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Von den Partikeln unterliegen unde, alse, danne, âne, umbe der Apokope; sie werden oft zweisilbig gebraucht; daneben aber und ohne Bedenken auch in der Senkung einsilbig. Beispiele: maget unt muoter 4, 3. guot unt den gewin 20, 20. houbetsünde unt schande 22, 18; auch in der letzten Senkung: guot gelâz unt líp 57, 4. líp unt leit 116, 28. jenen unt disen 81, 8.1 – als wir ze Wiene 25, 28. als pflig ouch mîn 24, 31. als mich 100, 37. als gerne ich lebe 63, 4, rehte als dir ist 49, 21. dan nach dem Komparativ: baz dan frouwe 48, 39. dan drīzec tûsent 19, 21. dan halp verzaget 45, 3. dan himel oder himelwagen 54, 3. genæmer dan wider sî 117, 28. In anderm Gebrauch: wol dan, welt ir 46, 21. diu werlt enstê dan schiere baz 91, 14. solt ich đám mân heze 97, 18. â m mâem dame 29, 1. 73, 8. âm gỗzem sehaden 50, 25. - umb sînen kragen 85, 13. umb mîn lêren 85, 19. umb die lieben 111, 4. umb sînen samen 17, 34. úmb sîn herze 103, 7.2

B. Das Wort mit langer Stammsilbe hat gedecktes e als Endung. Die Beispiele für die Synkope dieses e sind sehr selten. Einige bietet die 3 Pers. Sing.; in Sprüchen: spricht diu 22, 8. kêrt sîn 29, 14; dann in einem scherzhaften Liede 57, 26 beswert si, und 54, 24 sticht als, wo jedoch die abweichende Lesart von A zu beachten ist.4 Bedenklicher und nicht gut verbürgt ist windet ûz 30, 24 in der. Senkung: 5

Im schwachen Praeteritum können die Verba der ersten Klasse von altersher eine Synkope erleiden. Walther braucht so teilte 18, 22. kêrte 104, 25. 119, 7. lêrte 12, 34, 26, 28. versümde 114, 37. getroumde 94, 21. getrôste 95, 9. leiste 83, 12. versuohten 11,19; und ebenso die Participia: verspart 20, 31. geslouft 62, 37. versuohtiu 31, 2.

Österriche fürste sprich. A und C stimmen in diesen Worten überein, obwohl sie hier, so viel wir wissen, von einander unabhängig sind. B liest: herzog lútpolt uz asterrich nu sprich, liefert also gleichfalls das lästige nu.

1) Den Beobachtungen W. Grimms, über Frid. 371 f. vermag ich keine Bedeutung beizumessen.

2) In umbe daz rîche 11,5. 83, 21, umbe daz herze 83, 38 lässt sich auch die abgeschwächte Form des Artikels dez annehmen.

3) Grimm, Über Fridanc 368 f.
4) Danach lesen Wackernagel und Pfeiffer daz stichet noch.

5) Die Lesart beruht auf B, t weicht ab, ohne etwas Besseres zu bieten. Leichter liesse sich ertragen 13, 5 ellendet von (BC) und 12, 16 er rihtet iu er (AC); vgl. Paul, PBb. 8,193 f. Für eine Synkope der Endung -et in der 2 P. Pl. führt Paul ir im gâbet den gotes segen 11, 10 an; aber das Beispiel steht vereinzelt, beruht nur auf der Autorität der Quelle BC und ist leicht zu emendieren. 18, 9 singet ir einz ist schwebende Betonung im Auftakt anzunehmen.

gewihten 125, 3. Im Reime kommen nur Formen mit dem Rückumlaut a vor: erkande : pfande, handen : erkanden, schankte : trankte, alt : gestalt, art : verspart u. a. -- Ebenso wie die Praeterita der ersten, werden die der zweiten und dritten Konjugation behandelt. Sie sind stets auf einen Takt beschränkt, und nie kommt der alte Bindevokal (ahd. Ô oder e), durch eine Elision des auslautenden e, in die Lage die Senkung zu bilden; er war also wohl fast ganz verstummt. Die nicht eben zahlreichen Belege sind: weinte 9, 37. diente 19, 15. 94, 30. 106, 10. lernte 32, 14. getrûrte 100, 11. tanzten 114, 36. frâgeten 11, 21. volgeten 36, 2, und das Participium gemachter 30, 28. Sieben von diesen Stellen entfallen auf die Sprüche, 94, 30 gehört einem scherzhaften Liede ån, 100, 11 einem Liede des ersten Cyklus. – Die Synkope des e bei Verben mit langer Stammsilbe tritt hiernach nur vor t ein. Die Stellen, in denen nach der Überlieferung auf die Endung -en noch eine Senkung folgt, sind verdächtig. 1

