weit überlegenen, aber wenig zahlreichen denkmäler unserer alten litteratur. sie erst lassen neben diesen die manigfaltigkeit der dialecte und der schreibung, ihre nach ort und zeit wechselnde gestaltung und den geschichtlichen verlauf deutlicher übersehen. alle fragen und untersuchungen die sich an sie anknüpfen lassen zu erledigen, konnte nicht unsre aufgabe sein. aber dass wir ihnen nicht aus dem wege gegangen, mögen auch noch die folgenden bemerkungen beweisen.

VIII In der einleitung zu Athis und Prophilias s. 9 zeigte Wilhelm Grimm

dass ein zurückweichen der 'plattdeutschen bestandteile in der hessischen mundart in dem masse stattgefunden hat als der gebrauch der schrift vordrang. Spuren eines solchen zurückweichens werden auch noch am Mittelrhein sichtbar, ganz dasselbe verhältnis aber ist namentlich auch für Thüringen anzunehmen. wenn in der sprache, die hier und in Hessen vom zwölften bis zum funfzehnten jahrhundert in litterarischem gebrauche war und die natürlich die der höher gebildeten, besseren stände ist, noch das niederdeutsche erscheint, so muss dies gleichzeitig in der rede des gemeinen mannes und niederen volkes noch stärker hervorgetreten sein, und der schluss ist nicht abzuweisen dass es noch früher einmal vollständig das übergewicht hatte. das Hildebrandslied, in Fulda zu ende des VIII oder anfang des IX jhs. aus dem gedächtnis aufgezeichnet, glaube ich ist nun noch ein denkmal aus dieser Zeit. es wird früh im achten jh. in Hessen oder Thüringen entstanden sein. es ist weder sächsisch noch niederrheinisch (fränkisch), weil diese beiden dialekte v. 48 (wegen 25 s. anm.) wrekkio verlangt und damit den reim unmöglich gemacht hätten. ogl. Wrachari, Wracheri, Wrachard, Wracard in Lacomblets niederrhein. urkundenb. nr. 2. 38. 52. 55 a. 794. 820. 837. 841, wrechen, wred in Gottfrid Hagens köln. reimchron. muss im abecedarium nordm. V, 5 ritan für writan hergestellt werden, so rückt das stück damit der altthüringischen oder hessischen mundart nahe. wr war wie im südlichen, so auch im mittleren Deutschland schon im achten jh. im verschwinden. die letzten beispiele dafür sind uuurennun gl. Rb (Diut. 1, 532- Graff 1, 978), uuerecho? gl. Jun. C s. 255 Nyer., uureh Isidor 152, 7, Werachio im Speiergau cod. Lauresh. nr. 2056 a. 781, Uurecheo im Grabfeld Dronke cod. dipl. Fuld. nr. 301 a. 814, uurendo gl. Par. XXXI (Haupts zs. 15, 31. 48). im liede findet sich kein z für t, kein f pf für p, k für h, ch noch dreimal in ik 1. 12, harmlicco 66, sonst freilich ih mih dih sih und hh ch im inlaut, die aber ebenso wie ch für k im anlaut und inlaut, in folches folche, Otachres Otachre, recchio, dechisto, wie p für b in prût, pist, gap und sippan und t und d für d und die aspirata — th (s. . x) erscheint nur in dem namen Theotrihhe 19 und ags. đ viermal zu anfang bis v. 5

- allein dem schreiber angehören, der wohl die ober deutsche, nicht aber die ausgebildete fränkische lautbezeichnung kannte und noch weniger niederdeutsch zu schreiben und zu sprechen gelernt hatte. auch sein fast constantes inlautendes tt (s. exc. zu 2), in lutiila sitten und luttilô zwar begründet, ist in urhettun hétti heittu usw., wie schon JGrimm bemerkte (gramm. 12, 168), nur eine nachahmung des hochdeutschen zz. er wollte oder sollte ein wesentlich niederdeutsches gedicht zur aufzeichnung bringen, aber nur an hochdeutsche schrift und rede gewöhnt, kam er in der wiedergabe der abweichenden laute und formen nicht über eine gewisse grenze hinaus. die entgegengesetzte ansicht, dass jemand ohne genügende kenntnis des niederdeutschen das ursprünglich hochdeutsche gedicht in jene mundart habe umsetzen wollen, kann vernünftiger weise niemand aufstellen. in den namen der ältesten thüringischen urkunden über die schenkungen des herzogs Heden an den heiligen Wilibrord vom j. 704 und 716 bei Martène et Durand vett. SS. coll. ampliss. 1, 13. 22 (Bréquigny p. 367, 411 nr. 254. 292, Pardessus 2, 263. 308 nr. 458. 500) aber stehen nun die dentalen noch ganz auf der stufe des niederdeutschen: Theodrada Thuringus, Dôda Ado Hedenus, und namentlicht für z in Virteburh, Adogòto und wahrscheinlich auch Cato. dies genügt um die vorhin aufgestellte vermutung zu bestätigen, wenn sich auch sonst über den consonantismus der zeit nichts weiter aus den urkunden ergibt, da Rocchus allerdings mit der schreibweise des liedes stimmt, aber wohl nur für Hroccus oder Chrocus verschrieben ist und Richisus ebenso gut Ricgisus als Rihgisus sein kann. nun aber belegt das lied de Heinrico (XVIII) die merkwürdige tatsache, dass schon im / jh. am hofe der sächsischen kaiser ein hochdeutsch gesprochen wurde ganz von dem typus wie später im zwölften und drei- ix zehnten in den an das niederdeutsche angrenzenden landschaften: von allen alten t ist in der sprache des liedes nur noch eins, die verdoppelung in thid d. i. thit wie alts. für thitt mhd. ditz erhalten, gerade wie im Anno, im Erfurter judeneid C, 10, im Athis, bei Herbort von Fritslar und sonst, WGrimm aao. s. 15 (vgl. unten über die Xantener gl.). (nach den wenigen überresten des zweiten beispiels der mischpoesie des X / XI jhs. in der Cambridger hs. (Haupts zs. 14, 494 f.) war der dialect dieses gedichts

