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kehrten Bestrebungen, die dem Auge sich darbieten, das mit Sicherheit erkannt werden, was dem Menschen wahres Glück gewährt, ihn zum Genusse dieses Glücks hinführt? Aas Christenthum kündigt M als eine göttliche Anstalt an, die den Zweck habe, den Menschen selig zu machen. Mit der Seele, mit unserm unsterblichen Geiste hat es die Religion Iesu Christi zu thun, dem will sie volle Befriedigung seiner Sehnsucht geben, eine Seligkeit, die in nichts Irdischem besteht, von nichts Zeitlichem uns geschenkt wird und auf die engen Gränzen des kurzen Erdenlebens nicht beschrankt sein soll. So wie unsere Seele selbst, ihrer Natur nach, göttlichen Geschlechtes ist (Apostg. 17, 28, 29.), so kann auch allein das Göttliche und Ewige sie befriedigen, denn was hülse es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und doch Schaden nähme an seiner Seele? Gemeinschaft mit Gott, Vereinigung mit ihm, darin besteht das wahre Glück, die Seligkeit; das ist das ewige Leben, daß wir Gott und den er gesandt hat, Iesum Christum, erkennen, Ioh. 17, 3. Das Christenthum, als Lehre, und die von Iesu Christo gegründete Kirche ist, nach seiner Erklärung, diejenige göttliche Anstalt, in welcher das ganze menschliche Geschlecht und jeder Einzelne insonderheit zum Genusse einer unvergänglichen Seligkeit hingeführt werden soll, und wer^daher jenes unauslöschliche Verlangen nach Wohlergehen im höchsten Maße befriedigt zu sehen wünscht, der darf sich nur den Einflüssen Iesu hingeben, ihm sich anvertrauen, die im Christenthum vorhandene Heilsanstalt benutzen, und er wird einen Frieden finden, der höher als alle Vernunft ist, er wird alle Bedürfnisse seines sehnenden Geistes befriedigt sehen, er wird als denkendes, fühlendes und wollendes Wesen in dieser göttlichen Anstalt alles empfangen, was ihn seiner Bestimmung entgegen führen und ihn zu einem recht seligen Geschöpfe machen kann; denn das Christenthum ist eine Anstalt der erziehenden Gnade Gottes zur Seligkeit des Menschen. 'Aber das Christenthum ist erst vorhanden, seitdem Iesus Christus auf Erden lebte, lehrte, litt und starb; hat Gott die früheren Geschlechter der Menschen vernachläßigt, nichts für ihr Heil, zu ihrer Beseligung nichts gethan, hat er seine erziehende Gnade da erst zu äußern begonnen, als er seinen lieben Sohn sandte, um alle, die an ihn glauben würden, selig zu machen? So ist es nicht; er hat die Heilsanstalt in Christo durch eine andere vorbereitet; das Iudenthum war diese vorbereitende Anstalt; und ehe noch die jüdische Kirche gestiftet wurde, hat er sich je und je dem menschlichen Geschlechte oft fenbart, d. h. er hat sich selbst in seiner göttlichen Liebe herabgelassen, das Heil der Menschen zu besorgen, Hebr. 1, 1. 2.: Nachdem Gott vor Zeiten manchmal und mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu "uns geredet durch den Sohn. In seiner Offenbarung an die Menschen hat Gott sich selbst, sein Dasein, sein Wesen, seinen Willen und seine Absichten den Menschen bekannt gemacht, und zwar so, daß denen, welchen er unmittelbar sich offenbarte, kein Zweifel übrig blieb, daß Er Selbst es sei, der zu ihnen rede, und daß sie Seine Aufschlüsse, Verheißungen und Seinen Willen vernahmen. Ueber die Art und Weise solcher Offenbarung/ des höchsten Wesens, des Unendlichen an beschrankte, endliche Menschen, bleibt uns vieles dunkel und unbegreiflich, was uns aber nicht auffall» darf, da alles, was Sache der Erfahrung ist, auch auf dem Gebiete der sinnlichen Welt erfahren werden muß, wenn es nach allen Seiten hin deutlich von uns erkannt werden soll. In noch weit höherem Grade gilt dies von Gegenständen der übersinnlichen Welt; auf Erfahrung kommt es an, wenn das, was auf ihrem Gebiete liegt, dem Verstande nur einigermaßen im Begriffe deutlich werden soll; ohne solche geistliche Erfahrung wird der Hergang der Sache und der Zustand eines solchen^ dem eine Offenbarung