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eine orthographische Änderung, den Hiatus zu beseitigen ;1 an andern ist die Überlieferung schwankend oder unsicher. 2

Die Elision findet meistens von der Hebung zur Senkung statt (ich hære iu, enháte ich), häufig aber auch umgekehrt (swîge ich, singe áber); nur in der letzten Senkung eines stumpfreimenden Verses wird sie gemieden; bei Walther findet sich nur das eine Beispiel sung ich 110, 33.3 – Versschlüsse wie als ê, dann ich, und alt gehören nicht hierher, da die Wörter alse, danne, unde Apokope erfahren haben.

Eine Elision erfährt auch das Pronomen si; im Reim braucht Walther überall die Form sie, 4 im Zusammenhang der Rede wird der Vokal geschwächt, er erleidet sogar Apokope (s. S. 40), und häufig Elision. Einigemal findet diese auch bei statt: dazt an fröiden 91,31. dast allent). alben 71, 12. swazt uns hâst 67,18. hâst uns 21, 16. sítd Atzen 82, 23. In allen diesen Beispielen lehnt sich du an eine Dentalis, aber auch 55, 30 ob du iht tügest wird hierher zu ziehen sein, wenn anders die Lesart von C richtig ist;5 vielleicht auch 24, 25 du in der krippen lægest, wo man auch an du en denken könnte.

2. Apokope und Synkope. Wie weit Walther in seinem Vortrage die Unterdrückung unbetonter Silben zuliefs, darüber geben die Handschriften keine zuverlässige Aus

1) So lesen Pfeiffer - Bartsch abweichend von Lachmanns Text 17, 30 wan êrest in der niuwe. 25, 21 wan der hohest ist geswachet. 80,15 geheize minner . unde grüeze. 57, 33 daz ich wol wist al ir tougen. 119, 10 wird der Hiatus durch richtige Scansion des überlieferten Verses beseitigt.

2) 4, 18 bieten die Hss. kl, 30, 15 B, 63, 37 a, 75, 37 C Lesarten ohne Hiatus. — 32, 36 ist verderbt. 44, 19 kann man, wenn man eine Verderbnis nicht annehmen will, ohne Auftakt lesen. 114, 4 beruht der Hiatus auf der Überlieferung in CE; Wackernagels auf der Hs. F beruhender Text vermeidet ibn. – Über spilte ich 120, 13. tagete ez 75, 24 s. S. 25. :

3) Solche Versschlüsse sind zwar auch bei guten Dichtern nicht unerhört, wie minn ich, sorg ich Iwein 7437, rât ich Freidank 118, 10, lid ich Reinmar MS. 1, 65, ruoch ich Reinmar 82 b (Diutisca 1, 94), suoch ich in einer bei S. 47, 16 angeführten Strophe: aber Walther hat in den sicherer echten Liedern nichts Ähnliches. Lchm. zu 110, 33; vgl. zum Iwein 4098. Das Auffallende und der Grund, warum solche Versschlüsse gemieden werden, liegt nicht sowohl in der Elision, als darin, dass die letzte Senkung mit dem Verbum belastet wird.

4) Für den Acc. Sing. und Nom. Acc. Plur. Masc. Fem. - Der Nom. Sing. und Nom. Acc. Plur. Neutr. kommt im Reim nicht vor. Wackern. XXXIV. Hornig S. 423.

5) A hat noch statt iht, in EF fehlt das Wort,

kunft, und auch die Schlüsse aus dem Versbau sind in manchen Punkten unsicher oder unzureichend. Wir behandeln zunächst die Unterdrückung eines e in den eigentlichen Endsilben, dann die Synkope des Vokales in Ableitungssilben, an die eine neue Endung treten kann. In der ersten Abteilung sind die kurzsilbigen Stämme von den langsilbigen, und die einfachen von den abgeleiteten Wörtern geschieden.

