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6) Ieder siebente Tag in der Woche war schon seit der Schöpfung, r»!s Ruhetag von aller Arbeit, geheiligt; bei der Gefttzgebung wurde er (2 Mose 31, 13. ff.) ausdrücklich noch als Bundeszeichen zwischen Gott und seinem Volke für alle Zeiten bezeichnet, und es hieß: Darum so haltet meinen Sabbath, denn er soll euch heilig sein; wer ihn entheiligt, soll des Todes sterben, denn wer eine Arbeit darinnen thut, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk; er ist ein ewig Zeichen zwischen mir und den Kindern Israel. Die Feier so vieler Tage sollte erinnern, wie man Gott seine Zeit weihen und im Andenken an ihn zubringen sollte. Der Erlöser erklärte, des Menschen Sohn sei ein Herr auch über den Sabbath, und dieser um des Menschen willen, nicht aber der Mensch um des Sabbachs willen; im Geiste des N. B. soll ein jeder Tag im Leben des Gläubigen dem Herrn geweiht sein, daß er feiert von allen bösen Werken, aber wirket, so lange es Tag für ihn ist, und täglich mit Furcht und Zittern, mit der gewissenhafte.' sten Sorgfalt, seiner Seelen Seligkeit schafft, ehe die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Daher tadelt es Paulus an den galatischen Christen (Gal. 4, 1N.), daß sie Tage und Monden und Feste und Iahrzeit halten, als ob das ein verdienstliches Werk wäre, wahrend es nur eine heilsame Ordnung Gottes ist, um die Seelenwohlfahrt desto ungehinderter wahrnehmen zu können.

7) Nach derselben Weise wie der siebente Tag heilig war, sollte auch das siebente Iahr, als ein Sabbathjahr, und mit ganz besonderer Feierlichkeit das siebente Sabbathjahr festlich begangen werden. Die Verordnung darüber findet sich 3 Mose 25. Das siebente Sabbathjahr hieß das Halljahr, weil es durch Posaunenschall angekündigt wurde, und war ein allgemeines Erlaßjahr, wo die zu Sclaven Verkauften wieder frei wurden, und alle verkaufte Güter an ihre ersten Besitzer zurückkamen. Es sollte durch di.ese Einrichtung der Selaverei und dem habsüchtigen ungerechten Wucher gesteuert, zugleich aber auch das Volk im Vertrauen auf Gott geübt werden, daß er im 6ten Iahre so viel Speise werde wachsen lassen, wie für alle Bedürfnisse nöthig war, also ähnliche Glaubensprüfung, wie die in der Wüste mit dem Manna, welches nur sechs Tage fiel. Als der Erlöser kam, verkündete er (Luk. 4, 19.), er sei erschienen zu predigen das augenehme Iahr des Herrn; er wolle die rechte Ruhe und die wahre Freiheit geben allen, die an ihn glauben.

VI. Von den Absichten Gottes mit dem Volte Israel. Indem Gott, der da will, daß allen Menschen geholfen werde, das Volk Israel allein vor allen andern Völkern erwählte, um sich ihm durch Gesetz und Verheißung zu offenbaren, und mit ihm in ein ganz besonderes und näheres Verhältniß zu treten: so hatte er doch dabei zugleich auch Gnadenrathschlüsse und Absichten, die sich auf die andern Nationen der Erde erstreckten. Der Same der Wahrheit, welcher durch mündliche Ueberlieferimg und in immer erneuerter Mittheilung Gottes, Abrahams Familie und seiner ganzen Nachkommenschaft anvertraut war, sollte treu und unverfälscht bei diesem Volke erhalten werden; Gottes Wort und die rechte Erkenntniß des einigen und wahren Gottes, des Schöpfers Himmels und der Erden, so wie die ihm wohlgefällige Anbetung, also die wahre Religion, sollte stets bei Israel gefunden, immer weiter entwickelt, sorgfältig gepfiegt, und von ihm aus einst, zur rechten Zeit, auch andern Völkern mitgetheilt werden. Das war die erhabene Bestimmung, welche Israel vor den Heiden voraus hatte, das sein größter und herrlichster Vorzug, daß von ihm als dem Volke Gottes das Heil kommen sollte, wie auch der Erlöser jenem samaritischen Weibe am Iakobsbrunnen bezeugte: das Heil kommt von den Iuden. Wenn andere Völker, im Großen und Ganzen betrachtet, eine andere weltgeschichtliche Bestimmung hatten, wenn sich bei den Griechen vorzugsweise alles entwickelte, was im Gebiete der Schönheit liegt, wenn die Romer vornämlich den Begriff des Rechts ausbildeten, wenn die Phönieier durch Erfindungen und Handel für das gesellschaftliche Leben und den bürgerlichen Verkehr vieles leisteten: so ging Israels Bestimmung in dem ewigen Gnadenrathschlusse Gottes dahin, die Beziehung des zeitlichen Lebens auf das ewig« und das Verhältniß des Menschen zu seinem Schöpfer in der ihm zu Theil gewordenen Offenbarung immer bestimmter zu entwickeln und in seinem eignen Leben

