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gen und Belehrungen über diese Begebenheit 1 Thess. 5,1—7. Phil. 3, 2N. Cap. 4, 5;'und die Offenbarung Iohannis und somit die ganze Bibel schließt mit dieser Verheißung des Herrn und mit dem Gebete des gläubigen Herzens um seine Wiederkunft Cap. 2N.

2. Von der Auferstehung der Todten.

Die Auferstehung der Todten oder auch die Auferstehung des Fleisches ist eine Wirkung der Allmacht des Erlösers und Richters aller Welt, die er am Ende der Tage bei seiner Wiederkunft offenbaren wird. Ehe jedoch diese Begebenheit selbst naher erwogen wird, ist es nöthig vom Tode und dem Zustande 3er Gestorbenen zu handeln, insoweit als uns die Offenbarung darüber Licht gibt, denn alle Gedanken, die nicht aus dieser Queue entlehnt werden, wie sehr sie sich auch der Einbildungskraft empfehlen und wie wahrscheinlich sie sich auch mogen machen lassen, sind viel zu unsicher, als daß sie unserm Herzen einen gewissen Trost gewahren und einen kräftigen Einfluß auf unsre Heiligung haben könnten; man darf auch hier nur dem göttlichen Worte allein folgen, welches Wahrheit und zuverlässige Aufschlüsse gibt.

Den leiblichen Tod, — daß Seele und Leib sich trennen, daß der Geist die Hülle des Körpers verläßt, welche er bisher bewohnt hat, das Kleid ablegt, welches ihn bisher umgab, das Werkzeug nicht ferner behält, mit dem er auf eine so innige, wunderbare und geheimnißvolle Weise verbunden war, die die menschliche Vernunft noch nicht hat ergründen können, — den Tod lehrt die h. Schrift als Strafe und Folge der Sünde ansehen, und wer diesen Schritt aus der Zeit in die Ewigkeit mit der ewigen Wahrheit von einem gerechten und unausweichlichen Gerichte, wo jedem nach seinen Werken gegeben werhen soll, in Verbindung denkt, und sich durch die Pforte des Todes einem heiligen Richter entgegeneilen sieht, der muß, wenn er anders nicht ganz verblendet ist, sondern in den Bestrafungen seines bösen Gewissens und in der Selbstverdammniß, die dasselbe, an Gottes Statt, über jeden Sünder ausspricht, seine vielen und schweren Verschuldungen erkennt, vor dem Tode erschrecken und ihn als etwas Furchtbares ansehen, als den Beginn der wohlverdienten Strafe. Nur ein ungemeßner Leichtsinn, oder die Verblendung der Selbstgerechtigkeit, daß man sich vor Gottes Augen rein und unschuldig wähnt, ja sich wohl gar einbildet, Verdienste vor Gott zu haben und Ansprüche auf Belohnung an ihn machen zu können, oder der Unglaube, der die Lehre von der Fortdauer nach dem Tode leugnet — obwol der Gedanke an Vernichtung dem natürlu chen Gefühl des Menschen zuwider ist und erst durch spitzfim dige Klügeleien und falsche Selbstverleugnung überwunden werden muß, nur eine solche Seelenverfassung kann'dem menschlichen Auge die Schrecknisse des Todes verbergen. Diese Schrecken des Todes werden aber durch die Kraft der Erlösung vom Glauben überwunden und dem Gläubigen bleibt der Tod nicht m.ehr, was er dem Ungläubigen ist; er sieht ihn nicht mehr als Strafe an, und wenn er auch weiß, daß ihn der Tod trifft, weil er ein Sünder ist, so fühlt er sich doch durch die von Christo zu Stande gebrachte Erlösung, welche er sich im Glauben angeeignet hat, mit Gott versöhnt; und weil er durch den Glauben der Vergebung seiner Sünden, seiner Gerechtigkeit vor Gott und des ewigen Lebens gewiß ist, so sieht er in dem Richter aller Welt, in dem Herrn Iesu, seinen Freund, Mittler, Fürsprecher, Versöhner, und fürchtet den Tod nicht, der ihn nur einer weit seligeren Gemeinschaft mit Iesu entgegenfahrt, ihn den zeitlichen Leiden und Trübsalen entrückt, und ihm zum Vollgenuß der im Glauben gehoffcen Seligkeit verhilft, Ioh. 5, 24. Noch im zeitlichen Leben ist er schon, vermittelst seiner Glaubensgemeinschaft mit dem Erlöser, zu dem wahren Leben hindurchgedrungen, und der Tod hat seine Schrecknisse für ihn verloren, denn er kommt nicht in das Gericht, er fürchtet keine Verdammniß, er weiß, der Heiland kann die Seinen nicht lassen, nichts kann sie ihm aus seiner Hand reißen, er gibt, als der gute und getreue Hirt, seinen Schafen das ewige Leben. Dem Gläubigen erscheint der Tod nicht mehr als der König der Schrecken, er beurtheilt ihn vielmehr nach dem Worte Iesu, das er zur Martha sprach Ioh. 1!, 25. 26; der Glaube an den Erlöser macht es, daß man den Tod gar nicht als eine Unterbrechung des Lebens ansieht, sondern vielmehr nur als eine höchst segensreiche Weiterentwicklung desselben, und wer im Glauben steht, weiß, daß in alle Ewigkeit hinaus ihm kein Tod bevorsteht und daß der leibliche Tod nur eine mit der jetzigen Beschaffenheit unsrer sündlichen Natur verknüpfte Begebenheit ist, um uns in das himmlische Wesen zu versetzen. Voll dieses Glaubens ruft Stephanus: Herr Iesu, nimm meinen Geist auf! wünscht Paulus abzuscheiden Phil. 1, 21. 23; und wie derselbe im Glauben an die Liebe seines Gottes in Christo Iesu den Tod besiegt hat, sieht man ai.s seinen Worten Rom. 8, 35. 37—39.

