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Reverenz bey Jhro Hoheit machte,) und des Abends assen Jhro Hoheit mit einigen von uns beym Lnvv^S Sramken.

Den «4sten nahm die Maskerade wieder ihren Anfang, und obgleich die Masken heute nicht zusammen kamen, so äivernrten selbige sich doch, so gut sie konnten, unter sich, und mußte diese Zeit hindurch, Va die Maskerade wahren sollte, als bis den Josten, ein jeder bestandig wieder in seine Maske gehen. . /

Den «5sten bekamen Jhro königl. Hoheit des Morgens ihre Wache vom ingermanlandischen Regiment, weil die beyden Garderegimenter, die sonsten die Wache gethan, erster TageS voraus nach Moscau marschiren sollen, indem die kaiserl. Herrschaften mit ehester Schlittenbahn dahin zu folgen gedenken. Indessen wissen wir bis jetzt noch nicht gewiß, ob wir mit dahin folgen sollen oder nicht? ich glaube aber, daß unser gnadigster Herr die Reise mit chun wird; daß aber unser ganzer Hof mitfolgen werde, daran zweifele ich fast. Heute Nachmittag waren Jhro königl. Hoheit mit Dero ganzen Bande bey Jhro Majestät der Kaiserin, woselbst sie ihre Zeit in Gesellschaft der kaiserl. Prinzeßinnen sehr angenehm zubrachten, und hierauf noch ein wenig herum ruderten, und die Jllu« minatisnen besahen; wobey denn die schöne Transportjagd, Prinzeßin Anna, so« wohl, als die AdmiralikatSgaleer«, mit unzähligen iampen, von unten bis am Gipfel der Mafte, erleuchtet war. Auch alle Häuser der Stadt waren diese ganze Zeit über alle Abend illumimret, und viele Einwohner zeigten sich dabey mit allerhand Devisen.

Den 26sten kamen Jhro Hoheit den ganzen Tag nicht aus ihrem Zimmer; es gaben aber die Masken in grosser Meng« eine der andern die Visite, und äivemrten sich aufs beste unter einander.

De» 27sten kamen, die Mafken zw« auf der anderen Seite zusammen; nachdem sie aber eine Weile versammlet gewesen, fuhr ein jeder wohin er

wollte. , ,

Den «ästen tractirte der Fürst von der Wallachen Jhro Hoheit mit Dero Bande des Mittags, und nachdem Jhro Hoheit daselbst ihren Nachmittag paßiret hatten, fuhren sie gege» Abend zum geheimen Rath von Bassewitz, woselbst sie denn auch mit verschiedenen von uns assen, und lange daselbst blieben.

Den 29sten. An diesem letzten Tage der Maskerode versammlet«« sich alle Masken des Nachmittages, nach dem gegebenen gewöhnlichen Signal von der Festung, auf der andern Seit« im Senat, als woselbst tractiret, und die Maskerade nebst allen Festivitäten des Friedensfestes geendiget wurden. Nachdem sich die kaiserl. Familie und gesammte Masken versammlet hatten, wurde auf gleich« Weise wie Heute vor' 8 Tagen daselbst gespeis«, und, viel getrunku, und

nack. nachdem die Faseln ausgehoben, und der grosse Saal von den Tischen und Bän< ken aufgeräumet worden, angefangen zu tanzen, welches denn bis in die spate Nacht daurete, und wurde dazwischen immer stark getrunken, dazu diejenigen, welche nicht tanzten, und in den Nebenzimmern sich aufhielten, am meisten g«, uöthiget wurden; indessen bekamen wir übrigen, nachdem das Tanzen aufgehöret harre, such unsere iadung, und gingen also die wenigsten gegen Morgen, nach dem völligen Beschluß des Festes, ohne «inen guten Rausch nach Hause. Da ich mich ober sehr in Acht nahm, und meine Wache mir zu einem guten Vorwand dieneke, so kam ich noch sehr ertraglich von diesem Schmause zu Häuft.

