صور الصفحة
PDF
النشر الإلكتروني

III. Von den Folgen der Sünde für die ersten Menschen, l Mose 3, 7—24. Die Sünde war vollbracht und ihre traurigen Folgen stellten sich unmittelbar nachher ein; es heißt V. 7: Da wurden ihrer beider Augen aufgethan, und wurden gewahr, daß sie nackend waren, und flochten Feigenblätter zusammen, und machten ihnen Schürze. Wenn die Sünde nur noch in der inner« That des Unglaubens besteht, und die heftige Begierde und die entzündete Leidenschaft das Gemüth bewegen, ohne daß es schon zur äußern That des Ungehorsams gekommen ist, so lange ist dem Menschen allezeit sein innerlich schon vollzogener Abfall von Gott verborgen; ist aber die äußere That des Ungehorsams vollbracht, dann bleibt es ihm nicht länger verhüllt, was er sich selber bereitet, wie er von Gott sich losgerissen und die selige Gemeinschaft mit seinem Schöpfer durch seinen Eigenwillen aufgehoben hat, dann fühlt er auf schmerzliche Weise die Trennung, sein Alleinstehen, seine Nacktheit, fühlt sich von Gottverlassen; das Drückende dieses Gefühls mag das Herz nicht ertragen, es sucht seine Blöße zu dekken und sich in eitler Seblsttäuschung zu bereden, der Schade sei nicht so gr^oß. Aber vergeblich sucht es sich zu beruhigen, eine innere Stimme klagt uns eben so laut und vernehmlich an, wie die Eltern nach dem Falle Gottes Stimme vernahmen; V. 8: Und sie höreten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten ging, da der Tag kühle geworden war; und Adam versteckte sich mit seinem Weibe, vor dem Angesichte Gottes, des Herrn, unter die Bäume im Garten. Verraucht war das Feuer der Leidenschaft; des Teufels und ihren Willen hatten sie gethan, das vermeinte Gut sich angeeignet; sie fühlen die geschehene Trennung von Gott, die ruhige Besonnenheit, die ernste Ueberlegung kehren zurück — jetzt vernehmen sie Gottes Stimme; was wird unser Schöpfer sagen? der Herr, dem wir alles verdanken? dessen Willen wir verachtet, dessen Verbot wir übertreten haben? seinen Anblick können wir nicht ertragen, wir dürfen uns nicht vor ihm sehen lassen, wir haben seinen gerechten Unwillen verdient, seine Strafe muß uns treffen — sie suchen sich vor ihm zu verbergen. Scham vor einander, Furcht vor Gott, das sind die beiden nächsten unmittelbaren Folgen der Uebertretung, die uns in der Geschichte des Sündenfalls kenntlich gemacht werden, und sie finden sich noch überall und immer bei der Sünde, wenn das Herz es noch nicht zur Fertigkeit im Sündigen gebracht hat, zum Laster noch nicht fortgeschritten ist. Dieses Schamgefühl, das die Augen nicht aufzuschlagen wagt und den fremden Blick nicht ertragen kann, und diese gerechte Besorgniß, Furcht vor Gott — sind sie nicht schon höchst unselige Gefühle, gehören sie nicht schon mit zur Erfüllung jener göttlichen Drohung: Ihr werdet des Todes sterben? Mit ihrer Unschuld, mit ihrer ursprünglichen Heiligkeit und Gerechtigkeit verloren die ersten Eltern zugleich ihre Seligkeit, und waren jetzt unheilig und unselig, schmeckten schon den Tod, den die Sünde ihnen bereitet, in den sie selbst sich gestürzt, den des Teufels Neid und List ihnen zugefügt hatte; ganz entgegengesetzt war also der Erfolg der Sünde jener Verheißung, die der Verführer ihnen gegeben hatte. Vergebens suchen sich Adam und Eva der Rechenschaft vor Gott zu entziehen, es heißt weiter V. 9—11: Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten, und fürchtete mich, denn ich bin