a. Unterdrückung eines unbetonten e nach kurzer Stammsilbe. Dieselbe ist unbedingt da anzunehmen, wo ein Wort, dem ursprünglich eine Endung mit unbetontem Vokale zukommt, auf ein anderes reimt, dem solche Endung fehlt; jedoch sind solche Belege nicht zahlreich. Auch der innere Versbau versagt ergiebige Auskunft; denn wenn, wie es meistens geschieht, die betonte Silbe des Wortes den Ictus trägt, so gestattet das Metrum, dass eine dritte Silbe folgt, auch wenn die zweite unversehrt erhalten ist. Aus einem Ful's wie lobet der kann man nicht sehen, ob beim Vortrage das e in lobet unterdrückt wurde oder nicht. Nur für Formen, die der Dichter in der Senkung braucht, und für solche, denen er regelmässig, wenn sie in der Hebung stehen, eine dritte Silbe als Senkung folgen lässt, darf man schliessen, dass sie einsilbig gebraucht wurden. Am leichtesten verschwindet der Vokal hinter den Liquiden und Nasalen.

a. Apokope ist für das Verbum belegt durch den Reim dole : sol 62,6. 121, 18. Dieselbe Verkürzung ist bei allen kurzen Stämmen auf Liquida oder Nasal vorauszusetzen; die Formen sül, var, schar, bewar, swer, ger, spür; mane; nime, schame füllen auch im innern Verse nie einen ganzen Takt; ausgenommen sule wir 75,16 und vielleicht gere 71,16. schame steht einmal 67, 11 in der Senkung, aber freilich im Auftakt. – Wie weit die übrigen kurzsilbigen Stämme im Zusammenhang der Rede einer Apokope unterlagen, lehrt der Versbau nicht. Gewöhnlich folgt dem unbetonten e noch eine dritte unbetonte Silbe (so bei habe, gebe, vergebe, lebe , lobe, gelobe; schade; klage, sage; sehe, geschehe, spehe, sihe), hin und wieder aber braucht der Dichter diese Formen auch zweisilbig: habe 79, 21. lobe 64, 18; gelige 89, 3. müge 80, 17. sage 71,17; sihe 99, 23. - ich tete ist zweisilbig gebraucht 66, 11, er tet stets einsilbig: 9, 19. 58, 28. 114, 23. (17, 18. 105, 26 ?).2 ich, er hete begegnet nur vor vokalischem Anlaut, vor dem das zweite e elidiert wird.

1) Wir wollen mit diesem allgemeinen Ausdruck nicht ein völliges Verstummen des Lautes bezeichnen, sondern nur die Minderung seines metrischen Wertes, deren höchster Grad allerdings das Verstummen ist.

2) Vgl. Grimm, Über Frid. S. 377.

49, 11. schame -einsilbist40, 24. seara)

Ähnliche Erscheinungen zeigen die Nominalstämme. Die, welche auf Liquida oder Nasal ausgehen, füllen nie den ganzen

Takt; und ihnen schliessen sich, vielleicht nur zufällig, die auf b an. Also die Wörter war 24, 8. sper (Dat.) 125, 8. tür 62,5; frum 23, 20. name 3, 21. 49, 11. schame 81, 12. 91, 8. 102, 27 sind stets – der bequeme Ausdruck sei gestattet -- einsilbig gebraucht; ebenso grabe 15, 28. habe 20, 11. lobe 28, 30. 49, 13. 35, 27. 40, 24. 100, 8. Durch den Reim sind belegt al : val (ahd. valo) 39, 1. schar (ahd. scara): gebar 15, 10. Ausnahme ist das viersilbige nachtigale 94, 19. Nomina mit einem andern Stammcharakter (d, 9, v) werden im innern Verse bald einsilbig bald zweisilbig gebraucht. Einsilbig: rade (Dat.) 85, 15. schade 47, 15. rede 12, 37. 23, 2. 42, 4. 45, 1. 67, 35. 70, 15. 82, 34. 106, 6. 121, 2; klage 102, 28. 114, 16. hove 32, 3. 33. 62, 25. 64, 33. 103, 12. 34, 34. höve 65, 29. Zweisilbig: schade 83, 36. rede 47, 14. 83, 38. 88, 28. 115, 26. 121, 39; tage 70, 8. zage 58, 33; hove 36, 4. 10. 46, 36. 82, 11. 84, 15. 103, 32. – Die Wörter, die einen Stummlaut als Stammcharakter haben (8 oder t) werden im Innern des Verses meistens wie langsilbige behandelt, d. h. sie stehen zweisilbig: grase 17, 35. 45, 37. gote 9; 38. 12,5. 33, 25. site 87, 19. gote gesindet 77, 6 widerspricht nicht grade, statt bete 81,1 könnte man das Neutrum bet annehmen. Aber eine unzweideutige Ausnahme ist site daz 35, 8, und 10, 17 steht bote gar in der Senkung, jedoch im Auftakt. Sehr auffallend ist der Reim bat : state (Gelegenheit) 119, 33.1

