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Die Praeposition. ze verschmilzt oft mit einem folgenden vokalisch anlautenden Wort, und mit den Formen des Artikels; die Belege s, in Hornigs Glossar S. 396. – Auch die vokalisch auslautenden Formen des Artikels verbinden sich zuweilen mit dem folgenden Worte: dandern 44, 14. in derde 19, 31. dougen 44, 21. 75, 3. 118, 32. vgl. Graff 5, 11 f.

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4. Synaloephe. Mit gewissen einsilbigen vokalisch auslautenden Wörtern können andere mit einem unbetonten Vokal anlautende so eng verbunden werden, dass die beiden Silben in eine verschmelzen. Einerseits kommen die Wörtchen , , swâ, , , auch swie, wie, die in Betracht, anderseits die Pronomina er, ich, ir und die unbetonten Vorsilben er- und en-. Dass auch die Wörter ist, ez, es und die Negation en, die selbst konsonantischen Stämmen mit Verlust ihres Vokales sich anlehnen, mit den vokalisch auslautenden , , , , hie etc. verbunden werden können, versteht sich von selbst. Im übrigen kommen vor: da er · 15, 28. 55, 13. swa er 22, 13. wa er 34, 3. do er 15, 34. 88, 13. die er 19, 6. – do ich 54, 22. 55, 25. 101, 9. so ich 52, 38. 75, 11. 91, 34. swiech 123, 36. wiech 28, 4. 60, 8. 117, 22. die ich 94, 3. 119, 19. — do ir 90, 33. – do erschampten 74, 32. da erkenne 83, 37. 80 erkande 48, 23. – da enzwischen 54, 19. 84, 28. 85, 3. – Vereinzelt steht bi ir 121, 20, aber auch 65, 31 ist wohl hierher zu ziehen, wo bi den einsilbig zu lesen ist. 1

Auf eine solche Synaloephe sind auch die Wörter deist (deis, dêst, dêswâr) und deich zurückzuführen, die Walther häufig gebraucht (Hornig S. 48. 56); ebenso dêr, das zweimal in Sprüchen vorkommt 19, 30. 84, 21, und deiz, in einem Liede des ersten Cyklus 99, 26. Der Bedeutung nach sind diese Formen gleich daz ist, daz ich, daz er, daz ez, jedoch sind sie nicht aus der Verbindung dieser Worte hervorgegangen; vgl. Graff 5,11. 16. 41 und Erdmann, Otfrieds Syntax 1, x.2 Dagegen wird dast (15, 25. 90, 32) durch Inklination aus daz ist hervorgegangen sein; und ebenso est (est?) aus ez ist 15, 31, wie in dem Spruch 18, 10 Lachmann dazz für daz ez geschrieben hat.

5. Einzelne Bemerkungen. - Im übrigen bemerken wir über Walthers Sprache noch folgendes: Einige Wörter erscheinen in verschiedener Form,

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-ar : -âr in getar : wâr 62, 32, gar : jâr 124, 22, welche nächst der von -an : -ân die am weitesten verbreitete ist und wie jene begründet in der mangelhaften Artikulation des folgenden Konsonanten.1 – Umgelautetes und gebrochenes e halten sich gesondert, der allgemeine Gebrauch, das Verbum wellen (lat. velle) und das Pron. jener auf Wörter mit e zu reimen, ist in der Aussprache wenigstens des schwäbischen Dialektes begründet resp. entschuldigt (Franck ZfDA. 25, 221 f). Die breite bairisch-österreichische Aussprache des o bezeugt der Reim verwarren (st. verworren : pfarren (Weinhold § 21). – Der Umfang des Umlautes ist nicht genau zu bestimmen; jedenfalls hält der Dichter umlautbare und nicht umlautbare Wörter auseinander; ausgenommen etwa: mit hulden (huldin) : verschulden (farskuldôn) 14, 35; s. zu 8, 12.

Der Übergang von m in n im Auslaut von Stammsilben, den die Alemannen besonders lieben (Weinhold § 198) begegnet einmal nam : spileman 63, 3. Dass die 2 Pers. Plur, auf -ent dem Dichter zukommt, lässt sich nicht nachweisen (Wackern. Vorr. S. XXXIII). Das Subst. werlt behauptete in der Sprache Walthers wohl sein r, da es nie im Reime erscheint (ebend.). Auslautendes h ist abgefallen in 76, 11. rû 79, 16. drû 76, 16. und neben höhe (Adv.) ist in häufigem Gebrauch. So steht denn auch vervân : hân 185, 23 neben umbevâhen : gâhen 119, 31 (Lachm. zu Iwein 6444).3 Anderseits reimt h (got. h) : ch (got. k) z. B. sah : brach : sprach etc. Eine schwache Aussprache des auslautenden ch ergiebt sich für ich aus dem auf S. 40 bemerkten. - Für strenghochdeutsches t tritt nach n und l in bekannter Weise d ein; Reime wie solde : wolde, schande (ahd. scanta) : erkande beweisen natürlich nichts, wohl aber munde (ahd. munde) : stunde (ahd. stunta), schelden (ahd. schelten) : melden (ahd. meldên); für die Verbindung rt fehlen beweisende Beispiele.4

1) Reinmar 160, 39 hâr : gar. 189, 9 lân : an. Hartmann 212, 9 undex tâm : gentam. 1 Bichl. 511 nam : hâm. ZfdA. 16, 119. 121.

2) wëlle : helle 12, 14. 33, 35. : redegeselle 86, 28. : bestelle 26, 13 : vervëlle 33, 36. jënen : wenen 60, 38.

