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Ueberzeugung weit mehr Sache des Herzens als des Verstandes ist, so geschieht es doch, daß die, welche nicht glauben wol len, weil ihnen der Inhalt der Offenbarung und ihre Forderungen nicht gefallen, ungeachtet so kräftiger Beweisgründe, im Zweifel verharren. Ist jemand indeß auch nicht im Stande, diese äußern Beweisgründe für die Aechtheit und Glaubwürdigkeit der biblischen Urkunden zu prüfen, solche Forschungen anzustellen oder die Ergebnisse derselben zu würdigen: so ist ihm dennoch eine unerschütterlich feste Ueberzeugung von der Wahrheit der heiligen Schrift zugänglich, durch den Gehorsam gegen den Inhalt der Offenbarung; was den Weisen und Klugen verborgen bleibt, weil ihnen ihre Weisheit besser gefallt als Gottes Wahrheit, das wird den Unmündigen offenbart, die mit kindlichem Sinne die Zeugnisse Gottes annehmen; und sie machen dann dieselbe Erfahrung, wie der Apostel Paulus, daß das Evangelium eine Kraft Gottes ist, selig zu machen alle, die daran glauben, Röm. 1, 16; daß es göttliche Kraft und göttliche Weisheit ist, 1 Kor. 2, 24.

Die Qffenbarungsurkunde, die Bibel, ist Ein Ganzes, obwohl ihre einzelnen Theile zu sehr verschiedenen Zeiten, in einem Zeitraum von etwa 16NN Iahren, und von verschiedenen Verfassern geschrieben sind; aber das ist allen diesen heiligen Männern Gottes gemein, daß sie geredet haben, getrieben von dem heiligen Geist, 2 Petr. 1, 21., daß der Geist Christi in ihnen war, 1 Petr. 1, 11., und daß sie daher allesammt Zeugniß ablegen von den Gnadenrathschlüssen Gottes zur Seligkeit der Menschen durch Iesum Christum. Mit der Schöpfung Himmels und der Erde beginnen die heiligen Urkunden, und schließen mit der seligen Aussicht und Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde, Offb. 21, 1. Was im A. Test. Verheißung ist, ist zum Theil schon im N. T. erfüllt und wird immer weiter und herrlicher zur Stärkung des Glaubens in Erfüllung gehen; das A. T. ist Geschichte der Zukunft in seinen Weissagungen, und das N. T, ist Geschichte des von den Propheten verheißnen und wirklich im Fleisch geoffenbarten Sohnes Gottes, seines Reichs und der Reichsgenossen desselben. Die ganze heilige Schrift in Geschichte, Lehre und Weissagung redet von dem einen großen Erziehungsplane Gottes, der die Menschen selig machen will; sie legt uns die mannigfachen Veranstaltungen Gott« vor, die alle nur Einen Zweck haben, die Seligkeit seiner Geschöpfe und dadurch zugleich seine Verherrlichung, in der Offenbarung seiner Weisheit, Güte, Heiligkeit und Wahrhaftigkeit..

Allgemeine Bemerkungen über das Reich Gottes.

Von einem Reiche Gottes redet die Bibel, wie im A. so auch im N. T., und es ist diese Vorstellung durch ihre Reichhaltigkeit ganz besonders geeignet, um das Verhältniß Gottes und der Menschen nach allen Seiten zu bezeichnen.