Den zosten wurden Jhro königl. Hoheit nach derMahlzeit durch zwey Capirains der Garde, (welche die Schasser waren,) zu der Hochzeit des jungen Fürsten Repnm auf übermorgen eingeladen, welchen Jhro königl. Hoheit, der hiesigem' Gewohnheit nach, ein Deckelglas auf die Gesundheit der Braut und des Bräu« tigamS zubrachten, sie aber fingen darauf wieder die Gesundheit von Jhro königl. Hoheit an. Gegen Abend fuhren Jhro Hoheit zum Stamken, woselbst sie assen.

Den z isten traetirte des Mittags der geheime Rath von Hespen Jhrv königl. Hoheit, nebst dem General Allard, Baron Mardefeld, geheimen Rath Bassewitz, und den mehresten von uns, woselbst wir denn auch bis des Abends blieben, und stark trunken.

November.

Den isten, Nachmittages um 4 Uhr, fuhren Jhro Hoheit mit einem nur kleinen Gefolge auf des jungen Fürsten Repnins Hochzeit. Die Hochzeit geschähe in des alten Puökin Hause, indem die Braut desselben leibliche Tochter war. So bald Jhro Hoheit dahin kamen, ließ sich die gewöhnlich« Musik von Trompeten hören, worauf unten bey der Treppe des Hauses Jhro Hoheit durch den Marschall mit seinem Stabe und durch verschiedene Schaff« empfangen, und in das Zimmer begleitet wurden, wo schon der Kaiser bey seinem, und die Kaiserin bey ihrem Tische fassen, welche letzte aber nur kurz vor uns gekommen war. Nachdem nun Jhro Hoheit dem Kaiser und der Kaiserin von weitem zu ein Compliment gemachet hatten, welches sie ihnen beyderseits auf das allergnädigste erwiederten, wurden Jhro Hoheit durch dem Marschall dem Kaiser schräg gegen über gesetzet, indem borten für sie und ihre Cavaliere gleich vom Anfang an Platz gelassen worden. Kurz nachdem sich Jhro Hoheit niedergelassen hatten, gingen die gewöhnlichen HochzeitSceremonien an. Nemlich, erst kamen aus dem Nebenzimmer zwey Trompeter, welche bliesen. Darauf fvlgtten zwölf Schaffer, > . «iner einer nach dem andern, welche auf dem linken Arm eine gewisse Art von Rosen oder Schafferbänder hatten, und nach ihnen folge« der Marschall, welcher zum Unterscheid die Rose auf dem rechten Arm hakte; es war wieder der Fürst Gal» litzin, Obristlieutenant von der Garde, welcher die Stelle de« Marschalls verwaltete. Nachher kamen die. Heyden Bramjunfifern, welche waren, die älteste Fräulein Gollofkin, und die Fraulein Tscherratos, des Knes Tscherbatof Tochter, wovon sich die lrtzrerwehnte zur rechten, und die andere zur linken Hand, der Braut gegen über, an den Tisch setzte. Als das geschehen war, gingen dle Schaffer wit dem Marschall wieder nach dem Nebenzimmer, aus welchem sie bald darauf zurückkamen, mit diesem Unterscheid, daß anstatt der beyden Brautjungfern der Vorschneider ging, vor welchem durch einen Schaff« die Rose, welche er auf den Arm bekommen sollte, in einem silbernen flachen Korb getragen ward. Es war selbiger diesesmal der Kammerjunker Balk, der sich recht gut darauf verstund. So bald er an den Tisch kam, machte er erstlich vor der Kaiserin einen tiefen Reverenz, und so bückte er sich vor der Braut, und vor der ganzen Gesellschaft, darauf band ihm Fräulein Tscherbatof die Rose auf den rechten Arm, worauf er sich wenden mußte nach seiner anderen Nebensitzerin, welche sie ihm denn auch noch ein wenig zurecht steckte. Da nun dieses alles geschehen w«r, küsse« er die zur rechten Hand aufs lebhafteste, und da er die zur linken nicht zum erstenmal gut auf de» Mund küssen konnte, so wandte er sich gegen die Kaiserin mit einer so traurigen Mme, als wenn er sich gegen sie beklagen wellte; und da sie ihm zu verstehen gab durch einen Wink, er konnte e< verbessern, so that er solches auch, und küsse« sie zum zweytenmal mitten auf den Mund. Der Bräutigam saß mitten an einer schmalen langen Tafel von vierzig und einigen Personen, und hatte über sich einen grossen rochen sammtenen mit Gold besetzten Himmel, und von demselben über seinem Kopf einen grünen Kranj hangen, zum Zeichen, daß er noch unverheyralhet sey. Zu seiner rechten Hand saß der Fürst Memschikof als Brautvater, und zu seiner linken der Kaiser, als fein Vater. Ben dcm Fürsten saß der alte Obristlieutenant von der Garde, Butterlin, und beym Kaiser an war der Fürst Gallitzin, der erst neulich aus Finland gekommen war. Diese beyde nun waren die Brüder. Jhro Hoheit soffen, wis bereits erwehnet, schräg gegen dem Kaiser über, und hatten zur rech, tcn bey sich den Vice, Reichskanzler, und zur linken Hand den geheimen Rath von Hespen, und die übrigen soffen durch einander. Der junge Gapiha war dieses« mal nicht hier, noch sonst jemand von den fremden Mmistern. An der ande» ren Tafel, in demselbigen Zimmer, saß die Brauk mitten unter einem Himmel, worunter drey von Blumen gemachte Kränze hingen, einer <>ber der Braut Kopf, und die ander« beyden über den Brautjungfern, zwischen welchen noch einige breite weisse und röche Bander über des Vorschmiders Kopf waren,