3) Das Praet. vie kommt auch im Reim vor, wie lie, gie.

4) Im Text haben wir Lachmanns Orthographie beibehalten, obschon es wahrscheinlich ist, dass sie in manchen Punkten der Sprache des Dichters nicht entspricht. Über einzelnes spricht sich Lachmann aus in der Anm. zu 10, 27 (manigen oder menigen), 11, 3 (kilche od. kirche), 11, 34 (-ent 2 p. pl.), 18, 6 (hêrre od. herre), 26, 36 (aber abe, oder ode), 92, 36 (beschehen st. geschehen), 98, 31 (dien st. den).

Betonung der Eigen pade nicht fremd gewesen

1677. 12) in

ein

Die metrische Form.
1. Wort- und Versaccent (Betonung und Ictus).

Das alte Grundgesetz des deutschen Verses, nach welchem Wortaccent und Versictus zusammenfallen müssen, besteht bei Walther in Kraft. Am seltensten wird es in zweisilbigen Wörtern verletzt, und nur im Eingang des Verses, wo der Widerstreit am leichtesten überwunden wird: beitet 23, 38. singét 18, 9. höveschént 62, 21. sumér 35, 16. disé 63, 4. zwischen 13, 20. küngîn 77, 12. mâcschäft 79, 22. Auch dreisilbige Wörter, die durch Elision des auslautenden e zweisilbig werden, kommen einigemal vor: herzoge 28, 11. 32, 5. 35, 17. wolveilę 81, 15, und einmal sogar im innern Verse barmunge 7, 36. Die Betonung der Eigennamen Walther 100, 33. 24, 34. Reimar 82, 29 mag auch der gewöhnlichen Rede nicht fremd gewesen sein. Die meisten dieser Stellen fallen auf die Sprüche, eine (77, 12) in ein Kreuzlied, eine andere (7, 36) in den Leich, eine dritte (Walther 100, 33) in den Dialog mit der Frau Welt, nur zwei gehören einem Minneliede an (62, 21. 63, 4) und zwar demselben, das auch den befremdlichen Reim getar : wâr hat. –

Öfter, und auch im innern Verse, begegnet der Widerstreit zwischen Wort und Versaccent bei mehrsilbigen Wörtern, deren natürliche, absteigende Betonung den Gebrauch im regelmässigen jambischen oder trochäischen Verse ausschliessen würde. Den Ictus auf die mindest betonten Silben zu legen, meidet Walther auch in diesem Fall, nur zwei- oder dreimal trägt ihn die Flexionssilbe: júnchêrrén 80, 24. âmeizén (?) 13, 28. wahtære (?) 89, 35.1 einmal, in einem viersilbigen Wort, trägt ihn die Vorsilbe ge-: gefurríeret 121, 1 (Germ. 11, 445). — Gewöhnlich erhält in einem dreisilbigen Worte die zweite, in einem viersilbigen die erste und dritte den Ictus.

Dreisilbige: merkéren 98,16. ganzlicher 111, 13. manlîchiu 80, 20. wîplîche 80, 20. pfafliche 80, 21. einúnge 3, 5. driúnge 3, 4. sûmunge 85, 24.

1) Anders ist der Fall, wenn die der Flexionssilbe vorangehende Silbe dieser an Gewicht nicht überlegen ist. Aber auch dann meidet es Walther sie die Hebung tragen zu lassen. Allgemein anerkannt ist nur édelé gesteine 74, 24. An andern Stellen nimmt Bartsch diese Betonung an: 18, 33 édelé gesteine. 18, 34 ir dewéderéz. 46, 25 wéderéz. 124, 30 vogelé. 30, 11 gewizzeném. 9, 30 légetén. Die Überlieferung gewährt dieser Annahme nicht eben sicheren Schutz.

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2. Metrum. Jeder Rhythmus setzt eine bestimmte Zeiteinteilung voraus, welche durch den Ictus merklich gemacht wird; ein regelmässiger Wechsel betonter und unbetonter Silben, wie er durch Opitz in die Theorie der deutschen Verskunst eingeführt ist und seitdem sich ziemlich allgemein in der Praxis behauptet, ist nicht erforderlich. Der antike Vers gestattet die Auflösung von Längen und damit die Verbindung von Füssen aus verschiedener Silbenzahl, und noch grössere Freiheit waltet in dem altdeutschen Verse. Selbst in den genauesten Gedichten genügt schon eine lange Silbe, um den ganzen Takt zu füllen, und anderseits finden in einem Takt auch drei Silben Platz, vorausgesetzt, dass die erste kurz ist. Eine grössere Regelmässigkeit stellt sich erst allmählich ein, und wurde namentlich durch die Pflege der lyrischen Poesie gefördert. Die kunstgemässe Musik verlangte für die wiederkehrenden rhythmischen Reiben eine gleiche Anzahl von Noten und eine diesen entsprechende Silbenzahl, die Poesie eine bestimmte Zahl von Takten, deren Beginn durch eine betonte Silbe bezeichnet wurde; das Ineinanderwirken beider Forderungen führte naturgemäss zu einem regelmässigen Wechsel von Hebung und Senkung. Die nächstliegende und der Natur der deutschen Sprache gemässeste Form war der einfache Wechsel von Hebung und Senkung. Daneben aber sind schon im ältesten Minnesang Verse in Gebrauch, in denen auf jede Hebung zwei Senkungen folgen. Diese Verse, die man mit bequemem Namen als daktylische zu bezeichnen pflegt, stammen aus dem romanischen

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