Der Reichthum von Gedanken, in der Idee des göttlichen Reiches enthalten, und die Zweckmäßigkeit des Gebrauchs dieser schriftgemäßen Vorstellung ergibt sich, sobald man sie naher betrachtet und durch Zergliederung ihren vielseitigen Gehalt entwickelt. Die Vorstellung eines Reiches schließt folgendes in sich: Wo ein Reich ist, da muß ein Herr sein, da müssen sich Bürger und Unterthanen desselben finden, da muß nach Gesetzen regiert werden, da kann nur Wohlergehen der höchste Zweck dieses ganzen Verhältnisses sein. Wenn man nun diese einzelnen Punkte, welche bei jedem irdischen Reiche statt finden, auf das Reich Gottes überträgt, so erkennt man in Gott den höchsten Herrn und Gesetzgeber dieses Reiches; die Unterthanen oder Bürger desselben, die Reichsgenossen, sind zunächst die Menschen, es gehören aber auch jene höheren Wesen zu dieser Reichsverfassung, welche uns die Offenbarung in den Engeln kennen lehrt; das höchste Gesetz für alle Reichsgenossen ist der ihnen offenbarte Wille Gottes, den wir Menschen in der heiligen Schrift uns bekannt gemacht finden, welche aber nicht bloß die Gebote Gottes enthält, sondern uns in ihrem geschichtlichen Theile die Reglerungs-Grundsätze Gottes, in den Führungen und Schicksalen sowohl einzelner Personen als ganzer Völker und vornämlich der jüdischen Nation, anschaulich macht; und wie endlich bei einem irdischen Reiche der letzte und höchste Endzweck aller Gesetze und der ganzen Regierung die äußere Wohlfahrt und Sicherheit aller Reichsgenossen ist, so ist Beseligung der Sünder und Genuß de, höchsten Seligkeit aller vernünftigen Geschöpfe der Endzweck des göttlichen Reiches. Nur dann kann ein irdisches Reich bestehen und nur in dem Maße seine beglückenden Absichten «reichen, als Recht und Gerechtigkeit in demselben gelten und gehandhabt werden; eben so ist es auch in dem göttlichen Gnadenreiche, hier soll zwar durch Sündenvergebung, durch Gnade und Barmherzigkeit Gottes der Sünder zum Genusse einer überschwenglichen Seligkeit geführt werden, aber auch diese Erweisungen der göttlichen Barmherzigkeit geschehen nach Recht und Gerechtigkeit, d. h. sie werden denen zu Thelr) welche sich in die von Gott festgesetzte Reichsordnung fügen, und durch Buße und Glauben des Genusses der Seligkeit und der Erlangung der ihnen zugedachten Herrlichkeit fähig welden; daher heißt es Psalm 89, 15: Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhles Festung, Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesicht. Es ist dies Reich Gottes, das unter den Menschen und in ihnen aufgerichtet werden soll, durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes gegründet, der überall in der Schrift als der unmittelbare Herr und König dieses Reiches — Messias, Christus — bezeichnet wird, und sich auch selbst so nennt, daher wird denn auch dies Reich das Reich Christi genannt; Himmelreich aber oder das Reich der Himmel heißt es zur nähern Bezeichnung seiner eigenthümlichen Natur, wodurch es sich von allen irdischen Reichen unterscheidet, daß nämlich himmlische Endzwecke in ihm erreicht, himmlische Güter in ihm genossen werden sollen, und daß nur ein himmlischer Sinn jemanden zum wahren Genossen dieses Reichs machen kann.