von Seiten Gottes zu Theil wird, stets für den Mch dem Wie fragenden Verstande räthselhaft und unbegreiflich bleiben. Das Unbegreifliche und Unerklärliche in der Art und Weise, wie Gott sich offenbaret hat, ist aber kein hinreichender Grund, die Thatsache der Offenbarung selbst zu, leugnen; es würde dies wenigstens eben so thöricht sein, als wenn der Einzelne Erfahrungen oder sinnliche Wahrnehmungen, oder Körperschmerzen andrer darum ableugnen wollte, weil ihm selbst dergleichen ganz fremde geblieben ist. Mit der höchsten Anmaßung würde, wer so urtheilte, seine wirkliche Erfahrung zum Maßstabe aller nur irgend möglichen Erfahrung machen; und doch gründen sich die meisten Zweifel an der Thatsache göttlicher Offenbarung darauf, daß man das Verfahren des sich oft fenbarenden Gottes nicht ergründen kann; und statt sich hier zu bescheiden, leugnet man lieber die Offenbarung ganz und gar ab. Eine besondere Offenbarung Gottes an die Menschen anzunehmen, durch welche ihnen Wahrheiten enthüllt werden, die ihre sich selbst überlaßne Vernunft niemals gefunden hätte, hat gar nichts wider sich; und wenn etwas als Offenbarung Gottes angekündigt wird, so ist, mit gänzlicher Beseitigung der Frage nach dem Wie, nur darauf zu achten, ob der Inhalt der Offenbarung, das Geoffenbarte, Gottes würdig und den Bedürfnissen der menschlichen Natur angemessen ist. Im Allgemeinen widerspricht der Begriff der Offenbarung der menschlichen Vernunft durchaus nicht; sie kann sich dieselbe alF möglich denken, denn wenn ein Mensch auf den andern vermittelst der Rede einwirken und ihm Kenntnisse oder Vorstellungen mittheilen kann, so ist es gewiß dem Geiste Gottes in noch weit höherem Grade und auf mannigfachere Weise möglich, auf den menschlichen Geist, den er geschaffen hat, einzuwirken^ d. h. sich ihm zu offenbaren, und so das Gebiet des menschlichen Erkennens zu erweitern und zu berichtigen. Die Vernunft muß noch weiter gehen, und sich eine Offenbarung Gottes sogar als nothwendig denken, wenn sie die Schranken, die Unsicherheit und die Unyollständigkeit alles ihres Erkennens inne geworden ist, vornämlich in Beziehung auf Gegenstände der übersinnlichen Welt; und wenn sie Vorstellungen von Gott, als dem liebevollsten Wesen, als dem Vater des Menschengeschlechts, gefaßt hat, so wird ihr eine Offenbarung des Vaters an seine Kinder, um sie zu erziehen und desto sichrer ihrer Seligkeit entgegen zu führen, überdies noch höchst wahrscheinlich werden. Nun finden sich Offenbarungen Gottes, die Bibel kündigt sich als das Buch an, worin sie verzeichnet stehen; die Vernunft hat jetzt kein anderes Geschäft, «ls zu sehen, ob diese Offenbarungen dem Begriffe des höchsten und vollkommensten Wesens, das die höchste Weisheit, Güte und Heiligkeit in sich vereint, und zugleich den Bedürfnissen des eignen Herzens entsprechen. Und wenn wir, wie es in Wahrheit nicht anders möglich ist, an den Offenbarungen Gottes in der heiligen Schrift die höchste Gotteswürdigkeit und die vollkommenste Zweckmäßigkeit für das Herz und alle wichtige Bedürfnisse des Menschen finden, so dürfen wir

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nicht anstehen, auch das mit Demuth und Selbstverleugnung anzunehmen, was uns als höchst wunderbar erscheint und weit ü>er die Erfahrung hinausgeht. Zu solcher demüthigen Annahme der ganzen Offenbarung, auch des Theils derselben, der auf Gottes Zeugniß hin geglaubt werden muß, sind wir um so mehr verpfiichter, als wir den ganzen Plan Gottes mit un serm Geschlechte geschichtlich noch nicht völlig vor uns entwikkelt sehen, und wir abermals einer ungebührlichen Anmaßung uns schuldig machen würden, wenn wir Einzelnes wegen um seres beschränkten Erkenntnißvermögens verwerfen wollten, da gerade die Offenbarung Gottes auch eine Uebung unseres Glaubens sein soll, und wir überdies bedenken müssen: Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge, da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war, 