nackend, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dirs gesagt,.daß du nackend bist? Hast du nicht gegessen von dem Baume, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Hier offenbart sich nun noch mehr die verderbliche Macht der Sünde über das menschliche Herz, in sich selbst böse, kann sie nur Böses hervorbringen; wie das Samenkorn, so die von ihm erzeugte Pflanze, nicht genug, daß die Sünde den Menschen elend macht, jede sündliche That wird in ihm wiederum Keim zu neuen Vergehungen; so zeigt es sich hier; ich bin nackend, sagt Adam, darum fürchtete ich mich— und sucht durch eine Lüge das begangene Unrecht zu verhüllen; so schnell folgt auf die erste Sünde die zweite, durch Unrecht soll Unrecht verdeckt werden; allein vor Gott, dem Allwissenden, kann die Lüge nichts verbergen, und da Adam sich nicht zum Geständniß seiner Sehuld entschließen kann, weil das nur da geschieht, wo man Verzeihung zu finden hofft — so sagt es ihm Gott ins Angesicht, daß er gesündigt habe; ja die unerkannten Sünden stellt Gvtt ins Licht vor seinem Angesicht. Alle Versuche des Sünders, die Sünde abzuleugnen, aus Unrecht Recht, aus Finsterniß Licht zu machen, mißglücken, das Bewußtsein seines Fehltritts und seiner Strafwürdigkeit bleibt ihm. Adam sprach V. 12: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baume, und ich aß; V. 13: Da sprach Gott der Herr zu dem Weibe: Warum hast du das gethan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also. Zu quälend ist die Furcht vor der Strafe, zu niederbeugend das Gefühl der Schuld, als daß der Sünder, selbst wenn er den Fehltritt eingestehen muß, nicht doch versuchen sollte, wenigstens die Schuld von sich auf andre abzuwälzen, um nur nicht als strafbar zu erscheinen. Das versuchten denn beide, Adam und sein Weib; statt um Vergebung zu bitten, und bei dem Eingeständniß der Verschuldung und Scrafwürdigkeit Erlassung der Strafe nachzusuchen, sucht Adam seine Unschuld zu erweisen, indem er alle Schuld auf die vom Weibe an ihn gerichtete Versuchung schiebt; ohne Reue, sogar mit Trotz sagt er: Das Weib, das Du mir zugesellt hast, gab mir; und so wälzt er, zunächst freilich auf das Weib, eigentlich aber auf Gott, den Heiligen, die Schuld seiner Sünde zurück, und will ihn zum Urheber der Sünde da.' durch machen, daß er das Weib ihm gegeben habe. Größerer Frevel kann nicht gedacht werden, als dieser, den heiligen Gott selbst zum Urheber der Sünde zu machen, das ist die rechte Gotteslästerung; dahin ist es mit dem Menschen gekom.' men, rasch schreitet er fort auf dem Wege der Sünde, immer trotziger wird sein Herz, und immer verschloßner, und immer frecher. Eben so will auch das Weib unschuldig sein, und mißt alle Schuld der Schlange bei. Es folgt jetzt zunächst die Ankündigung der Strafe für den Verführer, und da er unter dem Bilde der Schlange vorgestellt war, so ist dem gemäß auch der Fluch über ihn ausgesprochen in den Worten V. 14: Gott der Herr sprach zu der Schlange: Weil du solches gethan hast, seist du verflucht vor allem Vieh, und vor allen Thieren auf dem Felde; auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Lebelang. Dann findet sich V. 15, die Verheißung der zukünftigen Gnade an die Menschen, von der weiter unten "ausführlich die Rede sein wird, und hierauf V. 16. ff. die weitere Ankündigung der göttlichen Strafe für die begangene Sünde. War Schamgefühl und Furcht vor Gott die nächste traurige