Fragen wir nach dem Zustande derer, die das zeitliche Leben verlassen haben, so gibt uns die h. Schrift auch darüber einige Aufschlüsse. Zuvörderst läßt sich nicht annehmen, daß die Verstorbenen in einem Zustande der Bewußtlosigkeit sind, dagegen spricht die Versicherung, welche Iesus dem Schacher am Kreuz gibt: Heute wirst du mit mir im Paradiese seun; mit welchem Worte er ihm die Zusage eines seligen, also mit Bewußtsein verknüpften Zustandes gibt, denn ohne Selbstbewußtsein ist Gefühl der Seligkeit nicht denkbar. Und wenn er erklärt, daß im Himmel, also bei den seligen Bewohnern desselben, Freude sei.über einen Sünder, der sich auf Erden von seinen Sünden bekehrt, so setzt dies nicht nur Bewußtsein voraus, sondern auch sogar eine Theilnahme der seligen Geisterwelt an den für das Reich Gottes wichtigen Ereignissen auf Erden. Eben solche Theilnahme lehrt uns die Geschichte der Verklärung Iesu, wo Moses und Elias mit Iesu von dem Ausgange reden, den er zu Ierusalem erfüllen sollte; und das Gleichniß vom armen Lazarus (Luk. 16.) bestätigt dies ebenfalls. Ferner lernen wir aus jener dem Schächer gegebenen Zusicherung und aus diesem Gleichniß, daß gleich nach dem Tode die Verstorbenen, nach der verschiedenen Seelenverfassung, in der sie sich befinden, an verschiedene Aufenthaltsorter kommen, die ihrem Herzenszustande angemessen sind, so daß diese Trennung der Gerechten und der Gottlosen schon ein Gericht ist, eine Aerndte, in der Unkraut und Waizen von einander getrennt werden, die hier auf Erden gemischt unter einander waren. Weiter sehen wir auch das, besonders aus dem Gleichnisse Luk. 16, 19—31, daß der Herzenszustand des Menschen durch den Tod gar keine Veränderung erleidet; er behält in seinem Gedächtnisse das Andenken an seinen früheren Zustand, an sein Leben auf Erden, an sein Verhalten; die Lüste, Begierden und Leidenschaften wohnen auch jenseits im Herzen des unbußfertigen Sünders und quälen ihn um so mehr, als keine Befriedigung für sie vorhanden ist. Nur was der Mensch hier geworden ist und erlangt hat, ist und besitzt er jenseits, daher ist es so wichtig für Zeit und Ewigkeit, daß rechtschaffene Buße, wahrer Glaube und ungefärbte Liebe durch das Wort Gottes und die Wirkungen seines Geistes hier schon in uns erzeugt werden, und daß wir uns der Gnade, die dies in uns wirken will, kindlich hingeben. Denn da wir durchaus kein« bestimmte Zusicherung darüber haben, daß das hier Versäumte, das Werk der Buße, jenseits nachgeholt werden könne, so sind deswegen die Ermahnungen zum rechten Gebrauch der Gnadenzeit so ernstlich und dringend im göttlichen Worte; hat aber die Gnade Gottes ihr Wort hier schon an einem Herzen beginnen können, so gibt uns die h. Schrift die köstliche Zusage und die erhebende Hoffnung, daß das in uns angefangene Gute jenseits weiter werde vollendet werden, Philipper 1, 6.