und «nb bey einer halben Elle lang nieder hingen. Zur rechten der Braut saß die

Fürstin Mentschikof als Bräutigam« Mutter, und zur linken Hand die Kaiserin al« Braut Mutter. Neben der Fürstin Mentschikof saß die Tochter des Obristlieutenant Butterlin, welche einen Mann hat, der Gallowin heissensoll, als Bräutigams Schwester, und zur linken Hand bey der Kaiserin war die General» tnajorin Balken als Braut Schwester. Darauf fassen die übrigen Damen nach ihrem Rang, und der Fürstin Mentfchikof Schwester, s welche eine grosse rauhe rußisthe Frauensmütze mit Diamanten bestecket auf dem Kopfe hatte,) saß nicht weit von der Kaiserin. Sonsten waren nur wenige junge Damen hier, nemlich die beyden Gollofkin, die Fräulein Tscherbatof, ein kleines recht artiges Madchen, Madam tapuchin, die verwitwete Majorin Jacobsof, die über acht Tage Hochzeit mit dem Major Maluschttn von der Garde machen soll, und wenige andere mehr. Nachdem nun der alte Brautvater PuSkin den Brandtewein herumgegeben hatte, wurden die gewöhnlichen Gesundheiten getrunken, und unter Trompetenschall durch dem Marschall und durch die sämmtlichen Schaffer, welche auch den Wein überreichten, angefangen. Es liessen sich die Trompeten wieder hören, wenn sich diejenigen bedankten, auf deren Gesundheit getrunken war, die so lange mußten stehen bleiben, bis daß alle Gläser (diesesmal nur sehr kleine Spitzgläser) auögeleeret waren. Dem Bräutigam, den beyden Vätern, den beyden Brüdern, der Braut, der Mutter, und den beyden Schwestern , mußte der Marschall die Gläser auf einem Teller überreichen. Die Ge- , sundhetten nun, so getrunken wurden, waren folgende: nemlich, erstlich der Wittkommen; zweyten«, der Iwan Michalowitschen Familie, (warum? das weiß ich nicht;) drittens, des Bräutigams und der Braut; viertens, der Mutter und des Vaters; fünften«, der Schwestern und Brüder; und endlich sechsten«, des Vorschneiders und der beyden Brautjungfern. Als die Gesundheiten getrunken waren, ging der Marschall zum Kaiser, und fragte, ob er beföhle, daß noch mehr als gewöhnlich getrunken werden solle? Und da der Kaiser ihm durch Schüttelung des Kopfes fo viel als nein zu verstehen gab, stieß der Marschall einigemal stark mit seinem Stock, und rief, es wäre Zeit aufzustehen, welchem Befehl auch gleich alle folqeten. Der Bräutigam saß damals und während der ganzen Mahlzeit steif und trübselig, war auch nur gemein qekl<>idkt, indem er nur einen schlechten grauen Rock mit silbernen Knöpfen, und einer sehr dünnen Fransche besetzet, an hatte, und auf dem Kopf eine sehr elende Perücke trug, unter welcher die Haare fast fingerlang hervorstunden. Er hatte ein grosses Glas Wein vor sich stehen, welches er nun, ich weiß nicht auf «essen Gesundheit, austrinken sollte. Jhro königl. Hoheit nahmen es während seine« Aufstehen« weg, und befteyeten ihn also davon, dafür er nachgehend« nicht genug zu danken wußte. Wahrender Zeit, daß die Tische gehoben wurden, und der