Das Pronomen jene steht 61, 16 einsilbig, 124, 33 zweisilbig. Stets zweisilbig ist, dem Stammcharakter gemäss: dise 55, 18. disiu 3, 15. 7,4. 22, 27. 76, 29. 92, 28. 114, 29. 14, 28. 73, 25.

Die Dative der Pronomina ir, der, ime, deme werden regelmässig einsilbig gebraucht, nur 30, 25 füllt deme, wenn die Lesart von B richtig ist, den ganzen Takt,2 und 42,5 vermutet man ire nicht ohne Wahrscheinlichkeit; ime in der schlecht überlieferten Strophe 111,24 ist wenig verbürgt. – Von der früheren Zweisilbigkeit der Adjektivendungen -ere, -eme findet sich bei Walther keine Spur; er lässt sie auch in der letzten Senkung zu: einem tal 39, 17. manegem man 120, 34. sínem spor 33, 14. einem site 117, 19.1

1) , diu stat für state ist in einem Liede, das Walther zugeschrieben wird, sehr auffallend, weit mehr als im Biterolf 7026, im Wigalois 4786. 11581, im Georg 2239. Besser wäre gestat: S. zum Iwein 7654 und Benecke zu 2190.“ Lachm. Man wird eine sprachliche Nebenform oder Vermischung mit stat (locus) anzunehmen haben. Vgl. auch Wackernagel, Vorr. S. XXVII.

2) Man könnte umstellen: daz got an dem niht zorneclîchen sêre wundert; vgl. die Überlieferung in t. Einige Herausgeber nehmen auch 28, 30 deme an. Im Reime deme : weme 70,11. weme : zeme 102, 11.

Was die Partikeln betrifft, so ergiebt der Reim einsilbigen Gebrauch für ane : kan 98, 37. 115, 26. : man 18, 35. 54, 2. 80, 19.5, 29 etc. gar (ahd. garo) : bar 6, 39. hin (ahd. hina) : bin 79, 37. wol (ahd. wola) : 80l 42, 35. 53, 29 etc. : vol 17, 26 etc. Die Wörter wol, gar, hin braucht Walther nur einsilbig, ebenso vil (ahd. filu), für (abd. furi), vor (ahd. vora), her (ahd. hera), dar (ahd. dara), war (ahd. wara), sam (ahd. sama); ane dagegen ist einmal zweisilbig gebraucht 33, 15,3 ebenso vone 56, 12, wenn hier nicht die Negation en einzuschieben ist. Im Tagelied 89, 12 scheint sogar die Präposition vone den ganzen Takt zu füllen. – Die Partikeln abe, obe (ahd. oba, Adv. und Conj.) füllen nie einen ganzen Takt.* aber und oder haben einsilbige Nebenformen abe und ode ; obe, abe, ode (nicht das Adv. abe) kommen auch in der Senkung vor: ob si 10, 36. 41, 28. 62, 30. 85, 35. 96, 30. 103, 29. 119, 4. ob minecliche 99, 1. ob man 61, 10. ob daz 50, 18. ob 89, 15. ab niht 59, 23. lobelich 116, 39. 106, 12. dîn 60, 33. 50, 17. od nach 28, 29. 30, 16. ald waz 26, 25. ald triegen 88, 13. aldlach 30, 16. (od und ald nur in Sprüchen). – mit als Präp. ist immer einsilbig; das Adverbium ist einmal zweisilbig gebraucht, 91, 13 hie mite künd ich in daz. 5

B. Synkope. Von den Verbalendungen unterliegt namentlich -et der Synkope. Durch den Reim ist belegt: gert : wert (Adj.) 44,8. 62, 16. 78, 28. wert : gegert 67, 29. hant : gemant 21,9. –

1) Auch das e der ersten Silbe kann in diesen Endungen schwinden; dann ergeben sich Formen wie einme, od. eime, sînme od. sîme, die durch Elision der auslautenden e um eine Silbe kürzer werden können, als die andern. Da Walthers Vers immer die längeren Formen gestattet, ist es sehr fraglich, ob er die synkopierten gebraucht habe. Doch begegnet einmal eigem, aus eigeneme 28, 3; s. S. 34 A. 2.

