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Obrigkeit der Finsterniß und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, und Cap. 2, 15.: Christus hat ausgezogen die Fürstenthümer und die Gewaltigen, und sie Schau getragen öffentlich, uud einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. Den Fall der Engel hat Gott nicht verhindert, aber er hat sie auch nicht ungestraft gelassen, und an dem allgemeinen großen Gerichtstage werden auch sie gerichtet werden, und dann werden aller Zungen bekennen, derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind, daß Iesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Nach der Lehre der heiligen Schrift haben wir uns also nur Ein Reich Christi zu denken, zu welchem alle vernünftige Wesen gehören; die sichtbare und unsichtbare Welt stehn unter Christo, als ihrem Herrn und Oberhaupte, in der innigsten Verbindung; der Mensch kann sich, während der Dauer des Gnadenreichs, diesem einigen Herrn im Glauben ergeben, oder in der Feindschaft gegen ihn beharren, einst aber am Ende der Tage wird darnach sein ewiges Schicksal entschieden werden: und wollte er in dem Menschgewordenen Worte seinen liebreichen Helfer und Heiland nicht anerkennen, so wird er dann wenigstens, wenn Christi Feinde zum Schemel seiner Füße liegen werden, in ihm seine'n ernsten und gerechten Richter und Herrn erblifken; die Teufel glauben es auch, daß ein einiger Gott ist, und zittern (Iak. 2, 19.), so alle, die mit ihnen Christum verwerfen; sie sind seinem über alles sich erstreckenden Reich unterworfen, aber es ist ihnen kein Reich der Seligkeit, da sie wegen des Unglaubens in Verdammniß bleiben, und in das höllische Feuer gerathen, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.

Die Idee eines Reiches Gottes ist keineswegs ein menschlich ersonnener Gedanke, sondern sie ist eine göttlich geoffenbarte, in der heil. Schrift enthaltene Idee, in welcher alle Ab» sichten Gottes mit dem Menschengeschlechte, seine Veranstaltungen zur Verwirklichung seiner Rathschlüsse, seine wunderbaren und außerordentlichen Führungen, um die Menschheit zu ihrer erhabnen Bestimmung hinzuleiten, zusammengefaßt sind. Das Reich Gottes ist eine göttliche Stiftung, ist That und Leben, hat seinen Ursprung und Fortgang, seine Entwickelungsstufen und Endzwecke; und alles, was dasselbe betrifft, seine

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frühere, jetzige und zukünftige Gestalt (in den Weissagungen der heil. Schrift enthüllt), kann nur aus der Offenbarung kennen gelernt werden. Folgt man dieser, so ergibt sich dem Auge des aufmerksamen Beschauers der herrliche Entwickelungsgang des göttlichen Reiches, durch seine verschiedenen Formen zu verschiedenen Zeiten, und wir müssen die unergründliche Weis.' heit Gottes anbetend bewundern, die vom Sinnlichen und Aeußerlichen anhebend das menschliche Geschlecht zur Anbetung im Geist und der Wahrheit allmählig hingeführt hat. Nach der Reihenfolge der göttlichen Offenbarung ergeben sich vier Perioden oder Entwickelungsstufen des göttlichen Reiches, und diese sind: Erste Periode: Die Zeit der'Verheißung, vor dem Gesetz, in welcher die Verbindung und Gemeinschaft des Menschen mit Gott auf Verheißung von Seiten Gottes und auf Glauben von Seiten der Menschen beruhte. Die Zeit von Adam bis Moses, 150N Iahr vor Christi Geburt. ,

Zweite Periode: Die Zeit unter dem Gesetz, wo sich Gott als Gesetzgeber offenbarte und Gehorsam verlangte, von Moses bis Christus. Dritte Periode: Die Zeit unter der Gnade, wo der Glaube an den erschienenen Verheißnen, an Iesum Christum, die Gemeinschaft des Menschen mit Gott vermittelt. Vierte Periode: Die zukünftige Zeit, wo der Glaube in Schauen verwandelt, und das Reich der Herrlichkeit erschienen sein wird. Alles, was dem göttlichen Reiche einst zur Zeit des Gesetzes eigenthümlich war, aber unter sinnlichen Formen, in irdischen Verheißungen, in äußerlichem Gottesdienst — die ganze theokratische Verfassung Israels, das äußerliche Iudenthum — das ist dem göttlichen Reiche auch unter der gegenwärtigen Periode der Gnade eigen, jedoch so, daß das Reich Gottes als ein unsichtbares und verborgenes inwendig in den Herzen der Gläubigen aufgerichtet wird; wenn aber einst das Reich der Herrlichkeit offenbar werden wird, dann wird das verborgene Leben der Gläubigen mit Christo in Gott, Col. 3, 3. 4. in der Herrlichkeit offenbar werden, und das Verborgne der Herzen an den Tag kommen. Eben dieser Entwieklungsyang, den das Reich Gottes, nach der Offenbarung, weltgeschichtlich nimmt, findet sich auch bei jedem Bürger desselben, so daß für die Menschheit im Ganzen und für den Einzelnen insonderheit dieselben Erfahrungen sich wiederholen, indem alle durch die Zeit des Gesetzes hindurchgehen, bis sie sich der in Christo erschienenen Gnade/Gottes unterwerfen und von ihr regieren lassen, und dann einst, wie wir hoffen, zu der Herrlichkeit gelangen, die der Herr den Seinen bereitet hat.

Die drei ersten Perioden sind Vorbereitungen aus die letzte/und die göttliche Verheißung sowohl, wie das Gesetz Gottes und wie die in Christo erfüllte Verheißung und erschienene Gnade Gottes haben in ihren verschiedenen Erscheinungsformen nur den einen gemeinsamen Endzweek, Sünder zum Genuß voller Seligkeit, zur Theilxahme an der göttlichen Natur und zum Besitz einer unvergänglichen Herrlichkeit zu führen.