Von den Nominal - Endungen unterliegen - es und - ez der Synkope in den wenig betonten Wörtern mînz, mins, einz, eins. Die Möglichkeit einer engen Verbindung zwischen den auslautenden s und z mit dem vorhergehenden n begünstigt das völlige Verlöschen des e: ich lîh dir einz 82, 14. singt ir einz, er singet driu 18, 9. ode ich wil mînz her wider nemen 105, 37. Die Genetive kommen sogar in der Senkung vor: Ez gienc eins tages 19, 5. gienc eins keisers bruoder und eins keisers kint 19, 8; alles in Sprüchen. Die Lieder bieten nur einen Beleg: vil lihte wirt mins mundes lop mins herzen sêr 54, 6.2

Sonst finden sich für die Synkope des flexivischen e nach langen Nominalstämmen nur spärliche und wenig sichere Bei

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spiele.1 Die Flexionsendung füllt regelmässig die ganze Senkung, und sollte der Dichter ein oder das andere Mal sich gestattet haben, noch eine .zweite Senkung folgen zu lassen, so empfand er dies sicherlich selbst als eine Überschreitung

7. Anderer Art als die bisher besprochenen sind einige Fälle, in denen das Schwinden der Endung durch die Form der Stammsilbe bedingt ist. Die Verba auf ie, öu, üe, a lassen das e der Endung regelmässig mit dem Stamm zu einer Silbe verschmelzen: knieten : gebieten 11, 11. blüende 4, 4. blüet 35, 16. müet 14, 13 (Senkung). 119, 20. 120, 15. 63, 34. 124, 28. 57, 38. 67, 2. 12, 23. 104,5. wat 13, 17. fröit 14, 12. 17, 32. 21, 2. 52, 20 (Senkung). 97, 29 (Senkung). 66,4. 110, 5 (Senkung). ich fröu 115, 21. 62, 31. fröu Imp. 91, 19. Nur einmal 92, 13, in einem Liede des ersten Cyklus, ist fröuet zweisilbig, wenn dort nicht der Auftakt feblt. - Dagegen schouwen ist zweisilbig: beschouwet 54, 20. beschouwe (?) 116, 2. schouwen 86, 23. 101, 10. Ebenso geriuwent 6, 11. getrüwet 74, 9. getrûwen 112, 30. schríen 32, 30. 33, 25. 90, 18. 95, 1. 5. schríet 75, 28. gefriet 80, 9. gedriet 80, 8.

Eine ähnliche Verschmelzung tritt einigemal in dem Worte frouwe ein, das gewöhnlich und sehr häufig zweisilbig gebraucht wird : Minne was mîn frouwe gar 57, 32. den frouwen nâch herzeliebe senede leit 61, 7. friundin unde frouwen in einer wete 63, 20. Zweifelhaft ist, ob man 75, 6 frouwe dur iuwer güete, oder frouwe, dur iur güete, oder frouwé, dur iuwer güete lesen soll. Zusammengezogenes iuwer findet sich 79, 13 die mit willen leistent iur gebot, und 11, 33 im Auftakt Iur hant ist krefte und guotes vol. Ungewiss ist 74, 25. — Die Dative lê und sê stehen 75, 32. 34 im Reim; in demselben Liede brâ (ahd. brâwa) 75, 31 im Reim auf , der Dat. Pl. brân : lân 84, 34. Ebenso verliert bei frô die Endung en ihren Vokal: frôn 48, 1. 65, 28 (sonst immer unflektiert).

c. Unterdrückung eines unbetonten e nach den Ableitungssilben -el, -er, -en. Da Walther eine Flexionssilbe fast nie in

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die Arsis treten lässt, so muss in den dreisilbigen Wörtern mit langer Stammsilbe entweder in der Ableitungs- oder in der Flexionssilbe eine Apokope oder Synkope erfolgen. Die Flexionssilbe verliert regelmässig ihren Vokal hinter den Endungen -el, -er, -en. So begegnen engel (Gen. Plur.), ritter (Gen. Plur.), ander (Acc. Sg., einmal 76, 5 auch als Gen. Plur.), iuwer für iuwerre 12, 2, grazer für græzerre, michels, tiufels, wandeln; iuwern, iuwers, iuuerm, hovelîchern; eigens u. a. Auch im Versschluss: iuwern rât 46, 37, - lip 86, 19, – kôr 33, 9, -- geben 86, 38. keisers kint 19, 8. winters zît 13, 27. kumbers dol 121, 18. anderz baz 92, 13. andern geil 66, 29. Die Zulässigkeit der Synkope hängt davon ab, dass die zurückbleibenden Konsonanten sich fest zusammenfügen, wie das in den vorliegenden Beispielen durchaus der Fall ist.? Am engsten schliesst sich r an den folgenden Konsonanten an, und es ist vielleicht kein Zufall, dass in der letzten Senkung die Synkope nur nach der Silbe -er zu belegen ist. Sogar im Reim gestattet sich Walther wundert : gesundert 30, 22. – Auch bei Wörtern mit kurzer Stammsilbe wird das e der Endung oft nicht geschrieben; z. B. gesegent 11, 14. gesibent 80, 3. edeln 33, 1. 85, 17. gefreveln 26, 5. übeln 11, 1. enwederz 81, 30. dewederz 18, 34; sogar edelr 84, 28. Dass der Dichter aber beim Vortrage das e vollkommen verschwiegen habe, 3 ist nicht zu beweisen. Im Reime kommen solche Formen nicht vor, und im innern Verse meidet er es, eine neue Senkung folgen zu lassen. Nur für das Adv. übele beweist der Gebrauch das Erlöschen des auslautenden e: wie übel stêst 21, 10. und stellet sich vil übel sihts iender 57, 31.4