Buschmgs Mit azm XiX. TM. u Kai.

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Kaiser mit der Kaiserin sprach, unterhielten sich Jhro Hoheit mit den D«men die da waren. Damals wurde ich auch der verwitweter, Zarin Tochter gewahr, und! da ich sie nicht bey der Tafel gesehen habe, so weiß ich nicht, ob sie mit sn derselben gesessen hat, oder nicht. Da nun das Zimmer endlich rein gefeget war, setzte sich die Braut mitten unter die Krone, unter welcher sie vorher bey der Tafel gesessen hatte; die Kaiserin sitzte sich wieder zur linken, und die Fürstin Mentschikof zur reckten Hand, die alte Balken aber, die währender Mahlzeit bey der Kaiserin gesessen, und nun ihren Platz hatte an die Tochter der verwitweten Zarin abtreten müssen, saß gleich neben der Fürstin Mentschikof/ und bey ihr wieder die andere Brautschwester. Wie nun alle zum Tanzen fertig waren, nahm der Marschall die Braut auf, und rief zwey Schaffer, von welchen einer mit der Fürstin Mentschikof als Mutter, und der andere mit der Gollowin als Schwester tanzete. Hierauf behielt der Marschall die Braut zum zweytenmal, und zwey andere Schaffer nahmen wieder die Kaiserin als" Mutter, und Madame Balken als Schwester auf. Nach diesem mußte der Bräutigam mit der Braut, der Fürst Mentschikof als Vater mit seiner Gemalin als Mutter, der alte Butterlin als Bruder mit Madame Balken als Schwester tanzen, wobey sonderbar anzusehen war, daß der Bräutigam mit seiner Braut, der Fürst Mentschikof mit seiner rechten Gemalin als Vater und Mutter, und der alte Butterlin mit seiner leiblichen Tochter als Bruder und Schwester tanzten. Hierauf tanzte der Bräutigam zum zweytenmal mit seiner Braut, der Kaiser als Vater mit der Kaiserin als Mutter, der Fürst Gallitzin als Bruder mit Madame Balken als Schwester. Es war eine wahre iust, diesen Tanz anzusehen, denn der Bräutigam tanzte nicht mit seiner Braut, sondern sie gingen wie ein Paar alte Schlafmützen, und schleppten sich recht einander. Dagegen tanzete und sprang der Kaiser mit der Kaiserin herum, als die jüngsten teute immer thun mögen, denn sie machten drey Wendungen, wenn die ersten kaum «ine machten, und so wie die Kaiserin diesesmal sprang, so langsam gehet sie sonsten, wenn sie mit jemand anders tanzet. Nach diesem tanzte der Vorschneider mit einer Brautjungfer, und zwey Schasser mit zwey Fräulein. Hierauf tanzte der Vorschneiver zum zweytenmal mit der andern Brautjungfer, und wieder zwey andere Schaffer mit zwey andern Fräulein, womit denn die cerimo»iellen Tanze ein Ende hatten. Nun muß ich mit wenigen Worten melden, welche Tänze es sind, die sie getanzet haben. Die Damen stehen gleich als bey den engelschen Tanzen auf der einen, und die Mannsleute auf der anderen Seite. Die Musikanten spielen anfänglich eine Art von Todtentanz, während diefer Zeit macht das erste Paar, ehe es sich anfasset, Reverenzen an seine Machbaren, und so gegen einander, worauf sie sich anfassen, und eine runde Tour links um machen, bis paß sis wieder auf ihre, glte Siege, kommen, welches denn nur

kann

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