darzustellen. So wie das irdische Licht in der Natur, allmählig sich fortpflanzend, immer weiter vordringt, so ist es auch mit dem göttlichen Lichte in der Offenbarung gewesen und so »st es noch mit demselben; wenn Israel zuerst und früher als olle andre Völker einer außerordentlichen Offenbarung sich erfreute, so war das allerdings ein. großes Glüek und eine ganz besondere Gnade Gottes, aber von der Weisheit dessen, der die ewige Liebe ist, dürfen wir hoffen, daß er keinem Volke sein Gnadenlicht länger vorenthält, als es nach seinen unerforschlichen Rathschlüssen nöthig ist, wir dürfen dem Ällbarmherzigen vertrauen, daß er, wo ein Volk für die Aufnahme diests Lichtes reif ist, ihm dasselbe auch zu Theil werden laßt. Wie aber derjenige, dem durch menschliche Kunst das verloren gegangene Augenlicht wiedergegeben wird, sorgfältig vor zu vielem Lichte bewahrt werden muß, auf daß er nicht ganz und für immer erblinde: so scheint auch in der Regierung der Völker, wie die fortschreitende Offenbarung an Israel und durch Christum im Evangelio beweist, nur eine sehr allmählige Enthüllung des Lichtes ewiger Wahrheit der Rathschluß Gottes und dem Zustande der Völker angemessen zu sein. Da wir aber nicht wissen, wann für dies oder jenes Volk oie Zeit der Erfüllung, der Gnadenabsichten Gottes zu seiner Erleuchtung gekommen ist, so bleibt es, nach Christi Befehl, allezeit unsere Pflicht, ernstliche Versuche zur Bekehrung derer zu machen, die nicht an Christum glauben, wie denn auch unter Israel, für die Vorbereitung des irdischen Gottesreiches, durch Aufnahme der Heiden in dasselbe gewirkt wurde. Und das war gewiß den Absichten Gottes gemäß, der ja Israel bestimmt hatte, gleichsam die Pfianzschule zur Erhaltung und Verbreitung der geoffenbarten Wahrheit unter den übrigen Völkern zu werden. Diese Bestimmung Israels wurde späterhin immer deutlicher erkannt, als die heiligen Propheten von der Verbreitung des Reiches Gottes auf alle Völker und vom Eingehen derselben in das Reich des Messias weissagten, welches zu, nächst freilich so verstanden werden mogte, als ob alle Völker nicht zur jüdischen Religion sich bekennen würden, bis in den Zeiten des N. Test, das rechte Verständniß auch über diese Weissagungen aufging. Schon die dem Abraham gegebene Verheißung, daß durch seinen Samen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden sollten, deutete darauf hin, daß Israel nicht für immer im ausschließlichen Besitz der ihm geoffenbarten Wahrheit und rechten Gottesverehrung bleiben soll», und daher fiehte auch Salomo für die Heiden in dem Gebete, mit welchem er den von ihm erbauten Tempel einweihte 1 Kön. 8, 41 — 43., und bei Iesaias heißt es Cap. 5«, 3. 6—8: Und der Fremde, der zum Herrn sich gethan hat, soll nicht sagen: Der Herr wird mich scheiden von seinem Volke; — auf Israels herrlichen Vorzug, und wie es als ein Licht in der heidnischen Finsterniß leuchten solle, weisen die Worte hin 5 Mose 4, 6—8. Daß nur ihm allein solche Gnade widerfahren sei, lehrt V. 32—36. und 2 Sam. 7, 23. 24; und Psalm 147, 19. 2N. heißt es: Der Herr zeiget Iaeob sein Wort, Israel seine Sitten und Rechte; so thut er keinen Heiden, noch läßt er sie wissen >seine Rechte, Halleluja!