[ocr errors]

Folge der Sünde gewesen, so lernen wir nun die entfernteren Folgen derselben kennen, welche sich über das ganze Leben der ersten Eltern ausbreiten. Ungeachtet der Entschuldigung, auf welche der Herr gar keine Rücksicht nimmt, heißt es zum Weibe V. 16: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger bist, du sollt mit Schmerzen Kinder gebähren, und dein Wille soll deinem Manne unterworfen sein, und er soll dein Herr sein; und zu Adam sprach der Herr V. 17: Dieweil du hast gehorchet der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baume, davon ich dir gebot, und sprach, du sollst nicht davon essen: Verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren, dein Lebelang: V. 18. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen; V. 2N. Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zur Erde werdest, davon du genommen bist, denn du bist Erde und sollst zur Erde werden. — Allerlei Schmerzen und Krankheiten, Kampf mit der feindseligen Natur, die saure Mühe der anstrengenden Arbeit, endlich die ganzliche Auflösung des irdischen Lebens durch den Tod, das wird in diesen Worten als göttliches Strafgericht über die Sünde bezeichnet. Und damit der Mensch nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens, und esse und lebe ewiglich, — so ließ ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, daß er das Feld bauete, davon er genommen ist; und trieb Adam aus, und lagerte vor den Garten Eden den Cherubim mit einem bloßen hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zum Baume des Lebens, V. 22—24; so ist Austreibung aus dem Paradiese ebenfalls eine Folge des Sündensalls. Noch jetzt findet es sich so bei der Sünde und im Bewußtsein des Sünders, er kann nicht anders, er muß alles Schmerzliche, Traurige, Unglückliche, was ihm begegnet, mit der von ihm begangenen Sünde in Verbindung bringen, in dieser sieht er den Grund jener Folgen, in seinen Leiden eine Wirkung seiner Sünde dadurch werden ihm solche traurige Begebenheiten zu einer Straft; sie sind es auch wirklich für das schuldbewußte Herz, aber sind wir durch den Glauben an Christum der Erlösung theilhaftig geworden, so sehen wir dann in eben denselben Leiden und Uebeln eine heilsame Zucht des himmlischen Vaters zu unserm Besten. Rückkehr in jenen Ursprung/

lichen Zustand war bei der vorhandenen Gemüthsverfassung der Menschen durchaus unmöglich, ein Cherub wehrte den Eingang in das verlorne Paradies, aber durch die von Christo uns erworbene Erlösung können wir der himmlischen Seligkeit und der seligen Gemeinschaft mit Gott wieder theilhaftig werden, so wir anders Christo durch den Glauben angehören und erneuert werden zu rechtschaffner Gerechtigkeit und Heiligkeit. Ihr werdet des Todes sterben, hatte Gott gesagt, in ein unübersehbares Elend werdet ihr euch stürzen, und das war geschehen; Scham, Furcht, Leiden, Kampf mit der Natur, endlich auch der leibliche Tod, das ist zusammengenommen der Tod, dessen die Menschen starben, daher sagt Paulus Röm. 6, 23: Der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Iesu unserm Herrn; und Cap. 5, 12. bezeichnet er ebenfalls den Tod als Folge der Sünde, indem es heißt: Der Tod ist durch die Sünde in die Welt gekommen, und ist zu allen Menschen hindurchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben. Die Sünde selbst, als Abfall von Gott, dem Urquell alles Lebens und aller Seligkeit, ist ein Tod, ist der geistliche Tod, und sündigen heißt daher so viel wie geistlich sterben; alle ihre Folgen zusammengenommen, den leiblichen oder natürlichen Tod mit eingeschlossen, heißen in der heil. Schrift ebenfalls Tod. Es ist durchgängige Lehre der heil. Schrift, daß der Mensch in seinem ursprünglichen Zustande dem natürlichen Tode nicht unterworfen war, und am Beispiele Henochs, den Gott hinwegnahm 1 Mose 5, 24; am Beispiele des Elias, der gen Himmel fuhr, so wie aus dem, was der Apostel Paulus 1 Kor. 15, 51. von denen sagt, welche die Wiederkunft Christi erleben werden, läßt sich ahnen, daß Gott ohne Sündenfall die Menschen aus diesem zeitlichen Leben auf andere Weise als durch den leiblichen Tod in das ewige Leben würde versetzt haben. Wir können uns dies, was die Offenbarung sagt, als möglich denken, es streitet weder mit der göttlichen Allmacht, noch ist es unster menschlichen Natur zuwider, und eben deshalb müssen wir desto eher die Belehrung gläubig annehmen, daß der natürliche Tod erst Folge der Sünde und der Zerrüttung war, die durch sie in die menschliche Natur nach Leib und Seele eindrang. So sehen wir denn in der geschichtlichen Darstellung, welche uns die heil. Schrift von der That

« السابقةمتابعة »