2) Unverbürgt ist 66, 8 hie vore sach, nicht unwahrscheinlich here komen 65, 32; zweifelhaft 116, 31 wane daz ir (Bartsch).

3) Vielleicht auch 56, 2, 73, 1 ane sehen st. an gesehen, wie in den Compositis anegên anegenge.

4) Wenn nicht 4,29 abe twuoc mit kl zu lesen ist. – obe hat Bartsch 50, 18. 59, 13.

5) Vgl. mitewist 4, 24.

In der Senkung erscheinen: sult sprechen 56, 14; mant singen 109, 4; nimt drâte 81, 13. n. iemer 70, 11. nemt ir 52, 11. nemt war (Auftakt) 24, 8. n. frouwe (Auftakt) 74, 20. kumt freude 48, 20. kumt ieman (Auftakt) 40,6. kumt iu (Auftakt) 43, 31. kumt sanges (Auftakt) 58, 25. kumts ûz 32, 29. zimt wol 87, 10. siht gruonen 42, 22. seht (Auftakt) 75, 21. Die Verba auf Liquida oder Nasal bilden nie einen ganzen Takt; also auf die Formen: sult, stilt ; spart , vert, erwert, nert, gert, spürt ; mant, gemant, wont; schamt, verschampt, nemt , nimt, benimt, zimt, komt, kumt, frumt, gefrumt folgt immer noch eine unbetonte Silbe; jedoch die auf h scheint der Dichter auch zweisilbig zu gebrauchen: sehet 83, 26. gesihet 115, 27. gihet (?) MF. 152, 30. 111, 25. – Von den Verben mit anderem Stammcharakter kommen lobet und klaget je einmal in der Senkung vor: lobt man 21, 20. klaget ir (Auftakt) 12,17; im innern Verse lässt der Dichter gewöhnlich eine dritte unbetonte Silbe folgen, so bei habt, hebt, lebt, swebt, lobt, gelobt; schadet, geschadet, jaget, klaget, saget, traget, verzagt , pfliget, muget; doch hin und wieder füllen sie auch den ganzen Takt: habet (2 P. Pl.) 40, 36. 66, 25. lebet 8, 35; schadet 79, 15. saget 43, 27. gesaget 59, 28. betaget 10, 7. pfleget 79, 11.

Von den Verbis sagen, tragen, klagen, legen, ligen, geben kommen. zusammengezogene Formen vor: 3 P. Sg. seit treit leit lít gât. Prtcp. geseit gekleit geleit. 2 P. Sg. gist 67,9. Davon sind in der Senkung belegt: treit íu 62, 25. gît 42, 2. 3. 93, 34. 96, 31.

Schwache Praeterita auf ęte begegnen häufig: spilte, gerte, berte; sente, wonte ; schamte, erschampten; lebte , gelepte, strebte, lobte ; schadete; klagete, sagete (seite), legete (leite); da sie aber naturgemäss auf der Stammsilbe den Ictus tragen, so entscheidet der Versbau nicht für Synkope der zweiten Silbe. Nur für das Praeteritum von loben ist diese belegt, da es in der Senkung, freilich nur im Auftakt, vorkommt: lopte ich 58, 37. 79, 16. Das e in diesen Formen war jedenfalls sehr schwach, aber doch wohl nicht vollständig verklungen. Denn einerseits lässt Walther sie nirgends als klingende Reime zu, nicht einmal Formen wie werten : gerten (Lachm. zu 98, 40); anderseits meidet er es, das e der letzten Silbe zu elidieren, so dass die beiden ersten den ganzen Takt füllen müssten. Nur 75, 24 wird man lieber taget ez, 120, 13 spiletę ich lesen, als einen Hiatus zulassen.

Synkope der Endung -est ist belegt durch sihst 50, 22. Wo die 2 Pers. in der Arsis steht, folgt stets eine unbetonte Silbe, so nach wonst, nimst, habest, behagest, mügest , sihst. Die Formen kommen

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