Wenn unter der Auferstehung nach der Schrift nichts anderes zu verstehen ist, als die Wiedervereinigung der Seele mit einem Leibe, wie denn die Richtigkeit dieser Begriffs-Bestimmung durch die Beispiele erwiesen wird, welche uns die h. Schrift von Todtenerweckungen anführt, indem die Seele der Tochter des Iairus, des Iünglings von Nain und des Lazarus in den entseelten Leichnam wieder zurückkehrte, und wie das auch bei dem Heilande selbst der Fall war: so ist die Auferstehung des Fleisches etwas ganz anderes als die Unsterblichkeit der Seele oder die Fortdauer derselben nach dem Tode. Und wenn es eine Zeit gegeben hat, in welcher .«an die Lehre von der Auferstehung des Fleisches ganz aufgegeben zu haben schien, und nur die Wahrheit von der Unsterblichkeit fest hielt, so ist das «in trauriges Zeugniß des Unglaubens an den Inhalt des göttlichen Worts, das in Geschichte und Lehre, die Hoffnung der zukünftigen Auferstehung so außer allen Zweifel jetzt. Die Unsterblichkeit der Seele, welche die menschliche Vernunft mit so vielen Gründen zu erweisen versucht hat, indem sie aus so vielen Aehnlichkeiten in der Natur, aus den göttlichen Eigenschaften der Weisheit, Gute und Gerechtigkeit, und ferner aus dem Wesen der Seele, als einem unzerstörbaren, diese Hoffnung zu begründen bemüht gewesen ist. diese Fortdauer der Seele wird in der h. Schrift nirgends bewiesen, ja nicht einmal ausdrücklich gelehrt, sondern vielmehr als die Grundlage aller Religion, alles Glaubens an Gott vorausgesetzt, und die übrigen Lehren der Offenbarung sind von solcher Beschaffenheit, daß sie ohne Unsterblichkeit der Seele gar keinen Sinn noch einige Bedeutung hätten. Ohne Unsterblichkeit der Seele fiele das ganze Erlösungswerk dahin; die Lehre vom zukünftigen Gericht, das über alle Menschen gehalten werden soll, von der gerechten Vergeltung, daß mit jedem nach seinen Werken gehandelt werden soll, ist ganz bedeutungslos ohne diesen Glauben; wenn daher, wie gar nicht geleugnet werden kann, weil es auf eine zu deutliche und bestimmte Weise geschieht, in der Offenbarung die Auserstehung des Fleisches gelehrt wird: so bedarf es der künstlichen und dennoch nicht ausreichenden weitschweifigen Beweisführung für die Unsterblichkeit der Seele nicht, sondern es genügt, darauf hinzuweisen, daß die wahrhaftigen und glaubwürdigen Zeugmsse Iesu und seiner Apostel eine zukünftige Auferstehung verkünden, woraus sich als eine nothwendige Voraussetzung die Wahrheit ergibt, die Seele müsse auch nach dem Tode noch fortleben, weil ja sonst die Wiedervereinigung derselben mit einem neuen Leibe unmöglich, und diese Lehre selbst ohne allen Sinn wäre. Die Auferstehung der Tobten ist der Schrift zufolge die Wiederherstellung des ganzen Menschen; denn wenn wir uns unter dem,Menschen ein solches Wesen denken müssen, dessen vernünftiger zum Bilde Gottes erschaffner Geist mit einem Körper, als dem Werkzeug dieses Geistes begabt ist, so erleidet der Mensch durch den Tod offenbar einen Verlust, der ihm in der Auferstehung durch den neuen ihm gegebenen Leib wiederersetzt wird; und da der Tod selbst Folge der Sünde ist, so wird durch die Auserstehung die letzte traurige Folge der Sünde, daß der Mensch sterben mußte, aufgehoben, und so ist sie die völlige Vernichtung des Todes.

Die Gewißheit der Auferstehung stützt sich theils auf die ausdrücklichen und bestimmtesten Erklärungen Iesu und seiner Apostel, theils auf die Thatsache der Auserstehung des Herrn, von der allgemeinen Auferweckung der Tudten redet Iesus Ioh. 5, 28. 29. Wenn auch die vorangehenden Worte von der Erweckung des neuen geistigen Lebens in denen, die an

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