Die erste Periode.

Die Zeit der Verheißung, in welcher die Verbindung und Gemeinschaft der Menschen mit Gott auf Verheißung von Seiten Gottes und auf Glauben von Seiten der Menschen beruhte; von Adam bis Mofts, 150(1 Jahr vor Chr. Geburt.

l. Vom ursprünglichen Zustande der ersten Eltern.

Nachdem die Schöpfung Himmels und der Erde und aller Geschöpfe, die auf Erden wohnen, in dem ersten Kapitel des ersten Buchs Mose V. 1—25. erzählt worden ist, heißt es dann V. 26. 27.: Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meere und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh, und über die ganze Erde, und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, und er schuf sie ein Männlein und Fräulein. Es trugen also die ersten Eltern das Bild Gottes an sich, es bestand zwischen Gott und ihnen eine gewisse Aehnlichkeit und Uebereinstimmung, und da Gott ein Geist ist (Ioh. 4, 24.), so konnte dieselbe nicht im Körper des Menschen bestehen, sondern nur in seiner Seele, in dem lebendigen Odem, den Gott der Herr ihm einblies (1 Mose 2, 7.). Aber nicht sowohl darin, daß der Mensch überhaupt einen vernünftigen Geist hat, mit Erkenntniß-, Gefühls- und Willensvermögen begabt, besteht jenes Bild Gottes, sondern vielmehr in der ursprünglichen Eigenthümlichkeit und Beschaffenheit dieses Geistes, daß. sich Gottes wesentliche Eigenschaften in der menschlichen Seele abspiegelten; sein Erkenntnißvermögen war Abbild der gottlichen Allwissenheit und Allweisheit, sein Gefühlsvermögen der göttlichen Güte und Liebe, sein Willensvermögen der Heiligkeit Gottes; nichts Unvollkommenes oder Sündliches fand sich an ihm, denn Cap. 1, 31. heißt es: Gott sahe an alles, was er gemacht hatte, und siehe' da, es war sehr gut. In einem viel beschränkteren Grade als Gott hesaß der Mensch eine von Gott ihm verliehene Vollkommenheit, und stand in seliger Gemeinschaft mit Gott, war rein und heilig und fühlte sich deshalb selig; wenn Paulus Eph. 4, 23—24 sagt: Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffner Gerechtigkeit und Heiligkeit; und Kol. 3, 1N.: Ziehet den neuen Menschen an, der da verneuert wird zu der Erkenntniß, '«ich dem Ebenbilde lxs, der ihn geschaffen hat: so läßt sich,aus diesen Stellen, die davon reden, was der gefallne Mensch wieder werden und erlangen soll, abnehmen, daß der ursprüngliche Zustand der ersten Eltern Gerechtigkeit und Heiligkeit war, und daß sie eine viel andre Gotteserkenntniß hatten/ als nach dem Sündenfall. Die Aehnlichkeit mit Gott bestand aber außerdem auch noch in<der dem Menschen über die Erde verliehenen Herrschaft, nach Cap. l, 28: Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, und füllet die Erde und macht sie euch unterthan, und herrschet über Fische im Meer, und über Vögel unter dem Himmel, und über alles Thier, das auf Erden kreucht. So wie Gott Herr über alles war, so sollte der Mensch Herr über die Erde sein und als solcher das Bild Gottes sichtbar auf ihr darstellen. Zum Bilde Gottes war der Mensch erschaffen, und durch Gehorsam und Wohlverhalten gegen Gott soll« er einer immer höheren Seligkeit entgegengehen, das war Gottes Wille und des Menschen Bestimmung.

Der Aufenthaltsort der ersten Eltern wird uns als ein lieblicher Garten beschrieben, Cap. 2, 8: Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden, gegen den Morgen, und setzte den Menschen darein, den er gemacht hatte; V. 15. daß er ihn bauete und bewahrete; also nicht Unthätigkeit und blyß Genuß war das Leben im Paradiese, sondern Uebung der verliehenen Kräfte, Gebrauch seiner Anlagen, Anwendung der Zeit nach Gottes Willen war dem Menschen schon im Paradiese geboten; und dies Paradies selbst in aller seiner Lieblichkeit wird von Iesu als Bild des seligen Aufenthaltsortes gebraucht, wo die sich befinden sollen, welche durch Glauben an ihn selig werden, denn er versichert dem Schacher am Kreuze: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein, Luk. 23, 43. Was uns die Offenbarung von der Schöpfung nur eines Menschenpaares sagt, 1 Mose 1, 27. finden wir in der Apostela,. 17, 26. wiederholt: Gott hat gemacht, daß von Einem Blute aller Menschengeschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen; da folglich das ganze Menschengeschlecht Eine Familie ist, so ist hierin das Gebot von der Nächstenliebe, und die Lehre, daß jeder Mensch unser Nächster sei, begründet; und wenn 1 Mose 2, 18. die Schöpfung des Weibes aus einer Zlibbe des Nanms berichtet wird, so gründet sich hierauf die innige Verbindung der Ehegatten und die Liebe des Mannes zum Weibe, als zu sich selbst, und die ursprüngliche Unaüflöslichkeit der Ehe.

Der Mensch sollte nun auch Gelegenheit bekommen, sein Wohlverhalten gegen Gott und seine dankbare Liebe, in Gehorsam gegen seinen Schöpfer, zu beweisen, dazu diente M Prüfung, welche uns die Offenbarung berichtet. Es heißt Cap. 2, 9: Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Baume, lustig anzusehen, und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten, und den Baum des Erkennt

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