Damit diese Absichten Gottes an Israel erreicht, Wahrheit und Gottesfurcht unter demselben erhalten und als Same für die Zukunft bei ihm bewahrt werden mogten bis zur Zeit allgemeinerer Ausbreitung und Mittheilung an alle Völker: so wurde es deshalb von allen andern Völkern abgesondert, daher spricht Gott 2 Mose 19, 6: Ihr sollt mir ein heiliges Volk sein, d. h. ein von allen übrigen ausgesondertes, denn der Begriff heilig wird auf 5iese Weise erklärt, 3 Mose 20, 26., wo es heißt: Darum sollt ihr mir heilig sein, denn ich der Herr bin heilig, der euch abgesondert hat von den Völkern, daß ihr mein wäret. Diese Absonderung Israels wurde thzils durch das Gesetz, und besonders den Theil, der den Gottesdienst betraf, bewirkt, theils aber auch durch die ausdrückliche Vorschrift, keine Gemeinschaft mit heidnischen Völkern durch gegenseitige Heirathen zu haben, und durch die Verordnung späterhin, bei der Einnahme des Landes Canaan, die heidnischen Bewohner zu vertilgen, 2 Mose 34, 11—1^. und 5 Mose 7, 1—8. Hier werden zugleich, um Israel in der, Demuth zu erhalten, bei der großen ihm widerfthrnen Gnade die Gründe seiner Erwählung angegeben, diese lagen nicht in einem ursprünglichen Vorzuge, noch in seiner eigenthümlichen Herrlichkeit, sondern allein in Gottes Liebe, Treue und Wahrhaftigkeit, weil er schon den heiligen Erzvätern, aus freier Gnade, solche Zusicherung über ihre Nachkommenschaft gegeben hatte. Auch der Unterschied zwischen reinen und unreiuen Thieren, von denen nur die ersten gegessen werden durften, gehört mit unter die Anordnungen, durch welche Israel von andern Völkern abgesondert wurde; und er sollte einen Vorzug Israels vor den Heiden als Unreinen anzeigen, im N. B. aber aufhören, wie sich aus der Geschichte des Petrus ergibt, der zu Ioppe im Hause des Gerbers Simon entzückt wurde, zu dem Heiden Cornelius ging, als er hier alle gegenwärtig sähe, vor Gott, zu hören, was ihm von Gott befohlen war, so that er seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht anstehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm — jetzt bekomme ich die feste zu.' «ersichtliche Ueberzeugung, daß alle äußeren Umstände, Verhältnisse und Volksunterschiede vor Gott nichts gelten, sondern wo nur immerhin, in welchem Volke es auch sei, jemand eine redliche Sehnsucht nach ihm hat und nach Maßgabe seiner Er-.' kenntniß sittlich wandelt, der ist in Gottes Augen so lieb und angenehm, daß er ihm die Segnungen des Evangelii zu Theil werden läßt und ihn zur Gemeinschaft Christi beruft, Apostg. 1N. Als späterhin Iuden und Christen in Ierusalem ihm darüber Vorwürfe machten, daß er auch Heiden das Evangelium gepredigt habe (11, 2.), da erzählte er ihnen den ganzen Hergang der Sache, und wie der heilige Geist auch auf diese, wie auf sie. selber am ersten Anfange, gefallen sei, und sprach: So nun Gott ihnen gleiche Gaben gegeben hat, wie auch uns, die da glauben an den Herren Iesum Christum, wer war ich, daß ieh konnte Gott wehren? Da sie das hörten, schwiegen sie stille, und lobeten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden Buße gegeben zum Leben. Hier schon zeigte sich also die Wahrheit, die der Apostel Paulus Gal. 3, 28. so ausspricht: Hier ist kein Iude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Christo Iesu; in der christlichen Gemeinschaft fallen alle Unterschiede hin; und alle Verschiedenheiten, die vor derselben bestehen, »dürfen nach Gottes Willen nicht so behandelt werden, als ob durch sie irgend jemand, wegen seiner Lage, von dieser beseligenden Gemeinschaft ausgeschlossen werden solle. Es gehörten diese Speisegesetze über reine und unreine Thiere mit zu dem Ioch des Gesetzes, von welchem Petrus Apostg. 15, 1N.

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