Ausserdem ist das e der Flexion nur noch abgefallen in dem Acc. Sing. guldîn katsen 82, 17. wîplich güete 109, 27. Vgl. die Apokope mîn, ein oben S. 30 und Lachmann zu 61, 22. 109, 27.

Der Dativ des Infinitivs hat seine Flexion eingebüfst 27, 18 ze schouwen : frouwen, und im Tagelied 90, 10 ze singen; vielleicht auch 26, 25 ze lônen (vgl. S. 35).

1) S. unten S. 44.

2) Kein -elr, -enr, nicht einmal -elm. Einmal begegnet der Dativ eigem 28, 3, aus eigeneme zusammengezogen, assimiliert und geschwächt.

3) Es trägt ausnahmsweise sogar die Hebung s. unten S. 44 A. Vgl. oben s. 26 f. die flektierten Participia.

4) Nicht beweisend sind: übel, ez íst 35, 28. übel und stüende 42, 38. übel ich mich 31, 12. Auch nicht übel gedenke 58, 31. übel gesiht 115, 35. 1) Über das Part. Praet. und das Praet. swy. s. oben S. 25. 27.

SYNKOPE UND APOKOPE NACH UND IN ABLEITUNGSSILBEN.

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d. Synkope des Vokals in Ableitungssilben (Partic. Praes. Flektierter Inf. Compar.1 etc.) Participia Praesentis von Verbis mit kurzer Stammsilbe sind nicht selten: sehende, spehenden , spinde, gernde, wernde, varnde, senende, gebende, swebende, lebende, redende, klagende, wesende ;2 die zweite Silbe allein füllt nie die ganze Senkung, hatte also jedenfalls geringes Gewicht, und die Schreibung der Hss., welche das n oder auch en vor dem d zuweilen fortlassen: spilde, sende, mag auch der Aussprache des Dichters gemäss sein. Participia Praes. von Verbis mit langer Stammsilbe überschreiten das normale Mass eines Taktes, wofern nicht die letzte Silbe elidiert werden kann: schilhend angesehen 57, 37. springende als 58, 5. slîchent als 19, 32. Synkope des Vokals in der zweiten Silbe war der Sprache des Dichters nicht gerecht; nur einmal kommt sie vor: weinde 90, 5 (Tagelied). - Ebenso werden die flektierten Infinitive behandelt. Von kurzsilbigen Verben kommen sie öfters vor: stelne, lebenne, lebennes, lobenne, redenne; langsilbige mit elidiertem e zuweilen : lîdenne ungename 21, 12. schrîenne ich 95, 5; mit Synkope in der zweiten Silbe vielleicht einmal 26, 25 ze lônne des.

Die Superlativendung -est bleibt unversehrt, wenn die Form ohne Flexion bleibt: schonest, liebest, jungest, sêrest; eine stäte Ausnahme bildet nur das Adverbium allererst oder alrêrst 14, 38. 32, 15. 33, 21. 79, 15. 14, 30, 43, 26; in den flektierten Formen tritt Synkope ein : beste, hæhste oder höhste, êrste 10, 29. 20, 2. tiürste 35, 8. schænsten 80, 28. Die Beispiele sind wenig zahlreich, und beweisen nicht, dass Walther auch von Adjektiven wie süeze, rách, sanft, stark u. ä. synkopierte Superlative würde gebildet haben. - In der Endung des Komparativs bezeichnen die Hss. eine Synkope, wenn der Stamm auf r ausgeht: tiurre 43, 13. 91, 30; êrre 10, 34; inre 81, 4; minre 27, 2. 91, 4. 28, 33 steht neben minner 121, 27 (80, 15). Dass Walther diese Form gebraucht habe, würde nur erwiesen sein, wenn an einer dieser Stellen das auslautende e elidiert wäre.3

2) ie selbwesende 3, 7; [der ie gewesende 5,31] bemerkenswert wegen des s; vielleicht verdienen die Hss. kl auch hier den Vorzug, und nicht nur mit dem Worte selb bernde. Die dritte Person in C kann dadurch veranlasst sein, dass der Schreiber die Anrede ein got nicht verstand.

3) 119, 10 sist schaner und baz gelobet (CE) findet in den angeführten Stellen kein Analogon (Paul, PBb. 8, 193). Die Ausgabe von Pfeiffer Bartsch zeigte, wie der Vers zu lesen sei.

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