Obwohl dieses Himmelreich, durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes für Menschen gegründet, allen begnadigten Sündern ein rechtes Reich der Bamcherzigkeit ist, so gehören doch keinesweges bloß die Menschen zu demselben, sondern auch die Engel, jene vernünftigen Wesen mit höheren Gaben und Kräften als wir versehen, deren Dasein die Offenbarung uns lehrt, und die anzunehmen die Vernunft kein Bedenken tragen darf, wenn sie nach der Aehnlichkeit von der sichtbaren Welt auf die unsichtbare etwa folgenden Schluß macht: Es bietet sich in der sichtbaren Welt eil e ununterbrochene Reihenfolge von Geschöpfen dar, in der immer eins das andere an Vollkommenheit übertrifft bis zu dem Menschen hin, dem vorzüglichsten und vollkommensten unter allen sichtbaren Geschöpfen, dem einzigen, das, mit Vernunft begabt, auch der unsichtbaren Welt der Geister angehört. Nun kann ich mir sehr wohl vorstellen, daß es noch andre vernünftige Geschöpfe gibt, die durch höhere Gaben und Kräfte den Menschen bei weitem übertreffen, und das wirkliche Dasein derselben lehrt die Offenbarung, in dem sie von Engeln redet, den Boten Gottes, die allzumal dienstbare Geister sind, ausgesandt um derer willen, die die Seligkeit ererben sollen, Hebr. 1, 14., starke Helden, die den Befehl des HeTrn ausrichten, daß man höre die Stimme seines Worts, Psalm 1N3, 2N. Diese himmlischen Heerscharen, diese seligen und heiligen Geister gehören ebenfalls zu dem Reiche Christi, und wenn sie, nie in die Sünde gerathen, in ihm auch nicht ihren Retter und Seligmacher erkennen, so verehren sie dennoch in ihm ihren Herrn. Hieraus ergibt sich denn, da wir aus Erfahrung und Hurch Offenbarung keine andere vernünftigen Geschöpfe kennen, als Menschen und Engel, die Allgemeinheit des Reiches Christi über alle vernünftigen Wesen. Die heilige Schrift lehrt uns nun nicht blos das Dasein guter Engel, sie redet auch von bösen oder Satans Engeln, von Engeln der Finsterniß, und das Verhältniß derselben zum Reiche Christi müssen wir uns der Schrift zufolge ähnlich dem Verhältnisse denken, in welchem böse Menschen zu diesem Reiche stehen; sie gehören nämlich allesammt dazu und müssen in Christo ihren Herrn erkennen, aber sie thun das mit Widerstreben, ohne alle Liebe; von ihnen gilt, was geschrieben steht Psalm 11N, 1: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße; wie besiegte Feinde nur mit Unwillen und verbißner Wuth die Macht ihrer Sieger und ihre eigne Ohnmacht anerkennen, und in ihren Herren nur ihre Feinde erblicken, so alle Feinde Christi, wenn sie sich nicht von ihm durch seiuc Gnade gewinnen lassen; sie werden einst zu seinen Füßen liegen, ihr vergebliches Widerstreben, seine Macht, die ihre Bosheit in solchen Schranken hält, daß sie sich nicht mehr äußern noch schaden kann — das alles werden sie anerkennen und in Christo ihren Herrn bekennen müssen, aber selige Bürger, Reichsgenossen des Himmelreichs werden sie nicht sein. Der Glaube an böse Engel hat nichts der Vernunft Widersprechendes; lehrt die Erfahrung das Dasein gottloser Menschen, so kann man dem Zeugniß des göttlichen Wortes sehr wohl beipflichten, daß auch unter jenen höheren, mit ausgezeichnetern Gaben und Kräften versehenen Wesen, die eine umfassendere Einsicht und einen kräftigeren, einflußreicheren Willen haben, als wir Menschen, solche sich finden, deren Gesinnung ungöttlich geworden ist, die nur zum Bösen geneigt sind und ihre Freude an demselben haben, gerade wie die heiligen Engel am Guten sich erfreun und es zu befördern bereit sind. Der Abfall solcher Geschöpfe Gottes von ihrem Schöpfer ist denkbar und die Schrift lehrt ihn, wenn es heißt Brief Iuda V. 6.: Auch die Engel, die ihr Fürstenthum (die herrliche ihnen gegebene Macht und Vorzüge) nicht behielten, sondern verließen ihre Behausung, hat er behalten zum Gericht des großen Tages, mit ewigen Banden in Finsterniß; und 2 Petri 2, 4.: Denn Gott hat der Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern hat sie mit Ketten der Finsterniß zur Hölle verstoßen und übergeben, daß sie zum Gericht behalten werden; und Ioh. 8, 44.: Der Teufel ist nicht bestanden in der Wahrheit. Weitere Aufschlüsse über den Fall der Engel gibt die Offenbarung nicht; aber wie bei den guten Eng»ln von einer Ueber- und Unterordnung die Rede ist, indem Engel und Erzengel (Brief Inda V. 9.) genannt werden, worauf auch die Ausdrücke Pauli Col. 1, 16, und Eph. 3, 1N. von den Fürstenthümern und Herrschaften in dem Himmel, wiewohl nur dunkel, hindeuten: so findet sich auch unter den bösen Engeln eine Art von Reichsverfassung, daß sie ein Oberhaupt haben, welches vorzugsweise Teufel, Satan, Beelzebub, Fürst der Finsterniß und der Welt, Ioh. 12, 31. genannt wird, wie Iesu Feinde ihm denn den Vorwurf machen, er treibe die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel, Luc. 11, 15. Das Dasein solcher bösen Geister lehrt Iesus ausdrücklich an unzahligen Stellen: er redet von der Macht und dem Einfluß derselben; die vielen Besessenen zu seiner Zeit sind ein lautes Zeugniß dafür, und daß Er sie ausgetrieben hat, ist zugleich Offenbarung seiner Macht über den Teufel und seine Engel; er erklart Luk. 11, 2N: Weil ich die Teufel durch Gottes Finger austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch — so ist das Beweis genug, daß ihr durch mich von der Macht und dem Einflusse des Teufels befreit werden könnt, und daher sagt denn auch Paulus Col. 1, 12. 13.: Danksaget dem Vater, welcher uns errettet hat von der

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