pr. 254. rand vett. Ss. ciligen Wili

noch entschiedener hochdeutsch (vgl. exc. zu XVIII), 1 grouonot, 5 sag ic thir, .. hz, 6 uuerelt, 7 also uuolcan in themo humele, 8 Quod ipsa regnat, credo in humile so scono. richisot dare angil .... r .. zi uuare, 9 uue mir -- mir, 10 her — sal.] jene tatsache ist nicht wohl erklärlich wenn nicht im neunten jh. das hochdeutsche in den mitteldeutschen landschaften, wenigstens in den höheren kreisen, schon festeren fufs gefasst oder die umbildung der mundart ins hochdeutsche raschere fortschritte gemacht hätte. darin aber ist eine würkung des fränkischen des achten und neunten jhs. anzuerkennen.

Sobald die verschiedenen deutschen stämme im reich Karls des grossen zu einer polilischen und religiösen einheit verbunden wurden, konnte auch für die sprache die entwickelung zu grösserer einheitlichkeit nicht ausbleiben. darauf führte schon das bedürfnis des reichs. zunächst die fränkischen mundarten am Main und Mittelrhein in der mitte des damaligen Deutschlands erlangten damit eine hervorragende bedeutung und durch ihre geographische stellung sowohl als ihre ganz damit übereinstimmende sprachliche beschaffenheit waren sie berufen ein bindeglied zwischen dem norden und süden abzugeben. in ihrem ganzen habilus überwiegend hochdeutsch hielten sie doch dadurch dass sie die tenuis k im anlaut, die einfachen mediae b und g überall und wenigstens noch im anlaut das th, zum teil auch das alte d bewahrten, die mitte zwischen den rauheren oberdeutschen und den noch ganz auf der alten lautstufe verharrenden niederdeutschen mundarten; so auch in ihrem worlvorrat und wortgebrauch, und einwürkung und aneignung, entlehnung und austausch war für sie nach beiden seiten hin leicht. aus ihnen gieng die karlingische hofsprache hervor, die sprache des höheren lebens dessen mittelpunkt der kaiserliche hof war, das ihm von allen seiten zustreble und wiederum von ihm ausstralte. gegen die volksmundarten war die neue sprache noch weniger abgeschlossen als später das mittelhochdeutsche, geschweige denn das neuhochdeutsche, und ihr abstand nach unten hin war wohl nur gering. eine neue litteratur und poesie, die ihr festigkeit, abgeschlossenheit und gleichmässige ausbildung gegeben hätte, blühte nicht mil ihr auf. daher kommt es dass kaum ein denkmal in allen sprachlichen merkmalen mit einem andern völlig übereinstimmt und fast jedes die sprache in einer andern gestalt zeigt. eine gleichmässigkeit in den grammatischen formen ward nicht erreicht und alte und neue erscheinen im gebrauch neben einander. nicht einmal die orihographie und lautbezeichnung stellte sich fest: sie artete nach ort und zeit verschieden, wie die sprache selbst. tritt eine mischung ein, wie in dem merkwürdigen Weissenburger katechismus (LVI), 100 kaum noch ein bestimmter typus vorherscht, oder auch nur wie in dem lied von Christus und der Samariterin (X), so lässt sich über die herkunft eines denkmals schwer entscheiden. der schwankende zustand der sprache brachte vielleicht den kaiser selbst auf den gedanken eine deutsche grammatik zu schreiben. hätte er ihn ausgeführt, so wäre daraus wohl eine art capitulare geworden,

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