1 Kor. 13, 11. Erweitert sich unsere Erkenntniß im Sinnlichen wie im Uebersinnlichen schon während dieses Lebens in immerwährendem Fortschreiten, wie sollte es Gottes unwürdig sein, in seiner Offenbarung Zukünftiges zu enthüllen, das für jetzt Gegenstand des Glaubens, einst des Schauens und der Erfahrung sein wird»' Alle Offenbarungen Gottes, die zu haben und zu kennen für unsre Seligkeit nothwendig ist, finden sich in der Sammlung der heiligen Schriften der Iuden und Christen, d. h. in den Büchern des A. und N. Testaments, und es ist diese Religionsurkunde der Bibel nicht nur die älteste, sondern auch seit den beiden letzten Iahrtausenden die der gebildetsten Völker der Erde. Man darf es nicht übersehen, daß die einsichtsvollsten, kenntnißreichsten, scharfsinnigsten und sittlichsten Männer aller Iahrhunderte, nach der sorgfältigsten oft wiederholten und gewissenhaftesten Prüfung, diese Schriften aus eigner, freier Ueberzeugung für göttlich gehalten, die Gotteswürdigkeit der in ihnen enthaltnen Offenbarung bekannt, und die Zweckmäßigkeit derselben für das menschliche Herz aus Erfahrung bezeugt haben. Es kann zwar die göttliche Offenbarung aller äußern Beweise entbehren, da ihr Inhalt ihren göttlichen Ursprung und ihre göttliche Natur hinlänglich darthut, und sie somit das Siegel der Wahrheit in sich selbst trägt, indem alle Schrift, von Gott eingegeben, nütze ist zur Lehre, zur Strafe, zur Bes, serung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch

Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt, 2 Tim. 3, 16. 17; allein es gibt viele durchaus nicht zu verwerfende Beweisgründe, die für die Aechtheit und Glaubwürdigkeit jener schriftlichen Urkunden sprechen, und so kann allen Zweifeln und Bedenklichkeiten gegen dieselben sehr wohl begegnet werden. Wer aufrichtig zu Werke geht, unpartheiisch prüft, nicht muthwillig im Unglauben verharren will, sondern gern die Aechtheit und Glaubwürdigkeit der Religionsurkunden des A. und N. Testaments erwiesen sähe — für den liegen die tiefsinnigsten Forschungen und die kraftigsten Beweisgründe vor, durch die er zu solcher Ueberzeugung gelangen und in derselben mehr, und mehr befestigt werden kann. Es ist nämlich durch die redlichsten Untersuchungen eben so gelehrter wie frommer Männer dargetthan worden, daß diese Schriften nichts enthalten, warum sie nicht aus jener Zeit und von jenen Verfassern sollten herrühren können, denen sie beigelegt werden; daß aber ihr Dasein ganz unerklärlich wäre, wenn sie nicht diesen Ursprung hätten. Vornamlich beweist das Zeugniß Iesu und seiner Apostel, die sich so oft auf die Schriften des A. Testaments berufen, daß die Iuden der damaligen Zeit diese Schriften gehabt und als göttlich anerkannt haben. Es gründet sich daher der Glaube an die Aechtheit der alttest. Schriften vorzugsweise auf das N. T., so wie auch auf noch ältere Ubersetzungen derselben in andere, namentlich in die griechische Sprache; die Aechtheit aber der mutest. Schriften stützt sich theils auf das Unerfindbare derselben, theils darauf, daß die Verfasser Augenzeugen der von ihnen berichteten Begebenheiten waren, also die Wahrheit sagen konnten; und daß sie sie auch wirklich gesagt haben, dafür bürgt die Sittlichkeit ihrer Gesinnung, die Aufrichtigkeit, mit der sie auch von ihren Fehlern reden, und die Sache selbst, welche sie bezeugen, die ihnen nicht irgend einen Vortheil, sondern nur Haß und Verfolgung von Seiten der Welt zuzog; dies wußten sie vorher, und doch haben sie der Wahrheit Zeugniß gegeben und für dieselbe Leiden, Trübsale und Entbehrung geduldet. Durch solche Gründe, das Ergebniß vereinter Forschungen aller Iahrhunderte der christlichen Zeit, kann der scharfsinnigste Denker, wenn er anders will, von der Aechtheit und Glaubwürdigkeit der Bibel eine vollständige und feste Ueberzeugung erlangen; da aber all«

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