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C. Rhetorische Frage. Revocatio. Aposiopese. Parenthese.

Kurze direkte Rede. Dem Schein, als wäre die Dichtung der unmittelbare Ausdruck einer lebhaften Empfindung, dienen auch rhetorische Fragen und Ausrufungen. Die Beispiele sind so häufig, dass wir sie nicht anführen.1 Seltner und effektvoller sind andere Mittel.

1) Wigand S. 66. Burdach (S. 72–75): ,,Die gesammte ältere deutsche Sprache hat vor der heutigen den Reichtum an Ausrufen, welche die feste Kette der syntaktischen Gliederung keck und lebendig zerreissen, voraus ). Freude und Schmerz sind noch nicht in festgefügte Perioden eingeschnürt, sondern brechen frei und von selbst aus der Seele hervor. Es ist nur hervorzuheben, dass sie im Laufe der Entwickelung des höfischen Minnesangs zunehmen.“ Natürlich; denn kunstvolle Darstellung bricht nicht frei und von selbst aus der Seele hervor, sie erwirbt im Laufe ihrer Entwickelung die Fähigkeit, sich den Schein zu geben.

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1) Die älteren Sänger brauchen diese Figur wenig oder gar nicht, in schülerhaftem Übermass Bernger von Horheim 113, 1; gewandt und mit Geschmack Reinmar, dem Walther folgt. Burdach S. 71. 102.

2) Über die Parenthesen, die durchaus aus der romanischen Poesie herstammen“, bei andern Dichtern s. Burdach S. 104 f. 116. 123.

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Schein der Objektivität. Alle die erwähnten Wendungen sind Mittel der subjektiven Darstellung, wie sie der Redner und Dichter braucht. Aber auch den Schein der Objektivität weiss Walther geschickt zu benutzen. Er beruft sich, um seine Darstellung zu bekräftigen, auf das Zeugnis andrer; er führt sie als eine bewährte Wahrheit an, oder lässt seine Gedanken, namentlich Tadel und Vorwurf, durch fremden Mund verkünden: ouch hörte ich ie die liute des mit volge jehen 31, 1. sagent si mir ein ander mære, si jehent usw. 59, 20. hære ich jehen die wisen 29, 28. Die wîsen râtent 26, 13. daz mac wol klagen ein wiser man usw. 82, 27. Die hêrren jehent 44, 35. als die argen sprechent 70, 19. (Ein meister las, troum unde spiegelglas usw. 122, 24.) - Dem frommen Klausner legt er die Klage über den Papst in den Mund 9, 37, den Fahrenden den Spott über Leopolds Kargheit 84, 18, andern, den nâhe spehenden, den Vorwurf gegen Philipps Geiz 19, 7. Die Zurechtweisung des Herrn Wicman (18,1) führt er in dritter Person aus, um so schneidender, je persönlicher grade diese Angelegenheit war. Und höchst wirkungsvoll lässt er 24, 33 den Wiener Hof, 34, 7 den Papst, 103, 35 die unverschämten Sänger selbst ihren Zustand, ihre Absichten und Gesinnungen enthüllen. Auch 62, 26 mag bier erwähnt werden, wo Walther eine Äusserung der Frau sehr geschickt gegen sie zu wenden weiss.

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1) Anders 46, 23 seht an in und seht. an werde frouwen. 51, 15 seht an pfaffen, seht an leien.

2) Anders: 51,13 Muget ir schouwen waz dem meien etc. 46, 21 wol dan welt ir die warheit schouwen etc.

3) Anders: In numme dumme, ich wil beginnen, sprechet âmen 31, 33. ob ich rehte râten künne .. sprechet denne ja 69, 9. ir sult sprechen willekomen 56, 14.

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